Mittwoch
8. Anglist
hat denn auch sofort alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit zu erhöhen. Die Geräte sollen vermehrt und ein seetüchtiges Rettungsboot beschafft werden. Außerdem ist das Badepersonal durch tüchtige Schwimmer zu ergänzen. Auf letzteres muß mit besonderer Sorgfalt Bedacht genommen »erden. Da» zeigt ein neuerlicher, erfreulich verlaufener Unfall im Herrenbad. Auch dort war ein Kurgast zu weit hinauSgegangen, wurde aber mit großer Bravour von dem Schwimmer Paul Lassen ohne Leine und Korkweste ans Sank gebracht/
Ei«« besondere Auszeichnung durch den Kaiser wurde dem Gefreiten Reichert von der 6. Kompanie deS 49. Infanterie-Regiment» in Ewinemünde zu teil. Reichert stand dieser Tage vor den Festungswerken daselbst auf Posten, all ein Herr in schlichter Zivilkleidung, den Panamahut tief in» Gesicht gezogen, zu ihm herantrat und Einlaß v«g«hrt«. Der Posten verwehrte jedoch unter Hinweis auf sein« Instruktion, wonach Zivilpersonen nicht passieren dürfen, dem Fremden den Eintritt. AlS der Herr nun lächelnd sagt«: „QS darf doch wohl eintreten?" wurde der Posten gemalt, daß er den obersten Kriegsherrn vor sich hatt« ; «r salutierte und der Kaiser konnte nunmehr zu der von ihm beabsichtigten Besichtigung der Westbatterien ein- treten. Kurz vor der Abreis« deS Kaiserpaares von Swinemünd« nach Stockholm erhielt Reichert Befehl, an Bord der „Hohenzollern* zu erscheinen, wo er unter Ueberreichung eines neuen Zwanzigmarkstückes vom Kaiser für sein korrektes und strammes Verhalten persönlich belobt wurde.
Frau Toselli läßt sich scheiden. Frau Toselli, die ehemalige Gräfin Montignoso und sächsisch« Kronprinzessin, brabsichtigt, ihr« Ehe scheiden zu lassen und hat einen Rechtsanwalt beauftragt, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Als Grund bei Ehescheidung wird angegeben, daß bei Frau Toselli eine unüberwindliche Abneigung gegen ihren Gatten entstanden ist, di« sich immer mehr befestigte. Die Abneigung ist namentlich durch die großen Altersunterschiede — Frau Toselli ist 38, ihr Gatt« 25 Jahr« alt — und den daraus resultierenden verschiedenartigen Lebensanschauungen ent- standen. Hinzu kommt, daß die Gräfin Montignoso Herrn Toselli an Bildung weit überlegen ist. Diesem unerquicklichen Zustand will Frau Toselli durch eine Scheidung ein schnelles Ende bereiten. Da» Ehepaar Toselli lebt bereits seit längerer Zeit getrennt. Toselli wohnt in Florenz und sucht seinen Lebensunterhalt durch Klavierunterricht zu bestreiten. DaS öffentliche Auftreten als Konzertvirtuofe hat er aufgegeben. Nachmittag» ist er ständiger Gast der Kaffeehäuser; «r spielt dort täglich einige Stunden mit seinen Frrunden Domino. Frau Toselli verhandelt laut „B. T." durch ihren Rechtsbeistand augenblicklich mit den sächsischen Staatsbehörden, um die Zustimmung zu ihrer dauernden Niederlassung in einem Orte Oberbayerns zu erwirken. In Oesterreich ist der Frau der dauernde Aufenthalt nicht gestattet worden. Frau Toselli ist seit einigen Tagen von Heidelberg abgereist; ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort hält st« geheim, wohl um ungestört und in Ruhe mit ihren Rechtsbeiständen di« gegenwärtig« Situation zu besprechen.
Eine Prophezeiung. Ein Schreckensjahr kündigt der bekannte englisch« Prophet „Old Moore" in seinem Kalender für 1909 an. Ein großer Staatsmann wird jählings gestürzt, in der Londoner City wird ein furchtbares Feuer wüten, ein gräßliches Eisenbahnunglück wird stattfinden und über die Londoner Zeitungsredaktionen wird ein schlimmes Unwetter niedergehen. Aber das sind nur Einzelheiten; Old Moore prophezeit weiter, daß der März für alle Herrscher ein schlimmer Monat sein wird, daß der April einem berühmten Finanzmann Ruin und Tod bringt, daß im Mai New-Uork durch eine Katastrophe Schaden erleidet und daß im Juni die Entdeckung von Silberbergen in Mexiko die Gemüter erregen wird. Im September erfolgt ein furchtbares Erdbeben in Westindien. Der November bringt nun den Amerikanern Unglück, der Dezember aber den schiffahrttreibenden Nationen Europas.
Der Wald. und Stâdtebraud in Nordamerika.
New-Uork, 3. Aug. Der Waldbrand in Britisch- Columbia schreitet schnell fort. Etwa 300 Menschen sind, soweit jetzt bekannt ist, umgekommen. Viele Tausende find ohne Wohnung und Nahrung. Die Brücken sind zerstört, die Eisenbahnstrânge sind vernichtet. Es ist unmöglich, einen großen Teil des Distriktes zu erreichen.
Die Hochwafserkatastrophe.
Innsbruck, 3. August. Der durch die Hochwasserkatastrophe im Unterinntal und im Zillertal verursachte Schaden wird auf mindestens 2 Millionen Kronen geschätzt. Die Leichen der Ertrunkenen konnten heute bis auf vier geborgen werden. Es haben sich bereits mehrere Hilfskomitees gebildet. Der Kaiser spendete 30000 Kronen. Heute besuchte der Arbeitsminister und der Ackerbauminister die Unglücksstätte. Nach dem Zillertal gingen zur Hilfeleistung abermals mehrere hundert Mann Militär ab.
Schwere Diebstähle.
Berlin, 4. Aug. Der „Berl. Lokalastz." meldet: Auf dem Bahnhöfe von Cöln-Geron wurden zahlreiche schwere Diebstähle verübt. Es wurden mehrere Einrichtungen von Zimmern, Klaviere, viele Zentner Wurst, 20 000 Zigarren u. a. m. gestohlen. Der Kriminalpolizei gelang es, zwei Hilisschreiber als die Täter zu ermitteln, die Frachtbriefe unterschlugen und ein großes Lager gemietet hatten, wo sie die Sachen unterstellten. Er mußten mehrere Wagen requiriert werden, um die Diebesbeute zu transportieren.
Erdbeben.
Constantine, 4. Aug. Heute wurde hier ein starkes Erdbeben verspürt, das unter der Bevölkerung einen panifdten Schrecken hervorrief und bedeutenden Schaden verursachte. Verluste an Menschenleben sind, wie man annimmt, nicht zu beklagen.
Constantine, 4. Aug. Das Mutige Erdbeben begann um 2 Uhr 20 Min. morgens. Das Militär-Hospital mußte geräumt werden. Die Mauern der Zuaoenkaserne diohen einzustürzen. Am Rathaus, den Geschäftsräumen des Credit Foncrer. dem Theater und dem Marktgebäude sind die Mauern geborsten. Auf der Anhöhe von Mansouran klafft ein Erdritz von 200 Meter Länge und 50 Zentimeter Breite. Man vermutet. daß mehrere Personen umgekommen sind.
Der Braus der deutschen Lchutzwachc in Peking.
Peking, 4. August. Der Brand in den Gebäuden der deutschen SchuüwaLe hat leider zwei weitere Opfer gefordert.
Ein deutscher Soldat und ein französischer Feldwebel sind ihren Verletzungen erlegen; bei vier von den verwundeten Franzosen sind schwere Amputationen erforderlich geworden. Die Hilfstätigkeit der französischen Soldaten verdient die höchste Anerkennung; sie waren die ersten, die von den fremden Schntzwnchen auf der Brandstätte erschienen. Sie bewiesen bei den Rettungsarbeiten einen hervorragenden Mut und große Opferfreudigkeit.
Stehendes Heer oder Miliz?
Die Nr. 74 des „Militär-Wochenblatts" teilt mit, daß der Geschäftsstelle aus der Schweiz ein Erlaß des Schweizer Militärdepartements, der vor einiger Zeit an die Kommandanten der Heereseinheiten und an die Abteilungschefs deS Militärdepartements gerichtet wurde, zugegangen ist, und bringt ihn dann im Wortlaut, freilich ohne die Abschnitte über die Milizverhältnisse. Dieser Erlaß ist in hohem Maße interessant, und ist es auch aus Mangel an Raum nicht möglich, ihn in vollem Umfange wiederzugeben, so soll doch gezeigt werden, wie richtig man auch in der Schweiz den Wert und die Bedeutung der Armee einschätzt. Heute, wo die Sozialdemokratie unausgesetzt dahiu strebt, in der Jugend die Liebe zum Heeresdienst zu töten und zwischen unserm Volk in Waffen und dem im bürgerlichen Kleide eine Scheidewand aufzurichten, ist eS doppelt notwendig, uns immer wieder daran zu erinnern, daß die Armee ihren hohen kriegerischen Aufgaben nur dann gewachsen ist, wenn sie einem kräftigen, königstreuen, zielbewußten und vaterlandsliebenden Volke entstammt, denn das Volk ist die Wurzel des Hexres, und wie die Wurzel, so der Baum.
So sagt der erwähnte Erlaß in seiner Einleitung, daß die Kraft eines Volkes im Kriege der schwersten Probe unterworfen ist, und daß diese nur ein Volk bestehen kann, das kerngesund, opferfreudig und von patriotischer Gesinnung erfüllt ist. Die Armee ist das Werkzeug zum Schutze der Unabhängigkeit und Selbständigkeit eines Volkes und Staates; sie wird versagen, wenn sie nicht ihre Wurzeln im Volke hat, denn aus dem letzteren saugt sie ihre Kraft, gewinnt sie ihren sicheren Halt; in seinem Vertrauen findet sie den Sporn zu höchster Leistung, zu Anstrengungen, Entbehrungen, Opfern und Leiden aller Art. Darum müssen Volk und Armee eins sein, wenn sie die Probe eines Krieges erfolgreich bestehen wollen.
Diese in jeder Beziehung zutreffende Auffassung ist dem weiteren Erlaß zu Grunde gelegt, und es heißt da an der Spitze: Als vornehmste Ziele bezeichnen wir: 1. Die Herbeiführung von Sicherheit bei den Wehrmännern aller Grade in dem, was jeder in seiner Stellung wissen und können muß, um im Kriege nicht nur auf Befehl, sondern auch aus eigener Initiative mit Selbstvertrauen und richtig handeln zu können. 2. Die Schaffung einer Autorität der Vorgesetzten, die in allen Lagen standhält. 3. Die Weckung und Pflege der Dienstfreudigkeit und des Vertrauens in die Tüchtigkeit unseres vaterländischen Wehrsystems. Mit dem Milizsystem kann ein kriegstüchtiges Heer nur dann geschaffen werden, wenn diese Ziele miteinander (also von Armee und Volk) angestrebt werden; sie sind nicht voneinander zu trennen.
Diesen drei an die Spitze gesetzten Grundsätzen folgen nun Hinweise für die Ausbildung der Führer, die in vollem Umfange unterschrieben werden können, die wiederzugeben aber zu weit führen würde. Hier kommt es nur darauf an, zu zeigen, daß auch in der Schweiz ein besonderer Nachdruck auf die Erziehung zu starker, eisenfester Moral gelegt wird, und daß selbst die Schweiz anerkennt, daß ein Milizheer — wenn überhaupt — nur brauchbar erscheint, wenn die erwähnten Ziele erreicht werden. Tas ist für uns besonders interessant, denn die Schweiz, die im Besitz eines Milizheeres ist, blickt auf Erfahrungen zurück und spricht nicht wie der Blinde von der Farbe, ja sie bekennt offen, daß bisher nicht von allen und nicht überall im Sinne des nun gegebenen Erlasses gehandelt worden ist. Für uns geht aus alledem klar hervor, daß wir dem Wunsche der Sozialdemokratie nach einem Milizheer nach wie vor mit ganzer Kraft entgegen arbeiten müssen, wollen wir nicht die Selbstständigkeit unseres geliebten 'Vaterlandes antasten. Wir können und dürfen an eine Miliz nicht denken, solange die Sozialdemokratie nicht in inniger Liebe zur Armee steht, solange sie nicht in der Liebe zu Kaiser und Reich ihr höchstes Gut erblickt; sie selbst, die die Miliz fordert, ist ein wesentlicher Hinderungsgrund für ihre Einrichtung.
Hus Bana« Stadt and Tand.
Oauau, 5. August.
* Die Erueuerung der Lose zur 2. Klasse der preuß. Klasscnlotierie hat bis zum 8. August, abends 8 Uhr, bei Verlust des Anrechts zu erfolgen. Die Ziehung der 2. Klasse wird am 12, August, morgens 8 Uhr, ihren Anfang nehmen.
* Garteusest des Kolonie-Vereins Keffelstadt. Am Sonntag den 9. August, von nachmittags 4 Uhr ab, veranstaltet der Kolonie - Verein Kesselstadt im Restaurant „Rosenau" (Endstation der elektrischen Straßenbahn) ein großes Gartenfest, verbunden mit Konzert, Gesang, Tanz, Preisschießen, Preiskegeln, sowie zahlreichen Kinderspiele». Der Eintrittspreis ist auf 10 Pfg. pro Person festgesetzt, auch erleidet der gewöhnliche Preis des Bieres keinerlei Erhöhung. Abends findet Illumination des Gartens statt und glauben wir heute schon allen Besuchern dieses Festes recht genußreiche Stunden zusichern zu können.
* HoniCtt in Wilhelmsbad. Wir verweisen nochmals empfehlend auf das heute nachmittag ü'/g Uhr in Wilhelmsbad staitfindcndc große Schlachten-Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 unter Mitwirkung der Spielleute. --- Das Programm enthält außer dem Saroschen Schlachten-Poipourri u. a. auch folgende Nummern: Ouvertüre z, Op. „Tell" von Rossini, Zweite ungarische Rhapsodie von F. Liszt, „18^2" Ouvertüre von P. Tschaikowsky, Fantasie a. d. Op. „Siegfried" von R. Wagner.
* Gvanaelitches lUafino. Heute abend findet ein Familienabend in der „Concordia" — musikalische Abend- unterhalmng — statt, wozu jedermann frenndlichst cinge« laden ist. Eintritt frei.
* Marianische Jiittglittgs-Koergregatiou. Heute abend 8f/r Uhr findet die Einführung des neuen Präses
—1 HL I. II I— ,11 '■ ——1 statt, wozu wir alle Mitglieder und Ehrenmitglieder ersuchen, sich zahlreich int Vereins lokal einzufinden.
* Grosses Pech hatte Sonntag nachmittag in Alzenau eine Radfahrerin aus Hanau. Als sie in Begleitung einiger Radfahrer am BezirkSamtsgebäude die Kurve nehmen wollte, stürzte sie so unglücklich vom Rade, daß sie direkt in eine größere Fläche Kuhkot fiel. Das schöne weiße Kleid war so von den ländlichen Schönheiten bemalt, daß die radfahrende Gesellschaft ihre Tour unterbrechen und erst in einem Alzenauer Gasthofe für gründliche Reinigung Sorge tragen mußte.
* Mustkakademie. Morgen, Donnerstag den 6. August, abends 8 Uhr, beginnen die regelmäßigen Chorstunden wieder. Neueintretende können sich in dieser ersten Stunde noch anmelden.
* Maknwasserwätme gestern abend 16 Grad.
* Der zoologische Garten zu Frankfurt a. M. feiert dieser Tage sein Mjähriges Bestehen, denn eS war am 8. August 1858. als der alte Garten auf der Bockenheimer Landstraße eröffnet wurde. Ein Festakt und ein Festbankett, die geplant waren, sind auf Ende Oktober vorschoben worden, weil gegenwärtig und in den nächsten Wochen viele Herren, die gern dabei sein möchten, abwesend sind. Die Feier wird nun zunächst am Samstag dieser Woche durch ein Sommer- Gartenfest begangen, das um 8 Uhr abends ansängt mit Doppel-Konzert der Gartenkapelle und der Musik deS 63. Art.-Regtß. „Frankfurt". Zugleich soll ein Tanzboden an der Bierhalle und eine Bierschänke mit Würstelbraterei am Bärenzwinger eröffnet werden. Dann gibt es Lampion-Beleuchtung mit mehreren tausend Jllnminationskörpern, Beleuchtung deS Aussichtsturmes und bengalische Beleuchtung der Burg und der Baumgruppon. Während der letzteren wird das Bläser-Quartett der Kapelle in geschmückten Nachen auf dem Weiher spielen und nach Schluß des Konzerts soll der Tanz im Saal fortgesetzt werden. An dem Tag wird das Abonnement um 1 Uhr aufgehoben, es kostet dann für Abonnenten 50 Pf., Kinder 25 Pf.
* Turnverein Hanau—Kcsselstavt (Deutsche Turner- schaff). Bei dem am vergangenen Sonntag in Kleinkrotzenburg stattgehabten 39. Mainaauturnfest errang der Turnverein Kesselstadt durch sein Mitglied Julius Schuler mit 136V» Punkten mit einem Vorsprung von 17 Punkten gegen den 2. Sieger den ersten Preis im Sechskampf. ES ist dies das erste Mal, daß auf einem Maingauturnfeste der erste Preis mit einer solchen Ueberlegenheit errungen wurde. Leider war es Schuler in Folge plötzlichen Erkrankens unmöglich gewesen, auf dem Deutschen Turnfeste in Frankfurt anzutreten. Ein schöner Preis wäre ihm sicher gewesen. Außerdem errangen die Turner Jean Stark mit 106 Punkten den 17. Preis und Joseph von derAumit 102V» Punkten den 20. Preis. Auch die unter der vorzüglichen Leitung des Herrn Gauturnwart Philipp Nix stehende Reckmusterriege errang (unter 16 Riegen) den 4. Preis. Wenn man diese Resultate zusammenzieht, kann man ruhig von einem großen turnerischen Erfolg des Turnvereins sprechen, was auch nicht zu verwundern ist, wenn man in Betracht zieht, welches Interesse für die Turnsache in unserem Vereine herrscht. Bei dem Festzuge in Klein- krotzenburg waren ca. 100 Turner und Turnerinnen Beteiligt und war der Turnverein Keffelstadt der stärkstoertreten« Verein im ganzen Festzuge. Ein begeisterter Empfang wurde den Siegern am Abend in der hiesigen Turnhalle zuteil. Der Vorsitzende hielt eine Ansprache, in welcher er die Sieger beglückwünschte und alle Turner aufforderte weiter in diesen Bahnen sortzufahren.
* Sommerfest des Turnvereins Hanan-Kessel« stabt Nächsten Sonntag den 9. d. Mts. veranstaltet der Turnverein Kesselstadt in der Turnhalle und auf dem Turnplatz sein diesjähriges Sommerfest verbunden mit einer Feier zu Ehren der Sieger aus dem Gaufeste. Die Musik hierzu stellt das Infanterie-Regiment 166. Ein Komitee ist eifrigst bemüht, für gute Unterhaltung und Ueberraschungen zu sorgen. Außerdem finden verschiedene Vorführungen der Turnerund Turnerinnen statt. Auch die Fußballabteilunq beabsichtigt einen Fünfkampf ausfechten zu lassen. Wir werden in einer der nächsten Nummern noch Näheres berichten.
-8t. Ostheim, 4. Aug. (Besichtigung.) Heute besichtigten die Teilnehmer an dem gegenwärtig in Frankfurt abgehaltenen Anthropologentage die neuen Ausgrabungen in unserer Gegend. Kurz nach 3 Uhr nachmittags kamen di« ersten Automobile, im ganzen 18, durch unseren Ort. Die Anthropologen, bei denen sich eine Anzahl Damen befanden, nahmen zunächst eine Besichtigung der in der Gemarkung Marköbel, nahe bei der Domäne Baiersröderhof, aufge- fundenen steinzeitlichen Gräber vor. Nachdem während der Verhandlungen am Montag in Frankfurt Herr Prof. Dr. Wolff über die in diesen Gräbern gemachten Funde gesprochen hatte, wurde heute ad oculos an den Fundorten selbst demonstriert, was über eine Stunde in Anspruch nahm. Jn- solge der vorgeschrittenen Zeit mußte die Besichtigung der neu entdeckten Mauerwerke im Ostheimer Gemeindewalde unterbleiben, da die Anthropologen auch den Gräbern in der Gemarkung Kilianstädten einen Besuch abstatten wollten. " Ein Frankfurter Berichterstatter teilt noch mit: Ungefähr 80 Mitglieder der Anthropologischen Gesellschaft sichren nach, mittags um 2 Uhr in 18 Automobilen, die größtenteils von Frankfurter Herren zur Verfiigung gestellt waren, nach den Gräberfundstätten der südlichen Wetterau. Die Fahrt ging vom Palmongarlen aus über Bergen und Dörnigheim nach Hanau, dann nordwärts über Bruchköbel in das Gebiet von Marköbel. Dort wurden in der Nähe des Baiersrvderhose« drei Gräber ausgedeckt, die Knochenresto und aus Steinchen zusninmengesetzte Halsketten enthielten. Nachher wurde die Fahrt nach Büdosheini fortgesetzt, wo in der Nähe de» Waldes abermals zwei Gräber mit ähnlichem Befunde ge. öffnet wurden. Die Teilnehmer waren von dem, waS st« gesehen hatten, sowie vom Verlaufe der Fahrt vollauf befriedigt. Um 7 Uhr trafen sie programmäßig wieder in Frankfurt ein.
Gerichtssaal.
Ditzung des Schössengerichts vom 4. August ISO«.
Im Sommer 1907 „fand" der Landwirt Wilhelm B. zu Miitcibuchkn au einem Wege seiner heimatlichen Geniarkung einen eisernen Kastenkarren, der der Genieinde Mitlcibuchen gehörte. Er nahm den Karren mit sich und verwandte ihn in seinem landwirischafilichen Betriebe. Zu seiner Ent-