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I* August '

Samstag

SeUe 11

Einwohner zählenden Sindt Solingen. Ein städtischer Bei- peorbneter, der die Minder-Einnahmen an Ergänzungs- und Einkommenstener oberflächlich abschätzte, kam zu dem Ergeb­nis, daß eine SOpro^entiae Steuererhöhung nötig sein wird, um den durch den Bankkrach und seine Folgeerscheinungen verursachten Fehlbetrag zu decken.

Die skalpierte Amme. Trübe Erfahrungen mit ihrer Dienstherrschaft hat eine junge Bäuerin aus der Normandie gemacht, die sich in Paris bei einer Kaufmannsfamilie als Imme verdingte. Eines Tages wurde ihr von Madame

bedeutet, sie müsse sich ihr langes prachtvolles Haar ab­schneiden lassen, da sie auf dem Kopf zu unsauber sei. Wenn sie sich weigere, diesem Verlangen nachzukommen, werde sie entlassen werden. Gleichzeitig bezeichnete man ihr einen Friseur in der Nachbarschaft, der die Operation vornehmen werde. Mit Tränen in den Augen lieferte die Amme ihren Hauptschmuck dem Schermesser aus, und zur Salzsäule er­starrte sie, als sie sah, daß der Friseur sokurzen Prozeß" gemacht hatte, daß die nackte Kopfhaut zum Vorschein kam Die des Haupthaares Beraubte wollte nun wenigstens das

abgeschnittene Haar zurück haben. Indessen, ihre Dienst­herrschaft erklärte ihr, daß sie daS Haar zum Andenken aufheben werdet Jetzt wurde die Amme stutzig und erzählt« ihr Mißgeschick einigen Dienstmädchen auS der Nachbarschaft. Dabei erfuhr sie dann, daß eS allen Ammen und Dienfb mädchen bet der Herrschaft so ergangen sei. Darauf erstattet« sie Anzeige bei der Polizei und diese ermittelte, daß bet Kaufmann und seine Frau mit dem Friseur unter einer Deck« steckten und auf die eben geschilderte Att und Weis« einen schwunghaftes Handel mit Frauenhaar trieben.

Gesetzlich darf

in MAGGI-Orlginal-Flaschen nichts anderes als echte MAGGI-Würze in Verkehr gebracht werden. Man lasse daher beim Kaufmann MAGGI-Würze nur in

MAGGI-Fläschchen nachfüllen.

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Verdingung

ve- Ausbaues der Wege und Gräben in der Zufammenlegungs- sache von Niedermittlau im Kreis Gelnhausen.

Erdarbeiten r 17 600 Kubikmtr. zu lösen, 5300 Kubikmtr. zu bewegen,

45 Kilomtr. Wege zu planieren, 25 Kilomir. Gräben auszubauen.

Rohrkanäle: 1330 laufende Mtr. Rohre zu verlegen, ausschließlich Materiallieferung.

Chaussierungen: 2 Kilomtr. ohne Materiallieferung.

Maurerarbeiten: 30 Kubikmtr. Mauerwerk, 44 Quadratmtr.

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Pflaster, einschließlich Materiallieferung.

Die VerdingungSbedingunqen und ein Auszug aus dem Kosten­anschläge nebst den zugehörigen Massenberechnungen und Zeichnungen liegen im Landmesserbureau der Königl. Spezialkommission in Hanau, Mühltor­weg Nr. 1, zur Einsicht offen.

Die zum Angebot nötigen Auszüge nisseS sind gegen Einsendung von 1 Mar Hanau zu beziehen.

Angebote sind mit der ausdrücklichen Erllärung, daß der Bieter sich den ausgelegten Bedingungen unterwirft, in schriftlich verschlossenem Um­schlag« spätestens bis zum Beginn des Verdingungstermins an den Land- meffèr Kraft abzugeben.

Der Verdingungstermin findet am 10. August 1308, vormittags halb 9 Uhr, in der Schlegelschen Gastwirtschaft in Niedermittlau statt.

Der Zuschlag erfolgt auf Grund der im Preisverzeichnisse vom Be­werber geforderten Einheitspreise entweder im Termin oder spätestens innerhalb 30 Tagen nach dem Termin.

Hanau den 28. Juli 1908.

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3.25 Lire oder rund 2.90 Mk. für reichliches Abendessen, Wein, Bier, komfortables Logis und Frühstück zu bezahlen hatten. Der Leser mag hieraus ersehen, daß es auch noch herrlich gelegene Sommerfrischen gibt, die an den Geldbeutel durchaus keine hohen Anforderungen stellen. Storo mit seiner herrlichen Lage, in einem lieblichen Talkessel einge­bettet, von deren schroffen Wänden rauschende Gebirgshäche

irS« >ar.

hernieberstürzen, mit seinem tiefblauen Himmel und seiner milden, reinen Luft, stellt noch abseits vom Hasten und Treiben der großen Welt und ihren modemen Verkehi ' mitteln geradezu das Ideal einer ruhigen Sommerfrische d Nach freundlichem Gruß und Handschlaa trennten wir unS pon unseren freundlichen Wirten und rüstig geht eS die in kühnen Windungen das romantische Val Ampola erklimmende schöne Kunststraße entlang, die unS mit dem Höhersteigen immer schönere Ausblicke auf daS hinter uns liegende Chiese- tal bietet. Immer wildromantischer und einsamer wird die Gegend, schäumend und gurgelnd bricht sich daS Flüßchen in der Talsohle seine Bahn, kein Mensch begegnet unS, nur hoch in den Lüften kreisen einzelne mächtige Raubvögel. Fast 2 Stunden ziehen wir so dahin, fast gedrückt von der ge- wattigen Einsamkeit der Hochgebirgswett, bis sich endlich daS Tal weitet und wir gleichzeitig die Paßhöhe erreicht haben. Fast unmerklich beginnt der Abstieg inS Ledrotal. Nun wird di« Gegend wieder lieblicher, schmucke Häuschen klettern an den Berglehnen fast bis zur Schneegrenze empor und überall ertönen die Glocken der weidenden Kuhherden. Bald liegt der stattliche Flecken Piarno mit seiner schönen Kirche vor unS. Es wird gerade Gottesdienst abgehalten und in langer Prozession umzieht gerade die andächtige Ge­meinde die Kirche, um schließlich wieder in derselben zu ver­schwinden. Nur ca. 30 Frauen bleiben draußen vor der Kirchtür knien, eifrig betend und sich bekreuzigend, ein eigen­artiger Anblick. In flottem Wandertempo gehts nun weiter durch das freundliche Tiarno inferiorer nach Bezzecca, wo ein Denkmal an dâs im Jahre 1866 zwischen Oesterreichern und Garibalhinern hier stattgefundene Gefecht erinnert. Jn-

zwischen hat eS die Sonne wieder mal sehr gut mit uns gemeint, sodaß wir endlich mit Freuden den bekannten Gast­hof Tschurtschenthaler in Piere di Ledro erreichen, wo wir Mittag halten. Hier treffen wir auch wieder die ersten deutsch redenden Touristen und auch unverfälschtes Berlinerisch schlägt wieder an unser Ohr. Nach ausgiebiger Rast geht es weiter und schon nach wenigen Schritten dehnt sich der 865 Meter hoch gelegene Lugo di Ledro, ein herrlicher Alpen- fee vor unS auS. Die Straße folgt dem Nordufer desselben über Mezzolago nach Molina, wo der Pönale, der Abfluß be» Ledro-SeeS aus demselben bervorbricht. Hier wollten

wir ursprünglich unser Nachtquartier aufschlagen, aber eS ist erst 3 Uhr mittags und dann waS soll ich es leugnen sehnen wir unS doch mal wieder nach deutscher Unterhaltung und gut deutscher Verpflegung, und als verführerisches, lockendes Tagesziel winkt uns das Hotel Riviera in Arco mit seinem schattigen Garten und seiner schelmischen Wirtin. Also ftisch auf weiter! Unter steilem Abstieg fentt sich die Straße, die Orte LegoS, Brö und Biacesa werden durch­wandert : allmählich macht sich die Sonnenglut immer unan­genehmer fühlbar, die Füße wollen garnicht mehr so recht

und lu

Alle un

parieren: da wird die Macht der Töne zu Hilfe genommen

' iftfg pfeifend geht es nun im Gleichschritt weiter, ifere lieben alten Gassenhauer wieJahrmarktsrummel, Schwalbenmarsch, Gigerlmarsch" usw. werden gttindlich durch­gedroschen, und selbst die unglückseligeLustige Witwe* muß dazu herhalten, unl die Müdigkeit zu vertteiben. Erstaunt betrachten uns die uns Begegnenden und manches Dämchen

empfindet unzweifelhaft etwas wi« Furcht bei unserem An­blick. Na, abenteuerlich genug mögen wir auch ausgesehen haben, schweißtriefend, braun gebrannt und über und über mit Staub bedeckt, dabei lustige Melodien pfeifend. Aber wie jeder, auch der unangenehmste Weg sein Ende hat, so sehen wir auch endlich zwischen den Bergen tief herauf daS unvergleichliche Blau unseres lieben Gardasees heraufblicken und bald darauf macht die Straße eine scharfe Biegung nach links und dicht vor unS in der Tiefe liegt der herrliche See. Der Blick von hier aus ist unvergleichlich schön. Dicht zu unserer Rechten stürzt der Pönale mit schäumendem Fall in die Tiefe, vor uns liegt die ganze nördliche Seehälste auS- gebreitet, wir überblicken all die unS schon lieb und vertraut gewordenen Punkte wir Riva, Torbole Nago usw. Lange prägen wir unS das herrliche Landschaftsbild tief ins Ge­dächtnis ein, dann gilt es noch die letzten 6 Kilometer zu überwinden und nach einstündiger Wanderung auf der wunder- vollen, sich immer an den Pfeifen deS Seeufers hinabziehenden Ponalestraße rasten wir endlich ziemlich erschöpft auf einer Bank an der Hafenpromenade zu Riva. Wir können auf einen Tagesmarsch von 35 Kilometer zurückblicken, gewiß eine ganz respektable Leistung, wenn man die bedeutenden Höhen- unterschiede des WegeS, das glühende italienische Klima und unsere in keinem rechten Verhältnis dazu stehende nordische Ausrüstung und die schweren Rucksäcke berücksichtigt. Ein Kleinbahnzug trägt uns bald von Riva nach Arco und mit unseren letzten Kräften streben wir unserem lieben Hotel Riviera zu. Die helle ehrliche Freude, die auS den Augen des jungen Wirtes und seines niedlichen Frauchens strahlt und mit der wir bestaubte Wandergesellen begrüßt werden, entschädigt unS jedoch reichlich für bte auSgestandenen

Strapazen und wir sind wirklich froh, nicht in Molina geblieben zu fein. Und oh wie köstlich sitzt e» sich bald darauf in dem schönen Garten, wi« herrlich mundet mal wieder ein vernünftiges Beefsteak mit gerösteten Kartoffeln und einem tüchtigen ManneStrunk schäumendes Bier«» und nicht zum wenigsten, wie lieblich plaudert sich» mal endlich wieder in der trauten Mutterspra mit der lieblichen Wirtin. Es beschlich unS ordentlich wohlige» Heimatsgefühl. Spät ist eS, al» wir unS cnbIM zur Ruhe begeben und hoch steht dt« Sonn« am Himmeh als wir unS frisch und gekräftigt erheben. In der S lassen wir den Rest unseres italienischen Geldes in vsteö reichischc» umwechseln, kaufen unS dann für unsere L daheim noch einige von den nizenden Olivenholzs wie sie in Arco in großer Meng« gefertigt werden, wird noch im Hotel ein kräftiger Abschiedstrunk getan, fällt unS der nun folgend« Abschied von den prächtiges Menschen daselbst zu schwer und wir trennen uns mit etneot herzlichenAuf Wiedersehen." Ob'S wahr wird? Ich würd«

mich aufrichtig freuen. Da bis zum Abgang de» Zuge» noch etwas Zeit ist, pilgern wir noch bis zur nächste«

. . w zur nächst«

Station Altresarca und erwarten dort die Kleinbahn, die

uns bald von den herrlichen Gestaden des trauten Garda­sees hinwegführt, auf den wir bei Nago noch einen langen, langen Abschiedsblick werfen. Nun geht eS in schnellem Fluge wieder der Heimat zu, in Innsbruck wird noch ein­mal übernachtet, und auch hier finden wir im gleichen Hotel wieder die gleich gute billige Aufnahme wie auf der Hin­reise, und auch die gleich« feuchtfröhlich« Gesellschaft hält uns bi» zu sehr später, oder sagen wir besser früh« Stunde fest. Schon ziemlich zeitig am anderen Morgen begrüßen wir die deutschen Grenzpfähl« und hier will ich auch von meinen lieben Lesern, die mich getreulich ht» hierher begleitet haben, Abschied nehmen. Schon war di» Tour in allen ihren Teilen, romantisch« und lieblich« Land« schaftsbilder haben wir gesehen, aber wenn auch Itali« eine berückende Farbenfüll«, herrlich« Natur- und Kunstschätzt bietet, uns konnte doch dies alle» nicht unsere heimisches unvergeßlichen Laubwälder auf die Dauer ersetzen, die mit auf unserer Rückreise mit ehrlicher Freud« begrüßten, und wenn es auch zweifellos äußerst reizvoll ist, all da» SA thu da draußen persönlich kennen zu lernen, so möcht« ich doch nicht für immer in jenen grell leuchtenden Gefilden weile« sondern stimme vielmehr auS vollem Herzen in da» Sprich« wort meiner Heimat ein:

.Komm nach Ost, nach To HuuS iS' Best."