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General-Anzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 164 F-rnsprechai»schlutz Nr. 605»

Slmtrrch-s.

Stadtkreis Rariau. Bekanntmachung.

Nachtrag

zur Ordnung betr. die Erhebung einer Hunde­steuer vom 29. März u. 1. Mai 1899.

Auf Grund des Beschlusses des Magistrats vom 24. März 1908 und unter Zustimmung der Stadtverordneten- Bersammlung vom 24. April 1908 wird hierdurch in Ge­mäßheit der 88 16, 18 und 82 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 und des § 13 der Städieordnung für di» Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 für den Bezirk der Stadt Hanau nachstehende Ordnung über die Erhebung einer Hundesteuer erlassen.

I. Der Eingang des § 5 erhält folgende Fassung:

Die von Militär- und Polizeibehörden zu militärischen und polizeilichen Zwecken gehaltenen Hunde sind steuerfrei."

II. Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage der Bekannt­machung in Kraft.

Hanau den 30. April 1908.

Der Magistrat.

Hild.

Genehmigung des Bezirksausschusses vom 22. Mai 1908, B. A. 826/08. Zustimmung des Ober-Präsidenten vom 10. Juni 1908, Nr. 5789.

Wird veröffentlicht. Hanau den 30. Juni 1908.

Der Magistrat.

Hild. 14791

Beim unterzeichneten Kommando wird am 1. Oktober » Js. noch ein Zweijährig-Freiwilliger (Schreiber) eingestellt.

Junge Leute mit guter Handschrift und Schulbildung wollen umgehend ihre Führungs- usw. Zeugnisse und einen selbstgeschriebenen Lebenslauf einsenden an

Bezirkskommando Hanau a M.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 weißer Damen-Sonnenschirm (in einem Geschäft stehen geblieben), 1 mattgoldene Brosche mit blauem Stein und kleinem Anhänger.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 4,90 Mk., 1 Netz mit 6 Tennisbällen mit dem Namen Geibel, 1 dunkelbraunes

Feuilleton.

Schlechte und gute Lust.

Von Dr. med K. Beerwald.

Der Sommer ist in der gegenwärtigen Zeit mehr als in irgend einer vergangenen die Zeit des Reisens geworden. Selbst der weniger Wohlhabende sucht einen Teil der sommer­lichen Tage außerhalb seines gewohnten Wirkungskreises zu verbringen, und die Wohlfahrtspflege bemüht sich, in den Ferienkolonien und Ferienwanderungen die Kinder der Armen hinauszuführen aus der Stadt in die Wälder, an die See, in die Berge. Trotz ihrer Zunahme haben aber vom gesund­heitlichen Standpunkt aus die sommerlichen Reisen nicht Schritt gehalten mit der Entwicklung der Industrie, welch' letztere es unbedingt als wünschenswert erscheinen läßt, daß die Bewohner der Großstädte, die Bewohner der Industrie- mittelpunkte jährlich einige Wochen ihren Wohnort verlassen, um in gesundheitlich einwandfreierem Aufenthalt einiger­maßen die Schäden und Nachteile auszugleichen, welche wäh­rend des übrigen Teiles des Jahres durch den Zwang des Berufes und der Lebensweise veranlaßt werden.

Die Industrie hat allmählich die Großstädte und Jndu- strieorte mit einem Wald von Schornsteinen durchsetzt und umgeben, ununterbrochen lagert über der großen Stadt eine Dunstwolke, die selbst an sonnigen Tagen den Sonnen­strahl nicht mit voller Kraft hineindringen läßt in die engen Höfe, und in hohen Häusermassen wohnen unter dieser Wolke unter möglichster Ausnutzung des Bodenraumes dicht an­einandergedrängt die Menschen. Daß solche Wohnungs­verhältnisse schon wegen der ungenügenden Luft in hohem Grade schädlich sein müssen, ist selbstverständlich, und wie schädlich sie sind, daS zeigt uns das Verhalten der Pflanzen. Es ist eine vielfach beobachtete Erscheinung, daß in der Nähe von Fabrikanlagen und unter dem Einfluß von derenAus- dünstungen und Rauch die Bäume des benachbarten Waldes «ingeben, pnd gam beü).nbftt£-.fiiib. eS. bie ÄaüliIhölLSl»..lLÜâ>L.

Donnerstag den 16. Juli

Damenportemonnaie mit 6 Mk., 1 goldener Kneifer mit seidener Schnur, 1 gelbes Handtäschchen (mit 4 Mk., Taschen­tuch, Vorplatzschlüssel und Häkelarbeit).

Entflogen: 1 grüner Kanarienhahn.

Entlaufen: 1 grauer Wolfsspitz w. Geschl.

Hanau den 16. Juli 1908.

politische Rundschau.

Eine neue Militärvorlage. DieMark. Volks­zeitung", der Ableger derGermania", des führenden Zen­trumsorgans, schreibt:Eine neue Militärvorlage soll nach Informationen aus guter Quelle noch vor dem Ablauf des Sextennats dem Reichstage unterbreitet werden. Die jetzt geltende Friedenspräsenzziffer gilt zwar bis zum Jahre 1911, so daß nach dem bisherigen Modus erst im Winter von 1910 mit einer neuen Vorlage zu rechnen wäre. Aber man scheint die jetzige Lage kräftig ausnützen zu wollen und überlegt, ob man nicht schon im nächsten Winter oder im Winter 1909 mit der neuen Vorlage kommen soll. Die Mehrforderungen sind ganz ungeheuer und sollen mit der Auslandspolitik be­gründet werden. In den Reihen des Generalstabes will man nicht länger warten. Ob der Kriegsminister sein Versprechen, daß er nicht vor dem Jahre 1911 mit der neuen Vorlage kommen werde, halten kann, steht auf einem anderen Brette. Man spricht auch von einem Wechsel im Kriegsministerium ... Als etwaige Nachfolger von Einems nennt man die Generäle von Lochow und Gallwitz. Letzterer steht derzeit in Köln; ersterer ist im Ministerium beschäftigt. Die ersten Wochen im Monat September werden die Entscheidung über diese Frage bringen, da man erst die Resultate des Kaisermanövers abwarten will." Die Nachricht ist mit Reserve aufzu­nehmen.

Wahlprotefte. Die Frist zur Anbringung von Ein­sprüchen gegen Ergebnisse der preußischen Landtagswahlen ist vierzehn Tage nach Eröffnung der kurzen Juni-Session ab­gelaufen. Es ist nach einer Zusammenstellung der National­liberalen Korrespondenz gegen die Wahl von 52 Abgeord­neten Widerspruch erfolgt. Das sind: Graf v. Ballestrcm (Ztr.), v. Prittwitz u. Saffron (kons.), Oppeln 1. Fischbeck (Fr. Vp.), Witzmann (natl.), Liegnitz 5. Just (natl.), Lüne­burg 7. Mogk (natl.), Marienwerder 7. Dr. Bell (Ztr.), Düsseldorf 13. Dr. Belzer (Zentr. Z Brandhuber (Zentr.), Sigmaringen-Hohenzollcrn. Hausmann (natl.), Hannover?. Dr. Lohmann (natl.), Wiesbaden 2. v. Brandenstein (kons.), Graf v. Bredow-Görne (kons.), Metzenthin (kons.), Potsdam 7. vom Rath (natl.), Koblenz 7. Büchtcmann (Fr. Vp.), Wagner (Fr. Vp.), Liegnitz 7. Felisch (kons.), Hammer (kons.), Potsdam 9. Holtschke (kons.), v. Kalckreuth (kons.), Frankfurt 2. Dr. Dionysius (kons.), Bromberg 4. Für-

mehr und mehr absterben oder mindestens in ihrer Entwicke­lung stark aufgehalten werden. Wie kümmerlich ist auch in der Stadt das Leben der Stubenpflanzen, wie mühsam bringen wir sie dort zur Blüte, wie bald welken sie trotz aller Pflege dahin und gehen ein! Der menschliche Organis­mus ist nun mindestens ebenso empfindlich organsiert wie die Pflanze, er leidet in gleicher Weise unter derartigen für ihn unnatürlichen Verhältnissen, und wenn sich auch die Folgen nicht sofort äußern, mit den Jahren kommen sie un­weigerlich als lästige chronische Erkrankungeu, die dann trotz aller ärztlicher Hilfe wohl zu lindern, aber nicht mehr zu be­seitigen sind.

Mit Recht haben sich in den letzten Jahrzehnten die WorteSommerfrische" undLuftkurort" gebildet. Wir gehen in der Tat in die Sommerfrische" in einenLuit"- kurort, und daß es ein Luftkurort ist, das erkennt der Städter mit seiner gequälten Lunge daran, daß schon allein durch den Ortswechsel ein Leiden schwindet, das fast alle Großstädter haben und ihnen so zur Gewohnheit geworden ist, daß sie es fast gar nicht mehr empfinden: näm­lich der leichte Katarrh des Kehlkopfes und der Luft­röhre Wir haben uns bereits daran gewohnt, uns besonders des Morgens und Abends in der Großstadt zu räuspern: regelmäßigen Hustenstößen des Morgens legen wir gar keine Bedeutung mehr bey und es ist auch in der Tat als eine Reinigung der Lunge zu betrachten, wenn wir des Morgens mit einem grauen, selbst bisweilen schwar­zen Auswurf aus der Lunge Schmutz und Rußteilchen ent­fernen welche wir am Tage vorher reichlich mit der Atem­luft ausgenommen hatten." Diese Rußteilchcn sind aber nicht die Hauvtgefahr des RaucheS in und über der mbt, son­dern viel gefährlicher und auch die Ursache für daS Absterben der Pflanzen in der Nähe von Fabrikanlagen mit Kohlen­feuerung sind die Beimengungen von schweflichor Säure, welche sich als Folge der Kohlrnverbrennung der Lust bei= mengen und wegen ihres reizenden ätzenden Einflusses das wiederholte Räuspern Hervorruten. Wenn auch ein solcher Reiz zunächst an und für sich nicht als Krankheit betrachtet werden kann, so bedingt er doch immerhin eine Schwächung

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F-rnsprechanschluß Nr. 605. 190 8

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bringer (natl.), Aurich 1. v. Conrad (freikons.), Frhr. v. Schoenaich (kons.), Marienwerder 2. Schmieding-Dort­mund (natl.), Arnsberg 5. Schwartz-Reichenau (freikons.), Wolff-Lissa (Fr. Vgg.), Reinecke-Gußwitz (kons.), Posen 6. Nissen (Däne), Schleswig 2. Hoffmann (soz.), Berlin 12. Sauermann (Ztr.), Düsseldorf 15. Reinbacher (Frs. Vp.), Potsdam 11. Meyer-Rottmannsdorf (freikons.), Karow (kons.), Wollkowski (kons.), Danzig 2. Blancke (freikons.), Lüneburg 2. Dr. Busse (kons.), Bromberg 3. Dr. Wend­landt (natl), Saffet 5. Türcke (wild), Cassel 6. v. Tilly (kons.), Kuhr Rogasen (Frs. Vgg.), Posen 2. v. Stock­hausen (kons.), Cassel 4. Dr. Beckmann (kons.), Wies­baden 6. v. Negelein (kons.), Cassel 10. v. dem Knesebeck- Colborn (freikons.), Lüneburg 5. Kapitza (Pole), Wodarz (Zentr.), Oppeln 2. v. Klöden (Bund d. Landw.), Wies­baden 7. Borgmann (soz.), Berlin 5. Heimann (soz.), Berlin 6. Hirsch (soz.s, Berlin 7. Gegen die heißumstrittenen Wahlen in Ober-, Nieder-Barnich und Flensburg ist Ein­spruch nicht erhoben worden.

Ueber die Behandlung der Maiseier auf dem Hamburger Gewerkschaftskongreß schreibt derKorrespondent für Deutschlands Buchdrucker":Die Toten kehren nicht wieder. Trotz der Beschlüsse des Amsterdamer Kongresses, trotz der Vereinbarungen zwischen der Generalkommission und dem Vorstand der sozialdemokratischen Partei kann ohn« Uebertreibung gesagt werden, daß die Arbeitsruhe am 1. Mai in Hamburg in den letzten Zuckungen lag. Wäre man nicht wie die Katze um den heißen Brei herumgegangen, so würde auch der bestimmte Wille des Kongresses zum Ausdruck ge- kcmmen sein, daß die Arbeitsruhe am 1. Mai nicht mehr zu halten ist. Die Arbeitsruhe am 1. Mai ist tot Wären wir zu Wort gekommen, würden wir bie Aus­hebung des Beschlusses über die Arbeitsruhe am 1. Mai ver­langt haben."

Vereinswesen in der Ostmark. Ueber ostmârkische» Vereinswesen schreibt ein Ostmärker: Wie im übrigen Deutsch­land blüht auch bei uns ein reges Vereinsleben. Und daS ist gut so und soll nicht getadelt werden. Aber die meisten dieser Vereine verfolgen doch nur ihre begrenzten Ziel« gt« fettiger Betätigung, sie arbeiten zu wenig an der Aufgabe mit, das deutsche Gemeingefühl zu pflegen. Ihnen fehlen weitsichtige, mutige Führer. Wie wenige Städte haben z. B. jenen Vereinsverband in Hohensalza nachgeahmt, der bei staatlichen und städtischen Wahlen, bei nationalen Jetern x. alle deutschen Vereine fest zusammenschließt. An vielen Orten sind sogar die Ortsgruppen des Deutschen Ostmarken­vereins nichts weiter als kümmerliche Geldsammelstrllen. Wenn nun so wenig Führer freiwillig in die vordere Linie treten, wenn namentlich die akademisch gebildeten Kreise sich ihren nationalen Pflichten entziehen auf polnischer Seite sonst dafür günstig sind, eine ernste Kehlkopf- und Lungen­erkrankung folgen und folgt auch viel häufiger, alS man bis­her anzunehmen geneigt war. Jede Schwächung des Orga­nismus oder eines seiner Teile wird eine Gefahr, weil sie die Widerstandskraft gegen die uns reichlich umgebenden Krankheitsmöglichkeiten vermindert, und weil sie daS Ein­dringen von Krankheitskeimen erleichtert. Es ist daher kein Zufall daß die Lungentuberkulose in den Großstädten und Jndustriebezirken die meisten Opfer fordert, und wenn man auch dem Ruß an und für sich eine desinfizierende Wirkung zuschreibt, so wird dieselbe doch auf der andern Seit« durch die Schwächung der Atmungsorgane aI3 Folge des Rauches mehr als aufgehoben, ganz abgesehen davon, daß das enge Zusammenleben, wie wir sehen werden, auch unmittelbar« Nachteile für Lunge und Körper hat.

Schon zu den glücklichen Zeiten der alten Hellenen ha^ man den Unterschied gekannt zwischen der Luft in den eng gebauten Städten und den freien Bergen, und schon Hippo- krates hat in der Bergluft ein Heilmittel gesehen. Stets hat man nach dem Wesen jenes Unterschiedes geforscht, und als die Chemie die Analyse der Luft gestattete, und man fand, daß die uns umgebende Luft in 100 Teilen 78 Teile Stick­stoff, 21 Teile Sauerstoff und in dem verbleibenden letzten Teil neben unwesentlichen anderen Beimengungen gering» Mengen Kohlensäure enthält, glaubte man, in den Schwan« kungèn des Sauerstoffs und der Kohlensäure die Ursache( den so verschiedenartigen Einfluß der Luft auf den pflanz­lichen, tierischen unk/menschlichen Körper zu haben. Dies« Annahme hat sich aber nicht bestätigt. Man weiß heute, daß bey Sauerstoff, dieses Lebensgas. welches für den Körper noch wichtiger ist als Essen und Trinken, bis auf 14 pCt. in bei: Luft sinken kann und der Kohlensäuregehalt seinerseits von den kleinsten Mengen bis auf 3 ja sogar 4 pCt. steigen, b^ vor ernstliche Störungen der Lcbcnsäußerungen eintreten. Sorgfältige Untersuchungen der Land- und Stadtluft hab«^ ebenfalls in bezug auf Sauerstoff und Kohlensäure nur sehr geringe Abweichungen ergeben, so daß die frühere Ansicht, die Zunahme der Kohlensäure und die Verminderung be6 Sauerstoffes in der Atemlufr wäre die alleinige Ursache dyr MMMü«.kMÄMä jogeyanMr MâllâLârhM»