teteiienlbm» und »erlag der Buchdruckerei der verein, u, Waisenhauses in Hanau.
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Li« einzeln« Nummer testet 10 Psz.
Amtliches Organ für ÄM- «n6 Janöktfis Hmm.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Serantwrtl. RedaNe ur; 9. Schricker « Ha««»
Nr. 129
FernsprechanschW Nr. 605
MittwoH den 3. Juni
Fernsprechanschlusr Nr. 605
1908
Die HMeNllmmer MMMer H.MrhâWhW
14 Seiten
Amtliches.
An das Genossenschastsregister ist zu Nr. 4: Spar- und Dcrrlehnskasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Ravolzhausen, eingetragen worden :
An Stelle der aus dem Vorstand ausgeschiedenen Mitglieder Wilhelm Claus 2r und Wilhelm Claus 3r sind durch Beschluß der Generalversammlung vom 9. Mai 1908 der Karl Daniel Klein 2r und der Johannes Wilhelm Heuser, beide zu Ravolzhausen, in den Vorstand gewählt worden.
Durch Beschluß der Generalversammlung ist das Geschäftsguthaben auf 100 Mark erhöht worden.
Langenselbold den 22. Mai 1908.
11991
Königliches Amtsgericht.
politische Rundschau.
Der Besuch des schwedischen Königspaares.
Berlin, 2. Juni. Beim schwedischen Gesandten Grafen Taube fand heute nachmittag um halb 3 Uhr ein Empfang der hiesigen schwedischen Kolonie durch den König Gustav und die Königin Viktoria von Schweden statt. Die hiesigen schwedischen Vereinigungen waren sämtlich durch Deputationen vertreten, von denen jede einzelne dem König vorgestellt wurde und wobei der König jede einzelne Körperschaft durch, eine besondere Ansprache auszeichnete. Auch die Königin beteiligte sich in lebhafter Weise an der Unterhaltung. Vor dem Empfang fand beim schwedischen Gesandten ein Frühstück zu Ehren des schwedischen Königspaares statt, an dem unter anderen Gästen auch der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Herr v. Schön und Gemahlin, der Unlerstaatssekretär Stemrich, Generalkonsul Robert v. Mendelssohn und Gemahlin, die zum Ehrendienst beim König befohlenen Offiziere u. a. teilnahmen.
Berlin, 2. Juni. Heute abend um halb 10 Uhr fand großer Zapfenstreich im Lustgarten vor dem königl. Schloß zu Ehren des Königs und der Königin von Schweden statt. Ungeheure Menschenmassen wohnten dem Schauspiel bei, welches das Kaiserpaar und das Königspaar vom Balkon des Pfeilersaaies aus genossen. Der Lustgarten lag im Dunkeln, da die elektrischen Laternen mit blaugelben Flaggen abgeblendet waren. Die gesamten Mnsikkorps und die Spielleute des Gardekorps rückten über die Schloßbrücke heran; die begleitenden Magnesiumfackeln glühten in grünlichgelbem Flammenmeere, während das Denkmal Friedrich Wilhelms III. in Rotfeuer aufleuchtete. Nach einem langen Wirbel setzten die sämtlichen Musikkorps mit der schwedischen Hymne ein, welcher der schwedische Reitermarsch und andere Musikpiecen folgten. Den Schluß machte ein großer Zapfenstreich in voller Ausdehnung mit der schwedischen und der preußischen Hymne. Gegen 11 Uhr reiste das schwedische Kânigspaar nach sehr herzlicher Verabschiedung auf dem Bahnhof vom Kaiser und der Kaiserin ab.
Französische PreWimmen.
Paris, 2. Juni. (W. B.) Der „Temps" bespricht den Berliner Toast des schwedischen Königs und sagt unter am berem: Wir fragen uns, ob es für Schweden nützlich ist so geräuschvoll an der Seite Deutschlands Platz zu nehmen und sich unter den Schutz seines Schwertes zu'stellen. Die drei skandinavischen Reiche haben ein Interesse daran, sich nicht in die diplomatischen Gruppierungen zu mischen, welche Europa unter sich verteilt haben. Es ist logisch und natür- "ch, daß sie mit jedermann gute und korrekte Beziehungen unterhalten. Gustav V. scheint dies vergeßen zu haben. 'Er kann versichert sein, daß er in Petersburg keinen befriedigenden Eindruck hervorgerufen hat. Er hat eben jetzt anläßlich eines Familienfestes den Kaiser von Rußland besucht und man darf mit Recht bemerken, daß ein ansehnlicher Unterschied in. dem Tone zwischen dem Besuche in Rußland und dem in Berlin besteht. Gerade die Verhandlungen über die Ostsee sollten die schwedische Regierung daran erinnern, daß sie nicht bloß Berlin, sondern auch Petersburg, London und Paris braucht. Offen gesagt, kümmert sich Frankreich persönlich sehr wenig darum, was man in Stockholm tut und sagt, aber Frankreich ist der Verbündete Rußlands und der Freund Englands und es wird beiden gegenüber seine Pflichten immer treu erfüllen. Alle für Rußland unangenehmen Handlungen machen in Paris einen schlechten Ein- Pvck. Die Beredsamkeit des schwedischen Könkgs hat vielleicht dieser Grundwahrheit nicht in entsprechender Weise Rechnung getragen.
Negimentsjubiläen.
3 Stargard, 2. Juni. Zur Erinnerung an die Hundertjahrfeier des Kolbergschen Grenadier - Regiments Graf Gneisenau (2. pommersches Nr. 9) beschlossen die städtischen Behörden die Errichtung einer Jubiläumsstiftung im Betrage von 10 000 Mark, deren Zinsen zum Besten non, Angehörigen des Regiments verwendet werden sollen. Eine Abordnung der Stadt überreichte gestern, am Vorabend der Hauptfeier, im Offizierskasino des Regiments die Stiflungs- nrkunde mit einer Glückwunschadresse. Ferner hatten sich Vertreter der Städte Berlin, Stettin, Pyritz und Kolberg und des Kreises Pyritz neben Abordnungen ehemaliger Offiziere des Regiments und des Vereins ehemaliger Kameraden von Berlin, Stettin und Hinlerpommern zur Beglückwünschung und Ueberreichung wertvoller Geschenke eingefunden. Im Namen des Regiments brachte Oberst von Wrochem den Dank für die Beweise der Freundschaft und Anhänglichkeit zum Ausdruck.
Stargard, 2. Juni. Prinz Eitel Friedrich ist als Vertreter des Kaisers zur Teilnahme an der Hundertjahrfeier des Kolbergschen Grenadier - Regiments Graf Gneisenau (2. pommersches) Nr. 9, heute vormittag hier eingetroffen. Zum Empfang waren anwesend: Oberpräsident Frhv. v. Maltzahn, Regierungspräsident Günther, der kommandierende General v. Heeringcn, Divisionskommandeur Generalleutnant Kuntze, das Offizierkorps, sowie die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden. Als Ehrengäste sind Vertreter der Städte Berlin, Stettin, Kolberg, Liegnitz anwesend. Nach den üblichen Ehrenbezeugungen fuhr der Prinz unter dem Jubel der Bevölkerung zur Kaserne, wo er Parade über das Regiment abnahm. Um 1 Uhr ist Festessen für ■ die Mannschaften, später Tafel im Offizierkasino. Heute abend fährt der Prinz nach Berlin zurück.
Stargard (Pommern), 2. Juni. Bei der anläßlich der Hundertjahrfeier des hiesigen Grenadier-Regiments abgehaltenen Parade verlas Prurz Eitel Friedrich eine Kaiserliche Kabinettsorder, durch die einzelnen Bataillonen Fahnenbänder verliehen werden. Eine weitere Kabinettsorder verleiht dem ersten und dem zweiten Bataillon die Kesseldorfer Siegel; dadurch wird das Gründungsjahr des Regiments in das Jahr 1717 zurückverlegt. Eine dritte Kabinettsorder verteilt Auszeichnungen. In seiner - Ansprache an das Regiment überbrachte Prinz Eitel Friedrich die Glückwünsche des obersten Kriegsherrn, der hoffe, daß das Regiment wie in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft seine Schuldigkeit tun werde. Der Prinz schloß mit einem dreifachen Hurra auf den Kaiser. Nach der Parade begab sich der Prinz zu Wagen nach dem Marktplätze, wo Vereine und Schulen Aufstellung genommen hatten. Hier begrüßte ihn der erste Bürgermeister Kolbe im Namen der Stadt. Nach dem Frühstück begab sich der Prinz nach dem Stadtpark, um die dort aufgestellten Vereine ehemaliger Angehöriger des Regiments zu besichtigen.
Leipzig, 2. Juni. Heute begingen das 106. und 107. Infanterie-Regiment ihre Zweihundertjahrfeier. Die aktiven Mannschaften beider Regimenter hatten auf dem Kasernenhofe in Tiefkolonne, auf beiden Seiten die ehemaligen aktiven Offiziere und Reserveoffiziere, Aufstellung genommen. Kurz vor 10 Uhr traf König Friedrich August, der Generalsuniform trug, Kronprinz Georg und Prinz Friedrich Christian, beide in Grenadieruniform, ein. Bei dem darauf abgchaltenen Feldgottesdicnste hielt Oberpfarrer Neumeister die Festpredigt. Der König und die Prinzen bestiegen die für sie bereit gehaltenen Pferde und ritten unter dem Jubel der Festteilnehmer die Front ab. Darauf folgte ein Parademarsch in Kompaniefront. Zuerst defilierten die aktiven Leute, denen die alten Mannschaften und Kriegsteilnehmer folgten. Der Vorbeimarsch dauerte über eine Stunde.
Eine Erhöhung Der Offizicrsgehälter in Anssicht genommen?
Das „B. T." erführt zu der Meldung der „Köln. Ztg." betreffend den Entwurf über die Erhöhung der Offiziersgehälter, über den bereits detaillierte Angaben gemacht wurden, durch Nachfrage im Reichsschatzamt: Die Meldung in dieser bestimmten Form ist zum mindesten als verfrüht zu bezeichnen; die Vorlage ist bis jetzt noch nicht einmal an den Bundesrat gelangt. Es ist allerdings in Aussicht genommen und als sicher anzunehmen, daß im Herbst dem Parlament eine Vorlage über Bcsoldnngs- und Gehaltsaufbesserungen von Reichs- und Staatsbeamten und damit in Verbindung wohl auch der Offiziere zugehen wird. Ueber die Art dieser Ausdehnung, die sie erfahren wird, liegt abgeschlossenes Material überhaupt noch nicht vor.
Englisches Unterhaus.
London, 2. Juni. Man einigte sich jetzt endgültig dahin, daß der bevorstehende Besuch des Königs in Reval am 4. Juni gelegentlich der Diskussion über den Etat des Aus
wärtigen Amtes zur Besprechung kommen soll. — In Beantwortung einer Anfrage über die Angelegenheit betreffend den britischen Dampfer „Knight Commander", der während des japanischen Krieges von den Russen zum Sinken gebracht worden war, bemerkte Sir Edward Grey, daß die ruffische Regierung den britischen Vorschlag, ein Schiedsgericht einzusetzen, ablehnte. Die setzt in dieser Angelegenheit zu machenden Schritte seien Gegenstand von Erwägungen. — Mit Hinweis auf die kürzlich in Berlin abgehaltene Versammlung zur Gründung einer internationalen Gesellschaft für Krebsforschung fragte Kapitän Faber, ob die Regierung ihre Unterstützung dieser Besprechungen versprechen wolle. Der Premierminister erwiderte, er sei augenblicklich nicht in der Lage, das von Faber gewünschte Versprechen zu geben. Die Verwaltung des von der Regierung unterstützten Fonds für Krebsforschung tué alles, was sie könne, um den Austausch von Forschungsmaterial zwischen den einzelnen Ländern zu fördern.
General Redvers Buller y»
Wie man aus London telegraphiert, ist General Buller, der zu Anfang des Burenkrieges Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte war, in der vergangenen Nacht gestorben.
Sir Redvers Henry Buller war 1839 geboren und trat 1858 in die englische Armee ein. Er nahm an einer ganzen Reihe von überseeischen Feldzügen mit Auszeichnung teil; den Oberstenrang erwarb er sich im Kriege gegen die Zulu- kaffern 1879, den Rang als Generalmajor 1884 wegen seiner Verdienste im Sudankriege. Im Jahre 1890 zum Generalleutnant befördert, wurde er im Herbst 1899, als der große Krieg mit den beiden Burenrepubliken ausbrach, zum Oberkommandierenden aller britischen Truppen in Südafrika ernannt. Er begab sich für seine Person auf den Kriegsschauplatz in Natal und leitete die Operationen zum Entsatz bei von den Buren belagerten Stadt Ladysmith. Hierbei erlitt er am 15. Dezember 1899 bei Colenso eine schwere Niederlage. Diese und die gleichzeitigen Mißerfolge der englischen Truppen im Kaplande veranlaßten die Aufstellung einer weil größeren Armee, zu deren Oberbefehlshaber Lord Roberts ernannt wurde. Buller behielt das Kommando in Natal; die Befreiung von Ladysmith gelang ihm aber erst, als aus dem nunmehrigen Hauptkriegsschauplatz durch den Entsatz von Kimberley und die Kapitulation Cronjes die Entscheidung zuungunsten der Buren gefallen war. Buller nahm an dem weiteren Feldzuge bis zum Herbst 1900 teil und kehrte dann nach England zurück. Er war dann eine Zeitlang Befehlshaber eines der in der Heimat neuorganisierten Armeekorps persönliche Streitigkeiten, die auf sein Verhalten tm südafrikanischen Kriege zurückgingen, veranlaßten aber bald seinen Rücktritt.
Die Lage in Marokko.
Paris, 2. Juni. Aus San Sebastian wird gemeldet' Der Militärkommandant von Melilla teilte der spanische» Regierung mit, daß der Rogi Bu Hamara mit seinen Truppen nach Tazza und Fez aufgebrochen sei und in Seluan nur eine schwache Besatzung zurückgelassen habe. Man glaubt, daß er sich mit Muley Hafid vereinigen werde.
Paris, 2. Juni. Aus Tanger wird dem „Temps* berichtet, Abdel Aziz wolle an das diplomatische KorpS, in Tanger eine Note richten, in der er daran erinnert, daß sein Wunsch, die von Europa verlangten Reformen einzuführen, sowie seine Achtung vor der Algeciras-Akte schuld daran seien, daß Mulen Hafid sich zum Thronbewerber aufgeworfen habe. Er hoffe deshalb, daß alle Mächte ihm ihre Sympathien bewahren werden. — In Casablanca trafen heute an Bord des Kreuzers „Cassini" die französischen, englischen und spanischen Mitglieder der internationalen Ent- schüdigungskommission -ein.
Parish 2. Juni. Ein Telegramm des Admirals Philibert meldet, daß die von dem Bruder des Kaids el Glaui befehligte Mahalla Muley Hafids von dem Kaid Aballag im Zigarragebiete vernichtet sein soll. Die Mahalla Bagdadis sei mit Waffen und Gepäck nach Rabat zurückgekehrt. Ein weiteres Telegramm, dessen Absender der stanzösische Konsul in Casablanca ist, besagt, daß der von den Zeitungen ge- rneldete geringfügige Zwischenfall, der sich infolge von Streitig- keiten zwischen algerischen Soldaten und zwei Eingeborenensoldaten der spanischen Polizeitruppe ereignete, durch die Bemühungen des Kommandeurs dieser Truppe, Hauptmann V düd, beigelegt sei. Ovilo habe die Freilassung des Algeriers verfügt.
Hus aller Meli.
Genickstarre in Leipzig. In Leipzig ist die epi- demische Genickstarre aufgetreten. Nach ärztlicher und behördlicher, Feststellung hat sich die furchtbare Seuche vor- beschränkt, der allerdings töd- ^ch verlaufen ist. Befallen von ihr wurde der neunjährige Sohn des. m Leipzig-Ko,lnewitz wohnenden Jnstrue n- machers Fröhlich. Seit dem am Donnerstag abend er olaten Tode dieses Knaben sind neue Erkrankungen M kommen die umfassenden Vorsichtsmaßregeln, die getroffen