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Sekt, 4_______________ gestern als Leiche aus demOhlenbach" gelandet-. Ein un­heilbares Leiden und Nahrungssorgeu trieben die junge, von ihrem Mann verlassene Frau zur Verzweiflung und in den Lod. Der Aufenthaltsort des vor einigen Wochen auf die Walz" gegangenen Mannes konnte bis jetzt noch nicht er- Ulittelt werden. Kaun» hatte die Seligenstädter Amtgerichts- behördt an Ort und Stelle den Tatbestand ausgenommen, plS man in der Gersprenz bei der Stockstädter Grenze eine zweite Leiche entdeckte. Es ist die des 72jährigen Schmiede- meisterS H. A. Hartmann aus unserer Nachbargemeinde Harreshausen. Der Grei« weilte längere Zeit bei nahen Anverwandten in Kleestadt zu Besuch und wollte am letzten Sonntag nach Harreshausen zurück, um bei der Heuernte be­hilflich zu sein. Der Annahme eines Selbstmordes mangelt jegliche Unterlage; es gewinnt vielmehr die Vermutung an Wahrscheinlichkeit, daß der alte Mann vom richtigen Wege Mam, in die hochgehenden Gersprenzfluten stürzte und darin seinen Tod fand. Ein erschütternder Unglücksfall ereignete sich zu Rück. Der dortige Bürgermeister Jakob Zemmerer war mit dem Laden einer Fuhre Heu beschäftigt, als plötzlich das von Insekten geplagte Pferd anzog. Dabei fiel dar -Gemeindeoberhaupt rücklings vom hochbeladenen Wagen und war sofort eine Leiche. Kemmerer verwaltete 15 Jahre hindurch mit Umsicht, Treue und Gewissenhaftigkeit das Bürgermeisteramt. Die Beerdigung fand gestern unter enormer Beteiligung aus nah und fern statt.

8 Bttvg Gleiberg, 28. Juni. Unter dem Vorsitze dcs Geheimrats Dr. Breibert hielt gestern der Gleiberg-Verein hier seine Hauptversammlung ab. Daran nahmen u. a. teil die Mitglieder deS Provinzialausschusses für Oberhessen, des KreiSauSschuß vom Kreise Wetzlar, die Aufsichtsbehörde, meh­rere Gießener Stadtverordnete tinb Universitätsprofessoren, z. B. Professoren Biermer und Biermann. Die Jahres­rechnung schloß mit einer Einnahme von 3601,41 Mark und einer Ausgabe von 3594 Mark. Zu den Einnahmen leistete die preußische Regierung 600 Mark, die Rheingrovinz 500 Mark, die hessische Regierung 300 Mark, der Kreis Gießen £00 Mark, der Kreis Wetzlar 200 Mark, die Stadt Gießen 100 Mark, ein Ungenannter 400 Mark, der Burgwirt zahlt 600 Mark. Die Ausgaben betrafen fast nur Sauten an der Ruine und Neuanschaffungen, hierfür wurden 2857 Mark verausgabt. Es wurden erhebliche Renovierungsarbeiten am Bergfried ausgeführt. Auch in diesem Jahre sollen wieder bedeutende Erhaltungsarbeiten an der Ruine Dorgenommen werden, so auch am Naffauer Bau. Es sind 2260 Mark vorgesehen im Voranschlag. Geheimer Justizrat Schmidt gab einen Ueberblick Über die Herstellungsarbeiten der letzten Zeit. Er teilt mit, baß Archivbirektor Freiherr von Schenk in Darmstadt einen Aufsatz über die älteste Geschichte der Stadt Gießen geschrieben habe, der auch wertvolle Mitteilung über die Burg Gleiberg enthalte. Ueber die Frage der B e - dachung deS Bergfrieds durch ein kegelförmiges, acht Meter hohes Schieferdach entsteht eine lebhafte Aussprache. Landrat Dr. Sartorius und Baurat Stiehl-Wetzlar sprechen für dieser Plan, Professor Dr. Biermer, Bürgermeister Stahl- griebbern u. a. find dagegen. Auf Antrag deS Landrals Dr. Sartorius wurde ein Beschluß hierüber auf nächstes Jahr verschoben; es soll ein Gutachten des Konservators der Rheinprovinz abgewartet werden und ein neues Bedachungs­modell hergcstellt werden. An die Verhandlungen schloß sich ein Rundgang durch die Burg und eine Besichtigung des Bergfrieds.

; Dettingen, 28. Juni. Ein schweres Radfahrer- mrglück ereignete sich gestern früh beim nahen Gebirgs- dorfchen Johannesberg. Eine junge Bauersfrau aus Reichen­bach wollte nämlich, mit einem mit Eiern, Butter und Kirschen gefüllten großen Korbe auf dem Kopse, zum Markte nach Aschaffenburg. Unweit Ober-Afferbach wurde sie von einem Radfahrer aus Johannesberg, einem Fabrikarbeiter, mit aller Wucht niedergerannt. Dabei drang der unglück­lichen Frau ein auf dem Wege liegendes Holzstück durch den Mund und verursachte schauerliche Verletzungen des Gaumens und des Kehlkopfes, wie auch der ganzen Mund- und Rachen­partie. Die schwer Verletzte verlor sofort das Bewußtsein und fand zunächst in einem Bauernhause liebevolle Aufnahme. Später wurde sie mittelst Leiterwagens ihren entsetzten An­gehörigen zugeführt. Der Zustand der Frau, die einem freudigen Ereignisse enigegensah, ist in hohem Grade bedenk­lich. Eier, Butter und Kirschen flogen beim Sturze im weiten Bogen umher in den Straßenfchmuy und wurden unbrauchbar. Der unvorsichtige Radfahrer kam mit leichteren Verletzungen davon, wird aber für die Folgen seines Leicht­sinnes verantwortlich gemacht.

w. Frankfurt a M, 29. Juni. (Prio.-Tel.) Ein B i e r a u t o m o b i l der hiesigen Bürgerbrauerei kehrte gestern abend gegen 6 Uhr leer von einem Kriegerfeste in Ruppertshain im Taunus zurück. Zwanzig Personen stiegen in das Automobil um mitzufahren. An einer Kurve s ch l u g e s u »i, wobei drei Personen getötet und mehrere schwer verletzt wurden.

Handel, Gewerbe und Verkehr.

Diamanten-Funde in Dentsch-Südwestafrita. In Bezug auf die etwa 15 Kilometer von Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika gefundenen Diamanten wird demBerl. Aktionär" von unterrichteter Seite mit geteilt, daß das Lager voraussichtlich abbauwürdig ist, daß jedoch die Frage ab ein Abbau im Großbetriebe rentabel sein würde, zurzeit noch »licht beantwortet werden kann.

Marktbericht.

Hanau, 26. Juni. (Leben sm ittelprei s c.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 0.90 bis 1.00 Mark; ein alter Hahn 1.70 bis 2.00 Mark: ein junger Hahn 1. bis 1.10 Mark; ein Huhn 1.50 bis 1.80 Mark; eine Ente 2.50 bië 2.70 Mark; eine junge Gans. bis. Mark; Gans, gerupft,. Pfennig, 1/s Kilogramm. Fische: gewöhnliche Sorte 80 Psg., bessere Sorte 40 Pfg., Aal 0.80 0.90 Mark. Hecht 1.10 Mark, Brest IN

Montaa

Pfennig, Barben 5060 Pfennig, Barsch 70 Pfennig; Karpfen Mk., Vs Kilogramm. Gemüse: Meerrettich die Stange KO Pf., Spargel Pfd. 40 60 Pfg., Blumenkohl d.Si. 4050 Pfg, Kopfsalat d. Stück 56 Pfg., Endivien, das Stück Pfg.; Rettich, das Stück 510 Pfg.; Ober- Kohlrabi, das Stück 56 Pfg.; Unter-Kohlrabi Pfg., Wirsing, d. Stück 20-25 Pfg; Weißkraut, d. Stück 20 25 Pfennig, Rotkraut, das Stück Pfennig, Sellerie, da« Stück. Pfennig, Gurken, das Stück 2040 Pfennig; gelbe Rüben, das Bund 8 Pfg.; Neue Erbsen, das Pfd. 2025 Pfennig; Neue Bohnen, das Pfd. 35 Pfennig., Schnittkohl, Port. Pfg., Schwarz­wurzeln, 1 Pfund Pfennig, Spinat, Port. Pfennig; Lattig, die Portion Pfg.; Schmalzkraut, die Portion. Pfg.; Kartoffeln, Doppelliter 30 Pfg. Obst: Kirschen, d. Pfd. 25-35 Pfg., Stachel- beerens das Pfund 20 Pfennig, Johannistrauben das Pfund 25 Pfg., Erdbeeren, das Pfund 40 Pfg., Heidel­beeren das Pfund 1215 Pfg., Aepfel, das Pfund . Pfenng, Nüsse, das Pfund. Pfenng, Pfirsiche, das Pfund. Pfennig, Citronen, das Stück 57 Pfg., Apfelsinen, daß Stück. Pfennig; Paradiesäpfel, Pfund 0.70 Mark. Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,20-1,40 Mk.; Käse, 1 Stück 4-6 Pfg.; Eier, das Stück 69 Pfg.; Gänseeier, Stück Pfg., Zwiebeln, Pfund 20 Pfg.; Welschkorn, Doppell. -r Pfg., Radieschen, Bündel 5 Pfg.; Kastanien, Pfund Pfg., Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfg.; 3. Sorte Pfennig.

Hus Ranau Stadt und Eand.

Hana«, 29. Juni.

Hk. Winke für Erobermkg fremder Märkte. Im Hinblick auf die steigende Bedeutung des Ausfuhrhandels für die Industrie der Vereinigten Siaaien von Amerika hat es die Regierungsabteilung für Handel und Arbeit in Washing­ton für angezeigt befunden, Winke für die Ausdehnung des Handels durch amerikanische Fabrikanten und Exporteure, in der Hauptsache auf Grund von Konsulaisberichten, zusammen­zustellen und unter dem TitelWinning foreign Markels in einem Hefte zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung ent­hält folgende Hauptpunkte: Methoden und Erfordernisse des Ausfuhrhandels; Erfolge Italiens; Handelshindernisse; Ver­sanderleichterungen; Verpackung; Paketposten; Reklame im AuSlande; Patente und Handelsmarken. Das Heft liegt in den nächsten vier Wochen im Reichsamt des Innern, Berlin W., Wilhelmstratze 74, im Zimmer 174, für In­teressenten zur Einsichtnahme aus uitb kann außerhalb Berlins wohnenden deutschen Interessenten auf Antrag für .kurze Zeit übersandt werden.

* Wilhelmsbas. Mittwoch den 1. Juli, von abends 6 Uhr ab, findet zu Wilhelmsbad großes Militär-° Doppelkonzert der Kapellen des Jnf.- Regts. Heffett-Homburg Nr. 166, sowie des Thür. Ulanen-Regts. Nr. 6, zum Besten des Invaliden- danks zu Berlin statt.

* Einem Schwindler zum Opfer gefallen. Am vergangenen Freitag wurde einem hiesigen Schuhgeschäft am Markt die telephonische Mitteilung, eine Auswahlsendüng besserer Herren-Schnürschuhe an einen hiesigen Fabrikanten gelangen zu lassen. Das Geschäft schickte alsbald 3 Paar gelbe und 3 Paar schwarze Schuhe in die angegebene Woh­nung des Fabrikanten, woselbst der Ueberbringer nur die Hausfrau antraf, die von der Bestellung nichts wußte, jedoch ersuchte, die Schuhe dort zu lassen, da ihr Mann abwesend sei und möglicherweise den Auftrag gegeben habe. Kurz darauf erschien ein Unbekannter und teilte mit, die Schuhe seien an eine falsche Adresse gekommen, infolgedessen er um Uebergabe derselben ersuchte. Dem Verlangen wurde ohne Argwohn Folge geleistet. Später ergab sich, daß ein Schwind­ler in der angegebenen Weise mit Erfolg operiert hatte. Der Unbekannte ist etwa 1,75 w groß, besitzt schwarzer Haar und schwarzen Schnurrbart, ist etwa 4045 Jahre alt und trägt dunklen Sackanzug. Etwaige Mitteilungen, die zu seiner Ermittelung führen können, wolle man auf Zimmer 1 der Königl. Polizeidirektion machen.

* Unfall. Kurz vor der Eisenbahnüberführung am Ostbahnhofe wollte gestern nachmittag ßOt Uhr der Pelz­warenhändler Karl Boh von hier auf die vordere Platt­form eines in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagens steigen, wobei er leider ausglitt und ihm der rechte Fuß bis zur Ferse abgequetscht wurde. Auf einem Krankentransport­wagen wurde er in das Landkrankenhaus gebracht. Dieser bedauerliche Unfall gibt Anlaß zu der ernsten Mahnung, das Auf- und Absteigen während der Fahrt streng zu vermeiden. Uebrigens ist ein derartiges Beginnen ja auch verboten.

* Ferrettkurfe. Wie in früheren Jahren wird Herr Sprachlehrer Dippql in den diesjährigen Sommerferien wieder Ferienkurse in allen Fächern und für Schüler und Schülerinn?» aller Klassen der höheren Schulen abhalten. Außerdem werden während der Ferien Pensionäre (Knaben und Mädchen) in die Anstalt ausgenommen, was besonders für verreisende Eltern eine große Annehmlichkeit bedeutet. Wir wollen noch hmzufügcn, daß Herr Sprach­lehrer Dippel sowohl den Unterricht wie die Ueberwachung der Zöglinge bei Spaziergängen, Radtouren, Schwimm­bädern re. selbst übernehmen wird. Im übrigen verweisen wir auf die an anderer Stelle stehende Anzeige.

* Solbadkttr. Heute mittag kehrten etwa 130 Kinder aus Hanau, die am 1. d. M. von der Hanauer Ferienkolonie unter Leitung des Herrn Lehrer H e b e b r a n d zu einer vierwöcheunichen Solbadkur in die Kiuderheiianstalt Bad Oro geschickt waren, zurück. Die Kiuderheiianstalt Ba Orb, ein Lebenswerk des SanitälsratS Dr. H u f - na .cO ist ein LicbeSwerk, dessen Segen für die leidende Kinderwelt überall dankbar anerkannt wird. Die Erfolge der Kur gerade bei Kinderleiden sind oft überraschende; an den blassen, mageren, blutarmen Kindern um nie kohlen-

_________29. Sunt sauren Solbäder in Gemeinschaft mit dem Aufenthalt in schöner freier Natur und richtiger Ernährung wahre Wunder. Ein Besuch in dieser Anstalt ist in hohem Maße lohnend, alsbald macht man die Beobachtung, daß sich die Kinder dort recht wohl fühlen, was besonders in die Erscheinung tritt, wenn man den Spielen zuschaut oder andererseits beobachtet, wie die jugendlichen Scharen singend und jubelnd von ihren Spaziergängen in ihr Heim zurückkehren. Möge das Werk daher auch weiterhin starker Förderung edler Menschenfreunde sich zu erfreuen haben.

* Stent Herzschläge getroffen wurde gestern abend der Trompeter-Sergeant Behrend von der Kapelle deS hiesigen Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6. Die Kapelle konzertierte gestern abend bis gegen 10 Uhr im Kurhaus irr Bad Nauheim. Behrend, der sich mit seinen Kameraden zu dem 10 Uhr 48 Min. abgehenden Auge zum Bahnhof be­gab, stürzte in der Nähe des Kaiserhofes plötzlich zur Erde. Prof. Dr. Schott, der im Kaiserhof anwesend war, konnte nur den Tod infolge Herzschlags konstatieren. Die Leiche verblieb in Nauheim bis zum heutigen Eintreffen der Eltern, die io eiter darüber verfügen werden.

* Erbrochen. In der Nacht vom 26. zum 27. d. M. wurden aus einer Baubude in der Rhönstraße durch Er­brechen derselben Kleidungsstücke entwendet.

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K. Lattgettdiebach, 29. Juni. (Lebensrettung.) Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern unweit des öffentlichen Badeplatzes an der Kinzig ab. Der 15jährige Sohn des Schlossers Schmidt ging, entgegen der Vorschrift trotzdem er des Schwimmens nicht kundig war, in eine tiefere Stelle deS Wassers, so daß er unterging. Auf das Geschrei vieler Knaben, die gleichzeitig badeten, eilte ein zu­fällig in der Nähe gleichfalls badender ehemaliger Pionier Steinbrecher herbei und brachte noch mit vieler Mühe den in der Tiefe verschwundenen und bereits bewußtlosen jungen Schmidt glücklich ans Land. Die sofort angestellten, sach­kundigen Wiederbelebungsversuche hatten bald den gewünschten Erfolg, so daß der seinen Eltern bereits als tot angesagte Sohn wieder lebend nach Hause kam. Nur den, ent­schlossenen und rettungskundigen Eingreifen des Herrn Steinbrecher ist es zu danken, daß das junge Menschenleben gerettet wurde.

Gevichtssaal.

Sitzung des Schwurgerichts vom 27. Juni 1908.

Meineid.

In dem Meineidsprozesse gegen den Musiker Richard Brunner aus Zürich und die Maffeuse Emma Luise Pelzer aus Hamburg, über den wir bereits in der SamStagsnummer eingehend berichteten, würbe am Samstag Mittag gegen 2 Uhr das Urteil gefällt, nachdem gegen 10 Uhr die Plaidoyers begonnen hatten.

Der Vertreter der Anklagebehorde, Herr Assessor L üdo rff, crachtetr die Wahrheit der Angaben der beiden Haupt­belastungszeugen, der Witwe Krug und des Glasers Heim, für völlig zweifelsfrei und plaidiert für Schuldigsprechung in vollem Umfange der Anklage, also wegen dreier resp, zweier wissentlicher Meineide.

Der Verteidiger des Angeklagten Brunner, Herr R.chtS- anwalt Osius, plaidicrte unter Würdigung der verschiede­nen gegen die Schuld des Angeklagten sprechenden und der dessen Schuld zweifelhaft erscheinen lassenden Momente auf völlige Freisprechung.

Der Verteidiger der Angeklagten Pelzer, Herr Rechts­anwalt Dr. Malkmus, hatte mit Rücksicht darauf, daß an der Wahrheitswidrigkeit ihrer eidlichen Angabe bezüglich des intimen Umganges kaum gezweifelt werden und daß sie sich auch bezüglich der falschen Angabe ihrer Personalien nicht gut in einem Irrtum befunden haben konnte, einen schweren Stand und mußte sich bezüglich des intimen Umganges darauf beschränken, falls eine Freisprechung nicht möglich ist, wenig­stens nur die Fragen nach dem fahrlässigen Falscheid zu be­jahen.

Demgemäß lautete auch der Wahrspruch der Geschworenen. Die Schuldfragen bezüglich des Angeklagten Brunner wurden sämtlich verneint, ebenso die Schuldfragen bezüglich der An­geklagten Pelzer, soweit diese auf wiffentlichen Meineid laute» len. Die beiden Fragen nach fahrlässigem Falfch-ide wurden bejaht.

Das Gericht fällte darauf folgendes Urteil: Der An­geklagte Brunner wird freigesprochen, die Kosten fallen, soweit sie in dem Verfahren gegen ihn entstanden sind, der Staats­kasse zur Last. Der 5)aflbefehl bezüglich seiner wird auf» gehoben. Die Angeklagte Pelzer wird wegen fahrlässigen Falschcidcs in zwei Fällen mit Rücksicht auf den großen Leichtsinn, der in ihrer Fahrlässigkeit liegt und der nahezu an wissentlichen Meineid grenze, zu der verhältnismäßig hohen Strafe von je 8 Monaten Gefängnis verurteilt, welche Strafen in eine Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis zu- sammengezogtn wird. Ein Monat der Unterluchungshaft, die seit 27. April dauert, wird augerechnct. Der Antrag auf Haftentlassung wird mit Rücksicht auf die Höhe der Strafe und dem dadurch begründeten Fluchtverdacht abgelehnt. Sie hat die Kosten zu tragen, soweit sie nicht in dem Verfahren gegen Brunner entstanden sind.

Damit hat diesmalige Schwurgerichtsperiode ihr Ende erreicht und die Geschworenen wurden mit dem üblichen Dank des Vorsitzenden für pflichtgetreue Mitarbeit entlaßen.

Mr Errichtttttg eines Aitöftchistnrmes auf den» Buchberge bei Langettsell»,>td

gingen ein

B.-T. GasthausZu den 8 Rindern" Hanau.....6 Mk.

Voriger Betrag . 2315

Zusammen bis jetzt 282L Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die

Redaktion des .La«au« ittmetoerß."