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^er Landung bis zum Einsetzen der Gewitterbö änderte der Wind mehrfach die Richtung. Erheblich schwenkte daS Fahrzeug dadurch, daß die Seile von den Mannschaften an der hinteren Gondel entlastet wurden, leicht in die neue Windrichtung ein. Die Ausschwenkungen waren so groß, daß der für das Fahrzeug freigehaltene große Play nicht mehr ansreichte und die Zuschauer noch mehr zurückgedrängt werden mußten. Bei den Drehungen standen die seitlichen Haltepfähle nicht mehr quer ab von der Spitze, und es mußte deshalb eine größere Anzahl weitere Pfähle eingetrieben werden, um bei noch größerer Drehung die seitlichen Halieseile in der entsprechenden Richtung neu anfeffeln zu können. Der mehrfach geäußerten Bitte um Befassung weiterer Seile konnte nicht Folge geleistet werden, da in der Umgegend Seile von entsprechender Länge und Stärke nicht aufzutreiben waren. Als nun die verhängnisvolle Gewitterbö das Fahrzeug urplötzlich aus die Breitseite traf, begann die hintere Gondel im ersten Moment einzuschwenken; sogleich jedoch wurde das Luftschiff dadurch, daß sich der Wind zwischen Fahrzeug und Boden cinktilte, so stark angehoben, daß die an den Gondeln postierten Mannschaften nicht mehr imstande waren, das Fahrzeug tief zu halten; der seitlich und aufwärts gerichteten Zugkraft hielten die Pfähle nicht Stand, sondern wurden aus dem Boden gerissen. Dasselbe geschah, nachdem die Quer- abbewegung ringetretcn war, mit den beiden anderen Verankerungen. Nachdem die mechanischen Ankervorrichtungen nicht mehr standhielten, war cs auch den Mannschaften trotz verzweifelter Anstrengungen nicht mehr möglich, die Seinen festzuhalten; diese entglitten den Händen, vielfach Brandwunden zurücklassend. Nach diesen Ausführungen dürste es wohl für jedermann klar sein, daß sowohl die ortsanwesende technische Leitung als auch die Mannschaften ihre volle Pflicht getan haben. Graf Z «pprlin."
®mf Zeppelins Dank.
Die erbebende Einmütigkeit, mit der ganz Deutschland sich zu werktätiger Hilfe für die Fortsetzung der Zeppelin- schen Arbeiten erhoben hat, bie begeisterte Entschlossenheit, mit der alle Stände sich zusammenfanden, um ihr Scherflcin zur Lösung der großen Aufgabe beizutragen, hat auch auf den Grafen Zeppelin selbst ersichtlich tiefen Eindruck gemacht. Aus dieser Stimmung hat er einen öffentlichen Dank erlassen, dessen Wortlaut nachstehender ist:
Friedrichshafen, 8. Aug. „Der Motorschaden und Mangel an Erfahrung in der Führung haben zweimal zum Landen bei dem begonnenen Dauerflug meines Flua- 'chiffes genötigt. Auch die Landung auf festem Boden vollzog sich vollkommen sanft. Unerwartet ausgetretene elementare Gewalten haben dann da? schöne Fahrzeug zerstört. Mittel und Weg» sind bekannt, um solche Vorkommnisse immer seltener werden zu lassen, so daß die Luftschiffe bald zu den betriebstchersten Fahrzeugen zählen werden. Das ist auch der begeisterte Glaube des deutschen Volkes. Der eine Wille beherrscht alle, hoch und nieder, alt und jung, alle verlangen, daß ich ungebeugt durch den harten Schicksalsschlag dem Vaterland« neue Luftschiffe bauen soll, und alle spenden an Mitteln, was in ihren Kräften steht. Diese einmütige nationale Bewegung, die ihren Eindruck in der Welt nicht verfehlen wird, ergreift mich mit unwiderstehlicher Macht. Meine Wehmut ist in stolzes Glücksgcfühl gewandelt, und mit gerührtem Dank und freudigster Begeisterung übernehme ich den mir von der Nation geworbenen Auftrag zum Weiterbauen. Zur Sammlung der für einen Luftschiffneubau einfommenben Spenden habe ich die Allgemeine Rentenan- stalt in Stuttgart bestimmt, bei welcher eine besondere Rechnung unter dem Titel „Rationaler Luftschiffbaufonds sär^Graf Zeppelin" geführt werden wird. Dahin bitte ich die Spenden richten zu wollen und werde ich die unmittelbar an mich gelangten leiten. Ich beabsichtigte, den Herrn Reichskanzler um Bestimmung einer Kontrolle über die Verwendung des Fonds im Sinne der Spender zu wirken."
Die Hilfsaktion für Zeppelin.
Berlin, 8. Aug. Das Deutsche Reichskomitee zur Ausbringung einer Ehrengabe des gesamten deutschen Volkes nk den Graten von Zeppelin zum Bau eines neuen Luftschiff-- erläßt nachfolgenden Aufruf:
Groß war der Jubrl, als die Kunde von den erfolgreichen Fahrten des deutschen Luftschiffes unter seinem genialen Er- sinder Grafen von Zeppelin die deutschen Lande durchdrang.
Jetzt, da ein großes Unglück das Lebenswerk dieses unermüdlichen Vorkämpfers der deutschen Luftschiffahrt zu zerstören droht, ist es Pflicht eines jeden vaterlandsliebenden Mannes, durch rasches Handeln helfend einzuireten.
Jeder Deutsche trage zur möglichst schnellen Beschaffung eines deutschen Luftschiffes bei, indem er einen Beitrag an die Sammelstelle des Deutschen Reichskomitees in Berlin sende.
Wir müssen den einmal gewonnenen Vorsprung im Kampfe um die Beherrschung des Lnftmeercs unter allen Umständen behaupten.
Das Ehrenpräsidium. Wilhelm,
Kronprinz des Deutschen Reiches und uon Preußen.
Ihren bereits angekündigten Aufruf zu einer Nationalsammlung zur Begründung eines „Zeppelin-Fonds" erläßt nunmehr auch die Motorlufischiff-Siudiengesellschaft in Berlin, deren Ehrenpräsident Seine Hoheit der Herzog Ernst von Sachsen-Altenbur'g ist. Sie beabsichtigt, außer einer mit tilfe der deutschen Presse zu organisierenden Sammlung von «ldbeitrâgen, in allernächster Zeit die Herausgabe einer „Zeppelin-Markt" mit bem Bildnis des Grafen in kunstvoller Ausführung. Dirs« Marken, die für den Preis von 10 Pfg. für das Stück zu erwerben sein werden, werden es ermöglichen, daß wirklich alle Kreise des deutschen Volkes ihr Scherflein zu dem großen nationalen Werk beitragen.
Berlin, 8. August. Wie das unter dem Ehrenpräsidium des Kronprinzen gebildete deutsche ReichSkomitee mitieilt, hat ter Baller heute 10 000 Mk. iur Verfügung gestellt.
Montag
.Hannover, 9. Aug. Der „Hannoversche Courier" erhebt an leitender Stelle energischen Protest gegen den Vorschlag Geheimrats Rathend» betreffend Einsetzung eines Kuratoriums für die richtige Verwendung der National- spende für Zeppelin. Dieser Vorschlag bedeute ein Miß- irauenèvolum gegen den Grafen und sei geeignet, den Eindruck unserer ungewöhnlichen nationalen gemeinsamen Kundgebung erheblich abzuschwäcken. Auch jeder nnchträg- lichc Versuch, die nationale Begeisterung für Zeppelins Sache zu zentralisieren, zu uniformieren und zu bureaukratisierm, müsse zurückgewiksen werden.
Höchst a. M., 9. Aug. Der Aufsichtsrat der Höchster Farbwerke vormals Meister, Lucius und Brüning bewilligte 5000 Mark für die Zeppelin-Spende. Außerdem wurden dem Grafen Zeppelin für einige tausend Mark Wasserstoff- gas jur Ballonfüllung kostenlos geliefert.
Das deutsche Reichskomitee.
Das Deutsche Reichskomitee, das unter dem Ehrenvarsitz des Kronprinzen sich gebildet hat zu dem Zweck, eine Ehrengabe des gesamten deutschen Volkes für den Grafen Zeppelin aufzubringen, hat einer Notlage abgehoben, die mehr und mehr fühlbar geworben war. Es fehlte nämlich an einer Zentralstelle, an einem Sammelbecken, in das die überreichen Beweise einer beispiellosen Begeisterung?- und Öpferfähigkeit batten geleitet werden können, und io drahte eine unerwünschte Zersplitterung einzutreten. Nur eine Zentralstelle ist in der Lage, einen Ueberblick über die ganze Sammeltätigkeit zu bieten und schließlich daS Ergebnis dem Grasen in würdiger, eindrucksvoller Form zu überreichen. Daß sich der Kronprinz an die Spitze dieses Reichskomitees gestellt Hai, ist um so dankenswerter, weil so die Bürgschaft gegeben ist, daß das Komitee aus Männern gebildet wird, die das allgemeine Vertrauen besitzen. Erwünscht wäre es, wenn die Namen dieser Männer bald bekannt würden, damit Zug und Richtung in die ganze Angelegenheit kommt. Daß in dieser Frage alle Souderbestrebungen hintangestellt werden und alle sich in einer einzigen Stelle begegnen, wird auch durch den Umstand nahegelegt, daß in dieser Angelegenheit in geradezu einzig dastehender Weise alle Unterschiede der Parteien, des Glaubensbekenntnisses und des Standes völlig in den Hintergrund getreten sind; selbst die Sozialdemokratie hat sich in die Hilfstruppe ohne Vorbehalt cingegliedert. Am erfreulichsten aber ist es zu beoballten, wie gerade die Arbeiter und Dienstboten, ja die Kleinsten schon, die Kinder, in rührender Geschäftigkeit Hand mit ans Werk legen, und gerade aus diesen Spenden erwächst der Bewegung ein so breites Bett, daß man mit Fug von einer Nationalspende sprechen kann.
UttNiiöNltt bw für WrW MMBeu.
(Nachdr. verb.) S. u. H. Berlin, 7. August.
(Zweiter Tag.)
Der heutige zweite Tag des Internationalen Kongresses für historische Wissenschaften bot wieder eine Fülle von fesselnden Vorträgen, von denen nur wenige wiedergegeben werden können. In der Abteilung für politische Geschickte des Mittelalters und der Neuzeit sprach Prof. Marcke (Hamburgs über ein Thema, das wegen der kürzlichen Wiederkehr des 10. Todestages Bismarcks durchaus aktuell war, nämlich über Bismarcks Jugend. Der Redner führte aus: Von den letzten vier deutschen Geistesgrößen Goethe, Friedrich der Große, Luther und Bismarck ist die Jugend des letzteren am allerwenigsten beleuchtet. Bei einem solchen Mann aber besteht die Notwendigkeit auch dem Persönlichsten nach- zugehen, weil an Bismarck der ganze Mensch historisch wirksam geworden ist. An Bismarck hat alles seine Bedeutung. Datier ist die Forderung der Forschung besonders stark. Es müssen aber die bestehenden Klippen vermieden werben, Man .darf den jungen Bismarck nicht zu bieder nehmen, man muß sich auch hüten, den Korpsstudenten Bismarck zu einfach zu nehmen. Da die Zeit zu längeren Ausführungen fehlt, soll nur ein kurzes Kapire! der Jugend behandelt werden, und zwar der undankbarste Teil der Jugend Bismarcks, nämlich
Bismarck's Studentenzeit.
Diese fiel in die Jahre 1832 bi§ 1835. Es sind große Tage der Universitäten, ein klassisches Zeitalter der deutschen Wissenschaft. So ist das Göttingen dieser Tage die Universität Dahlmanns. Was war das damals für eine Jugend. Eine Jugend mit dem starken Drang zu lesen, sehr geistig, sehr literarisch, aber auch mit der Sehnsucht auf die Anwendung des Geistigen auf das nationale Dasein. Damals waren junge Männer wie Moltke, Roon, Delbrück, Ludwig von Hohenlohe, Friedrick von Baden, Bennigsen, Dropsen und Treitschke u. a. in Göttingen. Auf diesem Hintergründe sieht man die Entwickelung Bismarcks. Sie ist natürlich ganz anders. Er hat eine Stellung für fick allein. Er kam mit anderen deutsch-nationalen Remmiszensen aus der Schule und dachte auch an den Eintritt in die Burschenschaft. Aber bald machte er einen starken Ruck und wurde Korpsstudent. Er zeigt Züge voll wilder Lebenslust, Kampfesmut, Wanderlust und Rauflust. Er spielt eine Rolle in seinem Korps. Er hat Menschenbehandlung und Sicherheit gelernt. Wie merkwürdig geht er aber in dieser Umgebung aus, auch damals schon. Der ganze Mensch hat dem Korps angehört, das fast ausschließlich aus Hannoveranern bestand. Der wilde junge Bismarck war eine Klasse für sich. Er war anders als seine Korpsbrüder, wilder als sie. Sein Brausen ist heftiger. In seinen Briefen ist von Wein und Schulden die Redè, alles in schangeschliffenec Form, anschaulich, witzig, ■ mit einem Zug zum Grotesken. Er zeigt einen .Ueberschuß von Kraft. Er war ein Fuchs mit denAnschauungen Friedrichs des Großen, dec gar nicht in das Hannoversche Korps hineingehörte. Er verkehrte viel mit Ausländern und diskutierte auch mit geflüchteten Polen. Sein Blick ging damals in die Weite, aber nicht in die Tiefe. Die Universität hatte wenig Einfluß auf ihren vornehmsten Schüler. Er begann mit zahlreichen Vorlesungen, die aber bald zusammen- schriimpsten. Er stand ganz außerhalb des Lebensstromes der patriotischen Jugend seiner Zeit. Nirgends mar ein Anschluß vorhanden. Gelegentlich blitzt aber schon seine Eigenart durch. Im Jahre 1833 kam er nach Berlin. Von der I Berliner Universität würbe er noch weniger berührt als von der Göttinger. Er hat wenig Vorlesungen belegt, er hat *
, ______________________________1». «Haust noch weniger Vorlesungen angcmelbct und noch weniger abgemeldet : und diese abgemeldeten hat er auch nicht einmal alle gehört. (Heiterkeit.)' Er lebte auch nicht mehr in der Verbindung, sondern verkehrte in aristokratischen Familien, ohne aristokratischen Dünkel zit zeigen. Er ist der vornehme junge Herr. An proußischeni Pathos fehlt es ihm. Von Liberalismus ist schon gar nicht die Rede. Religiös war er damals ganz skeptisch. 'Er wollte von Anfang an Diplomat werden. Schon damals war etwas in ihm, das nicht an die Oberfläche kam. Ueber diese Zeit gibt Auskunft ein Roman seines Freundes, des Amerikaners Mottlep, der im Jahre 1830 erschien und worin Bismarck als Herr v. Rabenmark beschrieben wird. Darin wird Bismarck als brausender junger Mann geschildet, dem eine große Zukunft in Aussicht steht. Sein erstes Exainen bestand Bismarck ziemlich lässig, bann aber ging er mit eisernem Fleiß an die Arbeit. Seine Entwicklung vollzieht sich stoßweise, bis sie sich vollendet. Dann stößt er mit Haupt und Schultern durch die Decke, unter der andere sich zufrieden bargen. (Lebh. anhaltender Beifall.)
In der Abteilung für Kultur- und Geistesgeschichte deS Mittelalters unb der Neuzeit sprach Prof. Voretzsch-Tübingeu über die Ribelungensage in Frankreich und Deutschland. Der östliche Sagenteil muß ausscheiden, der Ursprung der Ribe- lungensage ist im Westen zu suchen, im Burgunderlande, wo die Hunnenschlacht staftfaud. Erst durch die Verwischung des Hunnenkrieges mit dem Frankenkriege ist die Frau und der Rachegedän'ke in die Sage hineingekommen. Diese Frau ist die Gattin Clodwigs, des Frankenfürsten. Sie ist eine Burgunder Fürstin. Ihr Gatte hat tatsächlich ihre Heimat mit Krieg überzogen und ihre Verwandten vernichtet. So ist das Rachemotiv in der Nibelnngensqge zu erklären,
In der Sektion für die Geschichte der Naturwissenschaften stellte Vlap-Karlsruhe einen Vergleich an zwischen Lamarck unb Darwin.
In der Sektion für politische Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit sprach weiter stoch Prof. Seeliger-Leipzig über Staat und Grundherrschast in der deutschen Geschichte. Er besprach besonders die Banngewalt auf dem platten Lande. Diese Banngewalt ist aus der Grundherrschaft her- vorgegangen. Die Bannherren hatten teilweise sogar vollständige Gerichtsbarkeit. So entstanden besondere Bannbezirke, die gewissermaßen aus der Grafschaft ausschieden. Auf diese Weise waren sie von großer Bedeutung für die Entwicklung des Reiches geworden.
In der Sektion für Geschichte des Orients behandelte ScUm-Wien die Ergebnisse der Ausgrabungen in Palästina für die vorisraelitische Geschichte des Landes. In der kombinierten Sitzung der 'Sektionen für die Geschichte von Hellas und Rom und für Archäologie sprach v. Stern-Odessa über die griechische Kolonisation am Nordgestade des Schwarzen Meeres im Lickte archäologischer Forschung, Th. Ashby-Roni über die alten Wasserleitungen dec Stadt Rom und S. P Mahaffy-Diiblin über die Beschränkung dec ägyptischen Kronprinzen in der Wahl ihrer Geniahlinnen. In der Sektion für Kultur- cmd Geistesgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit referierte ferner A. Olrik-Kopenhagen über: epische Gesetze der Volksdichtung. — In der Sektion für Rechts- und Wirtschaftsgeschichte verbreitete sich P. Vino- gradoff-Oxiord über: Vernunftrecht und Billigkeit in der englischen Rechtswissenschaft des 16. Jahrhunderts, während Riccobono-Palermo über den Einfluß des Christentums aus die Gesetzgebung Justinians sprach.
In der Sektion für mittlere und neuere Kunstgeschichte referierten Dvorak-Wien über: die mittelalterlichen Mosaiken der Markuskirche in Venedig und Goldschmidt-Hälle a. S. über: die romanische Banornamentik in Deutschland, sowie Swarzenski-,Frankfurt a. M. über: die karolingische und romanische Malerei in Salzburg. In der Sektion für historische Hilfswissenschaften schließlich sprach Baumgarten-Rom über das Thema: Paläographisch-dip'omatfiche Sammlung von Papsturkmiden, während Pribram-Wien den Plan einer allgemeinen historischen Bibliographie erörterte, unb Luigi Pggliai-Florenz über eine bisher nicht veröffentlichte llrkunde Karls IV. Mitteilungen machte.
Die allgemeine Sitzung des Kongresses findet am Nachmittage statt.
Am Nachmittag traten bie 8 Sektionen des Internationalen Kongresses für historische Wissenschaften zu der zweiten allgemeinen Hauptversammlung zusammen. Vorsitzender Dr. Koser, der Generaldirektor her Staatsarchive, verlas folgendes Autworitelegramin des Kaisers: „An den Inter- nationalen Kongreß für historische Wissenschaften. Sehr er* freut über die Begrüßung des Internationalen Kongresses für historische Wissenschaften, ersuche ich Sie, den in meiner Haupt- und Residenzstadt zu ernster Arbeit vereinten Männern der Wissenschaft nteinen wärmsten Dank auszusprechen. Ich werde die Verhandlungen des Kongresses mit lebhaftem Interesse begleiten und wünsch« den Beratungen einen guten Verlauf und Erfolg. Gegeben auf S. M. S. Hohenzollern auf bet Höhe von Arcona Wilhelm I. R."
Darauf wurde in die Tageswdnung eingetreten. An erster Stelle besprach Maspero (Kairo)^ her Direktor bet ägyptischen Museen, die Bestrebungen, die im Gange find, um bie ägyptischen Altertümer zu schützen. Er teilte mit, daß jetzt eine Organisation eingerichtet ist, durch die diese Altertümer systematisch geschützr werden sollen, sowohl gegen barbarische Hände, die sie zerstören wollen, als auch gegen Witterungseiuflüsfe. Es sollen eingeborene Ausseher ange> stellt werden, die die Bewachung der Monumente iibernehmen sollen, Die Organisation wird ihre Zentrale in Alexandrien haben. Der Referent hat bereits die ersten Schritte' zum Schutz der wertvollen Altertümer getan. (Lebh. Beifall.)
An zweiter Stelle sollte Wickhoff (Wien) über die Einteilung der Kunstgeschichte in Hauptperioden sprechen. Da der Referent aber erkrankt war, mußt« auf den Vortrag verzichtet werden.
Darauf sprack Prof. Heiberg (Kopenhagen) über daS Thema: „Archimedes im Lichte einer neugefundenen Schrift". Er teilte mit, daß eine neue Schrift des ArchimedeL durch einen Zufall aufgefunben worben ist. Durch diese Schrift läßt sich verschiedenes im Leben des ArckimedeS und in dem Verfolg seiner Wissenschast erklären. Er ist danach zu mathematischen Erkenntnissen gekommen von der fpk^anii aus. So sehr er aber auch immer fühlte, daß er einen mathematischen Satz gesunden hätte, so hat er ihn doch ni«. Mals als bewiesen angesehen, wenn er ihn nicht noch ejtra mathematisch bewiesen hatte. Archimedes hat z. B- die Körper als Zusammensetzung von Flächen und die Flächen als eine Zusanimensetzung von Linien aufgefaßt. DaS ist durchaus etwas Unariechische*. Durch diesen neuen Sund