Hanauer K Anzeiger
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General-Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 162 F-rnsprechaitschlutz Nr. 605»
Dienstag den 14. Juli
Fernspr-chanschlittz Nr. 605«
1908
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Dem Oberleutnant im Westfälischen Fuß - Artillerie- Regiment Nr. 7 Max Frobenius, geboren am 20. 3. 1875 zu Suhl, kommandiert zur Zeit zur Pulverfabrik in Hanau, ist auf Antrag durch Urkunde des Herrn Regierungs- Präsidenten in Cassel vom 30. Juni 1908 — AI 2536 — die Genehmigung erteilt worden, fortan den Familiennamen „F r o b e n" zu führen.
Hanau den 10. Juli 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 7026 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Eandkreis Hanau.
BekMLutchlWn des Kömglichen Laickatsâ
Der Landwirt und Milchhändler Wilhelm Kremer aus Groß-Krotzenburg ist zum Ortsschätzer-Stellvertreter der Gemeinde Groß-Krotzenburg auf jederzeitigen Widerruf bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 6. Juli 1908.
Der Königliche Landrat.
V 4507 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Unter Bezugnahme auf die Bestimmungen der 88 32 bis 36 . 27. Januar 1877 und 85 des Genchtsverfassungsgesetzes vom 1898"
— Reichsgesetzblatt Seite 41/371 — werden die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher veranlaßt, nach dem unten abgedruckten Schema bis spätestens 1. August d. I.
„eine Urliste der in der Gemeinde (dem Gutsbezirk) wohnhaften Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können," aufzustellen und solche in dem Amtslokale der Gemeinde (Gutsbezirk) eine Woche lang zu jedermanns Einsicht auszulegen.
Die Namen sind in alphabetischer Ordnung in die Liste einzutragen.
Der Zeitpunkt und der Ort der Auslegung sind vorher öffentlich bekannt zu machen. Gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Urlifte kann innerhalb der einwöchigen Frist schriftlich oder zu Protokoll Einsprache erhoben werden.
Die Urliste und die zu derselben etwa eingegangenen Einsprachen sind bis spätestens 1. September d. Js. den Königlichen Amtsgerichten zuzusenden (Amtsblatt 1882 Seite 72).
Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß Personen, welche zu dem Amte unfähig (8 32 des Gerichtsverfassungs-
Feufflete®.
Aus der Welt der Technik.
Die Erfolge Zeppelins.
Es ist zunächst so gekommen, wie wir es vor einigen Wochen als wahrscheinlich an dieser Stelle voraussagten. Die neuen Steuer des großen Zeppelinschen Luftschiffes Nr. IV waren zunächst noch nicht vollkommen, so daß es nötig wurde, Abänderungen vorzunehmen und zum Teil zu den bewährten Konstruktionen des Luftschiffes Nr. III zurückzukehren. Infolgedessen mußte die geplante große Fahrt nach Mainz zunächst verschoben werden, und es wurde notwendig, verschiedene Uebungsfahrtcn, sogenannte Werkstattsfahrten auf dem Bodensee zu unternehmen. In verhältnismäßig kurzer Zeit waren jedoch diese Dinge in Ordnung gebracht, und es erfolgte die aufsehenerregende Fahrt in die Schweiz hinein über den Züricher See hinweg bis zum Vierwaldstätter See, dessen Konturen abgefahren wurden, und dann wieder zum Bodensee zurück, alles in allem etwa 350 Kilometer, die in 12 Stunden zurückgelegt wurden. Mit dieser Fahrt hat Zeppelin einen neuen Zeitrekord ausgestellt, da eine derartig lange Flugzeit für einen Motorballon bisher noch nie erreicht worden war. Ferner hat der Graf bei dieser Fahrt die Seefläche auf ziemliche Entfernung verlassen und sich meilenweit auf das Festland gewagt und noch dazu auf gebirgiges, zerklüftete? und zur Landung selbst für einen Freiballon wenig geeignetes Gelände, ein Beweis, daß er sich seiner Sache recht sicher fühlen mußte.
Abgesehen davon ist mit dieser Fahrt ein interessantes zolltechnischcs Gebiet berührt worden. Wenn es mit der Entwickelung des Motorballons so weiter geht, wird in Kürze die Frage ‘ aktuell werden, wie sich die Luftschiffe an den Grenzen au verhalte» haben. Eine Bewachung auch der
gesetzes) oder dazu nicht berufen sind (88 33, 34 des Gerichtsverfassungsgesetzes und § 33 des Preuß. Ausführungsgesetzes vom 24. April 1878 und landratsamtliche Verfügung vom 5. Oktober 1885, V 9605, und vom 2. April 1886, V 2851 — Kreisblatt für 1885 Nr. 235 und für 1886 Nr. 83 — in die Urliste nicht ausgenommen werden dürfen, daß die Ortsvorstände aber wählbar und somit in die Urliste einzutragen sind.
Hanau den 5. Juli 1908.
Der Königliche Landrat.
V 4828 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
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der in der Gemeinde ......... wohnhaften Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können.
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Vor- und Zunamen
Beruf
Wohnort
Lebensalter nach Jahren
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Daß die vorstehende Urliste eine Woche lang und zwar in der Zeit vom . . .ten bis einschließlich . . .ten ............. in der Gemeinde (Gutsbezirk) ....... und zwar in........ . . zu jedermanns Einsicht ausgelegen hat und daß vorher der Zeitpunkt und der Ort der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt gemacht worden ist, bescheinigt hiermit
.......den . . .ten.....19 . .
Der Gemeindevorstand.
Unter den Schweinen zu Großkrotzenburg ist die Schweineseuche festgestellt.
Hanau den 10. Juli 1908.
Der Königliche Landrat.
V 4816 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Herren Architekten und Bauunternehmer werden wiederholt darauf hingewiesen, daß die dem Anträge auf Bauerlaubnis zugehörigen Baupläne der Vorschrift des 8 2 Ziffer 3 Absatz b der Banpolizeior-NNNa I vom
Luftgrenze ist natürlich praktisch unmöglich. Andersens ist der Motorballon ein geradezu ideales Mittel zum Paschen. Auf einer einzigen Fahrt kann er so viele Brillanten, Seidenstoffe und ähnliche mit hohem Zoll belegte Dinge über die Grenze bringen, daß sich seine Anschaffung gut bezahlt macht. Bei dieser ersten Fahrt haben sich die Schweizer herzlich über den deutschen Ballon gefreut. Man darf indessen gespannt sein, wie sich die Dinge in Zukunft entwickeln werden. Auch die Kraftfahrzeuge konnten ja zuerst alle Landesgrenzen ungehindert passieren.
Auch die große Züricher Fahrt ist als reine Werkstättenfahrt behandelt worden., Es kommt nun die große Prüfungsfahrt nach Mainz, von deren Gelingen es abhängen wird, ob das Reich das Luftschiff Nr. IV übernehmen und eine größere Luftflotte bauen wird. Man kann dieser Fahrt nach allem, was bisher bekannt wurde, nur das denkbar günstigste Prognostikon stellen. Der neue Ballon hat eine Eigengeschwindigkeit bis zu 16 Meter in der Sekunde erreicht. Er gehorcht ferner zurzeit sowohl der Seitensteuerung wie der Höhensteuerung in vorzüglicher Weise. Zum Verständnis muß bemerkt werden, daß der ganze Ballon nebst Gondeln, Besatzung und Ballast so ausbalanziert ist, daß er gerade über dem Erdboden schwebt, daß seine Gondeln eben ganz leicht auf die Erdoberfläche aufsetzen. Der Aufstieg bis zu Höhen von 250 Metern erfolgt nun rein dynamisch, d. h. mit Hülfe der Drachenwirkung schräger Flächen. Sowohl am Vorderteil des Ballons sind solche Flächen ähnlich wie die Holzblätter einer Jalousie angebracht. Je nachdem man diese mehr oder weniger schräg stellt, tritt stärkere oder geringere Drachenwirkung ein. Nehmen wir an, der Ballon ruht auf seinem Floß, und es beginnen nun die Schrauben zu arbeiten. Stehen die Drachenflächen wagerecht, so bleibt der Ballon ruhig auf dem Floß liegen und treibt dieses wie eine Art Motorboot durch daS Waffen Sowie die Flächen jedoch schräg gestellt werden, hebt sich der Ballon vom Floß ab und geht in schräger Richtung in di« Höhe. In derselben Weise
1. Juni 1906 entsprechen müssen. Insbesondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß die im Wege des Lichtpausverfahrens hergestellten Pläne nur dann zugelaffen werden, wenn sie in der Zeichnung deutlich erkennbar sind und einen weißlichen Grund haben.
Hanau den 8. Juli 1908.
Städtische Polizei-Verwaltung. Der Oberbürgermeister.
14657 J. D.: Bod«.
Am Donnerstag den 16« Juli d. I., vormittags von 9 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Kaufmannsgerichts statt.
Hanau den 13. Juli 1908.
Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.
Hild. 14625
Gefundene und verlorene Gegenstände 2t.
Gefunden: 1 kleines weißes Taschentuch ohne Zeichen, 1 Haarbrosche, 65 Pfg. bares Geld (in Papier eingewickelt), 3 Zehnmarkstücke, 52 Pfg. bar.
Verloren: 1 gelblichleinener Herrenrock mit Schlüsselbund (4 Stück) und 1 Brieftäschchen (in Langenselbold), 1 neues rotbraunes Porlemonnaic mit 3,25 Mk., 1 mattgoldene Brosche in Form eines Tennisschlägers, 1 Achter- Laterne von einem Automobil mit der Nr. 11 76, 1 braunes Damenportemonnaie mit 5,40 Mk.
Hanau den 14. Juli 1908.
Unvergeßliche Gedenktage nahen wieder, die nicht nur die noch lebenden FeldzugS« teilnehmer, sondern unser gesamtes Volk, das sein Vaterland nicht zu lieben aufgehört hat, aufs neue erinnern werden an die heißen Kämpfe, als Deutschland vor nun schon 88 Jahrer um Sein oder Nichtsein ringen mußte. Immer wieder gib es, unser Heranwachsende? Geschlecht, welches in aller Br< Haglichkeit die Früchte jener damals ausgestreuten und mV kostbarem deutschem Blute gedüngten Saat genießt, auf bis Geschichte jener Tage hinzuweisen und ihm zuzurufen, „was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um er z» besitzen!“ Nur so kann es gefeit werden gegen die öde» und unwahren Behauptungen, mit denen eine Vaterlands, und religionslose Partei und Presse uns die Freude am Vaterlande, an Kaiser und Reich verekeln wollen. Lauschen wir den Worten eines unserer größten Geschichtsschreiber, dem jene einzigartige Zeit das Herz mit hoher Begeisterung erfüllte; er schreibt:
„Die Erhebung jener großen Tage (1870) offenbarte
erfolgt der Abstieg. In beliebiger Höhe werden die Flächt« weniger schräg gestellt, und der Ballon beginnt langsam zu sinken. Während die Motore teils ganz ausgeschaltet werden, teils sehr langsam arbeiten, setzt das Fahrzeug ganz leicht auf die Wasserfläche auf. Bei den letzten Fahrten geschah dies in so meisterhafter Weise, daß das Wasser unter den Gondeln überhaupt kaum noch spritzte. Unter solchen Umständen erscheint auch eine Landung auf festem Boden nicht mehr bedenklich. Freilich darf man nicht vergessen, daß bei solchen langen Fahrten der rein dynamische Flug unmöglich wird. Die Motore verbrauchen nämlich beständig Benzin. Nun hat das Luftschiff Motore von 220 Pferdestärken, und für die Pferdestärke und Stunde rechnet man bei voller Belastung 0,3 Kilogramm Benzin. Das sind also in bei Stunde 0,3 x 220 oder 66 Kilogramm, die verbrannt werden, um die das Luftschiff also leichter wird. Bei einer vierund- zwanzigstünbigen Fahrt wäre das eine Gewichtserleichterung von rund 30 Zentnern, die natürlich durch Gasabgabt ausgeglichen werden muß. Für die große Höh« von rund 2000' Metern, die das Luftschiff gegen Ende der Fahrt erreichen soll, ist diese Gewichsverringerung sehr günstig. Der Abstieg wird dann aber freilich durch Gasabgabe erfolgen müssen und ist nicht mehr so unbedenklich, wir bei dem bisherigen Flug. Zu dem Zweck wird aber an dem vorher-, gesehenen Landungsplatz in Mainz eine Kompanie Solbattr vorhanden sein, und mit Hülfe von Haltetauen wird man den Ballon noch in einiger Höhe ergreifen und sanft zu Boden ziehen können.
Nach der endgültigen Uebernahme des Zeppelinschen Lust» schiffes Nr. 1V, welche sicher im Herbste dieses JahrrS rr- folgen dürfte, stehen wir dann vor einem neuen Abschnitt« der Luftschiffabrt, und man wird von 1908 an die Einführung des großen kriegsmäßigen Ballons in der Arme« als Nuß- klärungsmittel und Waffe datieren.