Einzelbild herunterladen
 

st, laufen bei dem Deutschen Suffflotfennerein, Zentrale Naunheim, fortwährend au? allen Gauen Deutschland? größere und kleinere Beträge ein. In vielen Städten find Ortsgruppen des Deutschen Luftflottenverein? entstanden oder >m Entstehen begriffen, die mit Begeisterung an dem großen nationalen Werk mitarbeiten. Der Deutsche Luftflottenver- rin beabsichtigt, nachdem die Sammlung geschlossen und das Gesamtergebnis jeder Stadt vorliegt, ein Buch in künstlerisch hübscher Ausführung anzulegen, in welchem die einzelnen Städte alphabetisch geordnet aufgeführt und für jede Stadt mtweder die einzelnen Spender mit den Beträgen oder die Gesamtsummen der bei den einzelnen ZeickuningSstellen ein- gegangenen Beträge angegeben werden. Dieses Buch soll dann mit der Nationalspende zusammen dem Grafen Zeppelin überreicht werden. Der Deutsche Luftflottenverein hat ein Komitee inS Leben gerufen, dem bis jetzt bereits beigetreten sind: Prinz Mar von Baden, Prinz Wilhelm von Sachsen- Weimar, Prinz Viktor Salvator von Psenburg, Ministerial- präsident v. Marschall, Exzellenz v. Brauer, Staatsminister o. Bodman, Staatsminister v. Dusch, Exz. v. Babo, Exz. Dr. Mrolat, Präsident der Zivilliste und Exz. v. Neuster, Regierungspräsident der Pfalz.

Worm-, 7. Aug. Auch hier haben die Sammlungen "lir di« Nationalspend« an den Grafen Zeppelin ein erfreu­liches Ergebnis. Beim Verlage der Wormser Zeitung gingen bisher 8500 Mark ein. Weitere 3000 Mk. wurden in einer gestern abend abgehaltenen Volksversammlung gesammelt. In einer heute abend stattfindenden Stadtverordneten- Sitzung wird über die Höhe der Summe beraten werden, welche die Stadt Worms zu der Nationalspende beisteuern wird.

Worm-, 7. Aug. Wie dieWormser Zeitung" meldet, beschloß die Stadtverordneten-Versammlung heute nachmittag 5000 Mk. zur Errichtung eines neuen Luftschiffes zu be­willigen. Ferner wurde dem Grafen Zeppelin telegraphisch von seiner Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Worms Mitteilung gemacht.

Bou«, 7. Aug. Die Stadtverordneten bewilligten 5000 Mark als Ehrengabe für Zeppelin.

Esse«, 7. Aug. Krupp von Bohlen-Halbach hat, wie in der heutigen Stadtverordneten-Dersammlung bekannt gegeben wurde, für die städtische Zeppelin-Sperre 100000 Mk. ge­stiftet. Die Stadtverordneten bewilligten aus städtischen Mitteln 10000 Mk.

Bochum, 7. Aug. Der Magistrat der Stadt Bochum hat in einer gestern abend abgehaltenen Sitzung beschlossen, als Ehrengabe für den Grafen Zeppelin 15 000 Mark zu be­willigen. Dieser Beschluß soll der nächsten Stadtverordneten- Dersammlung zur Genehmigung vorgelegt werden.

Dortmund, 7. August. Der Magistrat und Vorstand der Stadtverordneten beschlossen heute in einer gemeinsamen Sitzung, dem Grafen Zeppelin eine Ehrengabe von 10000 Mk. zu übermitteln.

Altenburg, 7. August. Auch hier hat sich ein Ausschuß zur Förderung der Unternehmungen des Grafen Zeppelin gebildet. An der Spitze stehen der Staatsminister v. Borries, die Bürgermeister der LandeSstädte und die Vorsteher der nationalen Vereinigungen. In den Tageszeitungen wurde heute ein entsprechender Aufruf erlassen.

Berlin, 7. August. Das Präsidium des Deutschen Flottenvereins hat einen Aufruf an seine Verbände erlassen zu Sammlungen für den Grafen Zeppelin.

Berlin, 7. August. Heute wurden an der Börse die Zeichnungen für den Bau eines neuen Luftschiffes für den Grafen Zeppelin unter reger Beteiligung fortgesetzt. Außer dem gestrigen Ergebnisse von 80000 Mark sollen bis gegen 2 Uhr weitere 45 000 Mk. gezeichnet worden sein.

Berlin, 7. August. Die Firma Rudolf Hertzog über­gab dem Bürgermeister Reicks für die große Zeppelin-Spende 10000 Mk.

Dresve«, 7. August. Bon hiesiger» Banken gingen bis­her rund 40000 Mk. für Zeppelin ein; im Königreich Sachsen bis jetzt 100000 Mk.

Französische Pretzstirnmen zu dem Verlust des Zeppslin".

Tas Mißgeschick, von dem daS Luftschiff deS Grafen Zeppelin betroffen wurde, wird in der französischen Presse lebhaft erörtert. So schreibt daS Journal deS MbatS ironisch:

Es wäre wenig edelmütig, wenn wir jetzt triumphieren würden. Die deutschen Blätter haben sich bei dem Verluste derPatrie" überaus ftermdlich gezeigt. Aber wir wollen ein kurzes Gedächtnis haben und darauf verzichten, ihre Bosheit von damals zu vergüten. Der Umstand, daß eS bei der Katastrophe Zeppelin Verwundet« gab, würd« nötigen» 'allS genügen, um selbst ein Lächeln zu verwehren. DaS Ereignis von Echterdingen ist in unseren Augen kein deutscher Mißerfolg; wir beklagen ihn als einen Bankrott der Wissen- ichaft. Durch eine grausame Ironie deS Schicksals wird er gesteigert. Inmitten der Freude über einen zu frühen Triumph wurde das Werk des Erfinders zerstört. Der Sturm­wind, der den Ballon aus seinen Ankern riß, er hat auch vie Blumen hinweggefegt, mit denen sich die GeburtSstadt des Erfinders schon schmückt«.

Nicht ganz so unfreundlich, aber nicht weniger skeptisch mßert sich der TempS. Er schreibt:

Es ist ein trauriges, aber ruhmreiches Ende. Man muß -s auch aus dem Grunde bedauern, weil die Umstände, unter denen die Katastrophe erfolgte, kein endgültiges Urteil in der Streitfrage über den Wert der verschiedenen Systeme zuläßt. Gleichwohl scheinen die Vertreter des halbstarren Systems den Sieg davonzutragen und einer von ihnen, Herr Surcouf, der Sekretär des Sportausschusses deS Asro-Club de France, hat sich noch vor dem Eintritt der Katastrophe folgender­maßen geäußert: Ich weiß, daß der Zeppelin einem sicheren Untergang geweiht ist. Sein metallisches Gerippe ist ein Unding. Man dan nicht glauben. daß das Zeppelinsche Luftschiff dauernde Erfolge auszuweisen haben wird. Diese Vorhersage hat sich erfüllt. Ferner muß darauf hingewissen werden, daß die Vorsichtsmaßregeln, die bei einer nicht ge­planten Landung getroffen werden müssen, nie umfangreich genug sein können. Das erste Gebot ist, einen geschützten Ort zur Landung zu suchen, wenn auch daS Wetter noch so schön ist. Jeder Aufenthalt, selbst bei schönem Wetter, auf einer Ebene oder im freien Felde ist eine Unvorsichtigkeit, denn die Luftschiffe sind nichts weiter als gefährliche Spiel­zeug«, schwer festzuhalten, wenn sie den Launen des Windes auSMetrt und nickt in ibren riaenen Schuppen geborgen sind,

Samötag

Das Ausland.

London, 7. Aug. Die Tatsache, daß da? deutsche Volk mit einer seltenen Einmütigkeit dem Grafen Zeppelin die Mittel zur Erbauung eines neuen Luftschiffe? zur Verfügung stellt, wird heute von der ganzen Londoner Presse mit größter Anerkennung besprochen. Ein solcher Patriotismus heißt es, sei geradezu bewunderungswürdig. Dagegen reiben mehrere Blätter ihren Landsleuten sarkastisch unter die Nase, daß in England für die Luftschiffahrt rein gar nichts geschehe. Der englische Sachverständige für Luftschiffahrt, Major von Baden-Powell, erklärt gleichfalls in ehi ein Interview, daß es in England an bcm notwendigen Gelde für Experimente mit lenkbaren Ballons fehle. Dazu komme, daß die englische Regierung von Jahr zu Jahr weniger Geld hierfür aussetze, und Privatleute seien überhaupt für die lenkbare Luftschiff­fahrt nicht zu interessieren.

Hus aller MeU.

Die Gerichtsverhandlung auf dem Dache. Die letzten Tage und Wochen Hallen ja allerlei merkwürdige Gerichtsverhandlungsstätten gesehen: eS sei nur erinnert an den Eulenburgprozeß in der Charit«, an den Mordprozeß Schwarzenstein im Walde am Müggelsee, an die Verhand­lung im Rawüscher Zuchthaus und'andere. Aber die originellste Slälte hat sich jetzt ein Altonaer Gerichtshof ausgesucht. Die Ferienstrafkammer des Altonaer Landgerichts verhandelte dieser Tage auf einem Dache. Ein Kaufmann ' F. aus Bremen wurde im März d. J. bei einem Einbruchsdiebstahl in Altona'überrascht. Der Dieb flüchtete auf das Dach eines Hauses in der Rosenstraße. Dorthin wurde er von Schutz­leuten verfolgt, denen sich aus freiem Antriebe der Schlächter­geselle B. anschloß. B. stürzte plötzlich vom Dache auf das Straßenpflaster hinab, kam aber mit dem Verlust eines Auges davon. Nachdem der Kaufmann F. bereits vor einiger Zeit wegen deS Einbruchs abgenrleilt worden war, hatte er sich jetzt wegen Körperverletzung vor Gericht zu verantworten; er wurde beschuldigt, den Schlächter B. vom Dache geworfen zu haben. Der Angeklagte bestritt das, indem er behauptete, daß er sich schon auf dem Boden eines zweiten Hauses be­funden habe, als der Absturz erfolgte, während B. erklärte, F. habe ihn hinabgestoßen. Da aus den Aussagen beider ein klares Bild über die Vorgänge nicht zu erlangen war, beschloß das Gericht an Ort und Stelle eine Besichtigung vorzunehmen. Infolgedessen begaben sich die Richter, der StaatSanwalt, die Zeugen und der Angeklagte nach der Rosenstraße, um dort auf dem hochgelegenen Tatorte Um­schau zu halten. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefäng­nisstrafe von zwei Jahren. Der Gerichtshof kam jedoch zu einem Freispruch, da er nach der Inaugenscheinnahme des Tatortes der Ansicht war, daß B. auf dem damals schlüpf­rigen Dache ausgeglitten und hinabgestürzt sei.

Zur Ehescheidung der Frau Toselli wird ge- meldet: Es ist richtig, daß Zerwürfnisse einschneidender Natur im Hause Toselli vorhanden sind und daß Frau Toselli schon wenige Wochen vor ihrer Entbindung aus dem ehelichen Hause eines Tages einfach fortgegangen sei, und daß Toselli Mühe gehabt habe, seine Frau wieder in sein Haus zurückzubringen. Damals wandte sich Frau Toselli an ihre Mutter, um eventuell eine gütige Aufnahme, wenn auch nicht im Hause der Mutter, so doch unter ihrem Schutze in Bayern auf dem großherzoglichen Schlosse bei Lindau zu finden und ihre Entbindung dort abwarten zu dürfen. Die Großherzogin hat dieses Ansuchen abgelehnt, wohl in Er­innerung der Lieblosigkeit der Frau Toselli gelegentlich des Todes ihres Vaters, von dem sie kaum Notiz genommen hat. Durch eine Mittelsperson lehnte die Großherzogin auch eine Fürsprache für Frau Toselli am sächsischen Hofe ab. Die Fürsprache wäre auch nutzlos gewesen, denn man ist am Hofe zu Dresden der ewigen Wünsche und Veränderungen der jetzigen Frau Toselli müde. König August hat schon das letzte Mal, als sich Frau Toselli um Aufrecht­erhaltung der Apanage gelegentlich der Verheiratung mit Toselli an den König wandte, gesagt, daß man ihn mit allem, was Frau Toselli betrifft, verschonen möchte. Er hat die Entscheidung in dieser Angelegenheit in die Hände des Ministers gelegt. Der Grund für eine Trennung der Ehe, die eventuell beabsichtigt sei, ist nicht, wie die Blätter schreiben, in dem Altersunterschied zu suchen, den Frau Toselli plötzlich entdeckt hat, sondern der Schmerz der Entbehrung jeglicher Beachtung als Frau Toselli. Die Gräfin Montignoso heiratete Toselli einfach, um den Fehltritt zu decken, nachdem der Arzt, den die Gräfin damals zu Rate zog, den Fall konstatiert hatte. Toselli ist durchaus nicht geneigt, in eine Scheidung zu willigen. Er steht auf dem Standpunkte, daß rr nicht gewillt ist, einem dritten Ehemann Platz zu machen, denn wie er sich ausdrückt, steht es nach dem Naturell seiner Gattin fest, daß nach nicht langer Zeit nach der Scheidung seine jetzige Frau eine Gräfin S. werden dürfte, wenn sie nicht einem ihrer jetzigen Ratgeber die Hand reicht. Denn darin sei seine Frau unberechenbar.

Die Heuschreckenplage in Algier. Aus den Grenzgebieten Algiers und von Tunis laufen jetzt gleichzeitig die Alarmnachrichten ein von dem Hereinbrechen gewaltiger Heuschreckenschwärme, "die die Jahresarbeit der Bauern und Pflanzer vernichten und damit zu Vorboten einer verderb­lichen Hungersnot werden. Biskra, die prachtvolle reiche Oase, Laghouat, Schellaha mit seinen entzückenden Gärten, sie alle sind von den gefräßigen Insekten vollkommen ver­wüstet und jetzt sind die Schwärme bereits bis zu der Um­gebung von Algier, Arba und Rivet vorgedrungen und haben die sorgsam gepflegten schönen Kulturen fast voll­kommen vernichtet. Man muß einmal in den Tagen dieser furchtbaren Plage in Afrika geweilt haben, um sich eine Vorstellung von diesen gewaltigen endlosen Wolken von Tieren zu machen, die in einer langen Linie, oft 100 Kilo­meter breit und mehr, wie ein Hagelwetter über das Land hinziehen. Man muß gesehen haben, wie diese Tiere sich in wildem Wirbel, gleich dem windgepeitschten Flockenspift des Schnees, auf den Boden niedersenken, Felder und Gärten

8. Augttsi

buchstäblich zudecken und in kurzer Zeit die grüne Landscha in ein ödes Bild abgenagter kümmerlicher Gewächse un kahler- Bäume und Büsche umwandeln. Es ist eine wahre Uebcrschwemmung, die über das Land hingeht, und wo man hinkommt, wo man Hinsicht wo man hintritt, an den Fluß- ufern, an der Küste, auf den Feldern, in den Gärten ober draußen in der Wüste, überall kommen diese gefräßigen gierigen Insekten in wilden Haufen dahergekrochen. Anfangs sind sie grau, aber rasch werben sie braun und schließlich schwarz. Ein ruheloses Rascheln, Knistern, Knattern be­gleitet ihren Einbruch. Und wo sie dann vorübergezogen sind, da liegt wenige Stunden später das Land öde und leer und jede Pflanze, jedes Blatt und jedes Gras ist ver­schwunden. Fünf oder sechs heiße Tage genügen, um diese Plage über das Land heraufzubeschwören. Dann, nach Ablauf der Frist, taucht im Süden, in der Wüstengegend, die große schwarze Wolke auf, die man längst allzu genau kennen gelernt hat, und alles weiß, die Flut der Heu­schrecken kommt . . . Der Präfekt von Algier hat sein« Ferien in Europa unterbrochen, um auf seinen Posten zu- rückjukehren und für die Bekämpfung der Plage alle Maß­nahmen zu treffen.

Eine mysteriöse Mordtat. In München ist ein Schneidermeister verhaftet worden, der seine Geliebte, eine 38 Jahre alte verheiratete Aushilfskellnerin, auf einem nächt­lichen Spaziergang in den Jsaranlagen in einen reißenden Stadtbach geworfen haben soll. Er hat auch in verdächtiger Weise den Ehemann der Frau in der Nacht herbrigeholt, um ihm die Stelle zu zeigen, von wo seine Frau inS Wasser * gesprungen sei. Am Ufer wurden Fußspuren gefunden, die auf einen wanfgegangenen heftigen Kampf zweier Menschen schließen lassen. Der Schneidermeister, der nach kurzem Ver­hör auf der Polizeiwache, wo er sich selbst gemeldet hatte, wieder entlassen worden war, wurde daraufhin neuerding­verhaftet. Die Leiche ist noch nicht geborgen.

Zunehmende Unsicherheit in der Umgebung von Palermo. Die Unsicherheit in der Umgebung Paler­mos dauert fort. Scharen von Banditen erstrecken ihre Raubzüge, deren Zentrum San Giuseppe Jado ist, bis Mon- reale. Innerhalb weniger Wochen sind dort nicht weniger als fünf Personen ermordet worden. Gestern nacht über­raschte eine Carabinieripatrouille wieder bewaffnete Bri­ganten, die sich der Verhaftung widersetzten. Zwei Banditen wurden niedergeschossen, aber auch ein Carabiniere wurde zu Tode getroffen.

Bayrische Postdefraudanten. In München wurde ein Postamtsgehnife beim Aufbrechen von Wertbriefen über- rascht und verhaftet, ein zweiter sofort vom Dienst suspen­diert. Man glaubt umfangreichen Posträubereien auf die Spur gekommen zu sein.

Die Brandkatastrophe iu Donaueschingeu.

Donaueschingen, 7. Aug. Der Fürst, der heute morgen wiederholt den Brandplatz besuchte, schiebt die Schuld an dem großen Unglück dem entsetzlichen Sturm zu. Nur in der Sahara, sagte er, habe er bisher solche Stürmeer- lebt. Die Wolken seien tiefgelb gewesen, und es sei mittags um 4 Uhr dunkel gewesen wie in der Nacht. Die Pioniere holten aus den Trümmern des Amtshauses den Kassenschrank mühevoll heraus. Im Schlosse selbst ist das reinste Waren­lager. Die armen Leute kommen und holen wollene Decken, Kleider und Wäsche. Das Schloß ist voll von Jagdgästen, unter denen Herzog Albrecht von Württemberg sich befindet, dessen Fahne auf dem Schlosse weht. Sie alle nehmen leb­haft Anteil. Dem Fürsten ist eine Unzahl von Telegrammen zugrgangen, u. a. vom König von Schweden, der Groß­herzogin Luise von Baden und dem Prinzen August Wilhelm von Preußen. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden haben dem Bürgermeisteramt 3000 Mark überwiesen. Unter dem Vorsitz des Oberamtmanns Strauß, der die wichtigsten Aktionen noch persönlich leitet, und dann seinen Krankheitsurlaub fortsetzen wird, fand heute früh eine Sitzung statt, deren Ergebnis war, einen Aufruf in den Zeitungen zu erlassen. Der Schaden stellt sich als immer größer heraus, da noch viele Beschädigungen an nicht abge­brannten Häusern angcmeldet werden. Es wurde eine Kom­mission zur Empfangnahme und Verteilung einlaufender Geld­spenden und eine zweite für die Verteilung der Lebensmittel gebildet. Hauptsächlich ist natürlich bareS Geld nölig. Eine dritte Kommission soll über die Unterbringung der Obdach­losen weiter beraten, da die Familien kochen müssen, insbe­sondere auch über die Erstellung von Notbaracken. Eine letzte Kommission soll die schwierige Frage deS Wiederauf­baues beraten. Diese Kommission tritt heute nachmiitag erst» mals zusammen. Der vorhandene Ortsbauplan wird zu revidieren sein. Die Verlegung und Hinausschiebung der Straßenzüge, deren Neueinteilung, die Erschließung neuee Baugeländes wird beraten werden.

Hilfe für Donaueschingen.

Mannheim, 7. August. In sämtlichen badischen Städten treten Ortsausschüsse zusammen, um eine größere Hilfeleistung für daS durch den Brand so schwer heimgesuchte Donau­eschingen ins Leben zu rufen. Die Stadtverwaltungen und die Hcn.delskammern beteiligen sich daran. Der badisch« Landesverein vom Roten Kreuz hat aus seinen KriegS- beständen LagerungSeinrichtungen für hundert Personen nach Donaueschingen abgehen lassen.

Im Blute schwimmend.

Weimar, 7. August. Ein grausiges Verbrechen wurde anscheinend gestern an einem Mann verübt. Man fand den­selben gestern abend am Bahndamm der Linie Halle-Frank­furt in einer nicht wiederzugebenden Weise aus zahlreichen Wunden blutend auf. Er wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Der StaatSanwalt hat die nötigen Recherchen bereits eingeleitet.

Pestverdächtig.

Petersburg, 7. Aug. Nach amtlicher Meldung ist auf dem am 1. August aus Jaffa in Odessa eingetroffenen DampferRopit Lasarew" eine pestverdächtige Erkrankung festgestellt worden. Die Erkrankte, eine auS Jerusalem zu»