Dienstag
____________________________________14«
auf eine verminderte Leistungsfähigkeit hinweisende Tatsache, daß die Vorräte in erster und zweiter Hand kaum halb so groß sind, als zu Beginn der vorigen Exportsaison. Dazu kommt noch, daß infolge eingeschränkter Leistungen sämtlicher Bczugsgebiete das nach Europa schwimmende Weizenquantum neuerdings stark abgenommen hat und eine Ergänzung der durch längere Kaufenthaltung geschwächten Bestände seitens der europäischen Exportländer vorerst nicht in Aussicht zu nehmen ist. Die deutschen Märkte, deren Preise sich ohnehin unter Bezugsparität halten, vermochten sich diesen Erwägungen keineswegs zu entziehen, zumal die überall hervortretende Nachfrage, namentlich für gute Qualitäten, in den schwachen Angeboten deS Inlandes keine Befriedigung findet. Jnfolge- dessen hat sich der Absatz von ausländischer Ware zuletzt lebhafter gestaltet, während die Importeure für die in den Konsum übergehenden Mengen nur bei wesentlich höheren Preisen Ersatz schaffen konnten und daher mehrfach im Berliner LieferungSgeschäft Deckung suchten. Durch den zuletzt eingetretenen Umschwung zu günstiger Witterung, deren Fortdauer für den jetzt allgemein beginnenden Roggenschnitt zu wünschen wäre, wurde die feste Tendenz keineswegs erschüttert. Die Bestände von altem Roggen bestehen meist au» mangelhaften Qualitäten, die von den Mühlen ungern gekauft werden, später aber zum Vermischen mit dem neuen GewâchS vorteilhafte Verwendung finden dürften. Für gute Ware, die nur spärlich anzutreffen ist, mürben höhere Preise bewilligt. Im Lieferungsgeschäft war Juli durch Begleichungen, zu denen die Erwartung baldiger neuer Zufuhren Anlaß gab, gedrückt, während Septemberlicferung, durch Käufe der Provinz und durch Mangel an russischem Angebot gestützt, ihren Wertstand behauptete. Hafer ist in Anbetracht der ungünstigen Ernteaussichten keineswegs dringend angeboten, trotzdem von diesem Artikel scheinbar noch größere Vorräte vorhanden sind; der Absatz an den Konsum gelastete sich bei teilweise gebesserten Preisen etwas lebhafter. Hm Maishandel hat die amerikanische Festigkeit ein weiteres Anziehen der argentinischen Forderungen veranlaßt. Auch ür russische Futtergerste sind dir Preise weiter gestiegen.
Es stellten sich die Getreidepreisc am letzten Markttage in Mark pro 1000 k? je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist, wie folgt:
Weizen
Roggen
Hafer
Königsberg
_ (_ )
1 178 (-2 )
1156 (+8 )
Danzig
212 (— )
1 180 (+5 )
1158 (+8 )
Stettin
216 (— ]
» 178 (— <
1160 (— )
Posen
219 (+2 *
) 175 (+2
) 151 (— )
Brellau
216 (+2 ;
1 179 (- )
1 156 (— )
Berlin
217 (+1 )
1 187 (+2 )
> 178 (+1 )
Magdeburg
211 (+2 '
1 186 (—1
1159 (— )
Halle
216 (+4 ) 192 (— )
1 160 (- )
Leipzig
216 (+1 ) 194 (—2 )
158 (- )
Rostock
214 (- )
176 (+2 )
164 (+8 )
Hamburg
212 (- ) 182 (—4 )
1176 (- )
Hannover
213 (+5
) 185 (—8 '
) 168 (+4 )
Braunschweig
207 (- ) 183 (— ’
) 162 (- )
Köln
205 (—2 ) 191 (— :
) 170 (- )
Frankfurt a.M. 215 (+2i/i) 1920,(- ) 175 (— )
Mannheim
219 (+21/,) 194 (— )
170 (+1 )
Straßburg
222I/<+5 )
1 192‘/j(—21/,) 190 (- )
Stuttgart
228 (— )
- (- ) 188 (- )
München
230 (+8 )
193 (— )
181 (+1 )
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli 217,25 (+1.50), September 198.75 (+1.—), Budapest Oktober 193.— (+2.65), Paris Juli 178.80 (—0.95), Liverpool Sept. 163.35 (+8.85), Chicago Juli 186.90 (+8.60), Roggen: Berlin Juli 189.— (—2.25), September 181.00 (— ), Hafer: Berlin Juli 161.— (+0.75), September 162.25 (-1.50). Mk
Hus Ban au Stadt und Tand.
Kana«, 14. Juli.
* Versetzt. Mililär-Bauinspektor Mattel in Breslau II, wurde nach Hanau versetzt.
Cvm. Wetterstnrm im Taunus. Das am letzten Sonntag plötzlich rinsetzende Unwetter hat in den Obstkul- luren des Taunusgeländes schweren Schaden angerichtet. Das der Reife entgegen gehende junge Obst wurde von den Bäumen geschüttelt, manche am SamStag noch in reichem, dichtem Obstschmuck prangende Kultur ist jetzt vollständig kahl, auch den Kartoffeln und sonstigen Feldfrüchten haben Sturm und Unwetter arg zugesetzt, in manchen Landstrichen war das Unwetter von verheerendem Hagelschlag begleitet. Das sonn- iâgliche Unwetter ist schon das dritte, das in diesem Jahre in vernichtender Weise das gesegnete Taunusgelände heimgesucht hat. In den Weingegenden hat sich zu allem Unheil in erschreckender Weise die PeronoSpora eingenistet. Bemerkenswert ist, daß die diesjährigen Frühjahrs - Weinversteigerungen nur die Hälfte des JahreS 1907 eingebracht haben, 1907 betrug der Gesamterlös noch ca. 14 Millionen, dieses Jahr knapp 6‘/g Millionen Mark.
* Die Kapelle des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M- ging gestern Montag au? 14 Tage in Ferien. An ihrer Stelle werden meist Militär - Kapellen, an zwei Tagen aber die Pforzheimer Schützenkapelle, die zum Turnfest hierher kommt, spielen. Heute Dienstag wird die Musik des Artillerie-Regiments „Frankfurt" das Konzert aus- führen. Die Konzerte werden nachmittags und abends am Mittwoch von.der Kapelle des 168. Jnf.-Rcgts. (Offenbach), Donnerstag und Freitag von der Musik des bl- Inf.-Regts. (Kapellmeister Fehling) und Samstag wieder von der Pagrl'jchen Kapelle der 168er aus Offenbach auSgeführt.
* Lanvcsversschernngsanftalt Kessen - Nassau. Ser Nechnungsabjchiuß für 1907 ergibt folgendes Resultat: Einnahmen 9 589 413 05 Mk. Ausgaben 8 628 206.94 Mk., Bestand 911 206.11 Mk. Vermögenèstand Ende 1907 ; 49 177 729.33 Mk.
* Schutz vor den Spatzen. Ein einfaches und vorzügliches, doch wenig bekanntes Mittel, Kirschbäume, Weinspaliere usw. gegen die räuberischen Spatzen zu schützen, ist die Zwiebel. Man schneidet die Zwiebeln in der Mitte durch und befestigt die Hälften hier und da am Geäst. Die Vögel haben einen solchen Abscheu vor dem starken Zwiebelgeruch, daß sie die betreffenden Bäume nicht mehr heimzusuchen pflegen.
* Wohnttngsschwittdler. Ein angeblicher Chemiker, 20 — 22 Jahre alt, 1,67 — 1,69 m groß, bartlos, ausländischen Dialekt sprechend, verübte dahier Logisichwindeleien. Vor ihm sei gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen wolle man an die Kgl. Polizeidirektion gelangen lassen.
* Von der Akademie zu Frankfurt a. M. DaS neue Vorlesungsverzeichnis für das am 27. Oktober beginnende Wintersemester führt im ganzen 121 Vorlesungen und Uebungen auf. Davon entfallen 27 auf Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeographie, 12 auf Rechtswissenschaften, 7 auf Versicherungswissenschaft, Mathematik und Statistik, 16 auf Handelswissenschasten, 43 auf Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturgeschichte, neuere Sprachen und 16 auf Technik und andere Hilfswissenschaften. Die Zahl der Dozenten ist auf 42 angewachsen und der Lehrplan mieberum erheblich weiter ausgebaut worden. — So werden im Wintersemester Vorlesungen über Einleitung in die Philosophie, Kulturgeschichte der römischen Kaiserzeit, die Kunst der Renaissance in Oberitalien, Lateinische Lektüre für Studierende der neueren Sprachen, Patent- und Gebrauchs-Musterrecht, bie' Rohstoffe der Textilindustrie abgehalten, sowie auch Sprach-Anfangskurse in Englisch, Spanisch, Italienisch, Arabisch und Türkisch. Vorlesungsverzeichnisse, Stundenpläne, sowie Prüfungsordnungen werden unentgeltlich beim Portier verabfolgt und auch durch die Ouästur zugesandt.
* Diebstahl von Wertsachen. An dem bei einer Hauptmannsfamilie vorgekommenen Diebstahl von Wertsachen sind neben dem Dienstmädchen 'auch zwei Burschen beteiligt gewesen. Der eine der Burschen entwendete Ringe, der andere unterzog sich dem Verkaufe.
* Deutsches Turnfest: Abteilung Rasenspiele (I. H. F.-C. 1893). Auch in Hanau spielt sich ein Teil des sportlichen Programms des Deutschen Turnfestes ab. Die repräsentative Nordmannfchaft im Eimsbüttler Turnerverband spielt gegen die 1. Mannschaft des I. H. F.-C. 1893. Diele Mannschaft, die auf dem letzten Deutschen Turnfest die Meisterschaft im Fußballspiel machte, besteht aus den besten Spielern von Hamburg und Umgegend. Schon ihr Kommen zu und ihr Auftreten auf dem Deutschen Turnfest bürgt für eine hohe Klasse und in der Tat läßt sie sich in sportlicher Beziehung mindestens unseren besten süddeutschen Mannschaften gleichstellen. Der I. H. F.-C. 1893 bietet durch diese Veranstaltung dem sportliebenden Publikum ein Spiel, wie es lange nicht in unsern Mauern stattfand. Alles nähere bringen wir noch in den nächsten Nummern. Am vergangenen Sonntag spielte erste, zweite und dritte Mannschaft gemischt deS I. H. F.-C. 1893 gegen die erste Mannschaft von Frankfurt Britannia, die durch die Eroberung des „General-Anzeiger-Preis" sich als die zurzeit beste Frankfurter Mannschaft erwiesen hat. Hanau gewann nach scharfem, größtenteils von seiner Seite aus überlegenem Spiele mit 2:1, ein knappes Resultat, das nicht zum wenigsten auf ein kolosales Pech Hanaus zurückzuführen ist. Trotz- alledem zeigte das Spiel, daß der I. H. F-'C. 1893 über einen guten Nachwuchs verfügt, der hoffentlich in den späteren Jahren sich ebenso bewährt wie die gegenwärtigen Spieler.
* Pfändung des Lohnes. An den deutschen Aandels- iag und an den Zentralverband deutscher Industrieller hat der Staatssekretär des Innern Dr. v. Bethmann-Hollweg folgendes Schreiben gerichtet: Das Einkommen der im Privatdienste beschäftigten Personen wie dasjenige der Arbeiter unterliegt nach dem Gesetze, betreffend die Beschlagnahme des Arbeits- oder Dienstlohns, vom 21. Juli 1869 in seiner jetzigen Fassung, insoweit der Gesamtbetrag die Summe von 1500 M. für daS Jahr übersteigt, unbeschränkt der Pfändung. Diese Regelung wird neuerdings zufolge einer Agitation, welche von dem Deutschen Bankbeamtenverein und andern Privatbeamtenvereinen eingeleitet worden ist, als nicht mehr zeitgemäß angefochten. Von den Vereinen wird namentlich eine Revision der gesetzlichen Bestimmungen nach der Richtung verlangt, daß die Privatbeamten in Betreff der Pfändungsbeschränkungen den öffentlichen Beamten gleichgestellt werden. Eine völlige Gleichstellung kann nicht in Frage kommen, dagegen erscheint es erwägenswert, ob etwa mit Rücksicht darauf, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse sich inzwischen wesentlich geändert haben, die Grenze des pfandfreien Einkommens für Beamte und Arbeiter gleichmäßig zu erhöhen wäre. Gegen eine derartige Maßnahme ist geltend gemacht worden, daß sie leicht eine ungünstige Wirkung auf den persönlichen Kredit in den beteiligten Kreisen ausüben könne, daß aber auch abgesehen hiervon die zurzeit bestehende Grenze der Lohnbeschlagnahme für die große Zahl der unverheirateten Arbeiter, Handlungsgehilfen und sonstigen Privatangestellten noch heute als ausreichend anzusehen sei. Ferner sei zu befürchten, daß die Schwierigkeiten, welche einer erfolgreichen Geltendmachung berechtigter Forderungen der Kaufleute, Handwerker und Arbeitgeber entgegenstehen, noch vergrößert würden. Bisher liegen zu der Frage nur Aeußerungen aus den Kreisen der Angestellten vor. Dagegen haben sich, soweit bekannt, die Verbände der Arbeitgeber und die Vertretungen des Gewerbe-und Handelstandes, die ebenfalls an der Frage ein erhebliches Interesse haben, zur Sache noch nicht geäußert. Für die weitere Entschließung würde es jedoch von großem Werte sein, auch über die Anschauungen, die in diesen Kreisen herrschen und über dje Erfahrungen, die man dort in Bezug auf die Wirkung der geltenden Vorschriften auf die Verhältnisse der Angestellten gemacht hat, näher unterrichtet zu werden. Ich würde daher für eine gutachtliche Aeußerung hierüber dankbar sein.
Oeffentlicher Wetterdienst.
VorüUssichNiche Witiernua für »ic Zeit Hom Abend des 14. Juli bis gum nächsten 'Abend.
Wechselnde Bewölkung, ohne bedeutende Niederschläge; Temperatur unverändert.
• Viehmarkt. Morgen Mittwoch den 15. Juli findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
* Mainwasserwärme gestern abend 18 Grad.
Gerichtssaal.
Sitzung Ver Strafkammer vom 18. Juli 1908.
Lynchjustiz eines Gutsverw alters.
Der frühere Verwalter deS GronauerhofeS, Friedrich Emmert, nahm wiederholt eigenmächtig Züchtigungen von Personen vor, die auf dem Hofe gestohlen hatten, und ließ sie bann laufen. So traktierte er einmal einen Bettler, bei ein Paar Schuhe hatte mitgehen heißen und von den Knechten zurückgeholt wurde, mit der Reitpeitsche, ein andere» Mal ließ er den auf dem Hofe beschäftigt gewesenen Weißbinder Valentin Sch., der beschuldigt wurde, einigen polnischen Arbeiten! Kleidungsstücke entwendet zu haben, von diesen zurückholen, der Beinkleider entledigen und nahm dann mit einer Gerte eine empfindliche Züchtigung bei Delinquenten vor. Weiterhin soll er deS öfteren dem auch auf dem Hofe bediensteten Schweinemeister Poli gegenüber bezüglich des Gendarmen Nolde beleidigende Bemerkungen gemacht haben. Von Poli, der dem E. offenbar nicht sehr hold gesinnt ist, gingen auch die sämtlichcn Anzeigen aus. Das Schöffengericht Bergen hatte den ersteren Fall nur als leichte Körperverletzung angesehen, da die dünne Reitpeitsche, zumal damit nur auf den Rücken geschlagen wurde, ein gefährliches Werkzeug nicht sei, und mangels bei hierbei erforderlichen Strafantrages auf Freisprechung erkannt. Den zweiten Fall hatte eS mit 100 Mk. Geldstrafe geahndet. Bezüglich der Beleidigung wurde E. freigesprochen, da dem Gericht der Poli, auf dessen Aussage allein sich dieser Auklagepunkt stützt, nicht für durchaus glaubwürdig erschien. Die Strafkammer bestätigte dieses Urteil in allen Punkten.
Betrügerische Manipulation.
Der Metzger Hermann Gr. in Niedergründau kaufte am 4. Februar b. I. vom Landwirt Konrad Günther dortselbst ein Rind zum Preise von 32 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht. Der Sohn des G., der mit zur Heuwage ging, wo das Rind gewogen werden sollte, bemerkte beim Wiegen, daß Gr. eine Kugel an der Wage verschob, legte der Sache aber, da er von der Heuwage nichts versteht, keine Bedeutung bei. Erst als ihm auf dem Heimwege Bekannte ihre Verwunderung über das geringe Gewicht des Rindes (375 Kilogramm) ausdrückten, schöpfte er Verdacht, erzählte die Geschichte feinem Vater, und dieser stellte dann gemeinsam mit dem Bürgermeister fest, daß die Kugel, die bie Wage lotrecht zu halten hat, etwas verrückt war, und zwar soweit, daß dadurch eine Gewichtsdifferenz von 80 Pfund heranS- fam. Gr. bestreitet, etwas an dem Knopf gemacht zu haben, und daS Schöffengericht Gelnhausen hatte in Anbetracht dessen, daß der Knopf auch von dem Herunterspringen des Rindes ober durch das Reinigen der Wage verschoben sein konnte, bei der völligen Unbescholtenheit des Angeklagten den Beweis für dessen Schuld nicht für ausreichend erbracht angesehen und auf Freisprechung erkannt. Die Strafkammer hält dagegen die zweifelsfreien Wahrnehmungen des jungen Günther für einen ausreichenden Schuldbeweis und verurteilt den ®u zu 50 Mk. Geldstrafe.
Verleumdung durch anonymen Brief.
Im Dezember v. I. ging Herrn Dr. Müller in Steinau ein längerer anonymer Brief zu, der in gemeinsten Ausdrücken bezüglich eines Patienten des Doktors, des Juweliers Beter Mai, eine Anzahl grobe Beleidigungen enthielt. Dem Mai wurde u. a. wgemorfen, er beschwindele die Krankenkasse, simuliere Nervosität und Rheumatismus, wühcend er das Krankengeld in Frankfurt in ziveiielMter Gesellschaft verprasse. Der Verdacht der Urheberschaft des Briefes lenkt« sich schließlich auf eine Frau Marie Erdmann, bie bei Mai eine Zeit lang als Waschfrau tätig war. DaS Schöffengericht hatte auf Grund von sachverständigen Schriftvergleichungen die Täterschaft der Frau C. für erwiesen erachtet und mit Rücksicht einmal auf die Gemeinheit bei Briefes, andererseits aber darauf, daß jedenfalls ein Mann, dem ganzen unsittlichen Ton des Schreibens nach, der geistige Urheber war und die Frau C. wohl nur als dessen Werkzeug fungierte, auf sechs Wochen Gefängnis erkannt. Die Strafkammer schließt sich diesem Urteil an. Bei der schon für den Laien erkenntlichen genauen Uebereinstimmung der Schrift des Briefes mit derjenigen der Angeklagten könne an deren Täterschaft sein Zweifel fein, zumal dieselbe auch Kenntnis von den Verhältnissen der Eheleute W?ai hatte und gegen diese einen gewissen Groll hegt.
Vereins- u. Verinügnn^sna^richten
für Dienstag h en 14. Juli.
Ev. Männer- und IänaliugSvereln: Unterhaltung (Ev. Vereinsbaus).
Tmugemeinbe: 8"/.—10; JngendalNeilung, 7*0—8*'.: Fenuenabtei» hing A, 6' 2 — 7'/.: Fraueuabteiluug B, 4Vi - 5'/i: Midchenab- teitung A. 5’/t—6'/s: Mädchenabtrilung B.
luvngefedfdintt: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Maeudab:eilung.
Turnverein: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Jugeiidabteiluuq.
Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uebung-stunde im Vereinslokale (Restauration Sandhof).
Dram.-Liter. Verein Hanan: Vereinsabend im „Karlsberg". Humoristischer Muökveceiu „Germania": Von 9—11 Uhr: Uebim Munde tRestanration „zum Sandhof').
Ges. Verb. „Rormannia": Klnbabend im „stäweugärtchen'.
Kath. Kasino „Eintracht" (Vereinst. „zum Braust ib'l"): Veceinsabcud Gesangverein „Eintracht" : Singstunde.
Gesangverein „Melomania" : Singstunde in der „Karthanne".
Familien - Marken - Konsumvereiu „Einigkeit": Abends von 8 — 10 Uhra Markenausgabe für Koutrahemen (Vereinshans „Eoucordia").
Gesangverein „Smnser": Singstunde in der „Stadl Bremen".
Verein für Handlung? < KomnnS von 1858: Vereinsabend im Restaurant „Earlsberz".
Kathol. Kaufmännischer Verein: Abends 9 Uhr: Zusammeukunit int Ber» emslokal „zum Lindenhsf".
äset ein der Bauern: Vereinsabend im Gasthaus „zur Sonue". Gabelsberger Slenographen-Verein Eokal: „Frankfurter Bau", (Augang Vmbenstrnße): Abends von 8-9 Uhr: Anfäugerkursus, .9—10; Ukbuugsstnndr, Bertehrsschrii'..
Gewerbe- und'Handwerker-Verein: Acreiusabeno in der „Eentralhalle'.