Hanauer K Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Ul. 133 Fernsprechanfchlitß Nr. 605*
Dienstag den 9. Jimi
F-rnsprechanschlutz Nr. 605» 1908
Amtliches.
Stadtkreis Ranau«
Die landespolizeiliche Abnahme der Hanauer Straßenbahn findet Mittwoch den 10. Juni, nachm l1/» Uhr, vom Ostbahnhof ab statt.
Einwendungen gegen die Art der Ausführung der Bahn und ihrer Nebenaniagen können im Termin an Ort und Stelle angebracht werden.
Hanau den 8.. Juni 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 5695 v. Beckerath.
Stadt- und Landkreis Hanau. Bekanntmachung.
Bei dem diesjährigen Lambohfest werden nur solche Personen zur Ausübung eines Gewerbes zugelassen werden, welche sich im Besitze eines für den Regierungsbezirk Cassel gültigen Wandergewerbescheines befinden, oder ein stehendes Gewerbe in der Stadt Hanau betreiben und für letzteres zur Gewerbesteuer veranlagt sind.
Der Nachweis ist bei Einholung der Erlaubnis im Kreishause, Hainstraße Nr. 10, hier vorzulegen.
Für Vereine, weiche auf Gründ vorhandener Statuten, als geschlossen gelten, bleiben die früheren Bestimmungen in Kraft, Erlaubnis ist jedoch in allen Fällen notwendig.
Alle Gesuche um Erlaubnis zur Aufstellung von Schau- und Verkaufsbuden, zum Wirtschaftsbetrieb pp. sind an die Königliche Polizei-Direktion zu richten, die auch die Verteilung der Plätze regelt.
Es haben sich zu diesem Zwecke sowohl die Besitzer von Schau- und Verkaufsbuden, Wirtschaften pp. als auch die Vorstände von Vereinen, welche eine Vereinswirtschaft errichten wollen, am Donnerstag den 11. nnd am Freitag den 12. Juni d. Js., jedesmal 8 Nhr vormittags, ine Lambohwalde in der Nähe des Polizeizeltes einznfinden und sich an den daselbst anwesenden Polizei-Kommissar zu wenden.
Niemand ist befugt, bevor ihm nicht ein Platz angewiesen, irgend welche Vorrichtungen auf dem Festplatze zu treffen, ebenso ist das Anfahren von Wagen pp. vor dieser Zeit verboten.
Bis spätestens am 15. Juni er. abends muß der Festplatz wieder vollständig geräumt sein.
Jede Beschädigung der Bäume ist strengstens verboten. Zur Reinigung und Wiederinstandsetzung des Festplatzes pp. sind die Vereine, Wirte und sonstigen Gewerbetreibenden nicht mehr verpflichtet, hingegen kommt hierfür, sowie für Forstabnutzung und sonstige unvermeidliche Ausgaben eine Gebühr zur Erhebung, welche bei der Empfangnahme des Erlaubnisscheines auf dem Polizei-Kommissariate zu entrichten ist.
Die Abgabe der Betriebssteuer wird hierdurch nicht berührt. Diese ist sowohl für Vereine als Wirte auf je 10 Mk. festgesetzt und vor Einholung der Erlaubnis bei der Kreiskommunalkasse zu entrichten.
Die Genehmigung zu Ausspielungen irgend welcher Art durch Verlosung, Glücksrad, Würfel- spiel, Ningwersen u. dergl. Wird grundsätzlich nicht mehr erteilt.
Zuwiderhandlungen werden mit Strafe bis zu 15 Mk. subs. 3 Tagen Haft und Ausschließung von dem Feste bei straft, falls nicht eine höhere Strafbestimmung auf Grund des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 zur Anwendung kommen kann.
Hanau den 27. Mai 1908.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 5100 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
Während des diesjährigen Lambohsestes am Freitag den 12. und Samstag den 13. Juni wird die Lamboystraße an jedem dieser Tage von 8 Uhr abends ab sür den Fuhrverkehr gesperrt.
A. Ausgenommen hiervon sind nur die zur ausschließlichen Personenbeförderung dienenden Fuhrwerke unter nachstehenden Bedingungen:
1. Alle Personen- und Droschkenfuhrwerke haben in kurzem Trabe zu fahren und stets die äußerste Fahrbahn ein- zuhalten.
2. Das Ueberholen eines Fuhrwerkes ist strengstens untersagt.
3. Von der Brüning'schen Villa in der Wilhclinstraße über die Wilhelmsbrücke bis zur Nordstraße und umgekehrt, darf nur im Schritt gefahren werden.
B. Mit Fahrrädern darf die Lamboystraße an beiden Tagen von 8 Uhr abends ab nicht mehr befahren werden. Alle Fahrräder sind von diesem Zeitpunkte ab in benannter Straße zu schieben und zwar auf der Mitte des Fahrdammes.
C. Kinderwagen, welche als solche benutzt werden, dürfen am 12. und 13. Juni von 8 Uhr abends ab ausnahmsweise den Bürgersteig (Fußgängersteig) längs des Exerzierplatzes nach der Stadt befahren, unter entsprechender Rücksichtnahme auf die Fußgänger.
D. Für Automobile und Kraftfahrzeuge jeder Art ist die Hainstraße von der Vorstadt aus, die Wilhelmstraße und die Nordstraße von dem Steigertum aus nach der Wilhelmsbrücke, sowie die Lamboystratze überhaupt für Freitag den 12. und Samstag den 13. Juni d. J. von mittags 12 Uhr ab gänzlich gesperrt.
Sollten durch den hiernach noch gestatteten Fuhrverkehr in der Lamboystraße dennoch Unzuträglichkeiten für das Publikum entstehen, so behält sich die Polizei-Direktion vor, denselben sofort ganz einzustellen.
Den Anweisungen der Polizeibeamten und Gendarmen ist jedermann unverzüglich nachzukommen verpflichtet.
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden, soweit nickt höhere Strafbestimmungen Platz greifen, auf Grund der Polizei-V°rordnung vom 6. April 1877, mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft.
Hanau den 27. Mai 1908.
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
P 5100 v. Beckerath.
Bânntmâchmtft.
Der Verkauf von Papierklatschen, Papierschlangen, Konfetti und Federwischen (sogenannten Kitzelmaschinen) auf dem diesjährigen Lamboyfeste am 12. und 13. Juni wird hiermit strengstens untersagt.
Zuwiderhandlungen werden mit Strafe bis zu 15 Mk. subs. 3 Tagen Haft sowie Ausschließung von dem Feste bestraft.
Hanau den 27. Mai 1908.
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
P 5100 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
Das Ausspielen geringwertiger Gegenstände durch Verlosung, Glücksrad, Würfelspiel, Ringwerfen und dergleichen auf dem diesjährigen Lamboywaldfeste am 12. und 13. Juni wird hiermit strengstens untersagt.
Zuwiderhandlungen werden bestraft.
Hanau den 27. Mai 1908.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 5100 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
. Es wird hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß alle diejenigen Unternehmer, welche beabsichtigen, Fahrzeuge zur Beförderung von Personen zu jedermanns Gebrauch während des Lamboyfestes zur Verfügung zu stellen, gemäß A § 1 der P-lizeiverordnung vom 6. Dez. 1895 eines Fahrscheines bedürfen, da sonst die Ausübung des Betriebes strafbar ist.
Diese Interims-Fahrscheine sind bei der Polizeidirektion hierselbst zu beantragen.
Hanau den 27. Mai 1908.
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
P 5100 v. Beckerath.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 30. Mai bis 5. Juni 1908:
1 Banschlosser, 1 Grdarbeiter, 2 Fahr- burschen, 3 Hausburschen, 1 Kellner, 1 Schneider, 1 Schuhzuschneider, 5 Tagelöhner, 1 Werkzeugschlosser.
Im Monat Mai erhielten Stellen zugewiesen: 1 Aufwartefrau, 1 Ausläufer, 1 Dienstmädchen, 1 Eisendreher, 2 Fuhrknechte, 1 Hauöbursche, 6 landwirtschaftliche Knechte' 1 Maschinenschlosser, 3 Schreiner, 2 Schuhmacher, 1 Spengler'
15 Tagelöhner, 4 Biehfütterer, 1 Ziegeleiarbeiter. ' ' Gesucht werden mehrere Dienstmädchen für Haus- und Landwirtschaft, 1 Kupferschmied.
Hanau den 6. Juni 1908.
Städtische Arbeitsvermittelunasttelle. 12381
Handelsregister.
Firma Jean Conrad Diehl.
Unter dieser Firma betreibt in Hanau der in Hanau wohnhafte Kaufmann Jean Conrad Diehl eine Klosettpapierfabrik und Papier Engros-Handlung als Einzelkaufmann.
Hanau den 3. Juni 1908.
12385 Königliches Amtsgericht 5.
Gras-Verkauf.
Am Montag den 15. Juni d. Js., von nachmittags 5 Uhr ab, soll die diesjährige Grasnutzung auf den Wiesen in den Jagen 81a und 91a des Schutzbezirks Neu Wirtshaus auf 7,40 ha Fläche in 42 Losen und in den Weidenheegern der Jagen 122c und 129a beâ Schutzbezirks Lamboybrück cyif 0,6 ha Fläche an O rt und Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden.
Zusammenkunft nachm. 5 Uhr, im Jagen 91a.
Königliche Oberförsterei Wolfgang. 12391
LMmrWstlichtt Sreisotrein Hana«.
Der landwirtschaftliche Kreisverein veranstaltet Sonntag den 14. Juni einen Ausflug zur Be- sichtigung der Jungviehweide bei Schloß Nauses im Odenwald'
Abfahrt vom Ostbahnhof 8 Uhr 21 Min. (SonntagS- fahrkarte nach Höchst-Neustadt lösen).
Um 1 Uhr findet gemeinschaftliches Mittagessen im Gasthaus zur Post in Höchst i. O. statt.
Anmeldungen sind bis Donnerstag den 11. Juni an Herrn Domänenrentmeister Reinhardt zu richten.
Hanau den 30. Mai 1908.
Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisvereins, v. Beckerath.
Politische Rundschau«
Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus. Nachdem das vollständige Ergebnis der Wahlmânner vor- liegt, dürften als gewählt zu betrachten sein: 140 Konservative, 58 Freikonservative, 65 Naiionalliberale, 22 Freis. Volkspartei, 7 Freis. Vereinigung, 100 Zentrum, 15 Polen, 6 Sozialdemokraten, 5 bei keiner Partei. Insgesamt sind 25 Stichwahlen erforderlich, an denen beteiligt sind die Konservativen sechsmal, die Freikonservativen fünfmal, die National- liberalen sechzehnmal, die Freisinnige Volkspartei fünfmal, die Freisinnige Vereinigung dreimal, das Zentrum achtmal, die Sozialdemokraten sechsmal und Fraktionslose zweimal. (Das alte Haus hatte 433 Sitze; das neue zählt 443. Die Mehrheit ist also 222. Im alten Hause zählte man die Parteien wie folgt: Konservative 144, Freikonservative 64, Nationalliberale 76, Freisinnige Volkspartei 24, Freisinnige Vereinigung 9, Zentrum 96, Polen 13, Dänen 2, Antisemiten 2, Wilde 3. Die Konservativen werden wieder eine doppelte Mehrheit haben, die eine mit dem Zentrum, wozu sie nicht einmal die Freikonservativen brauchen; die andere unter Heranziehung der Freikonservativen und Nationalliberalen. Doch werden sie im neuen Hause so wenig wie im alten allein mit den Freikonservativen eine Mehrheit bilden können.)
Der französische Ackerbauminister Rua« betonte in einer Rede, die er auf einem Bankett hielt, die republikanische Regierung rechne es sich zur Ehre an, durch kluge Zollmaßnahmen verhindert zu haben, daß den Erzeugnissen des Landes eine Konkurrenz erwachse durch die neuen Länder, die zu billigeren Preisen ihre Produkte ausführen. Die protektionistische Politik habe die Landwirtschaft zu neuem Leben erweckt.
3« der bevorstehenden Entrevue von Neval äußern sich in den Petersburger Morgenblättern die Führer der verschiedenen Parteien. Purischkewitsch von der äußersten Rechten spricht sich gegen die Entrevue aus, weil sie die Gefährdung der 150 jährigen russisch-deutschen Freundschaft zur Folge haben könnte. Sein Parteigenosse Marakow befürchtet eine Abenteuerpolitik, einen russiisch-deutschen Konflikt eine Niederlage Rußlands und die Schwächung Deutschlands' wobei England der Tertius graudenz sein würbe. KrupensL von der gemäßigten Rechten tritt dafür ein, daß die Anuähe- rm'g nur friedliche Ziele verfolge und spricht sich gegen eine ettvmgc Bedrohung anderer Staaten aus. Die Oktrobisteo- fu )m Gutschkow meint, es sei zweckmäßig, sich einer offenen Aussprache zu enthalten. Der links stehende Oktobrist, Vize- prasident der Wehrkommission der Reichsduma, Chwoscht- iLlnLkix. begrüßt dieEntettte rückhaltlos als eine SâLwrLr