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Hanauer G Anzeiger
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8Mi«W 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für ane- «Ächk« toemuRtm mit bem betreffenden Postaujjchlag.
Die rinztl« Nummer faßet 10 Pf-,
■atmitalbrucf und Verlag der Buchdruckers der verein. W. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Änliches ©IBM fit ÄM- uni funikrtis Sunnn.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünf gespaltene P^^e^e »der deren Xann U ^^ im ateOamcntcil die Zeüe 36 P^
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Nr. 158 F-rnspr-chanschlutz Nr. 605.
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14 Seiten
Amtliches.
Bekanntmachung.
Für Briefsendungen jeder Art aus Deutschland nach den deutschen Postanstalten in China (Amoy, Eanton, Futschau, Hankau, Jtschang, Nanking, Peking, Schanghai, Swatau, Tientsin, Tschifu, Tschinkiang, Tsinanfu, Weihsten) gelten vom 1. Juli ab folgende Taxen:
Briefe (frankiert) bis 20 g 10 Pfg., über 20 bis 250 g 20 Pfg.,
Postkarten (frankiert) einfach 5 Pfg., mit Antwort 10 Pfg., Drucksachen bis 50 g 3 Pfg., über 50 bis 100 g 5 Pfg., über 100 bis 250 g 10 Pfg., über 250 bis 500 g 20 Pfg., über 500 g bis 1 kg 30 Pfg., über 1 kg bis 2 kg 60 Psg., Warenproben bis 250 g 10 Pfg., über 250 bis 350 g 20 Pfg.,
Geschäftspapiere und zusammengepackte Drucksachen, Warenproben, Geschästspapiere bis 250 g 10 Pfg., über 250 bis 500 g 20 Pfg., 500 g bis 1 kg 30 Pfg., 1 bis 2 kg 60 Pfg.
Die neuen Portosätze für eingeschriebene Briefe gelten auch für Briefe mit Wertangabe; die Versicherungsgebühr von 24 Pfg. für je 2^,0 Mk. bleibt jedoch unverändert.
Berlin W 66 den 12. Juni 1908.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
K r a e t k e.
Eandkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Lundrutsumts.
Die Ferien deS Kreisausschusses beginnen am 21. Juli und enden am 31. August d. I. Während der Ferien werden Termine zu mündlichen Verhandlungen nur in schleunigen Sachen abgehalten.
Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.
Hanau den 8. Juli 1908.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
A. 3340 I. V.: Siemon, Reg.-Assestor.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Der Eröffnungstermin der Angebote für die Zeichentische, Schränke usw. der geiverbl. Fortbildungsschule wird vom 14. Juli auf Donnerstag den 16. Juli, vormittags u Uhr, verlegt.
Hanau den 8. Juli 1908.
Der Magistrat. 14373
Königs. Oberförsterei Hanau verkauft am Montag den 13. Juli d. I., vorm.
8 Uhr, am Neuhof Winterroggen auf dem Halme von einer Fläche in Größe von 0,144 ha öffentlich an den Meistbietenden. 14363
Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 längliches hellgraues Portemonnaie ohne Inhalt, 1 weißes Taschentuch (gez. E. S.), 1 Peitsche, 1 Bogen Löschpapier und 3 Stück Schmirgelpapier, 1 Jn- terimspf and schein Nr. 4597 (ausgestellt von dem Leihbank- agenten Grimm), 1 Portemonnaie mit 5,93 Mk.
Verloren: 1 gelber Lcdcrgürtel mit goldner Schnalle, 1 Damen-Regenschirm (in der Neuen Anlage an einer Bank stehen geblieben).
Hanau den 9. Juli 1908.
Politische Rundschau.
DeS Kaisers Nordlandsreise. Ein Telegramm von gestern aus Kristiansand meldet: Der Kaiser setzte bei bestem Wetter die Fahrt fort und passierte die englische Flotte, die in Parade Aufstellung genommen hatte. Die See ist ganz ruhig. An Bord ist alles wohl.
Die Kabinettsorder über bit Verleihung des Rechts
Donnerstag den 9. Juli
zum Tragen der Offiziersschärpr an die Marine-Ingenieure hat in den beteiligten Kreisen lebhafte Genugtuung hervorgerufen. Das Jngenieurkorps ist in wenigen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Faktor in der Landesverteidigung zur See geworden. Es zählte zu Beginn der 70er Jahre 8 Köpfe, 1888 nur 48 und jetzt 337. Die Linienschiffe der Bayern- und der frühern Kaiserklasse hatten nur einen oder zwei Ingenieure an Bord, unsere Schlachtschiffe über 10 000 t bedürfen ihrer je fünf.
Generalfeldmarschall Freiherr v. Lo« f. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Reichskanzler Fürst v. Bülow richtete an die Witwe des verstorbenen Generalfeldmarschalls Frhrn. v. Los nachstehendes Beileidstelegramm: „Die Nachricht von dem Heimgang Ihres hochverehrten Mannes hat mich tief bewegt. Der Name des verewigten Feldmarschalls wird unvergänglich fortleben in der preußischen und deutschen Geschichte. Er war ein Ritter ohne Furcht und Tadel, treu Gott, König und Vaterland. Sein Patriotismus kannte keine Schranken. Er verkörperte die unlösbare Zusammengehörigkeit der Rheinlande 'mit der Monarchie. Persönlich werde ich dem teueren Entschlafenen, der mir seit dem großen Kriege in allen Lebenslagen ein väterlicher Freund war, immer das dankbarste und liebevollste Andenken bewahren. Meine Frau schließt sich meinen Empfindungen von Herzen an. Reichskanzler Fürst v. Bülow."
Die Budgetkommission der Zweiten badischen Kammer hat den Wiederaufbau des Heidelberger Schlosses abgelehnt.
Die ersten Anzeichen einer Besserung auf dem industriellen und gewerblichen Gebiet konnte der Kieler Arbeitsmarkt im Juni verzeichnen. Während die Vormonate hinter den Vergleichsmonaien des Vorjahres zurückblieben, übertraf der verflossene Monat den Juni 1907 nicht unbedeutend. Dieser Aufschwung wurde zwar in erster Linie durch die starke Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitern hervorgerufen. Von zuständiger Seite wird aber gleichzeitig betont, daß in der Industrie und den Gewerben die Nachfrage sich durchweg annähernd auf der Höhe des Juni 1907 hielt. Ob der Aufstieg zu einer dauernden Besserung führt, läßt sich noch nicht sagen.
Der König von Dänemark empfing gestern den Kommandanten des deutschen Panzerschiffes „Frithjof", Korvettenkapitän Hollweg. Zwei andere Offiziere hatten eine Audienz im Schlosse Charlottenlund.
Tschechische Steinwerser. Aus Bruch meldet die „Bohemia" : Die Fahnenweihe des Deutschen Männergesangvereins wurde durch Tschechen gestört. Während des feierlichen Aktes der Kranzniederlegung am Kaiser Josef-Denkmal prasselte plötzlich ein Steinhagel auf die deutschen Festteilnehmer nieder. Viele Personen wurden verletzt.
Französische Kammer. Wie Doumer namens der Budgetkommission für Ergänzungskredite darlegte, umfaßte das laufende Etatsjahr bis 1. Juli 59 364 200 Francs Ergänzungsausgaben, denen 49 689 156 Francs Mehreinnahmen gegenüberstehen. Sobald man die marokkanischen und andere Ausgaben in Rechnung zieht, erreicht das Defizit jedoch eine Höhe von 95 175 045 Francs. Doumer sprach die Ansicht aus, daß, um das Gleichgewicht im Etat herzustellen, bis Ende des Rechnungsjahres keine neuen Ergänzungskredite bewilligt werden dürften.
Englisches Unterhaus. Auf eine Anfrage Bellairs, ob die Regierung ihr Augenmerk darauf richten werde, wie Meiinlngsverschicdenheiten unter hohen Marineoffizieren beizulegen seien, ob ferner die Regierung Mittel und Wege in Erwägung ziehen werde, durch die ein Wechsel in der Organisation und Verwaltung, die diesen Antagonismus verursachten, herbeigcfnhrt werde, und ob sie schließlich sich über den Wert eines solchen Wechsels schlüssig machen werde, erwiderte Asquith, daß er, abgesehen von unerwiesenen Gerüchten, keine Kenntnis von derartigen Meinungsverschiedenheiten habe. Wenn die Regierung Grund zu der Annahme' hätte, daß ein Zustand bestehe, der der Disziplin und der ruhigen Arbeit in der Flotte nachteilig sei, so werde sie nicht zögern, für schnelle und wirksame Abhilfe zu sorgen. (Beifall.) Mit Bezug auf den letzten Teil der Anfrage sagte der Minister, er müsse die darin enthaltenen Andeutungen nachdrücklich zurückweisen. Die Leitung der Marinepolitik des Landes liege bei der Regierung. Die Marineoffiziere hätten diese Politik weder zu erörtern, noch zu kritisieren, sondern in Gehorsam gegen die Vorgesetzten und in Uebereinstimmung mit den Kameraden auszuführen, sowie lediglich die Erfüllung der hehren Aufgabe, der sie sich gewidmet, im Auge zu behalten. (Anhaltender, allgemeiner Beifall.)
Bom Balkan. General Schemsi-Pascha ist gestern nachmittag in Monastir beim Verlassen des Telegraphenamtes von einem türkischen Offizier erschossen worden. Der Täter
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
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ist entflohen. — Der Ministerrat in Konstantinopel beschloß energische Maßregeln wegen der Ereigniss« im Vilajet Monastir. — Das Gerücht, daß die jungtürkische Btwt-ung sich dort ausbreite, ist bisher nicht bestätigt.
Die Kompromitz - Verhandlungen der beibeft serbischen radikalen Parteien sind endgültig gescheitert. Weli- mirowitsch hat gestern vormittag dem Köuig sein Mandat zur Bildung eines Kabinetts wieder zurückgestellt. Der König empfing hierauf Paschitsch und Milanowitsch.
Ueber die Vorgänge in Paraguay hat bet Berliner Vertreter dieser südamerikanischen Republik Nachrichten erhalten, denen zufolge eine baldige Konsolidierung der Verhältnisse zu erwarten ist. In dem Telegramm werden ihm die jüngsten Meldungen authentisch bestätigt. Der Präsident sei abgesetzt und der Vizepräsident habe die Regierung übernommen. Es sei der Belagerungszustand erklärt und es herrsche im Lande jetzt völlige Ruhe. Der neue Präsident sei mit der Bildung eines Kabinetts be* schäftigt und es bestehe kein Zweifel, daß selbstlose und patriotische Männer sich in genügender Zahl um ihn scharen würden.
Die Lage in Persien. Die Petersburger Telegraphen-Agentur veröffentlicht über die Ereignisse in Persien auf Grund authentischer Angaben einen Bericht, in dem eS heißt: Oberst Liakoff hatte die Vorschrift, sich jeglicher Teilnahme am politischen Parteikampfe zu enthalten, und im Falle eines aktiven Vorgehens' waren die russischen Offiziere angewiesen, ihre Funktionen persischen Offizieren zu üb«r- geben. Die letzten Ereignisse waren durch Verschwörung gegen den Schah hervorgerufen worden, dem persönliche Gefahr drohte; daher war Liakoff kraft seiner Stellung und seinen Instruktionen verpflichtet, den Schah mit allen Mitteln zu verteidigen. Bei der Belagerung der Mosche« am 23. Juni handelte Liakoff, der im ununterbrochenen Verkehr mit dem Palais stand, wo die Minister und der größte Teil der Parlamentsmitglieder Versammlungen abhielten, auf unmittelbaren Befehl des Schahs und konnte sich der Erfüllung bieftr Pflicht nicht entziehen. Als jedoch der russische Gesandte in Teheran erfuhr, der Schah wolle Liakoff zum Generalgouverneur von Teheran ernennen, erhob er dagegen Protest und Muhammed ed Dauleh wurde dazu ernannt. Infolge der Proklamierung des Belagerungszustandes wurde alles Militär in Teheran Liakoff unterstellt und ihm zugleich der Schutz der Hauptstadt übertragen. Falls Liakoff aut den Befehl des Schahs die von ihm unterzeichneten Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung verpflichteten, bat der russische Gesandte den Schah, diese durch von den persischen Behörden ausgehende Befehle zu ersetzen. Auch unter normalen Zuständen liegt dem Chef der Kosakenbrigade der Schutz der Hauptstadt und die Sorge für die Sicherheit der Gesandtschaft und der übrigen Ausländer ob.
Die Lage in Marokko.
Köln, 8. Juli. Einem Telegramm der „Köln. Ztg.' aus Tanger zufolge legte der Gcneralinspckteur der marokkanischen Polizeitruppe, Oberst Müller, beim diplomatischen Korps Protest gegen die Ueberführung der Polizeitruppt von Mazagan nach Azemur ein als gegen die AlgeciraSakte v«r- stoßend.
Köln, 8. Juli. Nach einem Telegramm der „Köln. Ztg." aus Tanger erhielt der dortige Korrespondent beë Blattes die Nachricht aus Rabat, nach welcher Abdel Aziz auf die Vorstellungen der Einwohner von Rabat einen Zug nach Marrakesch als aussichtslos aufgab.
Paris, 8. Juli. Dem „TempS" wird auS Casablanca gemeldet, daß General d'Amade am 6. Juli das Gebiet der Schtukastammes verlassen habe und etwa 25 Kilometer von Azemur in der Richtung auf Casablanca lagere. — 9la$ den letzten Meldungen her .„Agence Havas" halten die Truppen des Sultans Abdel Aziz Azemur besetzt.
Paris, 8. Juli. In dem Bericht Doumers über bit Nachlragskredite werden die Ausgaben für die marokkanische Expedition seit Januar 1908 auf ungefähr 30 Millionen beziffert.
Graf Zeppelins 70. Geburtstag.
Berlin, 8. Juli. Die „Norddeutsche Allgem. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler Für st Bülow richtete an den Grafen Zeppelin nachstehendes Telegramm:
„Ew. Exzellenz sende ick zu Ihrem siebzigsten Geburtstag meinen herzlichsten Glückwunsch. Möge Ihnen noch lang» die kühne Tatkraft erhalten bleiben, auf deren Erfolge ganz Deutschland mit Stolz blickt. Bülow."
Konstanz, 8. Juli. Vom Staatssekretär des Rrichs- amtes des Innern, v. Beth mann-H oll w eg, erhielt Graf Zeppelin folgendes Glückwunschschreiben:
„Eure Exzellenz bitte ich, meine aufrichtigsten Glückwün'ck« zu Ihrem 70. Geburtstage aussprechen zu dürfe». T.e