Einzelbild herunterladen
 

BepegSprettr

vterlchährRch 1,80 W., menaüich 60 Pfg., für auk wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postauffchlaz Die mrzel« Nummer testet 10 Pfz.

EinrSSuugSgebShrr

Äotattanlbrwl und Berlag bet Buchdruckerei des«U»

Amtlicher Grgrn für Ztr-t- M LMKreis Am«

Die ffinf gespaltene Petitzell« eher beten Raum 30 U^ tat »eklamentell bte Zeit« 35 W^

n, Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Berantwvrtl. Redakiem: O. S ch r « Ser ta Heoaua

Nr. 175 Fernsprechanschlust Nr. «05. Mittwoch dtN 29. IM

jMWMMMaMBOMMMaBMBHWMHMiBIFIIHMIWIIJIIIMIJtSSfeWMIMWWMWMjj^^

Fernsprechanschlus; Nr. «05. 1908

Amtliches.

Bekanntmachung.

Postpaketverkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Vom 1. August ab sind Postpakete nach und aus den Vereinigten Staaten von Amerika bis zum Gewichte von 5 kg (bisher nur 2 kg) zugelassen. Das Porto für ein Postpaket aus Deutschland nach allen Orten der Vereinigten

Staaten von Amerika beträgt: bis 2 kg . . . . 1 Mk. 40 Pfg., über 2 bt§ 3 kg . . 2 Mk. 10 Pfg., über 3 bis 4 kg . . 2 Mk. 80 Pfg., über 4 bis 5 kg . . 3 Mk. 50 Psg.

Berlin W 66 den 21. Juli 1908.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

Kraetke.

Handelsregister.

Firma Hofapotheke zum goldenen Schwan C.

Wiegand in Hanau.

Das bisher unter dieser Firma von dem Apotheker Carl Wiegand in Hanau betriebene Handels­geschäft ist auf

1. den Apotheker Adolf Varnhagen,

2. den Apotheker Wilhelm Sanitz, beide in Hanau, übergegangen, welche dasselbe unter der veränderten Firma :

Hofapotheke zum goldenen Schwan Varnhagen & Sanitz als offene Handelsgesellschaft fortführen. Die Gesell­schaft hat am 1. Juli 1908 begonnen.

Hanau den 27. Juli 1908. 15443

Königliches Amtsgericht 5.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die städtischen Körperschaften haben durch Beschlüsse vom 19. Mai und 24. Juni d. J. beschlossen, die mit dem Be­bauungsplan der Lamboystraße am 4. Anglist 1894 bezw. 16. Mai 1906 förmlich festgestellten Fluchtlinien der Straße Nr. 9 Strecke Lamboystraße und Aepfelallee abzuändern.

Nach erfolgter Zustimmung der Ortspolizeibehörde zu dem Abänderungsplan wird dieser nunmehr auf Grund des

Feuilleton.

Der große Kanzler im deutschen Liede.

Zum 10jährigen Todestage (30. Juli).

Gleich den gewaltigen Recken des Altertums und der mittelalterlichen Zeit, um deren Wesen und Wirken die Dichtkunst ihren Zauberkranz schlang, klingt auch unseres Bismarck Heldenname im Liede unsterblich fort, und es gewährt einen einzigartigen, hohen Genuß, des genialen Meisters unvergleichliches Wesen, verklärt vom Hauche der Poesie, sich zu vergegenwärtigen. Was dereinst G. G ei bei, derKaiserherold des neuen Reiches", vorahnend erflehte:

O Schicksal, gib uns einen, einen Mann!

Was frommt uns aller Witz der Zeitenkenner,

Was aller Dichter ungereimt Geplänkel

Vom Sand der Nordsee bis zum wald'gen Brenner, Ein Mann ist not, ein Nibelungen-Enkel,

Daß er die Zeit, den tollgewordnen Renner,

Mir eherner Faust beherrsch' und ehernem Schenkel" das ist in Bismarck tatsächlich in Erfüllung gegangen, dessen ganzes Wesen einen echten deutschen Mann ver­körperte. Schon sein Wappen, drei Eichenblätter, deutet das an, wie ein Dichter sang:

Wo solch dreieinig Kleeblatt in voller Kraft gedeiht, Wächst auch die deutsche Eiche empor in Herrlichkeit.

Nicht feiS der welsche Lorbeer, es schlinge stolz und kühn

Um deutsche Heldenstirnen sich deutsches Eichengrün."

Kraft, Mut und Entschlossenheit, die Hauptmerkmale deutschen Wesens, kennzeichnen mich Bismarcks Persön­lichkeit. Er, der als Göttinger Student zu den vortrefflichsten Schlägern zählte, bewies dies schon als junger Abgeordneter im Jahre 1849, weshalb imeine Preussin" begeistert zurief:

§ 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 29. d. M. an vier Wochen lang im Rathause, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan sind während dieses Zeitraumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.

Hanau den 23. Juli 1908.

Der Magistrat.

Bode. 15473z

Städtisches Wannen- und Brausebad.

Bangertstratze 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).

Geöffnet für Männer:

Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 812 Uhr vormittags und 28 Uhr nachmittags.

Sonntag von 812 Uhr vormittags.

Geöffnet für Kranen:

Dienstag und Freitag von 812 Uhr vormittags und 28 Uhr nachmittags.

Preise der Bäder:

Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,

Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg., Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.

Hanau den 2. Januar 1908.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 357

Gefundene und verlorene Genenstände re.

G esund en: 1 Trauring (L. H. 18. 5. 02), 1 braunes Herrenportemonnaie mit etwas über 1 Mk. Inhalt, 1 schwarzes Herrenportemonnaie mit 33 Pfg. Inhalt nebst Schlüssel, 1 woll. Pferdedecke mit der Nr. 12, 1 weißer Griff mit Silberein­lage von einem Damenschirm, 1 Sack enthaltend Werkzeug.

Verloren: 1 Ledermappe mit 1 tandw. Los und 1 Krankenbescheinigung, 1 Glaserdiamant.

Zugelaufen: 1 junger schwarzgrauer Pinscher m. Geschl., 4 junge Gänse.

Entlaufen: 1 hellgelber Rattenpinscher m. Geschl.

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.

Entflogen: 1 Kanarienvogel.

Hanau den 29. Juli 1908.

Gefunden: 1 Zehnmarkstück, 1 Regenschirm.

Mittelbuchen den 27. Juli 1908.

Bürgermeisteramt. 15459

Hui, Bismarck, wie klingt deine Rede so gnt!

Hui, Bismarck, wie fsammft bit in Löwenmut!

Das Schwert deiner Rède, es blitzet so frei, Und der Sinn deiner Rede ist ewige Treu."

Müller v. Königs winter aber singt im An­schluß an Bismarcks Wahlspruch:Noch lange nicht genug !"

Hei, Jugendblut hat Ucbermnt!

Otto von Bismarck, halt!

Wer aber zähmt die wilde Glut?

Fast stürmt er mit Gewalt.

Des Lebens Becker schäumet hell.

Er trinkt mit vollem Zug,

Er jagt und saust und brauset schnell

Noch lange nicht genug!" . . .

Ein Held, unvergleichlich in seinem Wollen, Ringen und Leiden, blieb der große Kanzler sein Leben lang. Man er­innere sich nur der Kaltblütigkeit und kühnen Entschlossenheit, die er bei den gegen ihn verübten Attentaten bewies. Beim ersten, 7. Mai 186g Unter den Linden durch Blind, der fünf Schüsse aus unmittelbarer Nähe auf ihn abgefeuert hatte, warf sich der Nngcschossene unmittelbar selbst auf den Mörder und hielt in fest, bis Militär herbei kam. G. H e s e - fiel deutele dies Verhalten Bismarcks sinnig:

.Wohlauf, mein Preußen, fasse du

Nur stark und fest wie Bismarck zu,

Ersticke kühn den glühnden Brand

Mit Eisendrucke deiner Hand!

Voran, mein König, stolz und fest,

Die Doblen stoßen aufs Adlcrnest!

Fünf Schüsse sind ein Zeichen sein:

Gott will auch fürder mit Preußen sein!

Die Klinge blank und die Kugel im Lauf: Mein edlès Preußen, mit Hurra drauf!"

Vor allem waren es die Kriege 1866 und 1870/71, die Bismarcks Namen geradezu populär machten; man er­kannte, wie er mit seiner anfangs von Kurzsichtigen ver­ketzerten, so großzügig angelegten Politik auf dem rechten Wege war. So begrüßte Direktor Bonnell vom Friedrich- Werderschen Gymnasium den großen, siegreich von Böhmens

PolitiTdbe Run dich au«

Reichstagsersatzwahl. In der gestern nachmittag in Wolfenbüttel abgehaltenen Vertrauensmännersitzung der nationalen Parteien wurde gegen die Stimmen der LandeS- rechtspartei der Kandidat des Bundes der Landwirte Land­lagsabgeordneter Kley-Jerrheim als Kandidat der bürger­lichen Parteien für die bevorstehende Reichstagsersatzwahl im zweiten braunschweigischen Wahlkreis bestimmt. Die Landes­rechtspartei hat ihrerseits den Notar Dedekind-Braunschweig als Kandidaten nominiert, während die Sozialdemokraten erst am kommenden Sonntag auf der Kreiskonferenz zu der Frage Stellung nehmen werden.

Die liberale Fraktion des bayerischen Land­tages und der Abgeordnete Pfarrer Gramdinger haben eine Interpellation eingebracht, in der die Staatsregierung befragt wird, ob ihr bekannt sei, daß der Kultusminister durch Ent­schließung vom 22. September 1907 und 16. Mai 1908 gegenüber einem Münchener Hochschullehrer in das verfassungs­mäßig gewährleistete Recht der freien Meinungsäußerung ein« gegriffen und in anderen Fällen den Versuch hierzu gemacht hat. Diese Interpellation wird vorläufig nicht zur Sprache kommen, da der Kultusminister, wie gemeldet, seit gestern erkrankt ist.

Dänemark. Der aus 19 Mitgliedern zusammengesetzte Landesverteidigungs-Ausschuß hat der Regierung und dem Reichstag seinen Bericht vorgelegt, der mit den Anlagen über 2000 Quartseiten umfaßt. Da in dem aus Mitgliedern aller Parteien zusammengesetzten Ausschuß eine Einigung nicht er» zielt worden war, sind vier verschiedene Vorschläge über die Regelung der Landesverteidigung in den Bericht ausgenommen, wozu noch die beiden Vorschläge des Marine- und des Heeressachverständigen des Ausschuffes, die aber nicht stimm­berechtigt waren, kommen. Drei Vorschläge des Ausschuffes fordern je nach der Grundauffassung über die Verteidigung Dänemarks ob nämlich auf der Seefeite im allgemeinen, oder auf Seeland mit der Hauptstadt im besonderen, oder schließlich auf die Landseile der Hauptwerk zu legen sei eine größere oder geringere Vermehrung und andere Eintei­lung der See- unb Landstreitkräfte und der Befestigungen, ferner eine stärkere Ausnutzung der Wehrpflicht und eine den Vorschlägen entsprechende Mehrbelastung des Flotten- und Heeresbudgets mit einmaligen und dauernden Ausgaben, so­wie die Einführung einer Wehrsteuer. Der von den Sozia­listen ausgehende vierte Vorschlag hält eine Verteidigung Dänemarks gegen eine Großmacht für unmöglich und spricht aus, daß der internationale Charakter und das starke An­wachsen der Sozialdemokratie namentlich in Deutschland, die sicherste Bürgschaft für die Bewahrung des Friedens bieten; daher wird in diesem Vorschlag beantragt, daß Dänemark - .......- ..... Schlachtfeldern heimkehrenden ehemaligen Schüler in eine schwungvollen Ode, in der es u. a. dieß :

Jetzt kehrst du siegreich heim aus dem blut'gen Krieg, Gefallen ist bie Wand, die den Weg gehemmt,

Mit kühnem Schlag hast du zerschmettert,

Was in den Abgrund dich sollte stürzen.

Mit Staunen sieht erfüllet dein Seberwort

Das deutsche Volk, das jüngst es von dir vernahm:

Nicht Worte, Feste, Trinkgelage,

Kampf nur und Blu t wird cs einst vereinen!"

Und das glorreiche Jahr von 1870/71 brachte die herrliche Vollendung. Da mürbe der gewaltige Recke zum Ncichs- schmied, von dem der schweizer Dichter K. F. Meyer die passenden Verse sang:

Hell klingt der Ambos, kurz der Spruch:

Drei Schläge tu ich mit Segen und Fluch.

Der erste schmiedet den Teufel fest.

Daß er die Welschen nicht siegen läßt.

Den Erbfeind trifft der zweite Schlag,

Daß er sich nimmer rühren mag.

Der dritte Schlag ertöne rein:

Er soll für die deutsche Krone fein!"

Vielleicht hat kein Gedicht die unsterblichen Verdienste des genialen Rcichsschmiedes und Reichsbaumeisters so treffend gekennzeichnet, als die kurze Gemälde-Inschrift, die neber andern (Moltke, Kronprinz usw.) bei der Einzugsfeierlichkeit in Berlin (16. Juni 1871) an der Akademie der Künste von Bismarck rühmte:

Eisengeschmiedet erwuchs, mit Blut gekittet, die Einbeit, Trotzend den Stürmen der Zeit; Meister, du löstest dein Wort!'

Selbst die anfangs Widerstrebenden und grollend abstitS Stehenden waren nun zu besserer Einsicht bekehrt, und einer von ihnen, Oskar von Redwitz, bekennt es offen und frei (An die Gegner Bismarcks"):

Und furchtlos will ich'r ehrlich eingestchen Denn nie bringt Schande die verkannte Wahrheit, Doch schimpflich ist's, auf falschen Trotz zu pochen. In anderin Licht lernt ich bie Welt besehen, In manches dunkle Wirrsal kam mir Klarheit, Manch hartes Wort, jetzt bleib' es ungesprochen'