«TO « , . _____ - , ■ - schaft Caffel, welcher 64 größere Gutsbesitzer Lezw. -Pächter mit 313 Geschäftsanteilen « 200 Mk. und einer Gesamthaft- summe von 626 000 Mk. angeschlossen sind. Ihr Geldumsatz belief sich auf nahezu 4V» Mill. Mk., der Waren- und Getreideumsatz auf 590 350 Mk., 4657 Doppelwaggons Futter- und Düngemittel, 45 Doppelwaggons Kohlen, Sämereien, Verschiedenes, 260 000 M. Getreide.
DaS Geld wurde den Mitgliedern ohne jeden Aufschlag weiteraegeben, und da die Unkosten infolge der ehrenamtlichen Verwaltung nur ganz geringe waren, wurde ein Reingewinn oou 26 000 Mk. erzielt. Der bis jetzt angesammelte Reservefonds beträgt 84000 Mk.
Hus aller Klett
D»r Brand in Donaueschingen.
Donaueschingen, 5. Aug. Der Brand, der unsere Stadt verheerte, ist heute nachmittag kurz nach 2 Uhr ausgebrochen. Jetzt, um Mitternacht, sind mehr als 100 Häuser, etwa der dritte Teil der Stadt, zerstött. Gegen 1500 Personen sind obdachlos. DaS Rathaus, da» Amtsgericht, das Notariat, daS Finanzamt, die Sparkafft und daS Gefängnis sind abgebrannt. Da» Feuer ist am alten Diehmarkt in einem mit Schindeln gedeckten Fachwerkhaus entstanden; die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Da starker Südwestwind herrschte, entzündeten sich die meist mit Schindeln gedeckten Häuser unter dem Flugfeuer und der großen Hitze sehr schnell. Die Feuerwehr war pünktlich zur Stelle; leider fehlte es aber an Wasser. Dreißig fremde Feuerwehren und eine Kompanie des 114. Regiments (Konstanz) trafen zur Hilfeleistung ein. Ein Kind ist erstickt, mehrere Personen wurden verletzt; eine Frau flüchtete mit brennenden Kleidern auf die Straße. Es herrscht große Not. Die Nahrungsmittel fehlen. Die Obdachlosen werden in öffentlichen Gebäuden untergebracht; Zelte sind hierher unterwegs. Der Fürst zu Fürstenberg traf von einer Jagd an der Brandstelle ein; er stiftete 40000 Mark al« erste Hilfe. Der Minister v. Bodmann kommt morgen früh hier an. Der Droßherzog hat einen Bericht eingefordert. Jetzt ist die Stadt in Dunkel gehüllt, da die elektrische Leitung beschädigt ist. (Köln. Ztg.)
Donaueschingen, 6. Aug., 7‘A Uhr morgens. Eè be- 'iäligt sich, daß etwa 130 Häuser abgebrannt sind. 400 Familien sind obdachlos. Viel Mobiliar, Vieh und Bargeld wurden ein Raub der Flammen. DaS Feuer ist jetzt auf seinen Herd beschränkt, was hauptsächlich dem inzwischen eingetretenen Regen zu verdanken ist. Verluste an Menschenleben durch daS^Feuer sind nicht zu beklagen.
Douaueschinge«, 6. Aug. Schwere unheildrohende Gewitterwolken hatten sich um di« Mittagszeit um die Barebene zusammengeballt. Unter heftigem Sturm und Regenschauer, da und bort mit beträchtlichem Hagel vermischt, sollte es sich bald unter furchtbaren Blitzen und Donnern entladen. Während des Sturm» brach gegen 2 Uhr in einem Holzschuppen nahe der Steftauration Kutter beim Viehmarkt- vlatz Feuer auS. Blitzschnell standen die Häuser der Nachbarschaft in Flammen. BiS die städtische Feuerwehr kam, war sie schon zu schwach, um dem gefrässigen Element zu wehren. Von allen Seiten wurde Hilfe herbeigeholt, aber bis diese kam, verging viele kostbare Zeit. Die Flammen waren unterdessen in rasendem unheimlichen Flug die Häuserzeilen der Küferstraße entlang geeilt, ohne dort ein Haus zu schonen; sie griffen über in di« Nachbarstraße. So brannten zuletzt noch die Häuser in der Wafferstraße, der Rosenstraße, der Bierftraße, der Herd-, Mühl-, Lehen-, Kronen-, Karl-, Halden- und Eisenbahnstraße. Von den genannten Straßenzügen sind viele ganz, andere zum größten Teil niedergebrannt und nur wenige sind, die nur einzelne Häuser verloren haben. Am furchtbarsten wütete das Feuer in der Gegend vom Rathaus, von dem eine heftige Lohe zum düsteren Himmel emporstieg. Von den Akten konnte nichts gerettet werden. Außer dem Rathaus liegen daS groß- herzogliche Finanzamt, die Sparkasse und das Amtsgefängnis in Trümmern. Der Schaden ist noch nicht zu schätzen. Gestern abend um 11 Uhr war die Wut des Feuers noch nicht gebrochen und es schien, als ob ihm noch die letzten Reste der Stadt zum Opfer fallen. Gottlob kam gegen halb 11 Uhr Militär, das nun die Leitung der Löscharbeiten tatkräftig in die Hand nahm. Feuerwehrleute waren massenhaft da; doch viele standen untätig. Es fehlte eben an zweierlei, an Wasser und an einer energischen Oberleitung. Mußte doch jeder Donaueschinger Feuerwehrmann fürchten, hören zu müssen, daß auch er sein Heim verloren habe. Und wohin sollten sich die geängstigten Leute flüchten? Nirgends war man mehr vor dem gefräßigen Element sicher. Ein Flugfeuer war ziemlich entfernt vom Hauptherd niedergefallen und hatte bei der Hofapotheke vier Gebäude eingeäschert. Wie viele Gebäude ein Opfer der Flammen wurden, ist noch nicht zu sagen. Jedenfalls sind es mehr als 100: man spricht bis zu 160. Tieftraurig ist das Bild der verstörten Straßen. Eine Menge „feuersicherer" Giebel ragt zum Himmel empor; sie konnten der Wut des Elements keine Grenzen setzen. Da liegen Stücke geretteten Hausrats, zerstött, gerissen, ruiniert; ob aber gerettet? In einer Viertelstunde waren die Flammen auch hier und was sie nicht vernichteten, daS zerstört« der mächtig wieder einsetzende Regen. Dort drängen sich Kinder ans Fenster, bangen Blickes, erschreckt, verscheucht schauen sie daS Bild der Zerstörung. Arme Kleinen! Ihr werdet in kurzer Zeit vielleicht schon keine Heimat mehr haben, denn vor euch, neben euch, überall züngeln die Flammen. Ein dreijähriger Knabe steht verlassen vor einem Hause; er findet seine Heimat, seine Eltern heute nicht mehr. Soviel bekannt ist, sind gottlob keine Menschenleben zu beklagen. Tiere wimmern und suchen ihre Heimstätte. Ein schrecklicheres Bild der Zerstörung kann das Auge sich nicht leicht vorstellen. Der Großherzog und der Fürst forderten noch in ber Nacht Bericht über daS große Unglück der Stadt ein, in der mit einem Schlag Not und Jammer eingekehrt sind. (Schw. Merk.)
Tonaueschingen, 6. Aug Heute morgen traf der Minister des Innern, v. Bodman, hier ein. Der Fürst von «enberg war gestern schon in der ersten Stunde auf dem dplatze erschienen und bekundete lebhafte Teilnahme mit den Betroffenen. Auch heute suchte daS FUrstenpaar die Brandstätte auf und nahm sich der Verunglückten an. Die Bahnzüge bringen stündlich ungeheure Menschenmassen. Nach amtlicher Schätzung sind einschließlich der Nebengebäude 148 Gebäude niedergebrannt. 214 Familien sind obdachlos. Der Schaden wird auf IV» Million Marl geschätzt.
__Freitag__
Karlsruhe, 6. Aug. Der Großherzog und die Großherzogin haben für die durch den Brand Geschädigten in Donaueschingen, der „Karlsruher Zeitung" zufolge, eine Gabe von 3000 Mark bewilligt.
Karlsruhe, 6. August. Nach Mitteilung des Ministers des Innern in der Zweiten Kammer sind durch den Brand in Donaueschingen 120 Wohnhäuser und 168 Nebengebäude eingeäschert worden.
Karlsruhe, 6. August. In der Zweiten Kammer erklärte der Minister 'bezüglich Donaueschingens, daß sich dort ein Komitee gebildet habe, um den Umfang der Not zu prüfen. „Ich bin heute", so führte der Minister aus, „an Ort und Stelle gewesen und habe alle Maßnahmen getroffen, die meinerseits zu treffen waren. (Beifall.) Für die Unterkunft der Obdachlosen ist gesorgt. Ich hoffe, daß fernerhin alle Faktoren des Landes zusammen helfen, damit Donaueschingen schöner aus der Asche ersteht, als es vor der Zerstörung war. Es wird nötig sein, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zusammen mit der freiwilligen Liebestätigkeit die erforderliche Hilse zu leisten." Der Antrag fand einstimmige Annahme.
ZePpelin und sein Luftschiff. Mn naie« SuftMHff.
Friedrichshafen, 6. Aug. Wie der Korrespondent der „Köln. Ztg." vom Bürgermeister erfährt, hat sich Graf Zeppelin seelisch und körperlich bereits wieder erholt. Der allgemeine Eindruck ist, daß er sofort an den Bau eines neuen Luftschiffes gehen wird.
Friedrichshafen, 6. Aug. Graf Zeppelin, der im Augenblicke gerade mit dem ihn besuchenden König von Württemberg spricht, befindet sich aller anderen Meldungen unbeschadet in der besten körperlichen und geistigen Verfassung. Das Unglück hat dem Grafen wohl außerordentlich zugesetzt, doch kann man sagen, daß Zeppelins gewohnte Elastizität ihm sehr schnell über den ersten vernichtenden und zerstörenden Eindruck der Katastrophe hinweghalf. Als der Graf von seinen Freunden gestern abend im Automobil in Ravensburg in Empfang genommen wurde, befand er sich bereits wieder in besserer Stimmung. Er wird sein Werk ohne die geringste Unterbrechung weiterführen. Heute morgen war er schon wieder bei der Arbeit. Nicht zuletzt hat die geradezu großartige Tcilnahnie, die von allen Seiten in Form von Beileidsbezeugungen und zugesagten Geldmitteln bekundet wird, dem Grafen geholfen, über die ersten Stunden des Unglücks hinweg zu kommen. Von der Firma Lanz wurden 50 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Besonders erfreulich für den Grafen Zeppelin ist das warmherzige Telegramm, das der Kaiser, sobald er von dem Unglücksfall Kenntnis hatte, gesandt hat. Auch vom Reichskanzler Fürst Bülow traf ein Telegramm ein. Die Fortsetzung der Flugversuche wird nun zunächst, wie ich höre, mit dem bereits nahezu völlig wiederhergestellten Modell Nr. 3 erfolgen, dessen Gerippe aus der alten festen Ballonhalle in Manzell hervorschaut. Es wird sich nun darum handeln, diesen Ballon vor allem mit den neuen Motoren auszurüsten. Das Luftschiff Nr. 3 hat am 9. Oktober 1906 seine erste Probefahrt gemacht. An dieses Fahrzeug knüpfen sich nun die Hoffnungen für die Zeppelinsche Luftschiffahrt. Auf die Bevölkerung von Friedrichshafen macht die Kunde von der Opferfreudigkeit des deutschen Volkes einen tröstenden und erhebenden Eindruck und man hat den Glauben an ein endgültiges Gelingen durchaus nicht verloren. Vom Auslande ist es besonders die über Zeppelins Leistungen begeisterte Schweiz, von der dem Grafen zum Unglücksfall herzliche Sympathiekundgebungen zugegangen sind. In Basel, St. Gallen, Zürich, Bern, an den internationalen Fremden- plätzen gibt man allgemein der Meinung Ausdruck, daß Zeppelin die bis jetzt verlangte Aufgabe durch seine Fernfahrt nach Mainz erfüllt hat. In diesem Sinne äußert sich die Oeffentlichkeit und werden ihm Teilnahmskundgebungen zugesandt. Die „Neue Züricher Zeitung" schreibt heute morgen: In der sicheren Gewißheit, bei seinem Volke, bei der ganzen Kulturwelt weitgehendste Sympathie und Förderung zu finden, solle Graf Zeppelin dem Augenblicke trostloser Verzweiflung wieder Monde und Jahre neuer zähester Arbeit folgen lassen. Die Beileidstelegramme, die bis jetzt in Friedrichshafen eingelaufen sind, können kaum gezählt werden. Friedrichshafen und Graf Zeppelin und sein Werk sind immer noch der Mittelpunkt der deutschen und internationalen Aufmerksamkeit.
Die Haltung der Reichsregierureg.
Friedrichshasen, 6. Aug. Angesichts der Begeisterung und Opferwilligkeit, die das deutsche Volk zeigt, kann die Reichsregierung nicht wohl zurückstehen. So wurde in der Konferenz, die Graf Zeppelin mit dem Vertreter des Reichsamts des Innern heute mittag hatte, denn auch ausgemacht, daß der Graf weiterbauen solle auf Kosten des Reichs und zwar in möglichst schnellem Tempo. Graf Zeppelin sandte daraufhin dem, Kaiser folgende Dankdepesche: „Euer Majestät allergnädigsten Trostspruch verwandelt Trauer in Freude. Alleruntertänigsten bewegten Dank dafür! Mit Begeisterung werde ich mich Euer Majestät und des deutschen Volkes Auftrag zum Weiterbauen unterziehen. Graf Zeppelin." An der Mittagstafel, zu der der Graf seine Gäste geladen hatte, erzählte er beim sehr aufgeräumt mancherlei Einzel- ■ heilen aus der Unglücksstunde, so z. B. die, wie er sich, um sich vor den Ovationen zu reiten, in den „Salon" seines Luftschiffes zurückgezogen und dort glatt auf dem Boden zu einem MittagSschlaf niedergelegt hatte. Die Absicht, an seine Gemahlin zu depeschieren, habe ihn dann knapp eine Viertelstunde vor der Katastrophe au» dem Schiff herausgeführt, in dem er ein wenig später unfehlbar der Explosion zum Opfer gefallen wäre.
Beileidstelegramm des Kaisers.
Stuttgart, 6. Aug. Der Kaiser sandle dem Grafen Zeppelin folgendes Telegramm:
Ich höre zu meinem aufrichtigen Bedauern, daß Ihr I Ballon von einem Gewitter zerstört wurde. und spreche
August
Ihnen bei diesem überaus unglücklichen Miß* geschick meine herzlichste Teilnahme umsomehr auS, als ich und ganz Deutschland Anlaß zu haben glaubten, Sie zum ruhmvollen Abschluß Ihrer epochemachenden großartigen Leistung beglückwünschen zu dürfen. Immerhin bleibt der Erfolg im höchsten Grade anzuerkennen und muß Sie über daS Unglück trösten.
Französische Pretzftimmen.
Paris, 5. August. Der starke Eindruck, den die erste Dauerfahrt des Grafen Zeppelin machte, spiegelt sich deutlich in der hiesigen Presse wieder. Alle großen Blätter brachten eine genaue Beschreibung seiner Fahrt nebst beigedruckter Landkarte. Im allgemeinen war der Ton der Berichte an* erkennend, ohne daß dem infolge MotordefektS erfolgten Un* fall eine große Bedeutung beigemrssen wurde. Einen besonders starken Eindruck hatte in Frankreich die allgemeine Teilnahme der deutschen Bevölkerung und das Interesse bet Reichshauptstadt gemacht. Der „Figaro" schreibt darüber: „Ganz Deutschland war gestern in Freude, der Zeppelin IV, der machtvolle und glänzende Luftkreuzer, der zur Verteidigung des Deutschen Reiches bestimmt ist, (?) hat eine prachtvoll» Fahrt gemacht, einen wahren Triumphzug, die seit lange«! angekündigte Dauerfahrt, welche Unfälle zweimal zum Scheis tern brachten." Darauf folgt die eine Spalte lange Be^ schreibung der Fahrt. Bei einigen Blättern sind Untertön« anderer Art bemerkbar. So versah der „Eclair" seinen Artikel mit der Ueberschrift: „Noch einmal ein Unfall!" und gibt zu verstehen, daß der Motor schon einige Zeit vor de«! Unfall schlecht funktioniert haben müßte, was man an bet verschiedenen Geschwindigkeit, die im ersten und im gweitert Teil der Fahrt obgewaltet habe, merken könne. Die durchs gängige Geschwindigkeit des Luftschiffes von 50 km wirb hier sehr bemerkt. Die Teilnahme der Pariser an ben Vere suchen Zeppelins ist um so größer, als man hier selbst eint fieberhafte Tätigkeit auf dem Felde der Luftschiffahrt ent»! faltet. Der bekanntlich der Regierung nahe stehende „Petit Parisien" brachte die Nachricht, daß in Beauval bei Mraux eine neue Luftschiff-Station von großen Dimensionen errichtet werden soll. Meaux liegt an der Ostbahn, etwa 45 km von Paris und etwa 370 km von der deutschen Grenze entfernt. Hier sollen außer einem gewaltigen Schuppen Kasernen für Genie- und Luftschiffertruppen errichtet werden. Die im Bau begriffenen „DirigeableS" der französischen Militärverwaltung heißen „Ville - de-Bordeaux" und „Element« Bayard". Vollendet ist seit einiger Zeit daS Luftschiff „Rèpublique", daS als Ersatz für die entschwundene „Patrie" dienen soll und das man jetzt gelegentlich bei Versuchen itt der Umgebung von Paris beobachten kann. Welch einen Eindruck trotzdem das deutsche Luftschiff gemacht hat, fannj man am besten aus einer Aeußerung deS LuftschifferS Grafen de la Vaulx ersehen, die der „Messidor" abdruckte. D«! Graf zeigt sich begeistert für daS Werk ZeppelinS. „Kein französischer Dirigeable", sagt er, „könnte sich in diesem Augenblick neben den Zeppelin stellen! O, daS mag peinlich für unsere Eigenliebe sein, das gebe ich zu!" Dagegen stellt« der Luftschiffer Sourcouf (der in diesem Augenblick die „Villt- de-Bordcaux" baut) dem Grafen Zeppelin ein schlechtes Prognostikon und behauptete, sein Metallgerüst sei eine Absurd dität. Gleich sensationell für Enthusiasten wie für Skeptiker kam mit den Abendblättern die Nachricht von dem verhängnisvollen Ende des Luftschiffs. Sie druckten sie ohne Kommentar ab. „La Presse" schreibt: „Die Reise Zeppelins hat tragisch geendet."
Kundgebungen.
Berlin, 6. August. Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge richtete der Reichskanzler Fürst Bülow nachstehendes Telegramm an Zeppelin : Norderney, 5. Aug. : Soeben erreicht mich die Nachricht von der Vernichtung Jhr«S Luftschiffs. Wer sein Leben an eine große Idee setzt, den können solche Schläge nicht entmutigen. Die Erfahrungen bei diesem Unglück werden Sie Ihrem Ziel nur näher bringen. Ich werde Ihre weiteren Arbeiten mit aller Kraft unterstützen, (gez.) Reichskanzler Fürst Bülow.
Hohenschwangau, 6. Aug. Prinzregent Luitpold sandte an deu Grafen Zeppelin folgendes Telegramm: Die Nachricht über das unheilvolle Mißgeschick, dem Ihr Luftschiff nach so glänzender Fahrt zum Opfex gefallen ist^ hat mich a u f r i ch t i g b e t r ü b t. Der durch höhere Gewalt herbeigeführie Unfall vermag aber der Tatsache keinen Eintrag zu tun, baß die Fernfahrt nach Mainz einen Merk st ein in der Entwickelung der Luftschiffahrt und einen großen Erfolg Ihrer zielbe- wußten Arbeit darstellt, zu dem ich Sie, mein lieber Graf, von Herzen beglückwünsche.
Karlsruhe, 5. Aug. Staatsminister Frhr. v. Dusch sandte der „Karlsr. Ztg." zufolge folgendes Telegramm an den Grafen Zeppelin: Tieferschüttert spreche ich Eurer Exzellenz namens dergroßherzoglichen Regierung und im Sinne der vielen Tausenden von Badenern, bit gestern in Heller Begeisterung dem stolzen Fluge Ihres Luftschiffes und dem genialen Erbauer zujubeltcu, anläßlich be8 Verlustes desselben, die aufrichtigste Teilnahm« aus. Möge das Luftschiff unter der tatfr ästigen Mitwirkung der Nation wie ein Phönix auS ber Asche neu erstehen und Ihr Lebenswerk durch volle Er- folge seine Krönung finden. Gez. Freiherr v. Dusch.
Karlsruhe, 6. August. Zu Beginn der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer gedachte Präsident Fehrenbach der großen Katastrophe in Echterdingen. Er führte unter dem Beifall des Hauses aus. daß es Pflicht des deutschen Volk«« sei, dem Grafem Zeppelin zur Seite zu stehen. Ferner gedachte der Präsident der schwer heimgesuchten Stadt Donaueschingen und bat daS Haus um die Ermächtigung, dem Bürgermeister Fischer die herzliche Teilnahme aussprechen zu dürfen. Der Seniorenkonvent hatte einen Antrag zur Beratung gestellt, in dem das Vertrauen zu der Regierung ausgesprochen wird, daß sie sofort alle Mittel und Wege ergreifen werde, um der Not in Donaucschinaen ab^uhelfen.