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Herr und Marine abschafft und seine Land- und Seebesesti- tzungen niederlegt.

Englisches Untertans. Auf eine Anfrage erklärte Staatssekretär Sir Edward Grey, daß der Kaiser von Ruß­land nicht die Absicht zu erkennen gegeben habe, während des laufenden Jahres England einen Besuch abzustatten.

Die Präfidentschaftskandidatnr. Aus Cincinnati, 28. Juli, wird berichtet: Taft nahm die Nominierung zum Prâsidentschaètskandidalen ausdrücklich an und zollte dem Präsidenten Roosevelt Lob dafür, daß er dem öffentlichen Gewissen Ausdruck dahin gab, Gesetze zu empfehlen, welche sich auf die Eisenbahntarife und Trusts beziehen. Ent­sprechende Maßregeln zu treffen, würde die Hauptaufgabe der nächsten Administration sein. Sie müßten vervollständigt werben durch möglichst vollkommene Einrichtungen, durch welche die Gesetzbrecher bestraft würden. Redner trat weiter daftir ein, daß die Eisenbahnen ermächtigt würden, Tarif­abmachungen zu treffen unter der Oberaufsicht der zwischen­staatlichen HandelSkommission und ferner dafür, daß der materielle Wert der Eisenbahnen durch eine Kommission zu bestimmen sei, um festzustellen, ob die Tarife übermäßig hoch seien. Redner wies hierauf auf die absurden sozialistischen Vorschläge m der demokratischen Plateform hin, jede Korporation zu zwingen, ihr« Waren zu demselben Preise im ganzen Land« zu verkaufen, nachdem die Transportkosten berücksichtigt seien. Der Hauptteil der Rede galt dem Ver­gleich der demokratischen und der republikanischen Plateform. Dir demokratische Plattform, so sagte Taft, sei demokratisch, revolutionär und destruktiv, während die republikanische konservativ und ausgleichend sei. Bezüglich der Absicht der Demokraten, den Tarif zu ändern, um eine Einnahmebasis zu erlangen, erklärte Taft, eine derartige Absicht könnte nur die allmähliche Erholung von der letzten finanziellen Depression hintanhalten und ein geschäftliches Unglück herbei­führen. Desgleichen wieS Taft den demokratischen Plan, den BankdepositSren Garantien gegen etwaige Verluste zu schaffen, zurück und erklärte, der Plan in seiner gegenwärtigen Form würde jegliche Schutzwehren gegen Nachlässigkeit im Bankbetriebe beseitigen.

Die Vorgänge in der Türkei.

Konstantinopel, 28. Juli. Amtlichen Mitteilungen der türkischen Blätter zufolge erbat der Kommandant, des 3. Armeekorps Amnestierung auch für die Bandenmitglieder der verschiedenen Nationalitäten der drei Vilajets unter der Bedingung, daß sie den Behörden die Waffen abliefern und in die Heimat zurückkehren. Die Einberufung der Kammer habe eine völlige Eintracht unter den verschiedenen Nationali­täten herbeigeführt und Versicherung der Treue, sowie An­hänglichkeit gegen den Sultan veranlaßt. Der Sultan be­willigte unter den angegebenen Bedingungen die Amnestie. Gestern veranstalteten die Schüler verschiedener Gesellschafts­klassen, von ihren Angehörigen begleitet, mehrere Umzüge durch die Stadt. Auf den öffentlichen Gärten und Plätzen wurden patriotische Reden gehalten, die Zivilbevölkerung ver­brüderte sich mit den Offizieren, die sich an der Kundgebung maffenhaft beteiligten. In den Straßen herrscht lebhaftes Treiben. Hunderte von Händlern bieten Zeitungen zum Kaufe aus, andere verkaufen rote Bänder mit der Inschrift: Fr-iheit, Gleichheit und Gerechtigkeit". Die Bänder werden von der Bevölkerung am Aermel oder am Fez getragen. Am Nachmittag wurde von der hiesigen Sektion desottomani* schen Komitees für Einheit und Fortschritt" ein Aufruf ver­breitet, worin die Bevölkerung aufgefordert wurde, nunmehr ihren Geschäften wieder nachzugehen und das Eigentum und Leben der anderen zu schonen.

Konstantinopel, 28. Juli. Die türkischen Blätter von heute melden folgenden Vorfall: Vorgestern gegen Mitternacht zeigte sich der Sultan der vor dem Pildizpalais versammelten Menge. Er öffnete selbst die Fenster und fragte die Erschienenen, warum sie gekommen seien. Aus der Menge wurde die Antwort laut:Wir wünschen nichts

Sanfter erklangen di« Saiten unserer Sänger, wenn sie das rein Menschliche in des großen Helden Persönlichkeit rühmten. Und auch in dieser Hinsicht steht der verewigt« Kanzler wahrhaft groß da. Trine Brust schmückte bekannt­lich laug« Zrit als einzig« AuSz«ichnung di« Rettungsmxdaille mit der Inschrift:Für R«ttung auS Gefahr", weil er im Jahre 1842 in Lippehne seinen Bedienten Hildebrandt unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens rettete. Ernst Scherenberg deutete treffend di«se Tat und Devise auf Bismarcks ganzes Lebenswerk:

Tief in der deutschen Sichenstammes Rinde

Grubst du, Gewelt'^er, deinen Namen ein.

Daß niemals diese Runenschrift verschwinde, Dein Velk will heu? und ewig Hüter sein.

In Flammenzügen wird sie sich verkünden

Den fernsten Tage«, wachsend immerdar,

Am deutscher Erde Dankesfeuer zünden

Unsterblich dirfür Rettung auS Gefahr'!

Und als der in Ungnaden Entlassen« im stillen Sachsenwalde Gegenstand begeisterter Huldigungen ungezählter Tausender war, da stimmte die für alles wahrhaft Hohe und Edle, gottlob noch immer begeisterte akademische Jugend unter hellem Schlägerklang ihren Bismarckhymnus an:

Horch, SturmeSflügel rauschen, Die deutschen Eichen lauschen! Blinkender Schläger Klang Mischt sich dem Ehorgesang,

Hurra l

Du Held vom Stamm der Eichen, Du SHtter ohne gleichen, Dein Haupt, so hoch betagt, Ob dem Iahrhund«rt ragt, Hurra!" . . .

Aber endlich sank auch diese Eiche dahin, gefällt vom Sturme der Zeit, und ein leiseS, leises Weinen erst, dann wie verha'n ms Klagen und zuletzt wie ein einziger, tief er­greifender Traucrchor rauschte eS von den Harfen unserer Sänger, denen Frida Schanz imDaheim" den rechten Ausdruck lieh:

Mittwoch

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anderes als Gesundheit Euerer Majestät. Seit 32 Jahren haben uns einige Verräter das Antlitz Eurer Majestät nicht gezeigt. Wir haben uns lebhaft nach Eurer Majestät ge­sehnt. Tausend Dank. Jetzt haben wir Eure Majestät ge­sehen. Lang lebe der Padischah." Darauf hielt der Sultan folgende Ansprache:

Meine zc.nder. Seid ruhig. Seit meiner Thronbe­steigung habe ich für daS Gedeihen und das Heil meines Vaterlandes geacbeitet. Mein sehnlichster Wunsch ist das Wohlergehen meiner Untertanen, die mir so nahe stehen, wie meine eigenen Kinder. Gott ist mein Zeuge. Von jetzt an ist Eure Zukunft gesichert. Ich werde mit Euch arbeiten. Lebt nun, Brüder, in Eurer Freiheit. Ich bin befriedigt von der Treue und Dankbarkeit, die Ihr mir bezeugt. Geht nach Hause, ruht Euch aus."

Unter lebhaften Akklamationen zog sich die Volksmenge zurück.

Konstantinopel, 28. Juli. Die Straßen in Stam- bul zeigen fortgesetzt ein belebtes Bild; eine große Menschen­menge, unter ihr viele türkisch« Frauen, wogt dort aus und ab. Der Hof der Pforte ist dicht besetzt. Auch die Demon­strationen dauern an. Gruppenweise drängen die Mani­festanten zur Pfort« und zum Bureau des Großivesirs und stellen mitunter merkwürdige Forderungen; so verlangte eine Abordnung Fleischer die Absetzung des Oberhauptes der Innung. Auch einige politische Gefangene, die nunmehr freigelaffen worden sind, kamen, um dem Großwesir zu danken. Hitzköpfe, namentlich Offiziere, kommen zu den Zeitungsredaktionen und protestieren gegen die maßvolle Haltung der Blätter. Patrouillen durchziehen fortwährend die Stadt. Straßenverkäufer bieten unter großem Lärm die Extrablätter und Extraausgaben, die Broschüren, Flugblätter, sowie Bildnisse des Großwesirs zum Kaufe an. Die hiesige Presse gründete einen Klub.

Konstantinopel, 28. Juli. Wie die Blätter melden, ist ein Hamidie-Kavalirrieregiment unter dem Befehl des Brigadegenerals Ibrahim Pascha zur Dienstleistung bei der Eisenbahn nach Mekka abgegangen.

Konstantinopel, 28. Juli. Wie die türkischen Blätter melden, wurden der Inspekteur der Militärschule, Ismael Pascha, der das Spionagesystem in den Schulen eingeführt hatte und sein Schwager, Oberst Essad Bey, Direktor der militärärztlichen Schule, durch ein Jrade des Sultans ihrer Stellungen enthoben.

Die Zusammenkunft in Reval.

Reval, 28. Juli. Um 1 Uhr mittags fand ein Früh­stück an Bord desStandart" statt und am Abend um 5 Uhr ist ein Diner an Bord deröérité". Die Abfahrt der französischen Schiffe ist auf 2 Uhr nachts verschoben worden. Die kaiserliche Familie begibt sich morgen früh an Bord desStandart" nach den finischen Schären.

Reval, 28. Juli. Präsident Fallières überreichte der Kaiserin zwei kostbare Porzellanvasen und den kaiserlichen Kindern zwei Kisten Spielzeug. Der französische Minister des Aeußern Pichon erhielt eine silberne Tabatière mit Brillanten und dem Emailporträt des Kaisers. Die Minister Iswolski und Pichon hatten heute längere Be­sprechungen.

Petersburg, 28. Juli. Bei der Besprechung der Entrevue von Reval hebt die Restdenzpresse einstimmig die friedlichen Ziele der französisch-russischen Allianz hervor.

Die makedonische Frage vor dem englischen Unterhaus.

London, 28. Juli. (Unterhaus.) Bei der Erörterung des Etats des Auswärtigen Amtes wurde als hauptsächlichste Frage die Lage in Makedonien besprochen. Hierbei erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Sir Edward Grey, was die Verzögerung der Re- formmaßnahmen betrifft, so habe ich kein Geheimnis daraus gemacht, das wir nicht vor hatten, isoliert vorzugehen, und daß wir in Gemeinschaft mit den anderen Mächten handeln mußten. Der Ursprung der ganzen Lage in Makedonien ist die schlechte und schwache Regierung gewesen. Die Regie-

Und er kam, der Schmerz der Schmerzen!

Und du mußt dich dran gewöhnen,

Deutsches Volk, durch alle Herzen Geht ein tiefes Trauerdröhnen!

Höchst«« Herrschers Rufe setzten

Still ein Ziel dem Hehren, Alten,

Der gewaltigsten, der letzte«

Der drei EwigkeitSgestaltm." . . .

Kladderadatsch" (I. Trojan) zeigte in einem ergreifenden BildeDes Helden Heimfahrt" nach Walhalla und widmete ihm eine herrliche Ode, deren Schlutzstrophen so recht auch dem heutigen zehnjährigen Gedächtnistage gelten:

So lange Deutsche Hausen im deutschen Land, Wird diese Stätte heilig dem Volke sein, Wie jene, wo der alte Kaiser

Ruht von dem Schaffen in großen Tagen." . . .

Hier im deutschen Sachsenwalde erneuert das deutsche Volk das Gelübde der Dankbarkeit und Treue seinem großen, unsterblichen Bismarck, dessen Name auf. Hunderten von ragenden Denkmälern leuchtet und im Liede klingt biv in fernste Zeiten.

Am Mausoleum im Sachsenmalde/j

Wo hoch des Sachsenwaldes Wipfel ragen, Da steht ein Grabmal, schlicht aus Stein und Erz; Von Freundeshand zur Ruh hinausgetragen, Schläft dort ein deutscher Mann ein deutsches Herz.

Leis' rauscht es um deS Quaderbaues Mauern Wie Schwerterklang aus Deutschlands großer Zeit, Und wie der Sonnenglanz aus Wolkenschanern Umstammt dies Grabmal die Unsterblichkeit.

*) AuS dem sehr empfehlenswerten Buche: Jul. Pasig, Bis­marck im deutschen Liede (Vereinsbuchhandlung in Berlin, Oranienstraße. Preis elegant gebunden 1 Mark), das im Hinblick auf den zehnjährigen Todestag des großen Kanzlers am 80. Juli von aktueller Bedeutung ist, aber auch zur Benutzung bei patriotiicken F-tten und zu Geschenkiwecten dauernden Wert bat.

rung, die sich selbst unfähig fühlt«, die Ordnung zu 6«* wahren, spielte eine Nationalität gegen die andere aus, an­statt kraftvolle unparteiische Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu ergreifen. Gegen diese Situation und di« Methoden der Regierung erhoben wir in Gemeinschaft mit. den anderen Mächten zeitweilig Einspruch. Nun kam plötz­lich und soweit wir in Betracht kommen, der unerwartete Protest von der türkischen Armee und der muselmännischen Bevölkerung selbst. Das Außergewöhnliche ist, daß diese Ereignisse der unerwartete Protest von der türkischen Armee und der muselmännischen Bevölkerung selbst für einige Zeit in gewissem Maße Sicherheit und Ruhe geschaffen haben. Wir begrüßen für den Augenblick die neugeschaffene Lage. Unsere. Ziele in Makedonien waren niemals politische. Ich möchte betonen, daß für England die makedonische Frage lediglich eine Frage guter oder schlechter Regierung ist. Wir sinq in der makedonischen Frage nur aktiv geworden, weil wir sehr wohl wissen, daß nicht nur die christliche Bevölke­rung unter einer schlechten Regierung leidet, sondern auch die mohammedanische Landbevölkerung. Demnach war unser einziger Wunsch, eine gute Regierung an der Spitze zu sehen. Wenn die Türken jetzt daran gehen, die ganze Ver- waltung des Landes zu verbessern, wenn sie die Bürgschaft übernehmen, daß die Mohammedaner und Christen in gleicher Weise von dieser Verbesserung Nutzen ziehen sollen, dann würde die makedonische Frage auf diese Weis« beigelegt sein. Während wir in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen werden, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Weiterentwicklung Make­doniens zu fördern, müssen wir gegenwärtig eine sympathische und abwartende Haltung beobachten. Hinsichtlich der Frag« der allgemeinen Politik führte Sir Edward Grey weiter aus: Es ist unzweifelhaft durchaus nicht wünschenswert, daß einige Kreise des Landes es so darstellen, cUs ob das Ziel der englischen Politik sei, Deutschland zu isolieren. Ebenso ist es unerwünscht, daß irgend ein Teil der öffentlichen Mei» nung in Deutschland glauben sollte, daß dies der Fall ist. Die Gefühle zweier großen Völker mögen ihrem Grade nach von Jahr zu Jahr wechseln, aber ich bin befugt, zu sagen, daß jeder, der die Geschichte der letzten 20 Jahre unparteiisch überblickt, wird zugeben müssen, daß die Haltung Groß­britanniens nicht diejenige einer Macht war, die der Er­reichung guter Beziehungen widerstrebte. Redner bemerkt« sodann, daß trotz der zwischen England und Frankreich und England und Rußland früher bestandenen Reibung es zu einem Abkommen mit diesen Ländern gekommen sei. Er suhl fort: Es ist noch nicht so lange her, daß geäußert wurde, di« deutsche Politik hänge nicht davon ab, daß eine Feindschaft zwischen anderen Mächten hervorgerufen werde. Ich möchte zufügen, daß, soweit wir beteiligt, es nicht unsere Politik ist, unserer Freundschaft eine feindselige Spitze gegen eine anbei» Macht zu geben, aber wir müssen frei sein, um diese Freund­schaften einzugehen. Nachdem wir sie geschlossen haben, wollen wir ihren Vorteil nicht dazu verwenden, um Feind­schaft zwischen unserem Freund und einem andern Lande zu säen, noch ist es unser Ziel, irgend eine andere Macht zu isolieren. Seitdem man von Isolierung gesprochen hat, ist es nur angemessen, daran zu erinnern, daß Deutschland zwei Verbündete hat und daß wir dieses Bündnis weder mit scheelen Blicken betrachten noch meinten, daß es gegen uns gerichtet sei, ferner, daß wir ungeachtet dessen Abkommen mit Frankreich und Rußland getroffen haben, die oe^-«, ganzen Welt bekannt geworden sind, obwohl die Bestim­mungen der Tripelallianz bisher nicht veröffentlicht worden sind. Es existiert also reicht der geringste Grund, anzu- nehmen, daß Ziel und Ursache dieser Abkommen die Isolie­rung Deutschlands gegenüber den anderen Mächten wäre. Sir Edward Grey erklärte dann, wie es kam, daß die make- donischen Reformvorschläge von England und Rußland aus­gingen und sagte, die anderen Mächte gaben ihre Bereit­willigkeit, ja ihre Freude zu erkennen, die russischen Vor­schläge anzunehmen. Es kann kein Zweisel bestehen, daß die Aktion Englands und Rußlands in der makedonischen Frage in niemand den Wunsch veranlaßte, irgend eine Machtgruppe zu bilden. Sodann streifte Grey noch die Kongojrage und die persische Frage, wobei er auf die im Hause auf ver­schiedene Anfragen schon erteilten Auskünfte verwies/ Nach den wiederholt mit Beifall unterbrochenen Ausfüh­rungen GreyS nahm das Unterhaus den Etat des Aus­wärtigen Amts an.

Hier schläft, der deine Ketten einst zerbrochen, Mein Deutschlaud, dein Befreier und dein Held, Der deinen Wahlspruch dir ins Herz gesprochen: Wir fürchten Gott, sonst nichts hier auf der Welt."

Der dir aufs Haupt gesetzt die Kaisertreue,

Dir Königskind, verachtet und verbannt, Dem Haß und Zwietracht einst zum starren Hohne Das Mal der Knechtschaft auf die Stirn gebrannt.

Hier schläft dein Held, der mächtig dem Jahrhundert Das Zeichen seines Geistes aufgedrückt,

Der viel beneidet und auch viel bewundert, Mit Blumen bald, mit Dornen bald geschmückt.

Es schweigt der Groll an seinem Sarkophage,

Und nur die Träne perlet hell hervor,

Und leise tönen nur Gebet und Klage Um das, was Deutschland ewig hier verlor.

_ War doch die Größe seines Volks sein Streben, Ein Felsen stand er, dran die Flut zerschell«;

In diesem Wahlspruch lag sein ganzes Leben: Wir fürchten Gott, sonst nichts hier auf der Welt."

Laßt fein Vermächtnis uns getreulich halten Furchtlos, wie er getan, wie er gedacht, Laßt Haß und Zwietracht nie fein Werk zerspalten, Das er in langem, hartem Kampf vollbracht! -----

Da rauscht eS plötzlich in den grünen Blättern, Sieh! goldner Sonnenschimmer weit und breit, Und um daS Grabmal flüstert es von Göttern, Von Heldentum und von Unsterblichkeit.

Albnmblätter.

Es sollen ein Gebet die Worte nicht allein, Es sollen ein Gebet auch dir Gedanken sein.

Rückert.