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4, August
Deputation des 34. preußischen Jnfantcrie-Negiiiienis t mm Ehrrnoberst dieses Regiments ernannte der Kaiser die Königin Viktoria von Schweden.
Stockholm, 3. Aug. Der Kaiser und der König statteten um 12 Uhr einen Besuch der Ridderholmökirche ab in Begleitung der diensttuenden Kavaliere, sowie des deutschen Gesandten Grafen Pückler. Die Majestäten wurden in der Kirche von dem Reichsmarschall feierlich empfangen. Der Kaiser legte am Sarg des Königs Oskar, sowie am Grabe Gustav Adolfs Kränze nieder.
Stockholm, 3. Aug. Kaiser Wilhelm ernannte König Gustav zum Admiral der deutschen Flotte.
Berlin, 3. Aug. Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Mit warmer Sympathie werden in Deutschland die Empfindungen erwidert, die in den Willkommensgrüßen der schwedischen Presse für unser Herrscherpaar zum Ausdruck gelangen. Die tief in die Vergangenheit zurückreichcndcn engen Beziehungen auf weiten Gebieten gemeinsamer Kulturbestrebungen der beiden stammverwandten Nationen haben allen Wechsel der politischen Gestaltungen Europas überdauert und sind in weiten Kreisen beider Völker heute so lebendig wie in irgend einer früheren Geschichtsepoche. Auf der Errichtung des Deutschen Reiches und der Sicherung und der Entfaltung seiner Machtstellung beruht in erster Linie seit bald vierzig Jahren die ununterbrochen friedliche Entwicklung in unserem Weltteil, und diese Entwicklung ist die vornehmste Voraussetzung gewesen für den wirtschaftlichen und kulturrellen Aufschwung, nicht nur Deutschlands selbst, sondern aller benachbarten Staaten. Mit wohlbegründetem Recht kann das schwedische Volk daher die Zuversicht hegen, daß das freundschaftliche Verhältnis seines Landes zu Deutschland Schweden niemals in die Kreise einer erobernden Expansionspolitik ziehen werde. Wir brauchen, wie der steigende Wohlstand unseres Volkes beweist, zu unserer Wohlfahrt weder territoriale Ausdehnung, noch aggressives Vorgehen gegen andere Staaten mit dem Ziele, ihr friedliche? Fortschreiten in eigensüchtigem Interesse niederzuhalten. In friedlichem Wettbewerb mit anderen Stationen will unser Volk sich des Daseins freuen. Gewöhnt, im eigenen Lande eine große Mannigfaltigkeit von SiammeSeigenarten blühen zu sehen, wissen wir Deutschen frembe Eigenart zu schätzen und begrüßen sie mit aufrichtigen Sympathien besonders dann, wenn sie sich, wie dies beim schwedischen Volke der Fall ist, im Sinne enger geistiger und kultureller Verwandtschaft kundgibt. An den Besuch der kaiserlichen Majestäten in Stockholm knüpfen wir den innigen Wunsch, daß dieses Ereignis dazu beitrage, das Bewußtsein solcher Gemeinschaft neu zu stärken zum Segen der schwedischen und der deutschen Nation.
Stockholm, 3. Aug. Nachmittags um 3 Uhr unter- nahmen die Kaiserlichen Gäste, der König und die Königin, der Herzog und die Herzogin von Soedermanland mit Gefolge eine Spazierfahrt nach Diurgarden. Zunächst wurde das nordische Museum besucht. Darauf ging die Fahrt nach Skandsen. Nach der Spazierfahrt nahmen die Herrschaften den Tee beim Prinzen Eugen ein.
Stockholm, 5. Aug. Bei der Galatafel, die heute abend im Reichssaale des Königlichen Schlosses stattfand und zu der ungefähr 300 Einladungen ergangen waren, hielt der König folgenden Trinkspruch in deutscher Sprache:
. Eure Majestät! Es ist mir und der Königin eine ganz besonder? tief empfundene Freude, Eure Majestät hier begrüßen zu dürfen, eine Freude, die noch dadurch erhöht wird, daß Ihre Majestät, die Kaiserin, die Gnade gehabt hat, Eure Majestät hierher zu begleiten. Wir danken Ihrer Majestär für diese liebenswürdige Aufmerksamkeit, durch welche die Königin und ich hochbeglückt sind. Es ist das erste Mal, daß Ihre Majestät Stockholm mit Ihren hohen Gegenwart beehren und möchten wir aus diesem Grunde Ihrer Majestät ein ganz besonders herzliches und warmes Willkommen zurufen. Eure Majestät haben schon oftmals unser Land besucht und ich kann mit Recht sagen, daß Eure Majestät kein Fremder in Schweden sind. Wir schätzen un? glücklich, daß dem so ist und ich weiß mich eins mit meinem Rakas-tal-See, von dem in früheren Zeiten der Sudlej seinen Ausfluß nahm. Die Untersuchung des auSgetrockneten Flußbettes zeigte, daß die Wassermengen unter der Erde ihren Weg gesucht haben. Wo das Flußbett niedriger ist als der Seespiegel, quellen sie aus der Erde und bilden so nach und nach den Sudlej, als dessen erster Ursprung also der Tage- tsangpo zu gelten hat. Der heilige See selbst wird von Sven Hedin als eine der wunderbarsten Naturschönheiten geschildert, die er je gesehen.
Fischdoktorei. Der „Scientific American" bringt ganz interessante Mitteilungen über die ärztliche Behandlung, welche den Fischen des großen Newyorker Aquariums gelegentlich zuteil werden muß. In jenem großen Institut, vielleicht dem größten der Welt überhaupt, befinden sich außerordentlich zahlreiche und teilweise auch recht wertvolle Süß- und Salzwafferfische. Naturgemäß kann ihnen die Gefangenschaft die Freiheit nicht ersetzen, und in stärkerem Maße, als dies wohl in der Freiheit der Fall wäre, unterliegen sie mancherlei Krankheiten. Vielfach handelt eS sich um ein allgemeine? Nachlassen der Lebenskräfte, ein Zurückgehen deS Stoffwechsels und der chemischen Tätigkeit des Köpers. Hier hat nun die Praxis gezeigt, daß es sowohl für Süß- wie Salzwasserfische von Vorteil ist, die Wasserzusammensetzung vorübergehend zu ändern, und zwar bringt man die Patienten beider Art in einen Tank, in welchem sich eine Mischung von Süß- und SalAwasser, sogenanntes brackiges Wasser, befindet. In diesem veränderten Wasser erfährt die Lebenstätigkeit der Fische alsbald eine beträchtliche Verstärkung, und bie'matten Tiere sind im Laufe einer Woche wieder mobil. Sogar gewisse Pilzkrankheiten der Fische gehen hier im Anfangsstadium wieder zurück. Diese Pilzkrankheiten bilden eine besondere Sorge der Fischzüchters. Es gibt eine ganze Reihe schädlicher Pilze und Sporen, die sich auf den Maulrändern, Kiemen und Flossenwinkeln der Fische ansiedeln und nun nicht nur den einzelnen Fisch zugrunde richten, sondern von ihm aus das ganze Bassin anstecken und auch die übrigen Fische ruinieren. Es ist daher von Wichtigkeit, daß jeder Fisch, ^owie man den Anfang der Erkrankung bemerkt, schleunigst ^uS dem großen Bassin berauSgenommen und in besondere
Volke, wenn ich Eure Majestät aus Herzensgrund in Schweden willkommen heiße. Das schwedische Volk begrüßt in Eurer Majestät den hohen Herrscher eines befreundeten und stammverwandten Volkes und wir sehen in dem heutigen Besuch einen weiteren teueren und werten Beweis Surer Majestät freundschaftlicher Gesinnung meinem Lande gegenüber. welcher dazu beitragen wird, die Bande noch enger zu knüpfen, die Schweden mit Deutschland verbinden. Vor wenigen Wochen haben Eure Majestät mir und der Königin einen ebenso großartigen wie herzlichen Empfang in Berlin bereitet. Die Erinnerung an jene schönen Tage und an die Güte und Gastfreundschaft, die wir genossen, wird stets in unseren Herzen unvergessen bleiben. Wenn wir äußerlich auch nicht denselben Glanz entfalten können, so mögen Eure Majestät doch überzeugt sein, daß unsere Gesinnungen an Wärme und Innigkeit der Empfindungen in nichts zuriick- stehen. Silagen die guten und. herzlichen Beziehungen zwischen unseren Häusern und Völkern wie bisher auch in aller Zukunft unverändert fortbefteben und sich, wenn möglich, noch vertiefen unb weiter entwickeln. In dieser sicheren Zuversicht erhebe ich mein Gia? auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät, der Kaiserin und auf das Wohlergehen des Teutschen Reiches.
Der Kaiser erwiderte:
Aus tiefstem Herzen danke ich Eurer Majestät zugleich im Namen der Kaiserin für die warnten Worte der Begrüßung und für den ebenso glänzenden, wie herzlichen Empfang, den uns Eure Majestät und Ihre Majestät die Königin, sowie die Stadt Stockholm bereitet haben. Wie Eure Majestät bemerkten, bin ich kein Fremder hier und wahrlich ist es mir und der Kaiserin eine wahre Herzensfreude, einige Tage inmitten teurer Anverwandter und eines befreundeten Volkes zu verweilen. Nicht ohne Wehmut und innere Bewegung stehe ich heute an dieser durch so manche Erinnerung ge= weihten Stätte, denn ich gedenke Seiner Majestät des unvergeßlichen Königs Oskar und alles dessen, was seine Freundschaft und Güte für mich und meinen in Gott ruhenden Vater, ja_für diesen noch in den letzten Stunden seines Lebens gewesen ist. Eurer Majestät aber kann ich nicht genug für die Zusage danken, daß Sie dieses für mich unaussprechlich teuere Erbteil der Freundschaft erhalten und pflegen wollen. Ebenso lebhaften Widerhall findet es in meinem Herzen, wenn Eure Majestät hervorheben, daß die gleichen Bande des Blutes und der Freundschaft auch unsere Völker verbinden. Ich vertraue fest darauf, daß dieses schöne Verhältnis ewig bestehen bleibe und unsere Völker unter dem Schutze äußeren und inneren Friedens in enger Eintracht und regem Austausch fortfahren werden, an den großen Kulturanfgaben zu arbeiten, die ihnen gestellt sind. "Möge dieses schöne Land und dieses markige und ruhmreiche Volk unter Eurer Majestät weiser fürsorgender Leitung einer immer schöneren Zukunft entgegengehen und die Erwartung erfüllt sehen, zu denen seine geistigen und materiellen Schätze in so reichem Maße berechtigen. So erhebe ich mein Glas auf das Wohl Eurer Majestät, des Königshauses und des gesamten schwedischen Volkes.
Zuirr Streik auf der Bulkauwerft.
Stettin, 3. August. Die Vereinigung der Eisenindustriellen Stettins beschloß, falls die Nieter des .Vulkans' nicht bis zum Freitag alle Schwierigkeiten beseitigen, am Samstag 60 Prozent der Arbeiter auszusperren. Falls diese Maßregel erfolglos bleibt, soll der Gesamtoerband deutscher Metallindustrieller um Eeneralaussperrung ersucht werden.
Stettin, 3. August. Die beiden Direktoren des „Vulkan" Stahl und Flohr, sind, wie verlautet, zur Hamburger Beratung der Werftunternehmungen abgereist.
Hamburg, 3. August. Die Gruppe deutscher Seeschisss- werften des Verbandes deutscher Eisenindustrieller hat, da der Verband die Forderung der Nieter auf der Stettiner Vulkanwerft für unberechtigt hält, beschlossen, am 12. August eine allgemeine Einschränkung des Betriebes ein treten zu lassen, falls nicht die N-etcr bis zum 7. August mittags die von der Direktion des „Vulkan" mit ihrem Arbeiterausschuß und der Kommission der Nieter vereinbarten Vorschläge angenommen und damit die Wiederausnahme des Betriebes auf der Vulkanwerst zum 8. August ermöglicht haben werden.
Marokko.
Larrasch, 3. Aug. Schersische Reiter der Garnison Larrasch hatten zwei Scharmützel mit Truppen des hasidischen
Krankenbassins gebracht wird. Das pflegt im Newyorker Aquarium auch prompt zu geschehen und die besallenen Fische werden nicht nur in brackiges Wasser gebracht, sondern man holt sie auch aus dem Bassin und sucht die befallenen ©teilen durch Bepinseln mit desinfizierenden und ätzenden Mitteln von den Pilzen zu befreien. Sublimat und Lysol sind daher auch in der Fischapotheke vertreten. Kürzlich hatte man in Gestalt eines zwölf Fuß langen Grundhais einen besonders angenehmen Patienten. Das Tier zeigte in den Flossenwinkeln Pilzbildungen und wurde daher auf den Operationstisch gebracht. Eine Gruppe für sich bilden die Tiefseefische, die aus großen Tiefen stammen, in denen ein gewaltiger Luftdruck herrscht. Es dauert geraume Zeit, bevor sie sich an die Verhältnisfe dicht unter der Wasseroberfläche gewöhnen, und ihre Schwimmblase kommt dabei leicht in Unordnung. Die Fische verlieren vollkommen die Fähigkeit, ihre Höhenlage zu verändern und liegen beinahe regungslos dicht unter der Oberfläche. Auch diese Patienten haben wiederholt erfolgreiche Behandlung erfahren. In leichteren Fällen wird der Fischkörper andauernd massiert, wodurch biq Schwimmblase wieder in Tätigkeit kommt. In einzelnen Fällen hat man indes zu, einem schärferen Mittel greifen müssen. Die Schwimmblase wurde von anßen her durch eine Hohlnadel angestochen, so daß ein Teil der eingeschlossenen Luft durch die Hohlnadel hindurch ins Freie entweichen konnte. Wie man also steht, ist die Fischdoktorei bereits eine ganz hübsche Spezialwissenschaft geworden, die auch gute Erfolge aufzu- weisen hat, trotzdem die Patienten zur Operation aus ihrem eigentlichen Lebenseicment herausgeholt _ werden müssen. Man kann wohl sagen, daß die Verhältnisse ähnlich liegen, als ob die Menschenärzte ihre Patienten aus den warmen Betten holen und in das kalte Wasser stecken müßten, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen können. Trotz dieser ungünstigen Verhältnisse sind jedoch, wie gesagt, die Erfolge ersprießliche.
Gemeinnütziges.
Ueber den Wert der Suppen. Unter den modernen Zubereitungßarten unserer Nahrungsmittel hat keine mehr
Parteigängers Remiki und schlugen sie mit der Unterstützung Nu Andes in die Flucht. Dieser verlor nur einige Pferde, während ein naher Verwandter und mehrere Anhänger RemikiS getötet wurden.
.Uöhv 3. Aug. Die „Köln. Ztg." meldet aus Tanger: Der von Abdel Asis für Abda eingesetzte Kaid Beni Atmar, dessen Ernennung die Unterbrechung des Handels von Sassi mit Abda veranlaßte und den Einspruch der dortigen Konsuln mit Ausnahme des französischen zur Folge hatte, erklärte sich für Mulcy Hafid.
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p. Lutauus H. Wie vorauSzusehen gewesen, hat Herr v. LucanuS sich von dem Schlaganfall, der ihn am lebten Junitage betroffen, nicht mehr erholt. Ein neuer Anfall trat ein und hat dem bis vor kurzem so rüstigen Greis den Tod gebracht. Sein äußeres Leben hat sich in den Bahnen deS typischen Beamtendaseins abgespielt. — Hermann Car! Friedrich Lucanus wurde am 24. Mai 1831 in Halberstadt geboren als Sohn des Apothekers Dr. phil. Friedrick Gottfried Hermann Lucanus (geboren 1793, gestorben 1872) ans dessen Ebe mit Bertha Mathilde Schubart (geboren 1804, gestorben 1893). Nach Absolvierung seiner juristischen Studien und der Prüfung als Auskultator arbeitete er von 1854 ab in Halberstadt und Frankfurt a. O. und wurde, nachdem er das Assessorexamen abgelegt hatte, 1859 als Hilfsarbeiter in das Kultusministerium nach Berlin berufen, dem er fast vier Jahrzehnte lang angeboren sollte. Er rückte hier 1866 zum Regierungsrat, 1871 zum vortragenden Rat in der Abteilung für die Unterrichtsangelegen- hcilen und 1878 zum Direktor der Abteilung für die geistlichen Angelegenheiten auf. Im Jahre 1881 erfolgte seine Ernennung zum Unterstaatssekretär und am 25. September 1886 wurde ihm der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikate Exzellenz verliehen. Kaiser Friedrich III. verlieh ihm am 5. Mai 1888 den erblichen Adel, und als der Geheime Kabinettsrat Karl v. Wilmowski bald nach der Thronbesteigung Kaiser Wilhelms II. eines Augenleidens wegen in den Ruhestand treten mußte, wurde Herr v. Lucanus zu seinem Nachfolger ernannt. Viele Auszeichnungen sind Herrn v. LucanuS während seiner Dienstzeit zuteil geworden; er erhielt 46 Orden, unter ihnen der höchste preußische vom Schwarzen Adler, und 1884 ernannten ihn die juristische Fakultät in Göttingen und die medizinische Fakultät in Halle zu in Ehrendoktor. — Herr v. Lucanus war mit Fräulein Auguste Wenzel vermählt und Vater von drei Kindern, einem Sohne, Friedrich v. Lucanus, der als Rittmeister und Schwadronschef im 2. Garde-Ulanen-Regiment steht und mit Fräulein Else Poll aus Braunschweig vermählt ist, und von zwei Töchtern, von denen die ältere unverheiratet, die jüngere die Gemahlin des Hauptmanns Walter v. Herrmann, Batteriechefs im Fcld-Artillerie-Rcgiment Nr. 24 in Güstrow, ist. — Die „Kreuzzeitung" schreibt: Durch die Abberufung des Geheimrats v. Lucanus wird namentlich unser Kaiser und König schmerzlich betroffen sein, dem der Verewigte 20 Jahre hindurch ein treuer Diener und sachkundiger Berater gewesen ist. Die Stellung des Chefs des Zivilkahiuelts er- forbert neben einer gründlichen Beherrschung der Staats» und - Verwaltungspraxis und einer hervorragenden Arbeitskraft ein besonders großes Maß von Takt, Zurückhaltung, ja Selbstverleugnung. Diesen schweren Aufgaben ist der Verewigte, das dürfen wir wohl ohne Widerspruch sagen, in vollstem Maße gerecht geworden. Er ist eben darum auch niemals öffentlich hervorgetreten : die Annahme, daß er seine Stellung zu politischen oder persönlichen Zwecken hätte gebrauchen können, war bei ihm. ausgeschlossen. So darf Herr v. Lucanus als Vertreter des preußischen Beamtentums der besten alten Schule bezeichnet werben und seine Verdienste werden bei seinem Könige wie im Lande unoergeffenbleiben.
Der 19. Werbandstâg des Verbandes deutscher Bureaubearnteu zu Berlin erörterte vorgestern soziale Standesfragen der Bureanbeamten. Als erster Redner sprach sprach P. Stengel-Gera über „Bureauschluß und Mindest- ruhezeit der Bureaubeamten", seine Forderungen fanden ihren Vorzüge als die Suppe: Sie führt dem Körper Würm? zu, erquickt also den Erfrorenen an kalten Tagen mindestens ebenso gut wie eine Tasse heißen Kaffees oder Tees; sie ent- hält das Nahrungsmittel in der leichtest verdaulichen Form, weil in der feinsten Verteilung, und sie ist wie keine andere Speiseform geeignet, neben dem Hunger auch den Durst zu stillen. Freilich gelten diese Vorzüge nur unter der Voraussetzung, daß keine zwecklose Wassersuppe geboten wird, sondern eine Suppe, die entweder mit Hülsenfrüchten — Bohnen, Erbsen, Linsen — oder mit Körnerfrüchten: Reis Graupe, Gries, oder mit Gemüsen: Kartoffeln, Rüben oder mit Milch, Obst usw. bereitet wurde. Auch der Fleischbrühe, kann nicht der Vorzug der Nahrhaftigkeit zugesprochen werden, falls nicht Eier ober Fletschpüree in ihr verrührt sind, oder sie nicht die eben genannten Zusätze enthält; ohne diese ist sie vielmehr ein Förderer des Appetits und regt den Magen für die nachfolgende Mahlzeit an, so lange sie in mäßigen Mengen genossen wird. Kindern und Kranken müssen die nährmertigen Suppen dringend empfohlen werden; sie eignen sich aber auch vorzüglich zu einer Zwischenmahlzeit, um den durch Arbeit und Frost oder Hitze ermatteten Körper wiederum zu stärken und ihn zur Fortsetzung der Arbeit zu befähigen. Bei diesem großen Wert der Suppen ist es als ein nicht zu unterschätzender Vorteil zu begrüßen, daß in der neueren Zeit Suppentafeln zum Kauf angeboten werden, mit deren Hilfe das bisher not» wendige stundenlange Kochen der Suppe fortfällt und wodurch eS möglich wird, eine schmackhafte kräftige Suppe im vierten Teil der früher erforderlichen Zeit herzustellen. Von diesen Suppentafeltt sollte bei beschränkter Zeit ein viel größerer Gebrauch gemacht werden, als eS geschieht, da sie der Hausfrau ermöglichen, dem ermüdeten und vom Winter- frost mitgenommenen Gatten allein mit heißem Wasser, ohne besondere Umstände in 20 bis 30 Minuten eine erquickende und nahrhafte Suppe vorzusetzen, und da sie auch für den Jäger, den Touristen, ober den Arbeiter im Freien eine vorzügliche Wärmequelle sind, und daher zweifellos den Vorzug verdienen vor dem Schnaps, welcher bisher immer noch gr- rade bei diesen Beschäftigungen als unerläßlich betrachtet worden ist. Dr. M,