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««t-lj-hrlich 1,80 Mk., m»«Mch 6c,^- r ouu »äitige toemttniet mit tat ieMjèr.bc.: -p^ ,,.^
LU «iqelw Nummer testet 10 Pxg.
»»titiâdrmk und verleg der Buchdruckerei bd verein.
General-Anzeiger
Amtliches Orgnn fit Ste-t- «ni Lanäreis Sana«.
ErurückuuzSsstiShe |
Die fü«fyfpaltm Petitjeile eba deren Stau« 84 $f^ im Sieklamenteil die z«U 15 Pf^
e». Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwertl. Redrckteur: «. TchrlSt? 6 (MU
Nr. 181
Fernsprechanschlich Nr. 605
Mittwoch den 5. August
Fernsprechanschlntz Nr. 605.
1908
Amtliches.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Ein in der Nähe des Volksbadeplatzes am Main be- segener Anslade- und Lagerplatz soll am 15. August, vormittags 11 Uhr, im Rathause, Zimmer 22, öffentlich verpachtet werden.
Die Bedingungen sind im Stadtbauamt zu erfahren.
Hanau den 80. Juli 1908.
Der.Magistrat.
Hild. 15815
Städtisches Wonnen- nnd Brausebad.
Bangertstratze 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).
Geöffnet für Männer:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Frauen:
Dienstag und Freitag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,
Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg.,
Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.
Hanau den 2. Januar 1908.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 357
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Der Zimmermann Johannes Dörfleinin Langenselbold ist als Hilfsnachtwächter und der Taglöhner und Landwirt Anton Heinrich Wacker IT. daselbst zum Hilfsfeldschützen bestellt und verpflichtet worden. Hanau den 31. Juli 1908. A 3505
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politische Rundschau.
V. Lueauus t» Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht Anen Nachruf für Herrn v. Lucanus, in dem es heißt: Dem Heimgegangenen ist es vergönnt gewesen, durch lange Jahre, bis die letzte Krankheit ihn zur Ruhe zwang, seine Dienste dem Vaterlands und seinem königlichen Herrn zu widmen. Ein Leben, reich an Ehren und Erfolgen, reicher aber noch an selbstlosester Arbeit, ist abgeschlossen. Durch fast zwanzig Jahre hat das Kultusministerium seines Geistes
Feuilleton.
Elektrische Landwirtschaft. Eine naturwissenschaftlich - technische Skizze.
Von Dr. Curt Rudolf Kreuschuer.
(Nachdruck verboten.)
Seitdem durch die bahnbrechenden Forschungen von Max Well und Herz der Beweis erbracht ist, daß die Aether- schwingungen des Lichtes und der Elektrizität, wenn man von den verschiedenen Längen ihrer Wellen absieht, denselben physikalischen Gefolgen unterliegen, hat sich mit Recht die Anschauung Bahn gebrochen, daß beide im Grunde genommen wesenscins sind und daß es nur der Mensch mit seinen unvollkommenen Sinnesorganen ist, der die in der scheinbar gewaltigen, zwischen ihnen sich öffnenden Kluft liegenden Kraft- und Aelherwellen nicht empfindet, die den elektrischen Wellen benachbarten als solche nicht fühlt und die dem Lichte nahestehenden nicht zu sehen vermag.
Das Gebiet jener eben besprochenen Kluft, von dem wir einstmals gar nichts wußten, ist durch die Entdeckungen der letzten 15 Jahre zusehends kleiner geworden. Neben die schon lange bekannten ultraroten und ultravioletten Strahlen des in das Farbenspektrum zerlegten Sonnenlichtes, neben die dunklen Wärmestrahlen ist seit Röntgens großer Entdeckung eine ganze Reihe anderer, bis vor kurzem unbekannter Strahlen getreten, zu denen als die wunderbarsten von allen die Nadiumstrahlcn gekommen sind. Die Begriffsgrenzen von Wärme, Licht und Elektrizität, die uns heiteren in unseren Lernjahren so scharf und fest abgesteckt zu sein schienen, schwanken und beginnen ineinander überzufließeu. Theorien, die für felsenfest galten, neigen sich wie ein schwankes Rohr vor der Windsbraut einer neuen Anschauung von Kraft und Stoff. Jedes Jahr entfernt uns um ein mehr oder minder beträchtliches Stück von dem von kühlen Denkern als un-
Wehen verspürt, ist er der unermüdlichste Mitarbeiter, der treueste Berater und die zuverlässigste Stütze seines Chefs gewesen. Als ihn darauf seines Kaisers und Königs Vertrauen auf den verantworiungsrcichen Posten des Chefs des Geheimen Zivilkabinetts berief, hat er sich hier mit seinem scharfen Verstände, mit seinem klaren staatsmännischen Blick, mit seinem warmen Herzen, mit seiner großen Bescheidenheit als der treueste hinqebendste Diener seines kaiserlichen Herrn bewährt. Den schönsten Lohn für seine Arbeit fand der Heimgegangene in dem unbedingten Vertrauen, das ihm sein Kaiser entgegenbrachte, und in der Liebe und Verehrung seiner Untergebenen und aller derjenigen, welchen es be- schieden war, ihm näher zu treten. — Der Artikel schließt: Sein Andenken wird mit der Geschichte der Hohenzollern und des Vaterlandes als eine der Treuesteil der Treuen für ewig in Verbindung und in hohen Ehren bleiben.
Die Gtatsstärke der Marine beträgt zurzeit 50536 Mann. Sie hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre gerade verdoppelt, denn 1898 belief sie sich auf 25 015 Mann. Das Offizierkorps wuchs von 1299 auf 2667 Köpke, und zwar vermehrte sich die Zahl der Seeoffiziere von 782 auf 1608, der Ingenieure von 115 auf 328 und der Aerzte von 132 auf 247. In noch größerem Umfange wuchs der Bestand an Deckoffizieren, der jetzt 2079 beträgt, und Unteroffizieren, von denen 9429 vorhanden sind. Der ■ stärkste Marineteil sind mit 20 560 Mann die beiden Matroken-Divisionen. Zu den beiden Werft-Divisionen gehören 15 144 Mann und zu den beiden Torpedo-Divisionen 6117 Mann. Die vier Matrosen-Artillerieabteilungen zählen 3451 und die beiden Seebataillone 1365 Mann. Vor 10 Jahren besaß Deutschland 96 Kriegsschiffe von 324 000 Tonnen Deplacement; heute sind 130 Kriegsschiffe von 603 000 Tonnen Deplacement vorhanden.
Die Unruhen in Indien. Eine Bande Hindus griff das Missionshaus in Pandbarpnr im Bezirk Poona an und verletzte die Frau des Missionars durch Stockhiebe und Steinwürfe. Mehrere Verhaftungen sind vorgenommen worden. Weitere Einzelheiten fehlen.
Die Lage tat Marokko. General d'Amade telegraphiert, die Mzab-Stämme hätten noch 100 Reiter zur Mahalla Abdel Aziz' endsandt, ebenso seien drei Kaids der Rehamna mit 200 Reitern zu ihr gestoßeil. Endlich sollen die azizistischen Kaids des Südens fünf Kilometer südlich von Marakesch sich befinden.
Die jttttgtürkische Bewegung.
Satonik, 4. Aug. Die Truppen rufen auch hier wieder beim Gebet des Abends „Langes Leben dem Sultan", anstatt, wie seit der Proklamierung der Verfassung, „Es lebe das Vaterland." Der für mehrere Tage entfallene Paßzwang ist wieder eiugefübrt.
wahrscheinlich betrachteten Glauben an zahlreiche, voneinander fundamental verschiedene Stoffe und Kräfte. Und wie das theoretische Gebände von mehr als 80 Grundstoffen abzn- bröckeln und die Möglichkeit eines einzigen Grundstoffes Heranfzudämmern beginnt, gewinnt auch die Annahme einer einzigen Kraft, mit der der Demionrgos Raum und Zeit regiert, mehr und mehr an Wahrscheinlichkeit. Und endlich Kraft und Stoff? Sind sie nicht überall so untrennbar miteinander verbunden, daß eines ohne das andere nicht existieren kann? Auch hier behauptet ja die aHcrmobernffe Naturwissenschaft, daß sie in den kleinsten Teilchen der Materie, den Elektronen, von denen erst viele Tausende ein noch weit jenseits der Grenze der Sichtbarkeit liegendes Atom bilden, rastlos ineinander übergehen.
Ist alles, was im Weltall existiert, trotz äußerer Verschiedenheiten wesensgleich, so muß auch das eine das andere vertreten und in jenes übergeführt werden können. Am idealsten erfüllt diese Aufgabe, soweit menschliche Zwecke in Betracht kommen, die Elektrizität, die man mit einem wenig geschmackvollen, aber landläufigen Ausdruck als „Mädchen für alles" bezeichnet hat. Vergleiche hinken bekanntlich stets, und jenes weibliche Wesen, daS im Reiche der Küchentöpfe und Scheuerbürsten entsprechendes, vielseitiges leistete, wie es die Elektrizität zu Wege bringt, wären wert, als Edelstein von unschätzbarem Werte in Gold gefaßt zn werden
Man bat nun der Elektrizität neuerdings sogar rnge- mutet, daß sie das Sonnenlicht bei der Kultur unserer Nntz- pflanzen vertreten oder in dem Sinne unterstützen soll, daß sich höhere Erträge erzielen lassen, und eS ist bekannt, daß man mit ihr an vielen Orten bei der Kultnr von Lurns- früchten und Blumen, die ungeheure Preise erzielen, wenn man sie ne einer ihnen von Natur ans nicht zukommenden Jahreszeit auf den Markt bringen kann, schöne Erfolge erzielt hat. Gelingt es einem Obstzüchter, in seincin Gewächs- Hause Blumen, Weintrauben, Erdbeeren, Pfirsiche und dergleichen um ein halbes Jahr früher zur Blüte bezw. Reife
Köln, 4. Aug. (W. B.) Der Berliner Berichterstatter der „Kölnischen Zeitung" telegraphiert seinem Blatte untet dem heutigen Datum: Von einem Augenzeugen, der soeben ans Konstantinopel eingetroffen ist, wird mir versichert, daß die in auswärtigen Blättern verbreitete Nachncht, die deutschen Schiffe im Hafen von Konstantinopel hätten nach der Bewilligung der Verfassung nicht geflaggt, vollständig erfunden. Im Gegenteil haben die deutschen Schiffe als erste geflaggt und zwar schon 28 Stunden, bevor die türkischen Schiffe die Flaggen hißten. Die falsche Nachricht ist vielleicht dadurch entstanden, daß ein deutsches Schiff ohne Flagge in den Hafen von Konstantinopel einlief, was aber dadurch erklärt wird, daß dieses Schiss nach einer längeren Seereise von den Vorgängen in Konstantinopel nichts gewußt hat.
Das deutsche Kaiserpaar in Schweden.
Stockholm, 4. Aug. Das Kaiserpaar empfing heute vormittag 10 Uhr im königlichen Schloß den deutschen Hilfsverein, die deutsche Gesellschaft, den Kirchenvorstand der deutschen St. Gertrud-Gemeinde und die hier anwesenden Mitglieder des Deutschen Flottenvereins. Die Kaiserin empfing daraus die ihr attachierte Gräfin Gyldenstolpe, den Grasen v. Rosen, sowie die Frau Reutersvard, geb. v. Unger- Sternberg. Um 11 Uhr besuchten der Kaiser und der König die Kaserne der königlichen Leibgarde zu Pferde und die Artilleriekaserne. Um halb 1 Uhr fand Frühstückstafel bei dem Herwg und der Herzogin v. Vestergoetland statt.
Stockholm, 4. Aug. Wie bereits gemeldet, fuhren der Kaiser und der König etwas vor 11 Uhr mit seinem Gefolge in Automobilen zunO Uebungsplatz der Leibgarde zu Pferde. Im Hofe der Regimentskaserne war eine Eskadron in Feldausrüstung und eine Parade-Eskadron aufgestellt. Nachdem die Parade-Eskadron vorbeidefiliert war, besichtigten der Kaiser und der König die Kaserne und die Ställe unter der Führung des Obersten Grafen Oxenstierna. Nach dem Besuch in der Kaserne rand in der Reitbahn des Regiments eine Dorn'lhrung im Springen und anderen Uebungen statt. Prinz Karl war während des Besuches anwesend. £)er Kaiser drückte bei seinem Fortgange dem Chef des Regiments seine Zufriedenheit aus. Der Besuch währte ca. eine Stunde. Darauf begaben sich die Herrschaften zum Museum, daS mit sichtlichem Interesse in Augenschein genommen wurde. Bei seinem Fortgang dankte der Kaiser dem Chef deS MufeumS, Major von Feilitzen, der den Kaiser und den König umhergeführt hatte.
Stockholm, 4. Aug. Die Mitglieder der schwedischen Königsfamilie und das deutsche Kaiserpaar unternahmen um 3 Uhr eine Spazierfahrt auf dem Mälar-See mit dem Dampier „Dessin". An der Tour nahmen außer dem Gefolge noch der Minister des Aeußern, der erste Hofmarschall, der deutsche Gesandte, Graf Pückler und andere teil. Die Tour dauerte ca. 2 Stunden. An Bord wurde der Tee serviert.
Stockholm, 4. Aug. (W. B.) Der König und die Königin gaben abends ein Familiendiner für das deutsche Kaiserpaar und die Mitglieder der schwedischen Königs- zu.bringen, als es unter normalen Verhältnissen geschieht, so wird er ein glänzendes Geschäft machen, auch wenn er unter seinen Ausgaben einen hohen Posten für dabei ver- wendetes elektrisches Licht buchen muß. Der elektrische Strom soll aber noch größeres und nützlicheres leisten, als teure Blumen und auserlesene Früchte für die Vrunktafeln derjenigen liefern, bei denen das Geld keine Rolle spielt. Er soll sich in den Dienst der Massenerzeugung stellen und die Ernteerträge im allgemeinen erhöhen, die nicht in demselben Maße zunehmen wie die schnell wachsenden Bevölkerungen unserer Kulturländer.
Nach dem Vorgänge des Professors Selim Lemström in Helsingfors, der fast ausschließlich und allein die Grundlage dieser neuen Wissenschaft gelegt hat, bewegen sich die einschlägigen Versuche in zwei voneinander stark abweichenden Richtungen, von denen die eine darauf ausgeht, das Keimen der Samen zu befördern, während die andere die bereits ge- feimten Pflanzen zu schnellerem und stärkerem Wachstum an- regen will. Es kann gleich hier gesagt werden, daß der Einfluß der elektrischen Kraft auf die Samenkörner nicht die erhofften Ergebnisse gehabt hat, die man nach Analogie b«r Behandlung der Samen mit Aether und Chloroformdämpfen, mie sie schon seit mehreren Jahren von Blumenzüchtern geübt wird, erwarten zu können glaubte. Samen, die man vorsichtig dem sogenannten Jnduktionsstrome auSsetzte, be- gannen zwar um einige Tage eher zu keimen. Der erreichte Vorteil war aber nicht nennenswert und stand keinesfalls in einem an gemessen eit Verhältnis zu den Kosten und Mühen.
Ganz anders mar die Wirkung deS elektrischen Stromes auf wachsende Pflanzen. Es hatte zwar auch hier nicht an Warnern gefehlt, die darauf binwiesen, daß die schon be» kannte Wirkung des elektrischen Lichtes auf die Pflanzenwelt wohl nur davon herrühre, daß dabei eben die Bildung deS Pflauzenblutes, der Chlorophylls, über dir natürliche TageS- dauer hinaus künstlich verlängert werde und daß die ügent-