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Massengrabe hier bestattet und 1845 zog der letzte Bewohner hier ein.
Wer die eigentümliche Geschichte der Stadt Hanau kennt »mb weiß, wie sehr sie noch heute dem Aeußeren der Stadt und ihren Bewohnern ihr Gepräge gibt, wer erfahren hat, welch ein berechtigter bürgerlicher Adelsstolz den alteinge- sessenen Hanauer Familien innewohnt, wird mit Grund vermuten, baß dieser Friedhof sowohl für die Familienüber- lieferung wie für die Geschichte der Stadt die größte Bedeutung haben muß. In der Tat haben auf ihm bis zum Jahre 1896 etwa drei und ein halbes Hundert teils einfache, teils reich geschmückte Grabsteine und Denkmäler gestanden. Heute stehen st« aber leider nicht mehr. Denn in jenem Jahre hat die Stadt den Friedhof zu einer öffentlichen Anlage umgewandelt. Der Boden wurde geebnet, neue schön geschwungene Wege geschaffen und — man sollte eS nicht für möglich halten — mit den Trümmern zerschlagener Grabstein« eingewalzt und befestigt. 96 Platten und Denk- mäler hat man beiseite gestellt: di« schönsten, wie man sagt; — sie dienen jetzt der Hanauer Jugend als Turngeräte, Klettergerüste und Rutschbahnen. Ein Teil d«r- selben, und zwar der geringere, ist in den Abbildungen 2 bis 5 rotebergegeben; der größere liegt unter dichtem Gebüsch so versteckt, daß man nur schwer herankommen kann. Einer späteren Veröffentlichung bleiben diese sowie die zeichnerische Darstellung aller Steine vorbehalten. In der Tat ist die künstlerische und die handwerkliche Leistung an diesen Denkmälern gleich unerreicht. Und wenn die erhaltenen allein die schönsten waren, so läßt sich auS ihrer hohen Vollendung schließen, daß auch die weniger schönen der Erhaltung wert waren, selbst wenn ihre Geschichte sie nicht vor dem Untergänge hätte bewahren können. Jetzt hat die Stadt den alten Totenhof mit der soeben erstarkten gärtnerischen Anlage zum Neubau eines Gerichtsgebäudes zur Verfügung gestellt. ES bietet sich also wahrscheinlich Gelegenheit, die zusammengeschmolzene Denkmälcrsammlung wieder etwas zu vervollständigen und alles an einem würdigen Orte in pietätvoller Weise so aufzustellen, daß es vor den zerstörungslustigen Händen der Hanauer Jugend dauernd und besser geschützt ist als jetzt.
Herr Stabtbaurat a. D. T h y r i o t in Hanau hat alle Inschriften der Grabdenkmäler gesammelt und aufbewahrt. Ihm verdanke ich auch die erwähnten Angaben. Die Lichtbildaufnahmen hat Herr Regierungsbauführer Wemhöhner gemacht.
* Eisenbahn-Personalien. Ernannt wurde Lokomotivheizer Jet sch mann in Hanau zum Lokomotivführer. — Versetzt wurde Eisenbahnasststent S t r e b l o w von Hofheim nach Heldenbergen-Winbecken.
* Evangelisches Kasino. Versammlung morgen Mittwoch den 12. d. M. Besprechung über die diesjährige Sedanfeier.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbav großes Militär-Konzert ser Kapelle des Jnf.-Negts. Hesien-Homburg Nr. 166 statt.
* Biehmarikt. Morgen Mittwoch den 12. August findet dahier Zucht-'und Fettvieh-Markt statt.
* Maèuwasierwärme gestern abend 15 Grad.
* Wiener Spitze. Wer sich an den schönen Sommerlagen und Abenden einen Genuß verschaffen will, dem kann ein Besuch in der Wiener Spitze nur empfohlen werden. Der neue Inhaber, Herr J. Klüber, hat es durch vorzügliches Arrangement verstanden, ein Erholungsplatz zu schaffen, wie er schöner nicht gedacht werden kann. Herr Klüber wird alles aufbieten, durch Verabreichung von guten Getränken und Speisen seinen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Ein vorzügliches fr. Billard sowie ein Prdjeftrion ist auch vorhanden.
* Hanatter Fußballklub Bietoria 1894» Sportfesterfolge. An die Erfolge, die der Hanauer Fußballklub Victoria 94 in Langen, Ludwigshafen, Mannheim bei den Sportfesten erlangen konnte, reihen sich nachstehende, bei den: am vergangenen Sonntag in Aschaffenburg im Sportpark Schönebusch stattgefundenen athletischen Sportwettkämpfen erzielten Ergebnisse. 1. Ehrenpreis, Junior-Dreikampf, bestehend im 50-Meter-Laufen, Diskuswerfen, Weitsprung, Georg Wolf. 2. Preis: Dreikampf für Senior, Georg Wolf- 400 Meter- Staffettenlauf, 4 Mann, die Herren Jean Wolf, Georg Wolf, Oskar Wolf, H. Tissot den 2. Preis in 48 Sekunden. 2. Preis im 400 Meter-Laufen Herm. Tissot. 3. Preis im Fußballweitstoß Georg Wolf. Durch die anstrengenden Vorkämpfe war es Hanau Victoria 94 nicht vergönnt, erster im Staffettenlauken zu werden. Den 1. Preis erzielte der Turnsportverein Frankfurt in 47*/« Sekunden. Der Turklsportverein errang bekanntlich bei dem Sportfest der Hanauer Victoria den Wanderpreis (silberner Pokal) im 400 Meter Staffetten- laufen in 49 Sekunden An den Erfolgen wird die Athlet. Abteilung weiter arbeiten bis zum Sportfeste im Frankfurter Palmengarten. Die errungenen Preise sind im Hutgeschäft von Eckhardt ausgestellt.
Vereins- n. Vergnügnngsnachrichten
für Dieustag den 11. August.
ff». Männer- und Jünalin^vereln: Unterhaltung (CV. VereinzhauS).
Tulngemcknde: 88/<—10: Jugendabteilung, 7’/«—8’/«: Frsnenadtel- Ulng A, 6% —7I/a: Frauenabteilung B, 41/»— B'/i: Mädchenabteilung A, b'/,—8'/,: Mädchenabteilung B.
Turngesellschast: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Ingeudabteilung.
Turnverein: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Jugenvabteiluug.
Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uebuugsstunde im VerelnSlokale (Restauration Sandhof).
Dram.-Liier. Verein Hanan: Vereinsabend im „Earlsberg". HumoristischerMusikverei» „Germania": Von 9—11 Uhr: UebungSstnude tRestanration „zum Sandhof-).
Ges. Verb. „Rormannt«": Klubabend im „Löwengärtchen'.
Kath. Kasino „Eintracht" (Verein«!, „jum franstil6T): Bereinsabeud. Gesangverein „Eintracht" : Singstunde.
Gesangverein „Melomania": Singstunde in der „Karthaune".
Familien - Marten - Konsumverein „Einigkeit": Abends von 8—10 Uhr: MarkenauSgabe für Kontrahenten (VereinShauS „Eoncordia").
Gesangverein „Gumfer": Singstunde in der „Stadt Bremen".
Verein für HandluugS ° KommiS von 1858: VereinSabend im Restau- ’ant .Carlsbera".
Kaihol. Kaufmännischer Verein: Abends 9 Uhr: Zusammenkunft im Vereinslokal „zum Lindenhof".
Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthaus „int Sonne". Babelsberger Stenographen-Verein (Lokal: „Frankfurter Bau", Eingang Lindenstraße): Abends von 8—S Uhr: AnfangerkursuS, 9—10: Uebuugsstunde, VerkehrSschrift.
Gewerbe- und Handwerker-Verein: Vereinsabend in der „Centralhalle".
Barometerstand.
12 Uhr am 8./8.
Sehr trocken
Beständig
Schön .
Veränderlich
Regen
Viel Regen 74
Sturm
720—HÜ;
71O.J^
Ocffentlicher Wetterdienst.
• (Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.)
Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 11» August bis zum nächsten Abend.
Geringe Niederschläge; zunächst kühler, wolkig. Später aufheiternd.
Für Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein
Tcostspende deè vergeblich Erwarteten 5.— Mk. Ungenannt . . . . 0.17 „ Voriger Betrag . . 2481.88 „
Zusammen bis setzt 2437.00 Mk.
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Dienstag, 11. August, abends 7 Uhr: „Amelia" oder „Der Maskenball". Im Abonnn. Gewöhnl. Preise. — Mittwoch, 12. August, abends 7 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor". Außer Abonn. Gewöhnl. Preise. — Donnerstag, 13. August, abends 6 Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg". Im Abonn. Große Preise. — Freitag, 14. August, abends halb 8 Uhr. Vorstellung bei kleinen Preisen: „Die lustige Witwe". Außer Abonn. — Samstag, 15. August, abends 7 Uhr: „Der Postillon von Lon- jumeau". Hierauf: „Cavalleria rustieana". Im Abonn. Gewöhnliche Preise. — Sonntag, 16. August, abends 7 Uhr: „Madame Butterfly". Im Abonn. Große Preise. — Montag, 17. August, abends halb 8 Uhr: „Ein Walzertraum". Außer Abonn. Gew. Preise.— Dienstag, 18. August, abends 7 Uhr: „Der Prophet". Im Abonn. Große Preise. — Mittwoch, 19. August, abends 7 Uhr. Abonnements-Vorstellung für einen ausgefallenen Samstag: „Hoffmanns Erzählungen". Im Abonn. Gewöhnl. Preise.
Sport
F. C. Von der Rhön, 10. Aug. Gestern wurde auf der Großen Wasserkuppe das von 90 Turnern besuchte Rhönbergsest abgehalten. 56 von den Wetturnern erzielten die geforderten 48 Punkte. Den „Wasserkuppe-Pokal" im Fuß- und Schleuderball" errang der 1. Hanauer Fußballklub 1898.
Schiffs«achricht-n. (Mitgâteklt von Agent Ad. Treusch-Hanau.)
Hamburg, 8. August. Der Dainpfer „Navarra" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Montevideo und der Dampfer „Ambria" vorgestern in Penang ekn- getroffen.
Deutschlands Einigkeit.
Welch ein'ger Geist zieht durch die deutschen Lande Und welches Feuer spricht aus jedem Blick, WaS sprengt die Fesseln, die das Leben bände, Und bringt den Geist entschwundner Zeit zurück.
Was läßt im Auge eine Träne blinken Und füllt das Herz mit Gram und Leid? — Und dennoch läßt's den Mannesmut nicht sinken, Ein jeder Deutscher zeigt die Einigkeit.
Ein einzelner Mann hat großes uns geschaffen Graf Zeppelin war's, entschwand ihm auch sein Glück, Das deutsche Volk will sich zusammen raffen, Es gibt ihm selbst den Weg zum Glück zurück.
Frisch auf! mein Volk! spend Opfer deiner Liebe, Du siehst em Greis an einem Grabe stehn, Du siehst ihn weinend, händeringend trübe Ins Grab vergang'ner Hoffnung niedersehn.
Was er gehofft, was er gestrebt im Leben Es galt für Dich, es galt dem Vaterland, Jetzt stand er an dem Ziel von seinem Streben, Da brach das Glück, sein nahes Ziel entschwand.
Doch säum entschwand's, da zeigt sich Deutschlands Treue.
,Du gabst für uns, jetzt geben wir für Dich", So braust der Ruf dur'chs deutsche Land aufs neue, Die alte echte Treue zeigte sich.
Du deutsche? Volk, du stehest fest wie Eisen, Dich stützt die Liebe und ein fester Mut,- Aufs neue tust du deine Treu beweisen. Daß noch in dir fließt altes deutsches Blut.
Otto I a e a e r, Hanau.
Was von der Kopfarbeit und den Kopfarbeiter«.
Von Dr. sc. pol. Christoph Marx.
Der Preis der Arbeit ist das Streitobjekt, um dessent- willen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich immer heftiger befehden. Die Lohnfrage ist unter der Herrschaft der Gewerbe- freiheit der Kardinalpunkt der Arbeiterfrage geworden. Aber überall, wo diese Kämpfe sich abspielten, hatte man eS bis vor wenigen Jahren noch mit einfachen Handarbeitern zu tun. Bis 1900 hatte man von Aerztestreiks, von Techniker- streiks, von Bewegungen unter den Kapitänen und Offizieren der Handelsmarine nicht» gehört. DieS ist anders geworden. Seit einigen Jahren haben wir solch eine Arbeiterfrage auch unter einem Teil der Kopfarbeiter. Und zwar betrifft fie diejenigen geistigen Arbeiter, welche auf irgend eine Art mit der modernen industriellen Entwicklung in Berührung ar- kommen sind. So die Aerzte, Ingenieure und Chemiker, Die Techniker, die Privatbeamten aller Gattungen, die Volkswirte, Redakteure und konditionierenden Apotheker. All« diese Berufsstände schließen sich ähnlich den modernen Arbeiterorganisationen zusammen, um eine Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage sowohl ihres Standes, wie auch bei Einzelnen zu erlangen. Das Arbeitseinkommen der freikonkurrierenden Kopfarbeiter stieg nicht in demselben Maße, rote da» bet iw der Hauptsache nur ihre physische Kraft verwertenden Handarbeiter. Dies lag einmal daran, daß jene geistigen Sirbeiter nicht direkt von den Ursachen, welche die bedeutende Umwälzung unseres Wirtschaftslebens in den letzten 50 Jahr«» hervorgerufen haben, erfaßt wurden und andrerseits daran, daß sie eben solcher Kampforganisationen, rote fie bie Handarbeiter besitzen, entbehrten. Wie wenig die Entlohnung für geistige Arbeit Schritt hielt mit der Erhöhung des Arbeitslohnes der Handarbeiter, zeigt sich am eklatantesten am ärztlichen Honorar. In meiner 1906 erschienenen Schrift: „Die Entwickelung des ärztlichen Standes seit den ersten Dezenrrien des 19. Jahrhunderts" habe ich dafür Beispiele gegeben. So wurde den Aerzten von einer der größten Krankenkafle« für den Krankheitsfall, d. h. an Honorar für bie Behandlung von Beginn der Krankheit bis am Ende der Behandlung, 1,90 Mk. gezahlt, für einzelne Konsultationen 26—50 Pfg. Nach einer Zusammenstellung der Berliner Aerztekammer waren 1905/06 von 4179 Aerzten 123 steuerfrei, hatten also kein jährliches Einkommen von 900 Mk. Ueber */« hatten ein Einkommen unter 3000 Mk. Im Bezirk Nixdorf hatte sogar die Hälfte aller Aerzte unter 8000 Mk. Einkommen, im Schönebrrger Bezirk ein Drittel. In anderen Berufsarten ist die Entlohnung nicht viA besser. Ingenieure mit Hochschulbildung erhalten in bett größten Werken oft nicht mehr als 120 bis 150 Mk. Monatsgehalt. Aehnlich« Verhältnisse finden fich bei den vorhingenannten Kopfarbeitern. ES ckst ein allseitig anerkanntes wirtschaftliches Gesetz, daß der Lohn bei freiem Wettbewerb die Tendenz hat/ nach Wert und Kosten der Arbeit zu gravitieren. Aber bei den mitgeteiltm Beträgen fragt es sich doch, ob di« Entlohnungen überhaupt noch den Kosten bet Arbeit entsprechen, mit anderen Worten, ob sie noch die Selbstkosten, daS zur Ausbildung aufgewandte Kapital, reproduzieren. DaS ist jedoch vor allem zu fordern, denn geistig« Arbeit ist ein viel teurer Stoff als physische, der auch viel langsamer wächst als physische Kraft. E4 ist deshalb nur recht und billig, daß Geistesarbeit höher entlohnt wird alS physische Arbeit. DieS trifft aber nicht zu. Es besteht vielmehr bie Tendenz, den Preis der Kopfarbeit auf daS Niveau deS Preises der physischen Arbeit hinabzudrücken. Ja andererseits find die Arbeitseinkommen der geistigen Arbeiter durch die Handarbetter weit überholt. Man denke nur an die Löhne gewisser Kategorien der Handarbeiter. So der Werkmeister und Monteure iv Maschineck- fabriken, der Poliere, Modellbildhauer, Transportarbeiter x. Die Besserung der Lohnverhältniffe der Handarbeiter verdanken diese vomehmlich ihren Organisationen. Ein Zusammenschluß der Kopfarbeiter zur Verfolgung gewerkschaftlicher Ideale schien aber vor 1900 unmöglich, weil mit der hergebrachten StandeSsitt« unverträglich. Die bestehrnden Organisationen kannten bie Verfolgung wirtschaftlicher Interessen nicht und waren auch vielfach derart eingerichtet, daß fie solche Zwecke nicht auftiehmen konnten. Am markantesten zeigt sich dies an der Entwickelung der Organisationen des AerztestandeS. Sterbliche Vereine gibt eS schon sdtt den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts, einen über ganz Deutschland sich «rstreckenden Aerztevrreinbund seit 1872. Sie dienten jedoch nur zur Förderung der Wissenschaft und Hebung des Ansehens ihres Standes. Ganz besonderes Gewicht wurde auf das letztere Moment gelegt. Glaubte man doch, als seit Ende der 80er Jahr« die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage eines großen Teiles der Aerzte immer deutlicher zu Tage trat, biefen Schäden mit Ehrengerichtsbarkeit und dergleichen begegnen zu können. Da man aber allmählich einsah, daß mit diesen Organisationen und deren Heilmitteln nichts zu erreichen war, schuf man sich eine Organisation auf gewerkschaftlicher BafiS. Der Verband der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen trat èm Frühjahr 1901 zu Leipzig inl Leben. Dieser Verband erlangte binnen kurzem den nachhaltigsten Einffuß auf die Denk- und HandIungLw«ift der Aerzte. Ihm gehören heute über 20 000 deutsch« Atrzt« an; das bedeutet unter Außerachtlassung der beamteten Aerzte nahezu ’/* aller praktizierenden Aerzte. Der Verband empfiehlt den Aerzten unter ständiger Betonung deS Prinzip» der Selbsthilfe die Benutzung der in wirtschaftlichen Kämpfe» gebräuchlichen Kampfesmittel. Auch bie schwersten Geschütz» im wirtschaftlichen Kampfe, Sperre und Streik, werden «tcht verschmäht. Doch dienen diese nur als ultima ratio. Da» Hauptgewicht legt der Verband natürlich auf die friedlich« Förderung seiner wirtschaftlichen Interessen. So geht feint Haupttäiigkeit auf Stellenvermittlung, Unterstützung, Abschließen von normalen und kollektiven ArbtitSverirägev u. dergl. mehr hinaus. Dies alles bedeutet aber die Aufnahme gewerkschaftlicher Ziele in einen Berufsstand, in bem noch vor kurzem starke Abneigung fitsten solch« Jderu bo