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Monrag
1* Juni
CeffcntWr Wetterdienst.
(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurts Voraussichtliche «vitteruna für die Zeit vom Abend des 1. Juni bis zum nächsten Abend.
Zunächst vorwiegend trocken. Später Gewitterregen.
Hus ßab und fern«
0 Klein-Auheim, 81. Mai. Bei der gestrigen Bürger- meisterwabl bekundeten die Wähler gegen den bisherigen Bürgermeister Meier insofern ein ehrenvolles VertrauenS- votmn, als sie ihn mit Stimmeneinmütigkeit auf weitere 9 Jahre zum Gemeindeoberhaupte wiedererkoren. Dem Gewählten brachten die verbündeteu Vereine eine glanzvolle Ovation, aus einem imposanten Fackel- resp. Lampionszug mit wohlgelungener Serenade bestehend. Die Ansprache des Schreinermeisters Bauer wurde von dem gefeierten Bürgermeister dankend erwidert. Herr Maier tritt mit der erfolgten Wiederwahl in seine zweite AmtSperiode ein.
0 Beerfelden, 30. Mai. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich auf der von Marbach nach Hetzbach führenden Landstraße. Dort rannte der Kraftwagen deS Herrn Erb aus Eberbach mit voller Wucht gegen einen Baum und stürzte dann in den anstoßenden Wiesengrund. Wie durch ein Wunder kamen sämtliche Insassen mit dem Schrecken davon, während das Fahrzeug total zertrümmert wurde. Die Automobiltrümmer wurden auf der Station Hetzbach nach Eberbach verfrachtet. Das Unglück geschah gegen 10 Uhr: der Chauffeur hatte die Direktion über das Automobil verloren. Nach anderer Lesart versagte die Steuerung.
§ Gedern, 31. Mai. Ein Ereignis, das weit über die Grenzen des Heffenlandes, ja in vielen Teilen Deutschlands, lebhaftes Interesse erregt, findet morgen in dem Vogelsberger Markflecken Gedern am Fuße der höchsten Erhebungen des Gebirges und an der Vogelsbergbahn Stockheim-Lauterbach statt. Der berühmte preußische General Eduard Friedrich von Fransecky erhält ein würdiges Denkmal in seinem Geburtsort, wo er am 16. November 1807 das Licht der Welt erblickte. Nachdem er 1848 am dänischen Feldzug teilgenommen, hat er sich 1866 bei Königgrätz als Führer der 7. Division und als Führer des 2. Armeekorps 1870/71 besonders auch bei Gravelotte am 18. August als tapferer Heerführer bewährt. Nach dem Feldzug wurde er Befehlshaber deS 15. Armeekorps in Straßburg. Vor etwa zwei Jahren tauchte in seinem hiesigen Geburtsorte der Gedanke auf, dem verdienten Manne ein würdiges Denkmal zu errichten. Der rührigen Tätigkeit des Lehrers W. Dietz ist es in erster Linie zu danken, daß das vaterländische Werk zustande gekommen ist. Dieser Plan reifte in ihm nach längeren Studien der Lokalgeschichte Gederns und der Geschichte der Standesherrschaft Stolberg-Wernigerode. Eifrige Förderer deS Denkmals waren vor allem auch: der Fürst von Stolberg-Wernigerode, der hier wohnt, Geheimrat Schönfeld-Schotten, Professor Röschen-Gießen, Regiemngs- rar NiSpel-Lauterbach, Oberamtsrichter Nispel-Schotten, Bürgermeister Nispel von hier und Lehrer Schaad von hier. Zu der Morgen stattfindenden Weihe des Denkmals sind zahlreiche hohe Gäste und Vertreter angemeldet und zum Teile schon heute eingetroffeu: Ter hiesige Fürst mit Familie, die Fürsten von Lich, Birstein, Büdingen, Stolberg-Roßlar von Ortenberg, Graf Kuno von Ortenberg, ferner eine Abordnung der 7. Division, bestehend aus einem Hauptmann, einem Leutnant und drei Feldwebels, Vertreter des 2. und
15. Armeekorps, eine Abordnung des Militärvereins „Fran- secky" in Magdeburg unter ihrem Vorsitzenden v. Marliuowski. Auch die noch lebende Tochter des Generals, Freifrau Treusch von Buttlar-Brandenfels, wohnhaft in Wiesbaden, ist eingetroffen. Ferner werden noch Vertreter der hessischen Regimenter und die Kriegervereine der umliegenden Orte teilnehmen. Auch Generalleutnant von Bremen in Berlin, der Herausgeber der Denkmalwiirdigkeiten Franseckys und Baurat Dichen-Gießen werden erwartet" Das Städtchen selbst prangt vom Bahnhof aus im schönsten Festschmuck, gilt es doch für die Bevölkerung ein Fest zu begehen, wie es Gedern noch nicht gesehen hat. Der Denkmalseinweihung voraus ging heute ein Volks- und Turnfest, verbunden mit der Fahnenweihe des hiesigen Turnvereins auf dem schön gelegenen Festplatz Wildfrauhaus. Abends fand hier auch eine Vorfeier zur Denkmalsenthüllung statt, an der die Fürst- lich-Stollbergische Familie und diè bereits eingetroffenen hohen Gäste und militärischen Vertreter teilnahmen: Gelegentlich des morgigen Hauptfestes bewegt sich ein Festzug der Turn- und Kriegervereine durch den Flecken; daran schließen sich Enthüllungsfeier, Festesten und Besuch des Volksfestes.
Drahtnachrichten
Berlin, 31. Mai. Zum Empfange des schwedischen Kaiserpaares hatten sich auf dem Lehrter Bahnhöfe eingefunden, der Kaiser und die Kaiserin, sowie die Kronprinzessin, sämtliche hier und in Potsdam weilenden Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, der Fürst von Hohen- zollern und die hier und in Potsdam anwesenden Prinzen und Prinzessinnen aus den regierenden deutschen Häusern, der Staatssekretär des Auswärtigen, der Polizeipräsident, die Herren und Damen der schwedischen Gesandtschaft, sowie zahlreiche Mitglieder der schwedischen Kolonie. Die Ehrenwache stellte das zweite Garderegiment zu Fuß. Der König und die Königin wurden von dem Kaiser und der Kaiserin aufs herzlichste begrüßt. Die Ehrendienste bei der Königin haben die Palastdame Gräfin von Lehndorff und Schloßhauptmann Graf v. Hohenthal, bei dem König der Generaladjutant Prinz zu Salm Horstmar, der Marineattachee Kapitän von Hintze, Oberstleutnant v. Skopnik und der Kommandeur des Grenadier-Regiments zu Pferde Frhr. v. Deriflinger. Nach dem Abschreiten der Front der Ehrenwache begaben sich die Fürstlichkeiten zu den Wagen. In dem ersten vierspännigen offenen Wagen mit Spitzenreitern nahmen der Kaiser und der König, in dem zweiten gleichgeschirrten die Kaiserin und die Königin Platz. Die Eskorte stellte das Garde-Kürassier- Regiment. Das zahlreiche Publikum begrüßte die Majestäten mit Hurrarufen. Auf dem Wege zum Brandenburger Tor bildeten Innungen und Vereine Spalier. Am Pariser Platz wurde um 5 Uhr 45 Minuten einige Augenblicke Halt gemacht. Zweihundert weiß gekleidete Schülerinnen mit Kränzen in den schwedischen Farben hatten sich hier zur Begrüßung aufgestellt, desgleichen die städtischen Körperschaften. Als die Hurrarufe verklungen waren, hielt Oberbürgermeister Kirschner folgende Rede: „Eurer Majestät bringen wir namens der städtischen Behörden und der Bürgerschaft der Hauptstadt des Deutschen Reiches und von Preußen die ehrerbietigsten Willkommensgrüße dar. Die Bürgerschaft Berlins ist eingedenkderengen verwandtschaftlichen Bande, welche Eurer Majestät erlauchte Gemahlin und Eure Majestät selbst mit dem Fürstenhause Hohenzollern verbinden. Sie erinnert sich der vielfachen welt-
geschichtlichen Beziehungen, welche im Laufe der vergangene Jahrhunderte zwischen dem schwedischen Volke und dem ihm stammverwandten deutschen Volke bestanden haben. Sie L denkt der zahlreichen gemeinsamen wirtschaftlichen, geistig und politischen Interessen, welche die beiden befreundeten Nationen in der Gegenwart verbinden. Sie knüpft an den Besuch Eurer Majestäten in unserem deutschen Vaterlands mit freudiger Genugtuung die sichere Hoffnung, daß das um ablässige, unermüdliche Streben Seiner Majestät des deutschen Kaisers, der Menschheit die Segnungen des Friedens zu er. halten, auch in Zukunft von Erfolg gekrönt sein wird. Und sie wünscht daher aufrichtig und innig, daß die Stunden, welche Eure Majestäten als Gäste unseres erhabenen Herr» scherpaares in unserer Stadt verleben werden, glückliche und reich gesegnete seien. Das walte Gott!" Darauf erwiderte König Gustav, er danke herzlichst für den warmen Empfang, ' der von Herzen gekommen und zu Herzen gegangen sei. Der Jugend wegen freue er sich auch über das günstig« Wetter. Die Königin nahm aus der Hand einer Schülerin ein Pracht, volles Rosenbukett entgegen. Darauf erfolgte die Weiter» fahrt nach dem Königlichen Schlosse. Unter den Linden bildete die Garnison Spalier. Der Einzug inS Schloß er» folgte unter Glockengeläute. In der Halle vor der Mecklen. burgischen Wohnung im Schloß, in dem das Königspaar ° Quartier nimmt, fand Empfang unter großem Vortritt statt, Um 7 Uhr 30 Minuten machte das Königspaar der Kaiserin einen Besuch.
Berlin, 31. Mai. An dem Gottesdienst in commens nahmen heute morgen auch die badischen Herrschaften teil. Heute vormittag machten die Majestäten mit den badijchen Herrschaften einen längeren Spaziergang in der Umgebung des Neuen Palais. Heute abend fand in der Bildergalerie des Königlichen Schlosses Galatafel statt. Der Kaiser führte die Königin von Schweden, der König von Schweden die Kaiserin, der Großherzog von Baden die Kronprinzessin, Prinz Eitel Friedrich die Großherzogin von Baden. Bei der ' Tafel saß der Kaiser links neben dem König, rechts von diesem die Kaiserin; links vom Kaiser die Königin. Den Monarchen ■ gegenüber saß der Reichskanzler, rechts von ihm der ' schwedische Minister des Aeußern v. Trolle. Außerdem I nahmen die Herren der schwedischen und badischen Gesandt' schäften, Staatssekretär v. Schoen und die anderen Minister und Staatssekretäre teil.
Berlin, 31. Mai. Vor der Galatafel empfing bet König von Schweden den Reichskanzler Fürsten v. Bülow, B den Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg und den Staatssekretär des Auswärtigen v. Schön. Der König äußerte, daß er sehr erfreut sei über den schönen, zu Herzen gehenden Empfang in Berlin und die überaus freundliche Haltung der * Berliner Bevölkerung ; er sei tief gerührt von den empfangene» H Eindrücken. Der König verlieh dem Reichskanzler und de» Oberhofmarschall den Seraphinenorden, dem Staatssekretär des Aeußeren die Kette zum Großkreuz des Nordsternordenè. Der Kaiser verlieh dem schwedischen Gesandten Grafen Taubr den Roten Adlerorden erster Klasse.
Aachen, 1. Juni. Die Verdachtsmomente gegen den M- jährigen in Hamburg verhafteten Reisenden Dreuw, der itii Aachener Stadtwalde die Anna Klingenberg ermordet haben & soll, mehrten sich derart, daß der Verhaftete gestern ins Aachener Gefängnis eingeliefert worden ist.
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Mittwoch den 3 Juni
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nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr. ••
Bei den Nachmittagsvorstellungen, deren Programm ebenso reichhaltig und interessant ist wie das der Abendvorstellung, zahle*^ Kinder unter 12 Jahren und Militär vom Feldwebel abwärts X
halbe Preise.
Vorverkauf von 10—12 Uhr und ab 6 Uhr an
Zirkuskasse, sowie in dem Zigarrengeschäft des Herrn Carl Wiltlieiss, Marktplatz4, Telephon 329, für die^^^Sy bendvorstellungen täglich bis nachm. 5
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Freitag, â Juni, abend» 8 Uhr.