eetre tr
Donnerstag
v. August
solchen Verlegung an maßgebender Stelle nichts bekannt ist und daß auch bei den Hähern Kommandostellen die Absicht eines Garnisonwechsels für das genannte Regiment bis dahin noch nicht bestanden hat.
r- Marburg, 5. Aug. Auch diesmal haben die ehemaligen Oberjäger und Jäger zum Jahrestage der Schlacht bei Wörth, an der das Jägerbataillon Nr. 11 ruhmreichen Anteil nahm, aber auch große Verluste erlitt, ein prächtiges Blumenarrangement nach Wörth gesandt, das durch den dortigen Kriegerverein am Jägerdenkmal niedergelegt wird.
r Frankenberg, 5. Aug. In Somplar wurde ein Kroate verhaftet, der vor einigen Wochen einen Landsmann erstach und flüchtig ging.
k. Wixhausen, 5. Aug. Im April verließ der Metzgermeister Peter Jakobp von hier seine Familie und war seitdem spurlos verschwunden. Gestern traf eine Photographie von einer im Bodensee gelandeten Leiche bei seiner Familie ein. Die Frau erkannte darin ihren Mann. Bei der Leiche hatte man nur eine leere Geldtasche gesunden. Zerrüttete Bermögensverhältnisse sollen den Mann in den Tod getrieben haben.
Rotenburg, 3. Aug. Zu der Meldung über das Großfeuer auf Rittergut Ludwigseck ist nachzutragen, daß nicht der Landeshauptmann von Hessen, sondern der großherzoglichhessische Oberhofmarschall von Riedesel-Eisenbach gerade seine Silberhochzeit feierte. Ein Flügel des Gutshofes ist abgebrannt, große Futtervorräte sind vernichtet. Der Guts- pächter Kaufmann soll nur mangelhaft versichert sein. Das Unglück trifft ihn doppelt schwer, da ihm auch im Frühjahr ein Teil der Ernte verhagelte und vorige Woche einem Kind beim Kommähen die Zehen eines Fußes abgeschnitten wurden.
0 Leihgestern, 5. Aug. Kaum sind es zwei Jahre her, daß ein Gewittersturm mit furchtbarer Gewalt unsere altersschwache Kirche bis auf den massiven Kirchturm niederriß, so steht heute schon wieder ein stattliches, schmuckes Gotteshaus vollendet da, welches nächsten Sonntag eingeweiht wird. In meisterhafter Weise ist es dem Baumeister Hofmann, Herborn, unter Benutzung eines Vorschlags des Vaurats Diehm- Gießen, gelungen, ein Werk entstehen zu lassen, das über die Grenzen des Dorfes Beachtung verdient. Der Dausttl gehört keinem der sogenannten klassischen Stilarten an, sondern dem bekannten hessischen Dorfkirchen- typus. Auch an dem Turmaufbau mit den 4 flankierenden Ecktürmchen, dem Wahrzeichen des Dorfes, sehen wir dies, dem Haupteingang ist eine offene Halle vorgelagert, und an den Turm schmiegt sich der im Fachwerk ausgeführte Sakristeibau mit Tnrmaufstieg. Der kapellenartige interne Teil deS Turmes zeigt ein frühgotisches Kreuzgewölbe. Er ist infolge der von" Professor Sauer- Gießen aufgefundenen alten Wandmalereien eine große Sehenswürdigkeit geworden, wie wohl wenig Kirchen Hessens aufzuweisen haben. Sie sind von kunsthistorischen Wert und stammen aus der Zeit um 1520. Aposteltypen sind es mit den ihnen im Mittelalter eigentümlichen Attributen. Die Figuren der 12 Apostel und des Heilandes sind sehr geschickt ausgeführt und mit Blumenornamenten eingefaßt. Eine zweite Gruppe stellt die Krenzigungsszene dar, sie trägt die Jahreszahl 1692. Die Renovierung ist von Maler Veite- Frankfurt ausgeführt worden. Durch Unterstützungen einiger Altertums-und Kunstfteunde ist die Wiederherstellung möglich gewesen, sie kostete etwa 1600 Mk. Im Innern zeigt die Kirche einen schlichten, gemütlichen Charakter in ihrem farbenfreudig gestimmten Raume entspricht sie dem oberhessischen Volkscharatter und trägt dem Farbensinn der Hüttenberger Rechnung. Dank mehrerer Stiftungen können die Fenster zum Teil Glasmalereien erhalten. Die neue Orgel, welche in Lich gebaut wurde, ist bereits aufgerichtet. Die nächsten Sonntag stattfindende Einweihung wird ein großes Fest werden, an dem Gäste aus allen Teilen Oberhessens teilnehmen werden.
Heiligenstadt, 5. Aug. Ein Knecht des Landwirts Arand in Rengelrode schnitt zwei Kindern seines Dienstherm die Kehle durch. Der Mörder ist flüchtig.
Hause«, 4. August. Durch allerlei Räubergeschichten wurde ein hiesiger junger Mensch dermaßen verwirrt, daß er tagelang in den Wäldern herumstreifte und dort kampierte, bis er endlich einsah, daß unsere Gegend sich nicht zum Schauplatz für „Ereignisse des wilden Westens" eignet.
Mainz, 4. Aug. Zum Jubiläum des 88.Infanterie- Regiments vom 12. bis 14. August werden nicht weniger als 5000 auswärtige Regimentsangehörige hier eintreffen. Bedeutende Vorbereitungen sind getroffen, um die Festteilnehmer verpflegen und unterbringen zu können. Die Verpflegung der Mannschaften findet in der Stadthalle und in anderen großen Restaurationen statt; u. a. werden in der Stadthalle mehrere tausend Festteilnehmer und im Schöffer- hof usw. rund 1000 Teilnehmer verpflegt.
Friedberg, 4. August. Große Entrüstung erregte es unter den hiesigen Israeliten, daß einer der jüdischen Schlächter die Plombe non einem geschlachteten Kalb an einem nicht geschächteten Kalb befestigte und dessen Fleisch zu Unrecht als geschachtetes verkaufte.
Friedberg, 5. August. Gestern stürzte ein Arbeiter aus Schwalheim von einem Neubau in der Barbaravorstadt und brach den Arm. — Herr Schreiner Jordis erlitt am Samstag abend einen Unfall, indem ihm von der Fräsmaschine der Mittelfinger der linken Hand abgerissen wurde, auch Zeige- und Goldfinger sind schwer verletzt. — Die Gewerbeakademie ging gestern durch Kauf für den Preis von 42 000 M., einschließlich der Lehrmittelsammlung, in den Bentz der Stadt über.
Gießen, 4. Aug. Die Leibkompanie des Kaiser Wilhelms- Regiments hat sich, wie gemeldet, unter sämtlichen deutschen Chesregimentern der Infanterie den Chespreis erschossen. Am Samstag nachmittag traf folgendes Telegramm hier ein : ..Swinemünde, 1. August 08. Mit Befriedigung habe ich davon Kenntnis genommen, daß die Leibkompanie des Regiments an erster Stelle steht von denjenigen Kompanien, welche in diesem Jahre an dem Wettschießen um den von Mir besonders gestifteten Preis für meine Leibregimeter teilgenommen haben und Ich beglückwünsche die Kompanie zu diesem schönen E wlg. Wilhelm. I. R."
K Klein-Linven, 5. August. Selbstmord durch Erschießen beging an der Straße Klein-Linden— Großèn- Linden heute nachmittag der 18 Jahre alte Karl Schmidt aus Gießen. Passanten fanden im Straßengraben ein Rad und bald darauf in einer Fichten'honung die Leiche des Selbstmörders, der noch den Revolver in der Hand hielt. Ter herbeigerufene Kreisarzt stellte stest, daß die Kugel das Herz durchbohrt hatte. Der Selbstmörder soll sehr leichtsinnig gewesen sein.
OeffcmMrr Wetterdienst.
(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Voraussichtliche Witterung für Sie Zeit vom Abend des 6. August bis zum nächsten Abend.
Allmähliches Ausklären, einzelne Regenschauer, nördliche Winde.
bandel, Gewerbe und Verkehr.
Arbeitspferdemarkt in Frankfurt a. M. Der gestrige Pferdemarkt war stark von Kauflustigen besucht. Die Gesamtzufuhr an Pferden belief sich auf mehr als 1000 Tiere, von denen gegen 400 in den Vereinsstallungen untergebracht wurden. Das Marktgeschäft war trotz der hohen Preise befriedigend. Die Preise für Pferde mittleren Schlages schwankten zwischen 950—1150 Mark, für bessere Qualität wurden 1400—1700 Mark bezahlt.
Drahtnachrichten
Zeppelins Luftschiff verbrannt.
Stlittgart, 6. Aug. Das Gerippe des Ballons des Grafen Zeppelin liegt noch an der Unfallstelle bei Echter- dingen. Es wird von Infanterie und Dragonern bewacht. Die Trümmer sollen im Laufe des Tages nach Manzell gebracht werden. Als Graf Zeppelin gestern abend nach 10 Uhr in Friedrichshafen ankam, wurde er von einer großen Menschenmenge erwartet. Am Ufer wurde er von seiner Tochter empfangen. Als der Graf in seinem Hotel angelangt war, wurden ihm vom Publikum endlose Ovationen dargebracht, die ihren Höhepunkt erreichten, als der Graf auf dem Balkon erschien. Er dankte sichtlich bewegt. Nachdem er sich zurückgezogen hatte, zerstreute sich das Publikum. Die Württembergischen Zeitungen rufen in ihren heutigen Ausgaben zu Beiträgen für eine nationale Spende an Graf Zeppelin zum Wiederbau seines Luftschiffes auf.
Witten a. d. R., 6. Aug. Die Stadtverordneten und der Magistrat beschlossen einstimmig, an den von einem so herben Unglück betroffenen Grafen Zeppelin eine Spende von 5000 Mk. und ein Huldigungstelegramm abzusenden.
Berlin, 6. Aug. Die meisten Blätter bringen Leitartikel über den Unfall des Grafen Zeppelin, in denen sie ihr Bednuern über das tragische Geschick des genialen Erfinders aussprechen, ihn der Teilnahme und Unterstützung ganz Deutschlands versichern und der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Graf doch noch die Dauerfahrt ausführen werde.
Köln, 6. Aug. Die „Kölnische Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf zu einer Ehrengabe für den Grafen Zeppelin und eröffnete die Reihe der Zeichner mit 2000 Mk.
Hamburg, 6. Aug. Die heute früh erscheinenden Blätter bringen einen Aufruf, in dem zu einer National- spende aufgefordert wird, um den Grafen Zeppelin in den Stand zu setzen, ein neues Luftschiff zu erbauen.
Banditen.
Rom, 6. August. In der vergangenen Nacht griffen fünf mit Flinten bewaffnete Banditen das Bauernhaus des Agostino Cortina an und befahlen dem alten Cortina mit dem 14jährigen Sohne und dem Knechte das Haus zu verlassen. Sie eröffneten auf alle drei ein wahres Salvenfeuer. Die beiden Cortina sind tot; der Knecht stellte sich tot und konnte später entfliehen und die Behörden benachrichtigen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Wahrscheinlich liegt ein Racheakt seitens der Maffieten vor.
Das Kaiserpaar in Schweden.
Stockholm, 5. Aug. Kaiser Wilhelm hat dem Herzog von Nerike seine Büste in Bronce und Marmor geschenkt. — Bei dem Diner an Bord der „Hohenzollern" spielte die Schiffskapelle mehrere schwedische Volkslieder und schwedische Märsche. Nach dem Diner wurde der Tee auf dem Schiffe eingenommen. Schwedische Sänger trugen unter lebhaftem Beifall der Majestäten an Bord des Kriegsschiffes „John Eriessen" einige Lieder vor. Das schwedische Geschwader, die „Hohenzollern" und der Kreuzer „Stettin" waren illuminiert. Am Ufer wurden bengalische Lichter abgebrannt. Das Wetter war schön. Der Abschied der Majestäten hatte einen außerordentlich herzlichen Charakter.
Marokko.
Tanger, 5. Aug. Bou Aouda griff gestern abend ein Dorf Raisulis an. Er zerstörte das Dorf und steckte es in Brand. Infolgedessen begab sich heute Raisuli mit 50 Bewaffneten zur englischen Gesandtschaft in Tanger und forderte Wiedererstattung seines Hab und Gutes, widrigenfalls er auf den englischen Schutz verzichten und sein früheres Leben wieder beginnen würde.
Arbeiterbewegung.
Stettin, 6. August. Die heutige Versammlung der Nieter des Vulkan lehnte die Direktionsvorschläge ab. Der anwesende Vertreter des Vorstandes des Metallarbeiteroerbandes, der die Annahme der Vorschläge empfahl, wurde ausgepfiffen. Die Nieter verließen mit dem Rufe „wir arbeiten nicht" die Versammlung. Morgen findet abermals eine Versammlung statt.
Erdrutsch.
Berlin, 6. Aug. Dem „Berl. Tagebl." zufolge entstand bei Thale im Harz bei einer Erdabräumung ein bedeutender Erdrutsch. Ein Arbeiter ist tot, einer wurde schwer verletzt. Der Bauführer wurde verhaftet.
Schiffsnachrichten.
(Mitgeteil! von Agent Ad. Treus ch« Hanan.)
Hamburg, 4. August. Der Dampfer „Badenia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Baltimore und der Dampfer „Sevilla" vorgestern in New-Orleans einge- troffen.
New-Nork, 3. August. Der Dampfer „Rotterdam" von der Niederländisch - Amerikanischen - Dampfschiffahrts- | Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
Ein tragisches Ende hat der von dem Jubel des deutschen
Volkes begleitete Flug des Grafen Zeppelin gefunden und mit inniger Teilnahme empfindet die Nation und wir mit ihr das harte Geschick, unter welchem der kühne Mann leibet. Uns drängt ein Gefühl der Ehrfurcht und des Dankes, in dieser Stunde ihm Worte des Trostes zuzurufen und den Wunsch und die Hoffnung auszusprechen, daß er ungebeugt durch alle Widerstände ausharren möge.
Wir bitten unsere Mitbürger, sich uns anzuschließen durch Einzeichnung in eine Adresse, welche wir sofort in Umlauf setzen werden.
Hanau den 6. August.
v. Beckerath, Landrat.
Bode, Beigeordneter.
v. Branconi, Oberst u. Regiments-Kommandeur.
Canthal, Kommerzienrat, Stadtverordnetenvorsteher.
Heinr. Heraeus.
C. Kehl jr.
Bamelow, Staatsanwalt.
Otto‘Schatt.
Schulte-Uffelage, Laubgerichtsprnsidcnt.
Wohlfarth, Baurat.
Verlosungen.
Braunschweiger 20 Taler-Lose. Serien-Ziehung vom 1. August 1908. Gezogene Serien: 224 389 420 656 684 731 1329 2416 2526 2634 2649 2969 3136 3393 3469 4419 4450 4496 4510 4554 4570 4684 4929
5161 5275 5396 5451 5670 6111 6146 6161 6442 6449
6612 6725 6823 6988 7058 7168 7309 7874 8147 8181
8345 8917 9431 9455 9464 9526 9583 9997.
Sachsen-Meininger 7sl.-Losc vom Jahre 1870. Ziehung vom 1. August 1908. Gezogene Serien: 11 24 31 88 188 202 355 397 630 648 955 1131 1164 1244 1450 1494 1569 1597 1761 1930 2022 2115 2168 2188 2209 2400 2505 2654 3012 3111 3115 3136 3163 3417 3567 3626 3651 3894 3927 4052 4067 4096 4121 4340 4359 4360 4438 4441 4780 4811 4961 4972 5090 5330 5419 5430 5676 6174 6179 6222 6498 6563 6602 6776 6869 6874 6959 7103 7112 7150 7151 7563 7780 7892 7960 8164 8238 8271 8398 8673 8,679 8880 9092 9151 9190 9245 9264 9306 9328 9339 9351 9465 9505 9691 9742 9945. Hauptpreise: Serie 8880 Nr. 30 zu 10 000 ff. s. W. Serie 6602 Nr. 12 zu 1000 ff. Serie 2188 Nr. 31, Serie 4121 Nr. 50, Serie 6222 Nr. 18, Serie 7780 Nr. 20 je 300 ff. (Ohne Gew.)
Gebrauchs-Mu st er.
Nr. 342 225. Schalldämpfende Unterlage mit einzelnen Tragkörpern. Friedrich Theilmann in Bad Orb, vom 22. Mai 1908 ab. — T. 9477. Kl. 34i.
Nr. 342 293. Spiraltrommel mit indirektem Antrieb für Meßinstrumente. Fa. A. L R. Hahn in Cassel, vom 8. Mai 1908 ab. — H. 37 109. KI. 42c.
Patent-Erteilungen.
Nr. 198 695. Repulsionsmotor mit zweiachsiger Ständerwicklung. Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke Akt. - Ges. in Frankfurt a. M., vom 26. September 1906 ab. — F. 22 311. Kl. 21b.
Nr. 201 121. Verfahren zum Bleichen von Rohkautschuk. Julius Fölsing in Offenbach a. M., Körnerstraße 10, vom 22. März 1907 ab. — F. 23 225. Kl. 39b.
Auszüg e aus dem Amtsblatt der Königlichen
Regierung zu Cassel/
Salmünster. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in der Gemarkung Salmünster belegenen, im Grundbuche von Salmünster zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen : 1) des Weißbinders Johann Baptist Faust und dessen Ehefrau, Anna, geb. Schumm, in Salmünster zu je ^, 2) des Kaufmanns Emil Heinrich Schneider in Salmünster zu ^a eingetragenen Grundstücke besteht, sollen diese Grundstücke am 7. Oktober 1908, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Salmünster — Zimmer Nr. 1 — versteigert werden.
:M-*n«£ I „Caoba“-Fehlfarben
Carl Wiltheiss, Marktplatz 4.