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«Mlj»hr8ch 1,80 Mk, mvnMch 60 Pfg., für ca* MM, $>»mieitet mit bot betwffmben Postauflchlag, Du marine Nummer kostet 10 Pf-.
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OK Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 156 F-rnspr-chanschlutz Nr. 605.
AintUches.
Stadtkreis Ranau.
Der Immobilienmakler Friedrich Rauscher von hier ist auf Grund des § 36 der Reichsgewerbeordnung und der Ziffer 62 der ministeriellen Vorschriften über den Umfang der Befugnisse und Verpflichtungeil sowie über den Geschäftsbetrieb der Versteigerer vom 10. Juli 1902 iSonder- beilage zu Nr. 36 des Amtsblatts für 1902) seitens des Herrn Regierungs-Präsidenten zu Cassel zum Versteigerer für den Amtsgerichtsbezirk Hanau bestellt und von mir vereidigt worden.
Hanau den 2. Juni 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 5264 I. V.: Siemon, Reg.-Asseffor.
Eandkreis Ranau.
BekanntnlMWn des Königlichen LnndratZanlts.
An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.
Die seitens der Handwerkskammer in Cassel übersandten Ermittelungslisten zur Feststellung der vorhandenen Handwerksbetriebe ersuche ich schleunigst ausznfüllen und alsdann der genannten Kammer wieder zurückzusenden.
Hanau den 6. Juli 1908.
Der Königliche Landrat.
J. V.: Siemon, Reg.-Asseffor.
Stadtkreis Ran au, Bekanntmachung.
Wir ersuchen, die Rechnungen für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau einschl. derjenigen für die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke stets innerhalb 14 Tagen nach dem Vierteljahresschluß einzureichen. Die Rechnungen vom 1. April bis 30. Juni ersuchen wir bis zum 15, d. Mts. einzureichen.
Hanau den 1. Juli 1908.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 14231
Bekanntmachung.
Die Anfertigung und Lieferung der Zeichentische, Schränke usw. des Anbaues der geI rblichkN Fortbildung?-
Feuilleton.
Aus der Welt der Technik.
Diamantenmacherei.
Die Komödie Poittcvin-Lemoine ist ausgegang.cn, wie wir tS bereits vor Wochen voraussagten. Herr Lemoine hat die Gelegenheit benutzt, unter Zurücklassung einiger unbezahlten Rechnungen zu verduften. Herr Poittevin ist für seine übergroße Vertrauensseligkeit gemaßregelt worden und dürfte zurzeit die Freuden des Ruhestandes genießen. Die geprellten Großhändler Wernher und Konsorten fanden dagegen im Nachlasse Lemoines ein Rezept, welches ein wenig an die bekannte Vorschrift für die Herstellung einer Kanone erinnert: Man nehme ein langes rundes Loch und gieße Metall herum, so hat man eine Kanone. Lemoine schrieb: Man nehme Kohle, schmelze sie und lasse sie kristallisieren, so hat man Diamanten.
Der Mann hat mit seinem Rezept völlig recht, und eS fehlt lediglich an demjenigen, der das Rezept ausführt. Herr Lemoine war nicht der Mann dazu, aber eS verlohnt sich vielleicht der Mühe, die AuSführungsmöglichkciten zu betrachten.
Die Vorschrift fängt an: Man nehme Kohle. Das läßt sich zur Not machen. Freilich würde man vielleicht richtiger sagen: Man nehme reinen Kohlenstoff, denn gewöhnliche Kohle enthält allerlei Verunreinigungen, die dein Experiment nicht gerade förderlich sind. Nun aber geht das Rezept weiter: man schmelze die Kohle. Das ist leicht gesagt, aber sehr schwer getan. Lange Zeit hindurch hat man die Kohle überhaupt für unschmelzbar gehalten. In Temperaturen, bei denen unsere Urgesteine, wie Granit, Quarz und dergleichen, bereits dünnflüssig wie Wasser auseinanderlanfen, bleibt die Kohle noch völlig fest. Man benutzt deshalb eine bestimmte Form des Kohlenstoffes, den Graphit, ja bekanntlich dazu, um feuerfeste Tiegel herzustellen, in denen allerlei Metalle. wie Silber, Gold
Dienstag den 7. Juli
schule sollen unter Zugrundelegung der allgemeinen und besonderen Bedingungen für die Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Dienstzimmer des Direktors der gewerbl. Fortbildungsschule, Erbsengasse 3/5, zur Einsicht auf und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Dienstag den 14, Juli, vormittags 11 Ahr, festgesetzten Eröffnungstermin, Erbsengasse Nr. 3/5, einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein der etwa erschienenen Anbieter.
Zuschlagsfrist 2 Wochen.
Hanau den 7. Juli 1908.
Der Magistrat. 14283
JTacB Weisung
der Johanni-Durchschnittspreise in Hanau pro 1908.
1. Weizen â 100 kg .
„ „ 1 hl .
2. Roggen „ 100 kg .
„ „ 1 hl .
21,46 17,17
20,28 15,01
Mark
kl
kk
kl
3. Gerste „ 100 kg .
20,19
ll
„ „ 1 hl .
13,33
V
4. Hafer „ 100 kg .
17,75
kl
„ „ 1 hl .
7,81
kk
5. Kartoffeln A 100 kg,
ordinäre,
5,72
kk
„ ä. 100 kg,
englische,
io,—
kl
6. Welschkorn ü 100 kg
♦
16,50
n
7. Roggenstroh â 50 kg
2,16
kl
8. Haferstroh â 50 kg
e •
1,95
p
9. Gerstenstroh â 50 kg
♦
1,80
w
10. Heu â 50 k<r
• •
3,14
kl
11. Buchenscheitholz â 1 rm .
♦
11,75
^
12. Eichenscheitholz â 1 rm . ♦
10,-
kk
13. Tannenscheitholz & 1 rm .
9,50
kl
Hanau den 3. Juli 1908.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild. 15253
Bekanntmachung
Die Ferien des Stadtausichusses für den Stadtkreis Hanau beginnen am 21. d. Mts. und endigen am 31, kommenden Mts.
Während der Ferien hürfen Termine zur mündlichen und dergleichen, geschmolzen werden. Erst bei Temperaturen, die wir nur mit Hülfe der Elektrizität, insbesondere mittels des elektrischen Lichtbogens erreichen können, zeigt die Kohle ein verändertes Verhalten. Sie wird in der Tat wohl flüssig, aber ganz unmittelbar an diese Verflüssigung schließt sich die Verdampfung. Auf den Kohlenstiften, die wir in unseren Bogenlampen verbrennen, befindet sich an den weißglühenden Spitzen ein unendlich dünnes Häutchen flüssigen Kohlenstoffes. Sofort aber dampft dieser Kohlenstoff in gasförmiger Gestalt weg, so daß größere Mengen davon nicht erhalten werden können. Wir können uns von dieser Verdampfung sehr wohl überzeugen, wenn wir Bogenlampen mit luftdichten Glocken benutzen. Der Kohlendampf kann dann nicht mit dem Sauerstoff der Luft zu Kohlensäure verbrennen, sondern schlägt sich in Form eines feinen schwarzen Delages auf der Glasglocke nieder. Auch bei alten Glühlampen, die längere Zeit mit zu hoher Spannung gebrannt haben, findet man diesen schwarzen Belag als einen Beweis dafür, daß hier Kohlenstoff verdampft.
Wir können auch an anderen Stellen in der Natur gelegentlich den beinahe unmittelbaren Uebergang aus dem festen in den dampfförmigen Zustand beobachten. Wenn wir z. B. in einer langen Frostperiode ein Stückchen Eis nehmen, wiegen und dann ins Freie, etwa auf ein Balkon- breit legen, so wird dies Stück im Laufe der Wochen ersichtlich kleiner, und wir können auf der Wagschale eine erhebliche Gewichtsabnahme f-ststellen. Dabei ist das Eis nicht etwa geschmolzen, sondern unmittelbar verdampft.
Wir sehen nun also, daß das Lemoinesche Rezept in seinem zweiten Teil: man schmelze Kohle, sehr schwer durchführbar ist. Man könnte an seiner Ausführbarkeit überhaupt verzweifeln, wenn die natürlichen Diamanten uns nicht den zwingenden Beweis böten, daß die Kohle schmelzbar fein muß. Wir besitzen ferner im elektrischen Strom die Mittel, um theoretisch jede gewünschte Temperatur zu erzielen. Wir müssen also nur nach einem weiteren Mittel suchen, um zu verhindern, daß uns die Kohle bei solcher Erhitzung sofort | dampfförmig verpufft. Dazu nun scheint ein gewaltiger Druck
Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1908
Verhandlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen ab' gehalten werden.
Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleibe« die Feri«« ohne Einfluß.
Hanau den 2. Juli 1908.
Der Vorsitzende des Stadtausschusser des Stadtkreises Hanau.
Dr. Gebeschus. 15251
Handelsregister.
Firma The Dunlop Pneumatle Tyre Company, Aktiengesellschaft in Hanau.
Das stellvertretende Vorstandsmitglied Kaufman« Nathan Hermann zu Frankfurt a. M. ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
Der Kaufmann Alfred Jesse Warner zu Hanau ist zum stellvertretenden Vorstandsmitglied mit der Befugnis bestellt worden, die Firma zusammen mit einem Vorstandsmitglied oder einem Prokurist«« der Aktiengesellschaft zu zeichnen.
Eintrag vom 4. Juli 1908. 14268
Königliches Amtsgericht 5 in Hanan.
Gefundene und verlorene Genenstände re.
Gefunden: 1 schwarze Zierschürze, 1 qöld. Damenuhr, 1 silb. Damenuhr, 1 Handtuch (gez. E. W.), 1 Badehandtuch und 1 Badehose, 1 kleines Portemonnaie mit 1 Mk. 1 Markstück und 1 Ring, abzuholen bei der Armenverwaltung.
Verloren: 1 goldene Brosche, 1 Herren-Portemonnaie mit 307 Mk., bestehend aus drei Einhundertmarkscheinen und 7 Mk. Silbergeld, 1 goldene Damenuhr mit schwarzer Emailkelte, 1 graublaues Damentâschchen mit Portemonnaie mit ca. 60 Pfg. und mit einer Zeitkarte der Hanauer Straßenbahn (an der Fasanerie).
Entflogen: 2 Kanarienweibchen.
Hanau den 7. Juli 1908.
Politische Rundschau.
Staatliche Wohnungssürsorge. Fast jährlich seit dem Jahre 1895 sind im preußischen Staatshaushalt nicht unbeträchtliche Mittel zum Dau von kleinen Wohnungen für Beamte und Arbeiter in Staatsbetrieben gefordert worden. Insgesamt wurden für diesen Zweck bisher 104 Millionen Mark gewährt. Im letzten Jahre ist eine derartige Vorlage wegen der ungünstigen finanziellen Lage ausgeblieben. Dafür ist jedoch bereits für das kommende Jahr eine Forderung von 15 Millionen Mark angekündigt worden, wodurch sich notwendig zu sein. Es ist Beute sehr wahrscheinlich, daß wir die Kohle wie Wachs oder Stearin würden schmelzen können, wenn es uns gelänge, die Erhitzung der Kohle in einem seh» widerstandsfähigen Stahlkörper unter einem Druck von vielen Tausenden von Atmosphären vorzunehmen. Derartige Versuche sind nun freilick außerordentlich kostspielig. Man braucht dazu einen Gußstahlkörper von ungeheurer Festigkeit, der an sich sicherlich nicht billiger sein würde, als eines der modernen Riesengeschütze. Man braucht ferner eine sorgfältige Isolierung dieses Körpers durch eine besondere Auskleidung gegen die kolossale Hitze, die im Innern entwickelt werden soll, denn sonst würde der ganze Stablkörper ja bereits dünnflüssig anseinanderlaufen, lange bevor die Kohle auch nur Spuren von Erweichung zeigt. Man müßte ferner in diese« Körper die beiden Strompole druck- und hitzefest und voneinander elektrisch isoliert einführen, was an fich wieder ein technisches Kunststück bedeutet. Derartige Versuche könnten daher nur von Leuten unternommen werden, denen eS auf eine Million mehr oder weniger nicht ankommt. Dann freilich wäre auch einige Aussicht auf Erfolg vorhanden. ES wäre wahrscheinlich, daß es gelingen würde, ein Quantum Kohlenstoff, sagen wir einmal: 10 bis 20 Liter, zum Schmelzen zu bringen. Damit wäre der zweite und der allerschwierigste Teil des Lemoineschen Rezeptes erfüllt, und cs bliebe nun nur noch der dritte Teil, der da lautet: „und man lasse den geschmolzenen Kohlenstoff kristallisieren*. Dazu würde es voraussichtlich genügen, wenn man die geschmolzene Kohle unter Beibehaltung des Druckes nur recht allmählich abkühlen ließe. Lehrt doch die Erfahrung, daß so ziemlich alle kristallisationsfähigen Körper auch wirklich kristallisieren, wenn man sie schmilzt und dann langsam erstarren läßt.
Aus diesen Ausführungen dürfte hervorgehen, daß uni bei dem augenblicklichen Stande unserer naturwissenschaftlichen Erkenntnis der Weg zur Diamantenfabrikation ziemlich klar vorgezeichnet ist, daß wir die Mittel kennen und zur Anwendung keinerlei besondere Geheimtuerei, sondern vielmehr der exakte Versuch in großem Maßstabe notwendig ist.