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Berantivortl. Redaktrm: G. Schrecker in Hwraâ
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Dicusttig den 2. Jmn
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Amtliches.
Landkreis Ranati.
BekmtinchllWl des Kömülichm Landriltsmis.
Der zum Bürgermeister der Gemeinde Oberissigheiin gewählte Landwirt Friedrich Lind ist von mir bestätigt und heute vereidigt worden.
Hanau den 1. Juni 1908.
Der Königliche Landrat.
A 2754 v. Beckerath.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Für die verhinderten Wahlvorsteher der Wahlbezirke
Nr. 11: Müntzenberger und
Nr. 14: Glaser
werden die Herren
Domänenrentmeister Reinhardt und Diamantschleifereibesitzer Christian Busch zu Wahlvorstehern ernannt.
Im 11. Bezirk wird Herr Lehrer Martin Kleinhans zum Stellvertreter des Wahlvorstehers ernannt.
Hanau den 1. Juni 1908.
Der Magistrat.
Hild. 11889
Bekanntmachung.
M .. Zur Wahrer MMnnex. â die MWn zur . yn- undzwanzigsten Legislaturperiode des Hauses der Abgeordneten laden wir die sämtlichen Urwähler des Stadtbezirks Hanau einschl. Keffelstadt auf.
Mittwoch den 3. Jimi d. Js., nachmittags von 2 bis 8 Uhr,
in die betreffenden bereits bekannt gegebenen Wahllokale hiermit ein.
Es wählen die Wähler
der 1. Abteilung von 2 bis 2'/« Nhr, der 2. „ „ 3 „
der 3, „ ,, 41/2 ,, 8 „
Den Wählern wird noch eine besondere Einladung per Postkarte zugehen.
Um eine Beschleunigung des Wahlverfahrens zu erzielen und die Auffindung des Namens in der Wählerliste zu erleichtern, ersuchen wir, die Karte, deren Nummer mit der Nummer der Liste übereinstimmt, im Wahltermine vorzulegen. Die Karte kann somit auch als Personenausweis dienen. Wir bemerken jedoch ausdrücklich, daß der Wahlvorstaud berechtigt ist, die Vorlegung auch anderer Ausweise zu verlangen.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Abstimmung, sofern nicht sämtliche eingetragene Wähler zu einem früheren Zeitpunkt ihre Stimmen abgegeben haben, mit dem Ablauf der für die eèuflrlu eu Abteilungen feftge- fetrteu Abstimmungsfrist geschlossen wird und später keine Stimmen mehr entgegengenommen werden dürfen.
Auch die schon bei Ablauf der festgesetzten Wahlzeit anwesenden Wähler dürfen nicht mehr wählen.
Weiterhin wird bekannt gemacht, daß eine eventuelle Stichwahl am Freitag den 5. Juni d. I. zu denselben Stunden und in denselben Lokalen statlfindct.
Hanau den 23. Mai 1908.
Der Magistrat.
___________ Hild. 11455
I Aufgebot.
Der Bäckermeister Friedrich Reineck in Hanau, vertreten durch den Rechtsanwalt Eberhard in Hanau, hat das Aufgebot des Hypothekenbriefs über . die im Grundbuche von Kesselstadt Bd. VII Artikel 381 auf den Grundstücken des Antragstellers Abt. I Nr. 2, 3, 4, 5 in Abt. III Nr. 4 I eingetragene Zwangs-Hypothek von
a) 2430 Mk. 85 Pfg. nebst 6°/o Zinsen davon seit dem 16. Februar 1897,
b) 12 Mk. 20 Pfg. Kosten des Eintragungsantrags,
c) 12 Mk. 20 Pfg. Kosten,
für dxn Mühlenbesitzer Wilhelm Thylmann zu Kilianstädten, ' eine Hypothek, welche aus einer Vormerkung umgeschrieben worden ist, beantragt.
Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens _ 'n dem auf
den 19. November 1908, vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 25. Mai 1908.
Königliches Amtsgericht 5. 11865
LaniMMUzer Kreisierein Ham.
Der landwirtschaftliche Kreisverein veranstaltet Sonntag den 14. Juni einen Ausflug zur Besichtigung der Jungviehweide bei Schloß Naufes im Odenwald.
Abfahrt vom Ostbahnhof 8 Uhr 21 Min. (Sonntagsfahrkarle nach Höchst-Neustadt lösen).
Um 1 Uhr findet gemeinschaftliches Mittagessen im Gasthaus zur Post in Höchst i. O. statt.
Anmeldungen sind bis Donnerstag den 11. Juni an Herrn Domänenrentmeister Reinhardt zu richten.
Hanau den 30. Mai 1908.
Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisvereins, v. Beckerath.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Tennisball, 1 weißer blaudurchwirkter Kinder-Strohhut sauf der schönen Aussicht; Empfangnahme daselbst), 1 Schildkröte.
Verloren: 1 Damenportemonnaie mit einem 20 Mk.- Schein und ca. 3 Mk. in Silber- und Nickelgcid, 1 kleines Portemonnaie nsit ca., 2,70 Mk.
Zugelaufen: 1 gelbes Huhn.
Entlaufen: 1 graubrauner Pinscher m. Gesch.
Hanau den 2. Juni 1908.
Politische Rundschau.
Der Besuch des schwedischen Königspaares.
Berlin, 31. Mai. Bei der heutige-' Galatafel im Königlichen Schlosse brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus:
Freudig bewegt begrüße ich Eure Majestät auch im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin in den Mauern Meiner festlich geschmückten Haupt- und Residenzstadt. Gleichzeitig gebe ich unserer besonderen lebhaften Freude darüber Ausdruck, daß auch Ihre Majestät die Königin die Beschwerden der Reise nicht gescheut hat, um uns durch einen Besuch zu erfreuen. Ich weiß mich eins mit den Gefühlen der Reichshauptstadt wie des gesamten deutschen Volkes, wenn ich Eurer Majestät ein warmes und aufrichtiges Willkommen entgegenrufe und den herzlichsten Dank ausspreche für diesen ersten Besuch, den Eure Majestät uns nach Antritt des väterlichen Thronerbes feierlich abzustatten geruhen. Ich und ganz Deutschland begrüßen mit lebhafter' Befriedigung in Eurer Majestät Aufenthalt an Meinem Hofe eine Fortsetzung der freundschaftlichen und innigen Beziehungen,' die seit vielen Menschenaltern und besonders auch zu Lebzeiten Seiner hochseligen Majestät des von Mir hochverehrten Königs Oskar zwischen unseren beiden Häusern und unseren benachbarten und stammverwandten Nationen bestanden haben. Ich bin überzeugt, daß die mannigfachen Bande zwischen Deutschland und Schweden, zu denen sich zwischen unseren Häusern noch solche naher Verwandtschaft gesellen, zum Heil und Segen beider Völker sich immer fester gestalten werden. Wie sich die beiden Nationen durch den steten Ausbau der Verkehrsmittel, zu dem erst kürzlich beiderseits wieder ein wichtiger Schritt getan wurde, einander räumlich immer näher kommen, so möge auch Handel und Wandel beständig wachsen und die Berührung der beiderseitigen Geisteskultur immer enger werden. Mit 'lebhafter Befriedigung ist es aucl) im Deutschen Volke begrüßt worden, daß sich kürzlich Deutschlands Name zusammen mit dem der altbewährten, ihres historischen Ruhmes stets gleich würdigen schwedischen Nation unter zwei Dokumenten zusammengefunden hat, die einen Beweis von der friedlichen Gesinnung der Unterzeichner bilden und zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit im Norden Europas zu wirken bestimmt sind. Ich flehe Gottes Schutz herab auf Eure Majestät, ihre Majestät die Königin, Eurer Majestät gesamtes Haus und das edle schwedische Volk. Ich wünsche Eurer Majestät eine lange, friedliche und gesegnete Regierung. Ich trinke auf das Wohl Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Schweden.
Darauf erwiderte der König von Schweden mit folgendem Toast:
Eure Kaiserlichen und Königlichen Majestäten! Für die überaus freundlichen Worte, die Eure Majestät soeben an uns gerichtet haben, sowie für dengroßartigen und herzlichen Empfang, welcher der Königin und mir hier zu teil qe- worden ist, spreche ich Eurer Majestät unseren innigsten und
tiefempfundensten Dank aus. Eure Majestät wissen, mit welchen Gefühlen der aufrichtigsten Freundschaft mein hochseiiger Vater schon mit Kaiser Wilhelm dem Großen und darnach auch mit seinen Nachfolgern auf dem deutschen Kaiserthron eng verbunden war. Seit Jugendjahren habe ich die große Freude gehabt. Eure Majestät zu kennen und bei den mannigfachsten Anlässen sind mir und der Königin die wertvollsten Beweise des Wohlwollens und der verwandtschaftlichen Gesinnung seitens Eurer Majestät zuteil geworden. Ich bitte, uns diese auch, in Zukunft bewahren zu wollen. Für die Königin ist es eine ganz besonders dankbar empfundene Freude, heute hier anwesend sein zu können. Sind doch ihre schönsten Kindererinnerungen eng mit dem Hause Eurer Majestät und ganz besonders mit der erhabenen Gestalt Eurer Majestät und der Königin gemeinsamen Henn Großvaters verknüpft. In wenigen Tagen sind zwanzig Jahre verflossen, seitdem die göttliche Vorsehung das ruhmreiche Szepter der deutschen Kaiser in Eurer Majestät tat» kräftige Hand gelegt. Die deutschen Fürsten und das deutsche Volk werden dann auf eine Entwicklung der geistigen und materiellen Kräfte des Reiches im Dienste des Friedens zurückblicken können, die fast beispiellos dasteht. Aber auch für mich und mein Volk sind diese zwei Jahrzehnte von größter Bedeutung, indem sie eine glückbringende Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden ‘ Ländern bezeichnen. Durch die vor wenigen Wochen abgeschlossenen Nord- und Ostsee-Verträge, welche zur Befestigung des Weltfriedens dienen, sind auch unsere Länder in nähere Verbindung getreten. Es ist meine feste Ueberzeugung, daß diese Verträge zur wirksamen Förderung der beiderseitigen Interessen und zur dauernden Festigung der guten Beziehungen zwischen uns beitragen werden. Ich möchte auch darauf hinweisen, daß dank dem tatkräftigen Interesse Eurer Majestät heute übers Jahr eine neue Verbindung für den wirtschaftlichen Verkehr zwischen Deutschland und Schweden fertig .gestellt sein wird, welche, wie ich zuversichtlich hoffe, eine weitere Brücke zwischen den Herzen zweier stammverwandter Völker bilden möge. In diesem Sinne erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl Seiner Majestät deS Deutschen Kaisers, Königs von Preußen, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, der gesamten Kaiserlichen und Königlichen Familie, und des Deutschen Reiches!
Berlin, 1. Juni. Heute früh 8 Uhr hielt der Kaiser Parade über die Truppen der Garnison von Berlin und den Nachbarorten. Das Wetter war sehr schön, aber überaus heiß. Auf den Zufahrtsstraßen zum Paradefeld begrüßten zahlreiche Zuschauer die Majestäten und deren Gäste mit begeisterten Kundgebungen. Die große Tribüne war dicht besetzt : _ ein zahlreicher Wagenpark war aufgefahren, unter deren Insassen zahlreiche Mitglieder der Hofgesellschaft und der Diplomatie, sowie zahlreiche Ausländer sich befanden. In der Suite der zunächst haltenden Wagen sah man den schwedischen Gesandten, den badischen Gesandten und den Staatssekretär v. Schön mit ihren Damen. Die Parade wurde kommandiert von dem kommandierenden General, Generaladjutant v. Kessel. Die Truppen waren in zwei Treffen ausgestellt: im zweiten die berittenen Truppen. Der Kaiser ritt, nachdem er die hohen Gäste begrüßt und den Frontrapport entgegengenommen hatte, die Fronten der Parade-Aufstellung ab. Der Kaiser trug die Uniform des zweiten Garderegimentes und den Feldmarschallstab. Mit dem Kaiser ritten der König von Schweden in der Uniform seines Regimentes Derfflinger, der Großherzog von Baden und die hier weilenden Prinzen. In einem 'sechsspännigen Wagen folgte die^Kaiserin mit der Königin von Schweden, der Prinzessin Viktoria Luise und der Braut des Prinzen August Wilhelm von Preußen: in einem zweiten Wagen folgte die Großherzogin von Baden mit der Kronprinzessin, in weiteren Wagen die anderen hier weilenden Prinzessinnen. In der Suite ritten die fremdländischen Offiziere. Es fand nur ein Vorbeimarsch statt. Der Kaiser führte das zn^ite Garde-Regiment dem König von Schweden und den fürstlichen Damen vor. Um 93/< Uhr setzte sich der Kaiser mit dem König von Schweden an die Spitze der Fahnenkompanie und ritt unter dem Jubel deS Publikums zum Schloß.
Berlin, 1. Juni. Der König von Schweden emp. fing heute den Reichskanzler Fürsten Bülow und überreichte ihm persönlich den Seraph inen orden. Nachmittags empfing König Gustav die Vertreter der in Berlin akkreditierten fremden Mächte.
Berlin, 1. Juni. Der König von Schweden machte am Nachmittag bei den hier weilenden Fürstlichkeiten und Botschaftern Besuche. Er empfing dann in den Königs- kammern das diploniatische Korps und begab sich hierauf mit der Königin nach dem Mausoleum in Charlottenbura zur Niederlegung von Kränzen.
.Berlin, 1 Juni Im Weißen Saale des Königlichen Schlosses fand heute nachmittag Parad e täfel ktatt Unter großem Vortritt hielt der Hof Einzug. Der Kais« führte die Königin von Schweden, der König die Kaiserin der Großherzog von Baden die Kronprinzessin Prin^Eiel Friedrich die Großherzogin von Baden. Bei der Tastl aß der König rechts vom Kaiser, die Kaiserin rechts neben dem König, die Königin inks neben dem Kaiser: gegenüber den bièlten Reichskanzler. Nach der Tafel
hielten die Majestäten Cercle.