Einzelbild herunterladen
 

2S. JitN_________,________________ _

Bismarck und die nationale Arbeit.

' Zum 30. Juli.

Nachdem Fürst Bismarck den großartigen Bau des Deutschen Reiches unter Dach und Fach gebracht hatte, wen­dete er sich mit allem Eiser der nationalen Arbeit, der Förderung der produktiven Kräfte der Nation zu, die vor­nehmlich durch Landwirtschaft und Industrie verkörpert werden. Mit dem ihn auszeichnenden tiefen Verständnis für alle wahren Interessen und Bedürfnisse des nationalen Er­werbs- und Wirtschaftslebens erkannte er das unbedingte Vorrecht der heimischen Produktion, sowohl der Landwirt­schaft wie der Industrie, auf den heimischen Markt an, er wollte beiden helfen und hat beiden geholfen, soweit in seiner Macht stand.

Von Hause aus Landwirt, hatte Bismarck für die Freuden und Leiden, für die Interessen und Bedürfnisse der Land­wirtschaft einen offenen Blick und für ihre berechtigten Wünsche ein offenes Ohr. In vielen und oft gerade packendsten Stellen seiner großen Parlamentsreden beschäftigte sich der gewaltige Staatsmann mit den landwirtschaftlichen Problemen und bemühte sich, die vielfach gegen die Land­wirtschaft bestehenden Vorurteile zu entkräften und in ihr Gegenteil umzuwandeln. Nicht minder aber ließ er sich die Pflege und Förderung der vaterländischen Industrie ange­legen sein. Das dem großen Staatsmanne vorschwebende wirtschaftliche Ideal war das Gleichgewicht zwischen Land­wirtschaft und Industrie/ indem jeder der beiden großen Produktivstände die Bedürfnisse des andern mit deckt und somit Deutschland möglichst unabhängig vom Auslande ge­macht wird. Wenn Bismarck dieses Ideal, wie dies mit allen Idealen zu geschehen pflegt, auch nicht in vollem Maße erreicht hat, so wird es doch eins der schönsten Blätter in seinem Ruhmeskranze bleiben, daß er die Landwirtschaft im Dr-lA wieder hoch zu Ehren gebracht.

Der Schutz der nationalen Arbeit bildete einen der wich­tigsten Grundpfeiler in der wirtschaftlichen Gesamtpolitik des Fürsten Bismarck. Französische Staatsmänner und Volk s- wirte hatten nach dem großen Kriege die Theorie aufgestellt, daß Deutschland trotz des Milliardensegens der Kriegsent­schädigung nicht annähernd so reich sei wie Frankreich, daß die Milliarden bald in Kriegsrüstungen aufgebraucht sein würden, und daß dann im Wettlaufe der kostspieligen Heeres­und Marine-Aufwendungen Deutschland auf die Dauer mit Frankreich nicht würde Schritt halten können. Daraus hatte man in Frankreich die Revanchepläne aufgebaut. Aber Bis­marck machte einen Strich durch die Rechnung, indem er mit der Freihandelspolitik, durch die unsere Handelsbilanz sich in wachsende Defizits verlor^ brach und in die Bahnen des Schutzes dèr nationalen Arbeit einlenkte. Und der Erfolg blieb nicht aus. Die Handelsbilanz wurde aus einer passiven wieder zur aktiven, die Reichskassen füllten sich, der Reichs­kredit hob sich, und das Gespenst der Verarmung Deutsch­lands infolge des wachsenden Ausgabebedarfs für Rüstungs­zwecke war mit einemmal verschwunden.

Die Wahrnehmung des wirtschaftlichen Aufschwunges der deutschen Nation infolge der rationellen Bismarckischen Wirt­schaftspolitik wirkte aber abkühlend auf die französische Re- vanchclust, die Franzosen mußten die Hoffnung aufgeben, aus eigener Kraft mit den Siegern von 1870/71 Abrechnung zu halten und bemühten sich darum eifrig um ein Bündnis mit Rußland. Der Umstand, daß Bismarcks Wirtschaftspolitik alle französischen Spekulationen auf dieAuspowerung" Deutschlands durchkreuzte, hat wesentlich mit zur Erhaltung des Friedens beigetragen, so daß es nicht zu viel gesagt ist, wenn man behauptet, daß die Segnungen des Weltfriedens zum guten Teil auch auf dir Pflege und Förderung der nationalen Arbeit durch den unvergeßlichen ersten Reichskanzler zurückzuführen sind.

handel, Gewerbe und Verkehr»

yreichsbank. In der gestrigen Sitzung des Zentral­ausschusses der Reichsbank bemerkte der Vorsitzende, Vizeprä­sident Dr. von Glasenapp, daß die zum Vortrag gebrachte Wochenübersicht vom 23. d. M. eine fortschreitende Kräftigung des Bankstatus erkennen lasse. Der Metallbestand sei auf 1146 Mill. Mark gestiegen und stelle sich somit um 222,7 Mill. Mark höher als im Vorjahre, um 188,4 Mill. Mark höher als im Jahre 1906 und um 141 Mill. Mark höher als im Jahre 1905. Der Notenumlauf überschreite mit 1455 Mill. Mark die vorjährige Ziffer um 11,7 Mill. Die Wechselanlage weise mit 887,8 Mill. Mark gegen das Vor­jahr einen Rückgang um 132 Mill. Mark auf, die Lombard­anlage sei mit 57 Mill. Mark gegen das Vorjahr um 12 Mill. Mark zurückgegangen. Die fremden Gelder hätten mit 708 Mill. einen Stand erreicht, der die vorjährige Ziffer um 121,7 Mill. Mark übersteige. Die steuerfreie Notenreserve stelle sich hiernach auf 268,4 Mill. Mark, dem Vorjahre gegenüber um 181,8 Mill. Mark günstiger. In den beiden Tagen nach Aufstellung des Wochenausweises sei allerdings ein wenn auch nicht erhebliches An­wachsen der Inanspruchnahme der Reichsbank eingetreten. Im übrigen könne der Stand der fremden Wechselkurse nach wie vor als ein günstiger bezeichnet werden; der Privatdis- kont an der Berliner Börse habe sich auf 25/s Prozent er­mäßigt. Nach alledem liege zu einer Aenderung der Bankrate zur Zeit keine Veranlassung vor. Der Zentralausschuß war mit diesen Ausführungen einverstanden. Schließlich wurden noch einige Gattungen von Schuldverschreibungen zur Be­leihung im Lombardverkehr der Reichsbank zugelassen.

Praktische Anleitung und Winke für den Scheckverkehr von C. Greulich, Archivbeamten der Dis­konto-Gesellschaft, Berlin; Mk. 0,50. Verlag Julius Rosen­thal, Berlin 8. 0. 16, Run gest raße 22. In gedrängter Kürze und leicht faßlicher, übersichtlicher Form macht der Sers off er nach Schaffung des Deutschen Scheckgesetzes das Publikum bekannt und vertraut mit der Einrichtung eines Bankkontos und der vraktischen Handhabung und Benutzung

MiitWVÄ

des Scheckes. Da der Verfasser praktisch im Bankfach tätig ist, so ist er wohl, ganz besonders dazu berufen, belehrende Informationen gerade nach dieser Richtung hin zu erteilen. Nicht nur für den Kaufmann ist der Inhalt des Büchleins außerordentlich wertvoll, sondern es bietet auch dem Beamten, dem Landwirt, dem Handwerker und jedem Privatmanne nicht zu unterschätzende Vorteile. Der Inhalt des Buches ist ganz besonders geeignet, dem Scheckverkehr eine weitere Ver­breitung zu verschaffen. Muster von Scheck- und anderen Formularen sind in reichhaltiger Weise dem Buche beigefügt.

Hus aller Mell.

Dom Blitz erschlagen. Vom Blitz erschlagen wurde der beim Bezirkskommando in Neustettin dienende Gefreite Albrecht, Sohn eines Lehrers aus Teschendorf, Kreis Dram­burg. A. war auf der Rückkehr vom Baden begriffen, als er von einem heftigen Gewitter überrascht wurde. Er suchte nun gegen den plötzlich niederfallenden, mit Hagel gemischten starken Regen Schutz unter einem hohen Baum in den An­lagen. Plötzlich ging ein Blitzstrahl nieder, der, am Baume wenig Spuren hinterlassend, den unter ihm stehenden Ge­freiten traf, wodurch dieser eine schwere Verletzung an der Stirn erlitt, so daß auf der Stelle der Tod eintrat. Mütze und Hose des Unglücklichen wurden zum Teil zerfetzt. Mehrere in der Nähe des Getöteten stehende Kinder kamen mit dem bloßen Schrecken davon.

Feuersbrunst. Im Altonaer Hafen entstand im Kai­schuppen E, in welchem mehrere tausend Sack Guano lagen, eine Feuersbrunst. Es ist der Feuerwehr gelungen, den Brand zu lokalisieren. Der Schaden ist beträchtlich.

Ein Akt empörendster Gefühlsroheit spielte sich in Riesenburg bei Posen ab. Die dortige 42jährige Arbeiters­frau Rlumhof hatte sich erhängt. Ihr Mann versuchte, die Beerdigungskosten aus der Stadtkasse zu erhalten, seine Bitte wurde aber abgeschlagen. Nun lud er gegen Mittag die Leiche seiner Frau auf eine Karre, bedeckte sie mit einem Bettlaken und beförderte sie nach dem Magistratsgebäude, begleitet von einer grossen Kinderschar, welche die Leiche von Zeit zu Zeit mirQe bedeckte, wenn das lose darüber ge­breitete Tuch abrutsckM »Während man die Leiche im Magi­stratsgebäude zurückbeIlL» und abends auf Rechnung der Stadt beerdigte, wurde WuMbof festgenommen. Die Ent­deckung eines Gefängnkslkan^als erregt in dem amerika­nischen Staate Georgia großes Aufsehen. In verschiedenen Fällen wurden Gefangene, die Strafen für geringfügige Ver­gehen büßten, zu Tode gepeitscht. In anderen Fällen wur­den die Gefangenen verkauft, ähnlich wie Sklaven ehemals in diesen Gegenden verkauft wurden. In Georgia besteht nähmlich das System, Gefangene an die verschiedensten Unternehmer als Arbeiter zu vermieten. Dieses System scheint der Keim des ganzen Uebels zu sein. Die Leiden dieser vermieteten Gefangenen sind unbeschreiblich.

In der Sommerfrische grästlich verstümmelt wurde ein zwölfjähriger Knabe aus Berlin, der seit Schul- sckluß mit einigen befreundeten Kameraden bei dem Besitzer Gehrke in Schönaich bei Liebemühl zur Erholung weilte. Die Kinder tummelten sich tagsüber frei und froh in Hof und Feld, wobei der erwähnte Knabe besonders ausgelassen gewesen sein soll, Dieser Tage stürmte er aufs Roggenfeld und kam der im Gange befindlichen Mähmaschine zu nahe, wobei ihm ein Fuß über dem Knöchel glatt abgeschnitten und der andere arg zerfetzt wurde. Nachdem dem Verun­glückten durch einen herbeigerufenen Arzt Notverbände ange­legt worden waren, wurde er in bedenklichem Zustande zur weiteren Behandlung dem Kreis kranken Hause in Osterode zu­geführt.

Die Lokomotive in der Bedürfnisanstalt. Diens­tag morgen 6st- Uhr bei Einfahrt des von Duisburg kommen­den Personenzuges in das Kopfgleis 12 Ost in Düsseldorf überfuhr die Spitze des Zuges mit der Zugmaschine die am Ende des Bahnsteiges liegende Drehscheibe. Tie Maschine drang sodann in das dort stehende Abortgebäude und zer­störte es fast vollständig. Menschen sind nicht verletzt und der Betrieb nicht gestört.

Nachträgliches zur Hinrichtung der Grete Beier. Wie gemeldet, sollte das sächsische Justizministerium in einem zweimaligen Vortrag beim König die Begnadigung der wegen Mordes zum Tode verurteilten Grete Beier be­fürwortet haben. Diese Mitteilung ist, wie jetzt bekannt wird, unzutreffend. Sowohl der Referent im Justizministe­rium als auch der Justizminister selbst haben dem König die Ablehnung des Gnadengesuches empfohlen. Ter berühmte Psychiater Prof. Dr. A. Forel, der zurzeit in der Schweiz lebt, hat über Grete Beier folgendes Urteil abgegeben:Ich halte die Beier für eine erblich absolut defekte hysterisch­moralische Idiotin, die stark messalinisch veranlagt ist. Solche Wesen sind zu allem fähig und sexuell sensationsbedürftig. Um solche Exemplare des Homo sapiens ist es nicht schade". Wie ferner ein Telegramm aus Dresden meldet, ist Staats­anwalt Manul, der als Vertreter der Anklagebehörde in dem Verfahren gegen Grete Beier fungierte, von Freiberg nach Plauen i. V. versetzt worden.

Ein verwegenes Banditenstückchen. Der Guts­besitzer Sciortino in Moreale bei Palermo wurde gestern Nacht durch den Ruf aufgeweckt:Oeffnet im Namen des Gesetzes l" Durch die Türritze sah er vier Karabinieri und einen Zivilisten, die er sofort einließ. Der Zivilist stellte sich als Polizeikommissar nor; er habe den Auftrag, eine Haus­suchung vorzunehmen, und befahl den Karabinieri, den schreckensbleichen Mann festzunehmen. Der Kommissar führte inzwischen eine Haussuchung mit großer Gründlichkeit aus und marschierte dann mit seinen Soldaten ab. AIs der Gutsbesitzer wieder seine Zimmer betrat, fand er alle Schränke erbrochen und alles bare Geld, etwa 10000 Lire, gestohlen. Am nächsten Morgen begab sich Sciortino zum Karabinierikommando und erfuhr dort, daß er das Opfer non als Karabinieri verkleideten gerissenen Gaunern ge­worden war. , , _ , , , _ .

Verunglückt. Der beim Spazierenreiten in München ver­unglückte 19jährige Graf Friedrich Ballestrcm ist gestern vor­mittag gestorben. Seine Eltern weilen seit Montag in '^ "stach dem Genus; von Tollkirschen erkrankten, wie ein Telegramm aus Flechtorf meldet, drei Kinder dortiger Familien- Zwei der Erkrankten sind bereits gestorben, das dritte schwebt in Lebensgefahr.

Verhaftung eines Unholds. Der 21jährige Per­sicherungsinspektor Heinrich n., Stobel aus Frankfurt a. M.

ah

-...... .....

wurde am Finther Berge bei Mainz vom Publikum, das dort einer militärischen Uebung zusah, dabei ertappt, als er an einem zwölfjährigen Knaben ein scheußliche? Verbrechen beging. Nach Verabreichung einer gehörigen Tracht Prügel wurde der Unhold der Polizei zugeführt. Dort spielte er denwilden Mann", weshalb man ihn zur Beobachtung seines Geisteszustandes dem Rochushospital in Mainz über­wies.

Unschuldig verurteilt. Der Kirchenpfleger, Wagner­meister Johann Dötzer wurde im Oktober v. IS. von bei Strafkammer in Bamberg wegen Sittlichkeitsvergehens zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Von dieser Strafe hat D. drei Monate verbüßt, der Rest wurde ihm im Gnaden­wege erlassen. Nunmehr stellt sich heraus, daß das Mädchen auf dessen Aussage hin seinerzeit die Verurteilung erfolgte, die Unwahrheit ausgesagt hat, so daß dem Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens stattgegeben worden ist.

Eine Fata morgana im Schleswigschen. Eine Luftspiegelung von außergewöhnlicher Klarheit wurde Donnerstag abend nach 9 Uhr in Leck am westlichen Himmel beobachtet. Die etwa 50 Kilometer entfernte südliche Halb­insel von Sylt, Hörnum, war mit den Dünen und Dunen­tälern deutlich erkennbar, ebenso für scharfe Augen selbst einzelne Gebäude an der neuen Anlegebrücke. Auch ein Teil der Insel Föhr war am Himmel sichtbar.

Bei einem Taifun in Hongkong erlitten laut tele­graphischer Nachricht die dort befindlichen Dampfer des Nord­deutschen Lloyd keinen oder nicht nennenswerten Schaden.

Vom Dienst enthoben. Pfarrer Mansuy in ArS an der Mosel, der wegen seiner am Sonntag den 26. Januar in der Pfarrkirche zu Ars gehaltenen Predigt von der Straf­kammer des Landgerichts Metz zu zwei Wochen Festungshaft verurteilt worden war, ist vom Bischof Bengler mit Wirkung vom 6. August d. I. vom Dienst enthoben worden.

Verhaftet. Die Polizei verhaftete in Triest den Privat­beamten v. Fodransperg, einen ehemaligen Offizier. Dieser ist dringend verdächtig, die Chansonnettensängerin Lucie Fabry in Lissabon ermordet, den Leichnam zerstückelt und einzelne Teile, darunter den Kopf, ins Meer geworfen zu haben. Der Kopf wurde bereits von Fischern gefunden. Fodransperg leugnet zwar, ist aber des Mordes bereits überführt.

Cholera. In der Stadt Astrachan find vom 24. Juli bis zum 27. Juli elf Erkrankungen an Cholera vorgekommen, von denen vier tödlich verliefen. Die Stadt Zarizyn wurde für choleragefährlich und das Gebiet des dänischen Kosaken­heeres für cholerabedroht erklärt.

Eine Stunde tot. Aus Newyork wird berichtet: Durch einen wunderlichen Brief erregte der bekannte amerikanisch« Arzt Dr. Thomas Mulligam aus New Britain, Connecricut, in Newyork lebhaftes Aufsehen. Der Arzt verständigte einer der führenden Newyorker Blätter davon, daß in seinem Hause eine Patientin läge, die eine Stunde lang tot gewesen ist und darauf wieder zum Leben erwachte. Man entsandte sofort Berichterstatter und diese sprachen auch mit der Patientin, die ihre Erlebnisse aus ihrer Todeszeil aufs Ge­naueste wiedergibt. Sie war noch schwach und hatte Mühe zu sprechen.Alles war zuerst ganz schwarz. Ich hatte daS Gefühl, als glitte ich durch einen leeren, wesenlosen Raum; unendliche Entfernungen schien ich zurückzulegen. Nach einer Weile lichtete sich das Dunkel und vor mir erschien ein selt­sames Licht, das immer mehr anwuchs. Es war nicht wie Sonnenlicht, sondern viel heller, ein flammendes, lichtes Blitzen, das alle Dinge durchleuchtete und man konnte nicht sehen, von wo dies Licht aus einging, denn es war überall in gleicher Stärke. Ich sah mich plötzlich inmitten gewaltiger Menschenmassen, die alle lächelten und hin und her wandelten. Plötzlich sah ich meine Mutter und neben ihr einen entfernten Verwandten, der vor einigen dreißig Jahren starb. Während ich zu ihnen sprach, schien das Licht zu verlöschen, ich erwacht« und sah in das Gesicht von Dr. Mulligam, der sich über mich gebeugt hatte." Der Arzt beharrte darauf, daß der Geist der Kranken absolut klar sei, daß von einem Trance­zustand nicht die Rede sein könnte und daß nach seiner ge­nauesten Untersuchung jede Lebenstätigkeit im Körper unter­brochen war.So weit meine ärztliche Kenntnis und Er­fahrung reicht," bemerkte er,war sie tot."

Olympische Spiele.

London, 28. Juli. Die Regatta begann heute bei prachtvollem Wetter. Im e r st e n S k u l l e n - R e n n e n siegte v. Gaza (Deutschland) über Ciller (Ungarn).

Gemeinnütziges.

Wie vermeidet man das Sauerwerden der Milchs Das Sauerwerden der Milch kann einerseits durch sehr hohe Temperaturen verhindert oder doch verlangsamt werden. Das Kochen der Milch zum Schutz gegen Sauerwerden der­selben ist allgemein bekannt. Erhöht wird die Wirkung bei Kochens aber noch dadurch, daß man die gekochte Milch sofort auf eine niedere Temperatur, etwa 89 Grad Reaumur (Wärme) abkühlt, was durch rasches Einsetzen des mit ge- kochter Milch gefüllten Gefäßes in Quell- oder durch Eiszusatz abgekühltes Wasser zu bezwecken ist. Auf alle Fälle aber ist es fehlerhaft, die gekochte Milch unbedeckt sich selbst abkühlen zu lassen, da die Temperatur derselben nur sehr langsam auf 2030 Grad Reaumur (Wärme) sinkt, welche für die kleinen mit bloßem Auge nicht sichtbaren Lebewesen, Pilze, die bai Sauerwerden der Milch verursachen, die günstige Temperatur ist. Je länger die Milch diese Temperatur beibehält, desto früher wird sie sauer. Milch, welcher äußerlich von Sauer­sein noch nichts anzumerken ist, enthält in vielen Fällen trotzdem schon diese kleinen Lebewesen. Sehr wichtig sind obige Tatsachen für diejenige Milch, die an kleine Kinder verabreicht werden soll.

CiterariTcbes,

Der Kanarienvogel als Hausfreund der deutsche» Familie. Von A. Wulf. Mit 33 Illustrationen. HillgerS Volksbücher Nr. 103. Preis 30 Psg. Gebunden 50 Pfg. Verlag von Hermann Hillger, Berlin 'W. 9. Der flott ge- schriebene Inhalt dieses preiswerten BucheS soll Verständnis» und die Liebe zu unserem kleinen gelben Hausgenossen er­wecken, denn man kann ja mit Recht behaupten, zu eine# trauten Familienleben gehört ein Kanarienvogel. Freiüâ läßt die Behandlung und Pflege des Vogels, größtenteils aus Unkenntnis, oft zu wünschen übrig und gerade hier will der Verfasser in leichtverständlicher Weise und aus praktisches