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Montag

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Halienen Grundrechte und die Anordnung, daß der Groß- wefir die Auswahl der Kabineitsminister zu treffen und dem Sultan zur Genehmigung zu unterbreiten habe, mit Ausnahme deS Scheichs Ul Islam, des Kriegsministers und des Marine­ministers, deren Ernennung sich der Sultan unmittelbar vor­behält. Das Reskript trifft ferner Bestimmungen über die Ernennung und Beförderung und die Rechte und Pflichten der Staatsbeamten, sowie die jährliche Aufstellung des Surats- haushaltS und die Ankündigung von Vorlagen betreffend die Abänderung bestehender Gesetze üb-r die Organisation und die Pflichten der Ministerien und Provinzialbehörden. Be­sonders auf die Wehrkraft des Landes bezügliche Bestim­mungen sind, dem Reskript zufolge, dem Kriegsminister zu- gegangen. Der Großwestr wird angewiesen, ein neues Kabi­nett zu bilden.

Konftanttttopel, 2. Aug. (Wien. Korr.-Bur.) Heute vormittag legten die Offiziere und Soldaten der Taximkaserne den Eid zur Verfassung ab. Die gleiche Zeremonie wird für heute oder morgen in den übrigen Kasernen erwartet. Ob aber auch für die Dildizbesatzung, ist nicht bekannt.

Konstantinopel, 2. Aug. (Wien. Korr.-Dur.) Eine Extraausgabe des veröffentlicht eine Depesche des Kommandanten deS Dardanellengeschwaders an den Marine­minister, nach der der englische DampferMaria" mit Izzet Pascha an Bord heute nacht in den Dardanellen angekommen ist. Der Mutessarif und der englische Konsul seien an Bord gegangen und hätten mit Izzet Pascha gesprochen. Der Konsul habe erklärt, er werde nach den Instruktionen seiner Botschaft handeln. Der Geschwaderkommandant habe die Instruktionen deS Ministers verlangt. Die Erregung gegen Izzet Pascha wird immer heftiger. Man ist besorgt, daß er im Falle seiner Auslieferung ein Opfer der Volkswut werde. DaS Blatt veröffentlicht folgende Depesche deS Adrianopeler Komitees für Einheit und Fortschritt: Wir bitten finstre Mitbürger das Gegenwärtige nicht falsch zu deuten. Der Sultan ist unsere einzige Zuflucht. Seine Person steht unter dem Schutze der ganzen Armee und der Nation. Wir bitten Tag und Nacht für sein Leben. Unsere Ansicht war, einige Verräter zu entfernen. Dies hat unser Padischab mit Seelen­größe gewährt. Die Armee wünschte die kaiserlichen Grüße entgegenzunehmen; und dies geschah. Daher gibt es nichts mehr zu fordern. Es lebe der Sultan!

Dte Lage in Marokko.

Paris, 1. Aug. WieLa Libertè" aus Tanger er« lährt, verließen Kontingente und Stämme die M a h a l l a Mulen Hafids, um sich nach Marrakesch zu be­geben. Tie Mahalla selbst unterbrach ihren Marsch, um weitere Befehle abzuwarten.

Paris, 1. Aug. DerAgenceHavas" wird vom 28. Juli aus Fez gemeldet, daß alle Stämme in der Um» gegend der Stadt sich in Aufruhr befinden. In Fez sollen '^ch nicht mehr als 1000 Soldaten befinden und Muley Hafid soll nicht imstande sein, Truppen zur Bestrafung einiger Stämme abzuschicken, die die Ernten des Paschas von F^ verwüsteten.

Safi, 1. Aug. Der spanische Konsul unternahm ver­geblich Schritte beim Sohne Aissas, um die Auf­hebung der Blockierung der Stadt zu erreichen. Das Konsularkorps beschloß, die Abberufung des neuen K a i d s Abda oder doch die Aufschiebung seiner Ernennung zu ver­langen und dem Sohne Aissas zum Ausdruck zu bringen, daß es ihn als verantwortlich für die Lage ansehe.

Baris, 2. Aug. Wie aus Saffi gemeldet wird, wandte sich das dortige KonsularkorpS in einem Schreiben an das diplomatische KorpS in Tanger, in welchem eS für Si Aissa Ben Omar eintritt, dem eS versprochen hatte, ihn in der Behauptung seiner Stellung als Gouverneur der Provinz Abda zu unterstützen. Der französische Konsul in Saffi soll das Schreiben nicht unterzeichnet haben.

Tanger, 2. Aug. Aus Casablanca wird gemeldet, daß die Entschädigungskommission am 20. August bis 20. Sep­tember in die Ferien gehen wird.

Der Islam in Afrika.

Nach Dr. Warneck, dem bekannten Professor der MissionS- wissenschaft in Halle, beträgt die Gesamtzahl der Moham­medaner 210 bis 220 Millionen, wovon auf Afrika 59 Mill, entfallen. Welche Bedeutung der Islam dort hat, beleuchtet« vor einiger Zeit MisfionSdirektor Hennig in einem Vortrage überDeutschlands Anteil an der Erziehung Afrikas". Er wies zunächst darauf hin, daß der Islam seine Rolle durch­aus nicht auSgespielt hat, sondern sehr energisch Mission treibt, und führte dann weiter folgendes aus: In der mo­hammedanischen Welt glimmt die unheimliche Glut eines neuerwachten religiösen Fanatismus, und gerade erst jüngst für den Halbmond gewonnene Gebiete scheinen, wie die Ge­schichte wiederholt gezeigt hat, daS am leichtesten entzündbare Material zu einem Brande abzugeben, der schon wiederholt in der Geschichte der Welt seine verheerenden Wirkungen über die weitesten Gebiete erstreckt hat.

Solch junger islamitischer Boden aber ist Afrika, ja gerade auch Teile des Kontinents, die als unsere Kolonien unS am meisten interessieren. Vor zwei Menschenaltern wußten die Negerstaaten der Guineaküste kaum etwas vom Islam, heute haben die mohammedanischen Hausa, die auf dem Wege deS Handelsfriedlichen" Vorarbeiter des Halbmonds, bereits in Togo die Küste erreicht, und im Hinterland von Kamerun hat die deutsch« Kolonialregierung von 1898 bis 1902 bereits schwere Kämpfe mit mächtigen und kriegerischen Fulbe-Sul- lanaten gehabt, staatlichen Neubildungen, bei deren Ent­stehen die Ausbreitung des Islam mit Feuer und Schwert eine Rolle gespielt hat. In Ostafrika war bis auf den schmalen Küstenstreifen, mit dem die Araber seit alterS YandelSbez-ehungen unterhielten, Jahrhundertelang kaum etwas von mohammedanischem Einfluß zu merken. Da be- ®OIMkDon Sansibar auS die langsame, aber immer weiter Innere vordringende Invasion del ArabertumS, 1820 t r^a6,ra gegründet, in den vierziger Jahren waren die Handelsstraßen brS an die großen Seen gelangt.

Nicht, daß man das Land für den Islam gewinnen wollte, nein gerade daß die eingeborenen Waschenst Heiden warm, gab a das Recht zu dm blutigen Sklavenkrirgen, die d« Much Afrikas warm, bi» die Uiberwinduna des Sklaven­

handels das Arabertum überwand und eine deutsche Kolonie schuf. Seitdem tritt der Araber in der Kolonie zurück. Aber sein Erbe wenigstens in der Achtung des Afrikaners haben angetreten die Suaheli, jenes Mischvolk, das, an der Küste entstanden, Religion, Kleidung und Sitten der Orientalen angenommen hat. So gering ihre Bildung, so äußerlich ihre Religion sein mag, so sehr sie allen alten afri- kanischen Aberglauben dabei beibehalten haben mögen, ja vielleicht gerade darum, sind sie dem Afrikaner ein verwandtes, verständliches und dank der rücksichtslosen Blutarbeit ihrer arabischen Vorgänger doppelt gefürchtetes Volk. Ihre Sprache ist die Handelssprache geworden. Ein großer Teil der Handels liegt in ihren Händen, namentlich des Kleinhandels, der sie _ überall hinführt, und sie treiben diesen Handel mit derselben skrupellosen Rücksichtslosigkeit gegen das Land und den Eingeborenen, die sie in der Schule der Araber gelernt haben.

So sind sie eine schwere Gefahr für eine gesunde wirt­schaftliche Eninückelung der Kolonie. Zugleich sind sie, wo sie auch ersthesyen, die Vorläufer des Islam und bereiten ihm den Weg. Man kann freilich das Land weit durch­ziehen, ohne etwas von dielen Folgen ihrer Anwesenheit zu merken. Hennig passierte einen Kamp von mehreren hun­derten von Eingeborenen. Ein Weg- oder Brückenbau hatte sie zusammengeführt. Der europäische Leiter desselben er« zählte von seinem Leben mit den Eingeborenen. Vor einem Jahr noch hätten sie, wenn er einmal' ein Wildschwein er­legte, jubelnd die Beute heimgeholt und sich wohlschmecken lassen. Heute rühre niemand dasunreine" Fleisch an. Als er gekommen, wären die Leute aufs armseligste gekleidet ge­wesen, nur ein Grasbüschel hätte sie bedeckt. Heute trügen sie Kleider, heutelernten" sie, sie wollten nicht länger Waschenst sein, seitdem Handwerker von der Küste im Kamp eingezogen wären. Ja beim Fasten seien plötzlich zwei Fremde aufgetaucht und hättengepredigt". Dies ein kleines Bild von der MissionSarbeit deS Islam.

AuS diesen Ausführungen ist zu ersehen, welch nicht zu unterschätzenden Nebenbuhler hie christliche Zivilisation und christliche Mission in unsern Kolonien im Islam hat.

Gemeinnütziges.

Die Verhütung des Gallensteinleidens Bekannt­lich ist daS Gallensteinleiden um das vierzigste Lebensjahr herum nicht selten, doch spielen neben dem Lebensalter noch verschiedene begünstigende, sog. disponierende Ursachen dabei eine Rolle. Wenn das weibliche Geschlecht, besonders Frauen, die schon geboren haben, davon häufiger befallen werden, so trägt daran oft die verhängnisvolle Wirkung des Korsetts die Schuld. Oft betrifft es Damen, die zugleich eine mehr oder weniger bedeutende Fettleibigkeit aufroeifen und die, wie es letztere gewöhnlich mit sich bringt, genügen­der körperlichen Bewegung ermangeln und auch an gewohn­heitsmäßiger Verstopfung leiden. Auch zu reichliche Nah­rungsaufnahme, insbesondere der übermäßige Genuß von etten Speisen, disponieren zur Entstehung von Gallenstein. Zur Verhütung der letzteren muß alles vermieden werden, vas eine Stauung der Galle veranlassen könnte. Die Phy- iologie lehrt, daß der Abfluß der Galle erfolgt einerseits durch den Mechanismus der Atmung, da bei dem Akt des Einatmens ein Druck auf die Leber stattfindet, anderseits durch eine gleichzeitig mit der Darmbewegung vor sich gehende zusammenziehende Wirkung auf die glatten Muskelfasern der Gallenblase. Also muß vor allem die Respiration (die Atmung) leicht und gut von statten gehen. Die bei der Atmung in Betracht kommende Muskulatur, also auch die Bauchmuskeln, müssen gekräftigt werden. Einengung des Leibes, zumal des Unterleibes, durch die Kleidung ist zu meiden. Der Fettleibigkeit muß entgegengearbeitet werden. Allen dielen Zwecken dient eine regelmäßige, den Verhält­nissen angepaßte Körperbewegung. Besonders empfehlens­wert ist das Schwimmen, wodurch fast alle Muskeln des Körpers in Tätigkeit gesetzt werden, doch sind auch die ver­schiedenen anderen Sportarten angezeigt, wie Reiten, Rad­fahren, Bergsteigen, Rudern, Schlittschuhlaufen, Lawn-Tennis usw. Auch Zimmer- oder Heilgymnastik wird hier gute Dienste leisten. Ist selbsttätige, sog. aktive Körperbewegung aus irgend einem Grunde nicht möglich, so ist geeignete Massage am Platze. Ein weiterer Punkt, der die größte Be­rücksichtigung verdient, ist die anhaltende, die chronische Stuhlverstopfung. Die Wahl des zur Bekämpfung der letzteren zu verwendenden Mittels ist nicht gleichgültig, und man wird gut tun, zur Regelung dieser Trägheit seinen Hausarzt zu befragen. Selbstverständlich muß auch eine entsprechende Diät innegehalten werden. Zunächst muß die Nahrung quantitativ mäßig sein, hauptsächlich auS Vegeta- bilten, Milch und Eiern bestehen; der Fleischgenuß ist etwas zu verringern, fette Speisen und Alkoholika sind ganz auS- zuschließen. (Schweizerische Blätter für Gesundheitspflege.)

Warum leiden die Kinder an Durchfall? Wäh­rend in der kühlen Jahreszeit die Brechdurchfälle verhältnis­mäßig selten und ziemlich ungefährlich sind, treten sie mit dem Beginn der Sommerwäme häufiger, ja in den heißesten Monaten sogar sehr häufig auf und ihr Verlauf ist dann oft ein so schneller, so gefährlicher, daß in solchen Zeiten die Sterblichkeit unter den Kindern erschreckend steigt. Diese traurige Tatsache, die sich zwar am grellsten in der Groß­stadt bemerkbar macht, aber auch in hohem Grade unter den Landkindern zu beobachten ist, hängt mit zwei sehr wichtigen Dingen eng zusammen, nämlich einmal mit der durch die Hitze verminderten Widerstandsfähigkeit der kleinen Kinder nnd sodann mit dem Vorgang der rapiden Bakterien- vermehrung und chemischen Zersetzung in der Kuhmilch. Will nun die sorgsame Mutter ihren Liebling vor Ver­dauungsstörungen schützen, so greife sie mit Vertrauen zu dem seit über 40 Jahren altbewährten Nestle'schen Kinder­mehl, welches sich auch schon bei vorhandenen Brechdurch­fällen glänzend bewährt hat.

Kandel, Gewerbe und Verkehr.

Marktbericht.

Hanau, 1. Aug. (8 e 6 e n 8 m i 11 e I p r e i f t.) Geflügel: Tauben, daS Pärchen 0.80 bis 0.90 Mark; ein alter Hahn 1.60 bis 2.00 Mark; ein junger Hahn 0.90 bis 1.00 Mark; ein Huhn 1.60 bis 1.80 Mark; eine Ente 2.00 bis 2.60 Mark; eine GanS 8.00 bis 4.00 Mark; GanS, gerupft,. Pfennig, */, Kilogramm. Fisch«: gewöhnlich« Sorte 85 Pfg^ bessere Sorte 40 Pkg.,

Aal 0.901.00 Mark, Hecht 1.10 Mark, Bresem 60 Pfennig, Barben 60 Pfennig, Barsch 70 Pfennig; Karpfen Mk., l/z Kilogramm. Gemüse: Meerrettich die StangePf., Spargel Pfd.. Pfq., Blumenkohl d.St. 3050 Pfg., Kopfsalat b. Stück 5 Pfg., Endivien, da« Stück 5-6 Pfg.; Retüch, das Stück 10 Pfg.; Ober- Kohlrabi, das Stück 85 Pfg.; Unter-Kohlrabi Pfg., Wirsing, d. Stück 1020 Pfg; Weißkraut, d. Stück 20 bis 30 Pfennig, Rotkraut, das Stück 2035 Pfg., Sellerie, 1520 Pf., Gurken, das Stück 1020 Pf., Gurken zum Ein­machen, das Hundert 1,502 Mk., gelbe Rüben, das Bund 5 bis 6 Pf., Neue Erbsen, daS Pfund 2025 Pfg., Neu« Bohnen, das Pfund 810 Pfg., Schnittkohl, die Port. Pfg., Schwarzwurzeln, 1 Pfund Pfennig, Spinat, Port. - Pfg.; Lattig, die Portion Pfg.; Schmalzkraut, die Pornon Pfg.; Kartoffeln, alte, Doppelliter Pfg., neue, b. Doppelliter 15 Psg. Obst: Kirschen, d. Pfd. 2530 Pfg., Stachelbeeren, das Pfund 18 bi« 20 Pfennig, IohanniStranbcn das Pfund" 2025 Pfennig, Trauben, das Pfd. 4050 Pf., Erdbeeren, daS Pfd. . Pfg., Himbeeren, d. Pfd. 203o Pfg., Heidelbeeren da« Pfund 1012 Pfg., Aepfel, daS Pfund 1520 Pfg., Birnen, das Pfund 2030 Pfg., Pflaumen, das Pfund 2025 Pfg., Pfirsiche, das Pfund 4050 Pfennig, Citronen, daS Stück 5-7 Pfg., Apfelsinen, daS Stück Pfennig; Paradiesäpfel, Pfund 3040 Pfg. Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,25-1,40 Mk."; Käse, 1 Stück 46 Pfg.; Eier, da« Stück 69 Pfg.; Gänseeier, Stück Pfg., Zwiebeln, Pfund 10 Pfg.; Welschkorn, Doppell. Pfg., Radieschen, Bündel 5 Pfg.; Kastanien, Pfund Pfg., Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte

18 Pfg.; 8. Sorte Pfennig.

Hus aller Hielt.

Zit dem Tobessturz einer Nachtwandlerin in Velbert, worüber wir berichteten, meldet ein weiteres Tele­gramm : Die 22jährige Tochter eines Möbelhändlers in Velbert schwang sich ' in der Nacht durchs Fenster auf das Dach des Wohnhauses. Hier muß ihr ihre gefährliche Lag« zum Bewußtsein gekommen sein : sie stieß plötzlich Hisserufe aus. Ein nächtlicher Spaziergänger eilte herbei, sah jedoch das Mädchen bereits stürzen.

Milzbranvepidemie in Mähren. Wie ein Telegramm meldet, ist auf der verpachteten Markgraf Pallavicinischen Besitzung Jamnitz der Rindermilzbrand in drei Höfen epidemisch aufgetreten. Zwei Tiere wurden notgeschlachtet und das Fleisch nach Znaim geschickt, wo es als ungeeignet zum Genuß konfisziert wurde. Seitdem sind die Gehöfte behördlich gesperrt. Der Fleischergehilfe Augusta, der drei Milzbrandkadaver abgezogen hatte, wurde dabei durch eine Fliege am Hinterkopf gestochen und mußte im Spital operiert werden; er schwebt heute noch in Lebensgefahr. Auch die Frau eines Deputatarbeiters wurde infiziert, weil ihr beim Aussieden der Milzbrandkadaver Fett ins Gesicht gespritzt war. Der Gutspächter Goldmann hat, nachdem diè Msi^ brandseuche auf einem Hof ausgebrochen war, aus demselben Stall 43 Mastochsen nach Wien transportiert, wo sie verkauft und ausgeschrotet wurden. Es ist eine Interpellation an den Ackerbauminister angekündigt.

Mit Telephondraht aufgehängt. Wie aus Pari« gemeldet wird, hat sich dort der in der Gesellschaft gut be« unnte Bankier Lenger erhängt. Das Selbstnwrdmotiv cheint in verfehlten Spekulationen zu suchen zu sein. Lenger var des Abends nicht nach Hause gekommen und feine be- orgte Gattin telephonierte in seinem Bureau an, um fest­zustellen, ob er sich noch dort befinde. Vom Amt wurde ihr die Mitteilung, daß die Leitung nach dem Bureau gestört ein müsse. Die Dame machte "sich nun selbst auf, um nach Lenger zu suchen. Als sie das Bureau ihres Mannes be­trat, harrte ihrer ein schrecklicher Anblick. Lenger hatte den Telephondraht von der Wand losgenestelt, hatte eine Schlinge daraus gemacht, welche er um einen starken Gar- dinenhaken schlang, war dann auf einen Stuhl gestiegen und hatte sich erhängt. Die unglückliche Frau sank beim Anblick der Leiche in Ohnmacht, aus der sie erst nach mehreren Stunden wieder erwachte.

Eine schwere Benzinexploston ereignete sich in einer Automobilhalle des Grundstücks Residenzplatz 6 in Dresden. Es explodierte dort plötzlich unter heftigen Detonationen der Benzinbehälter eines Automobil«. Dieses sowie der Chauffeur Förster standen sofort in Flammen. Forster wurde als verkohlte Leich« unter den Trümmem heroor- gezogen.

Pestverdächtige Ratten im Hamburger Hafen. An Bord des aus Buenos Aires im Hamburger Hafen ein­getroffenen DampfersGlanada" sind pestverdächtige Ratten gefunden worden. Das Schiff wird einer Ausgasung mit )em Rattenlötungsapparat unterworfen. Die Weiter!öschung )es Schiffes wird unter den üblichen Vorsichtsmaßregeln ge­tastet. Menschen sind nicht erkrankt.

Liebesbrama. In Hamburg erschoß gestern vormittag ein Schiffsoffizier seine Geliebte in der Wohnung ihrer Mutter und tötete sich dann selbst durch einen Schuß.

Durch eine Windhose zerstört wurden auf der Do­mäne S a a tz i g in Pommern ein neuerbautes Wohnhaus und vier Scheunen. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Der Orkan entführte ein Kind und schleuderte es in3 Wasser, wo es ertrank.

Eine entsetzliche Bluttat hat in der Gemeind« Winzenbach im Niederelsaß große Aufregung heroor- gerufen. Der 43jährige Landwirt Neff in Winzenbach be­gegnete, als et aufs Feld fuhr, der 22jährigen Tochter btt Witwe Heinzelmann, die er zu heiraten gedachte. Als Neff auf sein Liebeswerben wiederum abgewiesen wurde, ergriff :r, von Eifersucht und Rache getrieben, eine Hacke und zer- chmetterte dem Mädchen den Kopf. Neff wurde in dem iugenblick von Gendarmen verhaftet, als er, reichlich mit Selb versehen, die Flucht ergreifen wollte.

Verhängnisvoller AuSgang eines Zechgelage». Eine Schar betrunkener, von der Aushebung heimkehrend«» Burschen aus dem rheinischen Orte Radevormwald, die in einem Restaurant in Lennep skandalierten, gingen schließlich M Mißhandlungen des WirleS über. Der herbeieilend« Sohn, der den Vater aus zahlreichen Wunden blutüberströmt hinter d«m t«rstört«n Büßet liegen sah, tötete in her Luft