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Nr. 151 F-xnspx-chanschlutz Nr. 605,
Mittwoch den 1. Juli
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
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14 Seiten
Amtliches.
Aufgebot.
Der Handelsmann David Glauberg von Langenselbold als Generalbevollmächtigter der Miterben des Isaak Glauberg hat das Aufgebot zum Zwecke der Kraftloserklärung des Hypothekenbriefes zu Post Abt. III Nr. 10 des Artikels 395 von Langenselbold über 78 Mk. 37 Pfg. nebst 5°/o Zinsen und 5,25 Mk. Kosten eingetragene Hypothek des Bäckers Isaak Glauberg von Langenselbold vom 10. Dezember 1880 beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
Dienstag den 5. Januar 1909, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Langenselbold den 19. Juni 1908.
___Königliches Amtsgericht. 13875
Städtisches Wannen- nnd Brausebad.
Dangertstratze 8 (Eingang: Große Dechaneistraße).
Geöffnet für Männer:
Montag, Mittwoch, Donnerstag HK Samstag von 8—12 Uhr vormittag? und 2—8 Uhr nachmittags.
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Frauen:
Dienstag und Freitag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
‘ Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,
Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg., Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.
Hanau den 2. Januar 1908.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 357
Politische Rundschau.
Geheimrat von Lueanus wurde gestern morgen von einem leichten Unwohlsein befallen, das unbedeutende «ähmungserscheinungen hervorrief.
Feuilleton.
Rationale Huldigungsscicr.
Festrede, gehalten am 28. Juni 1908 vor dem Nationaldenkmal gelegentlich einer nationalen Huldigungsfeier des Kriegervereins Keffelstadt, von dessen Vorsitzenden Faupel.
Hochgeehrte Festversammlung I
-Werte, teure Vaterlandsfreunde!
Die weihevolle Stunde ist gekommen, wo wir vor der großen Oefferitlichkeit das Bekenntnis der KönigStreue und Vaterlandsliebe laut und vernehmbar ablegen wollen, die Stunde, in der wir den geschiedenen und noch unter uns lebenden Gründern und Erbauern des mächtigen, stolzen deutschen Reichsgebäudes unseren innigen, reichverdienten Dank zollen wollen. Keinen würdigeren Ort konnten wir uns hierzu auswählen, als diese geweihte, heilige Stelle, wo die hehre Gestalt der Germania, das Sinnbild Deutschlands, mit der Kaiserkrone und dem lorbeerumwundenen Schwerte Wacht hält, wo wir das Rauschen Deutschlands größten Stromes, des kraftvollen Sohnes der Alpen, hören und seine majestätische Größe schauen können. — Aber auch keine passendere Zeit konnten wir wählen als den Monat Juni. Denn 20 Jahre waren am 15. d. M. verflossen, daß S. M. Wilhelm II. den deutschen Kaiserthron bestieg. Als vor zwei Jahrzehnten Kaiser Friedrich III., von tückischer Krankheit getroffen, seinem großen Vater in die Ewigkeit folgte, da sâh wohl mancher von uns, besorgt um den Fortbestand des deutschen Reiches, in die Zukunft, und der Dichter klagter
Gott bat von seinem Volke da? Angesicht gewandt.
Drum will es Abend werden und Nacht im deutschen Smtb. Der unö den Sieg gegeben, den Frieden und das Glück. Gott nimmt mit einem Schlage, nimmt alles uns turück.
In der Konferenz über die Reichsfinanz- reform sprachen sich die meistrn Teilnehmer gegen die Einführung der direkten Reichssteuern und besonders gegen eine Reichseinkommensteuer aus, die dm Interessen der Einzelstaaten widerstrebe. Man ist allgemein der Ansicht, daß die Hauptquote der erforderlichen neuen Reichssteuern durch indirekte Steuern aufgebracht werden müsse.
Die nationalliberale Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat sich konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Abg. Hobrecht, zum stellvertretenden Vorsitzenden Abg. Dr. Friedberg, zum Geschäftsführer Abg. Junghenn (Hanau) gewählt. — Ferner hat sich die Landtagsfraktion der Frei- sinnigen Volkspartei konstituiert. Zu Vorsitzenden wurden gewählt die Abgg. Fischbeck, Funck und Kindler.
Sämtliche sechs sozialdemokratischen Stadt- verordnetenmandate in Teuchern sind vom Bezirksausschuß für ungültig erklärt worden, da zahlreiche bürgerliche Wähler durch Boykottandrohung von der Wahl abgeschreckt worden seien.
Dev Ausstand in Mexiko. Ueber die revolutionäre Bewegung, die in mehreren Staaten Mexikos ausgebrochen ist, liegen jetzt einige nähere Nachrichten vor, die freilich über die Ziele der Insurrektion noch keinen Aufschluß geben. Danach soll das Zentrum des Aufstandes in El Paso an der texanischen Grenze liegen, über die sich die Insurgenten auch schon einmal nach einem verlustreichen Gefecht zurückgezogen haben: Für die mexikanische Regierung wird es vor allem darauf ankgmmen, ob das Militär zuverlässig bleibt, was immerhin noch nicht so ganz sicher zu sein scheint. — Nach New-Dorker Meldungen werden alle Depeschen aus Mexiko streng zensiert. Die mexikanischen Behörden ergriffen drakonische Maßregeln, um den revolutionären Ausbruch im nördlichen und mittleren Teile Mexikos zu unterdrücken. Die Insurgenten besetzten das Dorf Matamoras, 24 Kilometer von Torreon. 40 Extrazüge voller Truppen gingen durch Torreon, und umfassende Verstärkungen wurden an die Garnisonen von Juarez und Ciudad Porfirio Diaz gesandt. Präsident Diaz befahl, alle gefangenen Insurgenten streng zu behandeln. Eine große Anzahl wxir.de bereits auf der Stelle ohne Kriegsgericht erschossen. Die Loyalität der Soldaten wird jedoch bezweifelt; nach den Berichten vom Schauplatz sind sie sehr um ihre Haut besorgt und verfolgen die Revolutionäre nachlässig. — Präsident Roosevelt hielt mehrere Konferenzen über den Aufstand mit dem Assistenzstaatssekretär Bacon ab; der mexikanische Gesandte in Washington Creel eilt vom Ferienurlaub nach Washington zurück. Auf Anordnung des Präsidenten Roosevelt hat der Kommandeur der in Texas stehenden Truppen Anweisung erhalten, so viele Truppen nach der mexikanischen Grenze zu senden, als dort
Aber mit seltener Geistesstärke drückte der auf den Thron gelangte jngendkrâftige Kaiser Gram und Kummer nieder und lieferte sein ganzes Ich dem deutschen Volke aus, und wenn Deutschlands Feinde damals gehofft hatten, die deutsche Einheit werde mit ihrem Begründer zu Grabe getragen werden, so sollten sie nur zu bald erfahren, wie gründlich sie sich getäuscht hatten! Was Kaiser Wilhelm II. damals nach dem tiefschmerzlichen Hinscheiden zweier Kaiser, auftauchend aus einer Flut von Weh, seiner Armee, seiner Marine, seinem Volke zugerufen und verheißen hat, er hat es in den zwei Jahrzehnten seiner Regierung gehalten, er hat es erfüllt unter Gottes gnädigem Beistände. Und dann im Beisein fast aller deutschen Fürsten zum ersten Male vor den versammelten Reichstag tretend, verkündete ber junge Kaiser dem deutschen Volke, „als Kaiser und König dieselben Wege zu wandeln, auf denen sein Großvater das Vertrauen seiner Bundesgenossen, die Liebe seines Volkes und die wohlwollende Anerkennung des Auslandes errungen habe." „Daß auch mir dies gelinge", fügte er hinzu, „steht bei Gott; erstreben will ich cs in ernster Arbeit I"
Hochgeehrte Damen und Herren ! Mit Bewunderung und Stolz können wir auf unser gegenwärtiges mächtiges deutsches Vaterland blicken. Heute ist der deutsche Name geachtet in der ganzen Welt. Mit Stolz kann jeder Deutsche sich in weiter Fremde als Germane bekennen. Leider war es nicht immer so. Es hat Zeiten gegeben, lange Zeiten, in denen der deutsche Name verachtet und verrottet war; Zeiten, in welchen man sich schämen mußte, sich im Aus- lande als Deutscher zu bekennen, Zeiten, in denen fremde Nationen auf den gesegneten Fluren unseres schönen Vaterlandes ihre Händel und Fehden auskämpften. Wir alle wissen aus der Geschichte, wie in einem 30jährigen Kriege Franzosen, Schweden, Kroaten Deutschlands Gaue verwüstet und volkreiche Städte in Asche gelegt haben: wie ein Ludwig XIV. durch seinen Mordbrenner Melac die schöne Pfalz verwüstete — das Heidelberger Schloß ist heute noch ein
zur Aufrechterhaltung geordneter Zustände und zur Verhinderung von Grenzverletzungen erforderlich sind.
Die Vorgänge in Persien.
London, 30. Juni. Unterhaus. In Beantwortung einer Anfrage über die Unruhen in Teheran berichtete Staatssekretär Sir Edward Grey, daß einige Perser in der britischen Gesandtschaft Zuflucht gesucht hätten und bracht« damit die Tatsache zusammen, daß der Schah in der Nähe der Gesandtschaft Truppen aufgestellt habe, ein häßliches Vorgehen, gegen das die Regierung Protest erhoben habe und aus dem ein Briefwechsel mit der persischen Regierung hervorgegangen sei, da man die Flüchtlinge ohne bindende Garantie für ihr Leben wohl nicht sich selbst überlassen könne Aus den Provinzen lägen Nachrichten über Unruhen vor, jedoch stimmten alle darin überein, daß für die Fremden keine Gefahr bestehe. Dillon fragte an, ob die Regierung das Wort des Schahs als Bürgschaft annehmen werde, worauf Sir Edward Grey erwiderte, daß Erwägungen darüber schwebten, welche Garantien zu fordern seien.
Gustav-Adols-Stistung.
K Marburg, 30. Juni.
Alt-Marburg hat sein Festkleid angezogen. Von den Türmen des alten Schlosses, vom Rathause, von sonstigen öffentlichen Gebäuden und vielen Privatgebäuden zeig«« Fahnen und Flaggen den schon im Laufe des Tages ein» getroffenen zahlreichen Teilnehmern der 59. Hauptversammlung des Hessen-Casselschen Hauptvereins der evangelischen Gustav-Adolf-Stiftung an, daß Marburgs Einwohnerschaft die Liebesarbeit der zerstreut wohnenden evangelischen Glaubensgenossen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ihnen beim Bau von Kirchen und Schulen zu helfen, damit sie der evangelischen Unterweisung der Jugend, der Predigt und der Seelsorge nicht entbehren, voll und ganz zu würdigen weiß.
Friedliches Glockengeläute in allen evangelischen Kirchen unserer Stadt kündigte heute nachmittag um 5 Uhr den Beginn des Festes an. Im Anschluß an eine Sitzung des Vorstandes des Hauptvereins der Gustav-Adolf- Stiftung im Hause des Pfarrers Scheffer tagte dann in der Kirchenstube der reformierten Gemeinde eine Versammlung der Abgeordneten und Geistlichen. An den durch Krankheit verhinderten Vorsitzenden, Generalsuperintendent Pfeiffer in Cassel wurde eine BegrüßungS- depesche gesandt. Die ausscheidenden Vorstandsmitalieder Pfarrer Franz Hochstetter und Ernst Wolff-Cassel, StiftS- kassierer Justus Bohne-Cassel, Pfarrer Friedrich Hufnagel- Kesselstadt, Pfarrer Max List-Deckbergen, Metropolitan Wilhelm Soldan-Kirchhain, Superintendent Georg Wifse- mann-Hofgeismar wurden sämtlich wiedergewählt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannte man Superintendent Klingender. Bei dem geschäftlichen Teil wurde weiter von einer Stiftung von 1000 M. seitens einer Frau v. WennigS stummer Zeuge jener Tat — wie er mitten im tiefsM Frieden Straßburg, die wunderschöne Stadt, raubte, b«i welcher Gelegenheit der verräterische Bischof Franz Egon von Fürstenberg sich ein trauriges Judasdenkmal gesetzt hat; wir wissen, wie in einem 7jährigen Kriege sich fast ganz Europa verbunden hatte, um den großen König Friedrich II. zu einem Kurfürsten von Brandenburg hcrabzudrückcn. Gott sei Dank! es ist ihnen allen nicht gelungen. Und gedenken wir erst der Zeiten eines Napoleon Bonaparte, welcher dem fast 1000jährigen deutschen Rzjche den Todesstoß versetztt und den preußischen Staat an den Rand des Verderbens brachte. In dieser Zeit sehen wir unser Vaterland in seinem tiefsten Verfalle. Von jetzt -an beginnt der deutsche Name wieder zu steigen. In unvergleichlicher Begeisterung, mit todverachtender Tapferkeit wird der Welteroberer Napoleon von deutschem Boden vertrieben: er beschließt sein Leben, fern von der Heimat, auf der einsamen Felseninsel St. Helena. Aber was glühende Patrioten erträumt und ersehnt hatten, ein einiges, mächtiges deutsches Reich, es kam nicht, «4 ging nicht in Erfüllung. Erst einer späteren Generation sollt« es Vorbehalten bleiben, das große, deutsche Reichsgebäud« zu errichten. Erst mußte noch einmal deutsche« Brudrrbluk fließen, welches den Kitt zu dem mächtigen Reichsbau ab- geben sollte. Doch kaum sahen unsere „getreuen" Nachbarn im Westen, daß Wilhelm der Große mit seinen Paladinen BiSmarck, Roon, Moltke an der Arbeit waren, ein mächtiges deutsches Reich zu -errichten, da versuchten sie wieder, die Brandfackel des Krieges m unsere deutschen Gau« zu schleudern, — das Reichsgebäude, noch ehe eS «rrichtrt war, niederzureißen. Aber diesmal fanden sie, was nie zuvor der Fall gewesen, diesmal fanden sie die Deutschen einig. Wi« Sturmesbrausen klang e§ durch die deutschen Land«'
Es braust ein Ruf wie Donnerball. Wie Scbwertgeklirr und Wogeiwrall: Zlun Rizein, 'mm Mein, zum deutschen Rheut, Wir alle wollen Hüter jeini