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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 194 F-rnspr-chanschlutz Nr. 605»

Donnerstag den 20. Angust

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

BekllNtmchWen des MigUen LMrOllmts.

Unter den Schweinen zu Großauheim ist die Schweine- Küche erloschen.

Hanau den 18. August 1908.

Der Königliche Landrat.

V 5706 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Ostheim ist die Schweine- seuche festgestellt worden.

Hanau den 18. August 1908.

Der Königliche Landrat.

V 5692 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Mit der Berichterstattung auf meine Verfügung vom 20. v. Mts., J V Nr. 5025, (Nr. 168 desHan. Änz.") be­treffend Revision der Betriebe, in denen ausländische, der Jnlandslegittmationspflicht unterliegende Arbeiter beschäftigt werden, sind noch eine Anzahl Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher im Rückstände. Es wird deshalb an die Er­ledigung der gen. Verfügung mit Siägigtt Frist erinnert.

Hanau den 17. August 1908.

Der Königliche Landrat.

V 5025 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Das früher Runkel'sche Anwesen, Steinheimer Land­straße Nr. 4, soll zum 1. Oktober d. J. neuverpachtet werden. Die Räume des Erdgeschosses, außer der Küche, sollen zu Wohnzwecken nicht benutzt werden. Angebote mit Preisangabe sind an uns einzureichen.

Hanau den 18. August 1908.

Der Magistrat.

Hild. 16685

Gefundene ob verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Damen-Regenschirm, 1 Herren-Mütze. Abzuholen bei der Armenverwaltung.

Gefunden: 1 gold. Halskettchen mit Medaillon mit Photographie, 1 großer Hundemaulkorb, 1 Quittungskarte Nr. 8 für Peter Schader aus Stadelheim, 1 Neues Testament mit dem Namen Helene Schleich, 1 Schlüssel und 1 Schlinke an einer Schnur.

Verloren: 1 Herren-Schirm (am Dienstag auf dem Wochenmarkt stehen geblieben).

Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen und mit Halsband auf demselben der Name Schellenberg.

Entlaufen: 1 gelber Dachshund. m. Geschl.

Hanau den 20. August 1908.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Der Ackermann Konrad Friedrick Haupt in Nieder­rodenbach ist zum Hilfsfeldschützen dieser Gemeinde ernannt Und verpflichtet worden.

Bekanntmachung.

Da gerade aus dem Landkreis Hanau zu der am 4. September hier stattftndenden Bezirkstierschau überraschend wenig Anmeldungen eingegangen sind, mache ich darauf auf­merksam, daß außer den für alle Aussteller gleichmäßig be- stiminten Preisen der Landwirischaftskammer folgende Preise ausschließlich für Tiere aus der Stadt und dem Landkreise Hanau verteilt werden':

1. Für Pferde (Mutterstuteu und Stutfohlen) 12 Preise von zusammen 250 Mk.

2. Für Rindvieh (Bullen, Kühe und Rinder vom Land­schlag mit Simmenthaler Charakter und Niederungs­vieh) 57 Preise von zusammen 1000 Mk.

3. Für Schweine 17 Preise von zusammen 250 Mk.

4. Für Ziegen 11 Preise von zusammen 50 Mk.

Ferner sind von Sr. Königl. Hoheit dem Landgrafen von Hessen 4 Siegerpreise für Pferde und Rindvieh von je

75 Mk. gestiftet worden, von denen zwei ausschließlich für Tiere aus der Stadt und dem Landkreis Hanau bestimmt sind.

Für die Viehbesiher aus der Stadt und dem Landkreis Hanau wird der Anmeldetermin ausnahmsweise bis zum 22. August verlängert. Anmeldungen können mündlich oder schriftlich bei dem Unterzeichneten angebracht werden, von dem die Aus­stellung der Anmeldescheine veranlaßt werden wird.

Bemerkt wird, daß ohne Anmeldeschein kein Tier zur Ausstellung zugelassen wird.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, für möglichste Ver­breitung dieser Bekanntmachung zu sorgen.

Hanau den 16. August 1908.

Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen KreisvereinS.

v. Beckerath, Kgl. Landrat.

Politische Rundschau.

Dev Kaiser ist gestern um 11 Uhr 20 Minuten im Sonderzuge^von Wilhelmshöhe nach Mainz abgereist.

Kronprinz Wilhelm wird nach seiner Rückkehr von der Sommerreisc in der letzten Augustwoche seine Tätigkeit im Ministerium des Innern noch vier Wochen aufnehmen und am 1. Oktober wieder in das Heer eintreten. Wahr­scheinlich ist eine Beteiligung des Kronprinzen an den Kaiser- Manövern. Vom 1. Oktober ab wird der Kronprinz das Kommando des ersten Bataillons des 1. Garde-Regiments zu Fuß übernehmen. Der Kronprinz hat bisher noch kein Bataillon geführt.

Keiue Wehvsteuev. Wie die Nat.-Ztg. erfährt, wird eine ReichSwehrsteucr sich unter dem Reichsfinanz-Reform­projekt auf keinen Fall befinden. Man ist dem Plan einer solchen Steuer ernstlich nie näher getreten. Auch haben Ver­handlungen zwischen Reichsschahamt und Kriegsministerium wegen Einführung einer solchen Steuer nicht stattgefunden, Verhandlungen, zu denen der Kriegsminister ohne Zweifel hätte hinzugezogen werden müssen, wenn eine Wehrsteuer demnächst dem Reichstag unterbreitet werden sollte.

Holland und Venezuela.Journal Telegraf" in Amsterdam erfährt über das Ergebnis der Ministerberatung, daß die Regierung vorläufig nicht diè Offensive ergreifen werde. Nichtsdestoweniger seien Maßnahmen getroffen, um für den Fall, daß ein Ultimatum nötig wird, im September noch zwei Kreuzer nach dem Caraibischen Meer abgehen zu lassen. Ueberhaupt wird alles getan werden, um die fried­liche Lösung der Differenzen mit Venezuela herbeizuführen, da die Königin gegen einen Krieg ist. Die Regierung be­absichtigt deshalb, ihr weiteres Verhalten von den Ergeb­nissen der Flottcndemonstration abhängig zu machen.

Dev Geburtstag des Kaisers Franz Josef.

Wien, 19. Aug. DasNeue Wiener Tagblatt" be­merkt in seiner Abendausgabe zu dem Trinkspruch des Kaisers Wilhelm in Wilhelmshöhe:Das ist die Sprache, die in markanter ungewöhnlicher Weise über den Rahmen selbst der zwischen befreundeten Höfen üblichen gemessenen Diktion hin­ausgeht; sie hat dabei den Klang der vollen Natürlichkeit und Ueberzeugung. So muten diese Worte Kaiser Wilhelms wie ein Echo der Apostrophe von Schönbrunn, des von Kaiser Franz Josef ausgesprochenen Wunsches an, daß das Bündnis immerwährende Zeiten dauern möge. Unter den Kundgebungen, die am 18. August laut wurden, ist der Trinkspruch Kaiser Wilhelms einer derjenigen, die am meisten krafthistorisches Gepräge und Herzlichkeit offenbaren, wobei noch die persönliche Note von wirklich herzbewegender Ton­art ist."

Die mazedonische Frage.

Wien, 19. August. Wie diePolitische Korresp." er­fährt, hat die Antwortdesösterreich-ungarischen Ministeriums des Aeußern auf die russische Zirkularnote vom 25. Juli alten Stils über die mazedonischen Angelegenheiten folgenden Inhalt: Die kaiserliche Regierung nahm die Zirkularnote des Petersburger Kabinetts vom 25. Juli mit lebhaftem Interesse zur Kenntnis und teilt vollständig die im Schluß- resumö der Note' znm Ausdruck gebrachte Ueberzeugung. Sie ist ebenso, wie die russische Regierung, der Ansicht, daß jeder auf die Ergänzung des Reformwerkes abzielende Schritt bei der Pforte bis zu dem Zeitpunkte, wo die Mächte in gegen­seitigem Einvernehmen eine neue Entscheidung treffen würden, zu vertagen wäre. Indem 'daS Wiener Kabinett bet Auf­fassung der kaiserlichen Regierung zustimmt, benutzt es die Gelegenheit, um auch seinerseits die Gesichtspunkte der öster­reichisch-ungarischen Politik in Ansehung der letzten Ereig­

nisse in der Türkei, deren nächster Zeuge die Monarchie ist. kurz zu präzisieren: Als es es war vor nahkzu fünf Jahren das Wiener Kabinett gemeinsam mit der kaiser­lich russischen Regierung unternahm, in den Vilajets von Saloniki, Monastir und Kossovo di« als notwendigst be­fundenen Reformen auszuführen, so tat es dies nicht nur zum Schutze der mazedonischen Völkerschaften, sondern im Interesse des ottomanischen Reiches selbst. Es war dabei von eminent friedlichen, kons«rvaten Gedanken geleitet. ES handelt sich darum, die türkische Verwaltung in den drei Vilajets zu verbessern. Die neueste politisch« Bewegung iq der Türkei verfolgt augenscheinlich d«nselb«n Zweck. Ihr« Methode ist indes eine verschiedene. DaS Uebel wird an der Wurzel gefaßt und die Reform d«r Verwaltung in Konstantinopel selbst begonnen, um alsdann über das ganz. Reich ausgedehnt zu werden. Wir könnten uns nur bt« glückwünschen, wenn diesem neuen, durch die Entscheidung Seiner Majestät des Sultans sanktionierten System Erfolg beschieden sein und es gelingen sollt«, auf diese Weise zff einem für alle Untertanen des türkischen Reiches ohn« Unter­schied der Konfession und Nationalität gleich vorteilhaften Zustand zu gelangen. Dies war stets in den Intentionen unserer Politik gelegen. Schon vom Anfang der jetzigen Krise an war das Wiener Kabinett der Meinung, daß die Mächte eine reservierte Haltung einnehmen müssen uns daß jeder unzeitmäßige Schritt, der die Lage verschärfen könnte, zu vermeiden sei. Es hat nicht ermangelt, diese sein« Auf­fassung dem Petersburger und den übrigen Kabinetten mit. zuteilen. Der Entschluß der kaiserlichen Regierung, di« Ueberreichung ihres ReformplaneS aufzuschieben, entspring« demselben Gedankengang, und die kaiserliche und königlich« Regierung beeilt sich daher, drns«lb«n mit Befriedigung zur Kenntnis zu nehmen.

Die Lage in Marokko.

Lalla Marrria, 19. August. Unter den Stammest zwischen Fez und Mulujafluß herrscht vollständig, Anarchie. Die DsulS erheben erhöhte Abgaben von ben Viehherden, dis von Fez durch ihr Gebiet nach dem Markt von Lalla Mamia getrieben werden; andere Stämme folgest diesem Beispiel.

Tanger, 19. August. Kaid Mtugi lagert unter den Mauern von Marrakesch: er gab El Glaut drei Tage Bedenkzeit bis zur Uebergabe. Nach Ablauf dieser Frist werde er die Stadt bombardieren. Die Einwohner verlangen die Uebergabe, aber El Glaui kündigte ihnen an. sein Bmdtt käme mit einer Mahalla von Fez zu ihrer Befreiung heran Abdel Aziz lagert acht Stunden von Marrakesch entfernt, umgeben von Anhängern aus allen Stämmen

Kan dwirtTchaftliches»

Saatenstand in Preußen.

Berlin, 19. Aug. Saatenstand in Preußen per Mitte August, wenn 2 gut, 8 mittel und 4 gering bedeutet: Winter- weizen 2,5 (im Juli 2,4), Sommerweizen 2,7 (2,7), Winter­spelz 2,4 (2,2), Winterroggen 2,5 (2,5) Sommerroggen 2,9 (2,9), Sommergerste 2,8 (2,8), Hafer 2,8 (2,9), Erbsen 2,6 (2,7), Ackerbohnen 2,8 (2,7), Wicken 2,8 (2,7), Kartoffeln 2,6 (2,8), Zuckerrüben 2,6 (2,8), Flachs 2,8 (2,7), Klee 2,8 (2,6), Luzerne 2,6 (2,6), Rieselwiesen 2,5 (2,4) und andere Wiesen 3,0 (2,8).

In den Bemerkungen derStatistischen Korrespondenz" heißt c8: Die Getreideernte ist in vollem Gange; erschwert wird sie durch das Lagern der Frucht und durch viele, den Arbeiten sehr hinderliche Regenschauer; im großen und ganzen ist man aber mit dem Erntewetter zufrieden. Von Winter­getreide ist der Roggen schon unter Dach, im allgemeinen gesund und trocken. Die Angaben über den Erdrusch gehen sehr auseinander, doch ist eine recht gute Mittelernte zu er­warten. Auch vom Winterweizen ist schon viel geschnitten und eingefahren. Im allgemeinen ist man mit der Güte des Kornes zufrieden. Die großen Hoffnungen, die auf den Weizen in den beiden Vormonaten gesetzt wurden, erfüllt er nicht ganz, eröffnet aber immer noch gute Ernteausstchlen. Auch vom Sommergetreide ist schon viel eingebracht. In den östlichen Gegenden ist infolge von Einwirken der Hitze und Dürre die Sommerung fast gleichzeitig mit der Winterung schnittreif geworden, sodaß die Arbeiten nicht schnell genug zu bewältigen sind, auch Verluste durch Ausfallen befürchtet werden. Auch erschwert umfangreiches Lagern das Schneiden und beeinträchtigt die Ausbildung der Körner. Die Gerste hat hin und wieder durch ihre Verwendbarkeit als Brau­gerste eingebiißt; über Unkrauibildung im Hafer wird viel geklagt. Die Hackfrüchte haben ihre Juli-Note verbessert. Im übrigen weichen die einzelnen Angaben sehr von ein­ander ab. Trotz der trockenen Hitze nach dem ersten Schnitt sind die Aussichten für die Futterpflanzen nicht schlecht.