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»I«tâjâhMch 1,80 mt, menaüich 60 M., für ß* ^A^Zä« BNüNNeMm MÜ bem detressrnden Pestaufschl«tv Lie âMe Mumm« kostet 10 Ps«.
H^â^^f «Mb Verlag der Buchdrâti dA »«<8.
Waijeuhauses 8 Hamm.
General-Anzeiger
Amtliches Organ fit Stadt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn-'mrd Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 125
Fernsprechanschlutz Nr. 605»
Freitag den 29. Mai
Fernsprechanschlntz Nr. 605
1908
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau*
Die Betriebsleitung der Hanauer Straßenbahn beabsichtigt vom 30. d. Mts. ab die Fahrdrähte auf der Strecke Ostbahnhof— Rosenau unter Strom zu setzen.
Ich bringe dies hiermit mit der gleichzeitigen Warnung zur Kenntnis, daß das Berühren der Fahrdrähte lebensgefährlich ist.
Hanau den 27. Mai 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 5278 v. Beckerath.
Eandkreis Hanau.
BekmtAchNM des Königlichen Sanlitiithmtë.
Durch Ministerialerlass vom 8. April 1908 (siehe Nr. 92 des „Han. Anz/) ist der Termin zur Wahl der Wahl- männer für die bevorstehenden Landtagswahlen auf Mittwoch den 3. Juni d. J. festgesetzt. Auf Grund des § 10 des Reglements in der Fassung des Nachtrags vom 20. Oktober 1906 bestimme ich ferner, daß in den Wahlorten des Landkreises Hanau außer Bergen, Dörnigheim, Fechenheim, Großauheim, Langendiebach und Langenselbold die Wahlhandlung für die Wähler
vor III» Wahlabteilung vormittags 9 Uhr,
der n Wahlabteilung rricht vor lO1^ Uhr vormittags, der I. Wahlabteilung nicht vor 11 Uhr vormittags beginnt. In den vorbenannten Gemeinden haben die Gemeindeverwaltungsbehörden — in Fechenheim also der Bürgermeister — die Stunde der Wahl festzusetzen.
Die Urwähler jeder Gemeinde und jedes Gutsbezirks sind seitens der Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher zu der Wahl unter Benennung des Wahllokals, des Wahlvorstehers und dessen Stellvertreters (siehe Bekanntmachung vom 2. Mai d. Js., V 3224, in Nr. 105 des „Han. Anz.") sowie des Tages und der Stunde der Wahl in ortsüblicher ‘ Weise rechtzeitig einzuladen. In der Bekanntmachung ist auch darauf hinzuweisen, daß von den zur Wahl erscheinenden Personen die Vorlegung einer Legitimation gefordert werden kann.
Ich mache auch darauf aufmerksam, daß die. Urwähler verpflichtet sind, einer Berufung in den Wahlvorstand Folge zu leisten, sofern ihnen gesetzliche Ablehnungsgründe nicht zur Seite stehen, andernfalls Ordnungsstrafen bis zu 300 Mk. gegen sie festgesetzt werden können.
Bemerkt sei noch, daß in der oben erwähnten Bekanntmachung vom 2. d. Mts. zu Nr. 36 und 37 die Angaben in Spalte 9 dahin zu berichtigen sind, daß es zu Nr. 36 heißt: „Rathaussaal in Rückingen" und zu Nr. 37: „Rathaussaal in Rüdigheim".
Hanau den 25. Mai 1908.
Der Königliche Landrat.
V 3793 v. Beckera th.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Nachdem der Fluchtlittienplav von einem Teil der Dörnigheimev Landstraße — Strecke: Burgallee bis Gemarkungsgrenze Dörnigheim — durch Beschluß vom 12. d. Mts. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im Rathause, Zimmer 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Hanau den 21. Mai 1908.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 11585
LMmrtschaftlicher KMerein ßm«.
Nächste Versammlung Samstag den 30. d. M., nachmittags 21/» Nhr, im Gasthaus „zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung r
1- Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über die int September d. Js. stattftndende Bezirkstierschau.
2. Besprechung über die Anlage einer Jungviehweide.
4. Feststellung der Reise zur Besichtigung der Jungviehweide bei Schloß Nauses im Odenwald.
5. Mitgliederaufnahme.
6. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
Hanau, den 24." Mai 1908.
Der Königliche Landrat. _________________v. Beckerath.
Politische RundTcbati,
Der Kaiser in Danzig.
Danzig, 27. Mai. Der Kaiser traf heute auf dem Bahnhof Langfuhr ein und begab sich in der Uniform des 1. Leibhufaren-Regiments mit Gefolge nach dem großen Exerzierplatz. Dort hatte die Leibhusarenbrigade Aufstellung genommen. Der Kaiser nahm den Frontrapport entgegen und begrüßte die alten Mannschaften. Die Brigade nahm dann Aufstellung in offenem Viereck. Der Führer der Brigade v. Pfeil begrüßte den Kaiser und schloß die Ansprache mit folgenden Worten: „Unser ernstestes Bestreben soll es sein, daß der Ausspruch des Generals v. Scharnhorst auf uns Anwendung findet: Jeder Preuße macht sich eine Ehre daraus, die Montur der schwarzen Husaren zu tragen, aber nicht wegen ihres Glanzes, sondern wegen der Menschen, die sie tragen." In Erwiderung der Ansprache verlas der Kaiser eine an die Brigade gerichtete Kabinettsorder und fügte hinzu: „Die alten und die jungen, die früheren und die jetzigen Leibhusaren hurra! hurra! hurra! Es folgte der Parademarsch der Brigade in Doppelkolonne. Daran schloß sich ein Vorbeimarsch der alten Leibhusaren. Es folgte ein zweiter Parademarsch der Brigade im Trab, ein dritter im Galopp. Hiernach setzte sich der Kaiser an die Spitze der Brigade und führte sie durch Langfuhr und die große Allee, zum Generalkommando Danzig. Die Stadt ist reich beflaggt. Ein überaus zahlreiches Publikum jubelte dem einziehenden Kaiser zu. Der Kaiser nahm im Generalkommando Wohnung.
Danzig, 27. Mai. Der Kaiser hörte um 6 Uhr den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts. Um 61/2 Uhr begab er sich in Begleitung des Generals v. Mackensen im offenen Zweispänner, von Husaren eskortiert, nach dem Artushos. Der Kaiser trug wiederum die Uniform des
1. Leibhufaren-Regiments. Im Artushof besichtigte der Kaiser die neue Diele und begab sich von hier aus nach Langfuhr zu einem Fe st diner der Leibhusaren- Brigade im Königssaale des Leibhusaren-Kastnos.
Danzig, 27. Mai. General von Mackensen wurde â la suite des 1. Leibhufaren-Regiments gestellt, Generalleutnant z. D. von Haeseler erhielt den Stern zum Kronenorden 2. Klasse, Oberst Frhr. v. d. Goltz den Kronenorden 2. Klasse, Generalleutnant z. D. Frhr. v. Stosch die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 2. Leibhusaren-Regi- ments, Generalmajor z. D. Frhr. v. Stein den Charakter als Generalleutnant, Oberstleutnant a. D. v. Parpart den Charakter als Oberst.
Danzig, 27. Mai. Den Mannschaften der Leib- Husaren-Brigade wurde heute abend ein Fest in der Doppel- Reitbahn gegeben, wobei ein Festspiel zur Darstellung gebracht wurde. Der Kaiser besuchte nach dem Diner im Offizierskasino das Fest und kehrte dann nach dem Kasino zurück, wo sodann die Kapellen der beiden Husaren-Regi- mentcr ihre Retraits bliesen. Die Abreise des Kaisers nach Wildpark erfolgte 10 Uhr 30 Min. ab Bahnhof Langfuhr.
Konferenz der Vereine vom Roten Kreuz.
Dresden, 27. Mai. Die Konferenz der deutschen Vereine vom Roten Kreuz verhandelte in ihrer heutigen Sitzung über eine Revision des Uebereinkommens vom 20. April 1869, betreffend die Gesamtorganisation der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger. Nach dem Referat des Ministerialdirektor von Geyer-Stuttgart und längerer Debatte wurde die Neuorganisation einstimmig en bloc angenommen. Nach dem neuen Uebereinkommen sollen die gemeinschaftlichen Angelegenheiten durch ein Zcntralkommitce der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz mit dem Sitze in Berlin erledigt werden. Dieser Gesamtorganisation gehören 26 Landesvereine mit 60 Stimmen an; es entfallen davon auf Preußen 17, Bayern 6, Sachsen und Württemberg je 4, Baden und Hessen je 3, Mecklenburg und Braunschweig je 2, Elsaß-Lothringen 3 und die übrigen Vereine je eine Stimme. Heute nachmittag findet beim König im Schloß Pillnitz Tafel statt, zu der eine große Anzahl Delegierter Einladungen erhalten hat.
Kallières in London.
London, 27. Mai. In der Guildhall fand zu Ehren des Präsidenten Fallières ein Frühstück statt, au dem auch der Prinz und die Prinzessin von Wales, Prinz Christian von Schleswig-Holstein, sowie Prinz Arthur von Connaught teilnahmen. Bei seiner Ankunft in der Guildhall wurde der Präsident von dem Lordmayor und der Lordmayoreß empfangen und in die Bibliothek geleitet, wo eine Adresse der Stadt London an den Präsidenten zur Verlesung gelangte. Sie nimmt bezug auf den im Jahre 1903 erfolgten Besuch des Präsidenten Loubet in der Guildhall und betont, daß sich die Gefühle herzlicher Freundschaft zwischen Frankreich und England immer mehr befestigten und eine fortdauernde Bürgschaft für den Fortschritt der Zivilisation und des Weltfriedens bildeten. Die Adresse schließt mit den besten Wünschen für das Wohlergehen des Präsidenten und für di« Wohlfahrt Frankreichs. Nach der Verlesung erwiderte der Präsident mit den Worten des Dankes und gab seinen Wünschen für die Stadt London Ausdruck.
London, 27. Mai. Bei dem Frühstück in der Guildhall brachte der Lordmayor noch einen Trinkspruch auf den König und die Königin aus, die sich in Frankreich großer Volkstümlichkeit und Wertschätzung erfreuten, und einen zweiten Trinkspruch auf Präsident Fallières, den er als das Haupt der großen, befreundeten Nation, die der nächste Nachbar und Verbündete Englands sei, feierte. Er habe England als Gast des Königs mit seinem Besuch beehrt, mit besonderer Rücksicht auf die englisch-französische Ausstellung, die hoffentlich zur Forderung der kommerziellen und geschäftlichen Beziehungen der beiden Länder beitragen werde. Nach diesen Ausführungen erhob sich Präsident FallièreS und erwiderte, er fühle sich glücklich, in London zu weilen, im Mittelpunkt eines klugen, praktischen Fleißes, im Brennpunkt aller freiheitlichen Ideen, welche di« Grundlagen eines jeden Fortschritts und jeder Zivilisation seien. Er sei angenehm berührt, daß die Erinnerung in ihm wachgcrnfen worden sei, wie in demselben Saale sein Vorgänger Loubet die Entente mit feierlichen Worten besiegelt habe, die für die Interessen der beiden Nationen so segensvoll sei und deren Bande sich seitdem noch nicht gelockert hätten. Die Gemeinsamkeit dieser Interessen 'habe nunmehr Ausdruck in der glänzenden Ausstellung gefunden, deren sicherer Erfolg beide Nationen ermutigen werde, nach den nämlichen Idealen: Arbeit, Eintracht und Frieden zu streben. Der Präsident leerte zum Schluß sein Glas auf das Wohl des Lordmayors der Stadt London.
London, 27. Mai. Präsident Falli è rcs besucht« heute abend die große Galavorstellung in der Oper, welch« prächtig geschmückt war. Beim Eintritt in die Königsloge führte der Präsident die Königin und der König die Prinzessin von Wales. Präsident Fallières saß zwischen dem Königspaar, die übrigen Mitglieder der königlich«« Familie zu beiden Seiten. Die Musik spielte die „Marseillaise" und „God save the King". Minister Pichon halte ebenfalls in der Königsloge Platz gr hinten.
London, 28. Mai. Die Frage der Umwandlung der englisch-französischen Entente in ein förmliches Bwn ' wird von der Presse allgemein besprochen. Alle unabhängigen Politiker sind der Meinung, daß die Entente ihren Wert genügend gezeigt hat und Großbritannien Gelegenheit gab, seinen französischen Freunden seine Beständigkeit zu beweisen. Der „Standard" hofft, das man nie ein Bündnis schließen würde. England sei stärker, wenn es allein stehe. Di« französischen Militärsachverständigen unterschätzten den Wert des Bundesgenossen mit der größten Flotte der Welt und übersähen die Lehren des südafrikanischen und des russischjapanischen Krieges. — „Daily Telegraph" sagt, eS sei kein Anlaß, von einem Bündnis zu sprechen; die entente eordiale genüge vorläufig. „Daily Chronicle" erklärt die noch in einigen Kreisen herrschende Ansicht, daß die Entente in antideutschem Geiste ersonnen sei, für irrig. „Daily NewS" betrachtet den Abschluß eines ausdrücklichen Bündnisses als ein Unglück für den europäischen Frieden.
London, 28. Mai. Staatssekretär Grey gab heute abend zu Ehren des Präsidenten Fallières im Auswärtigen Amte ein Diner, bei welchem gegen vierzig Personen an» wesend waren, unter ihnen der Prinz von Wales, der Premierminister Asquith, der russische Botschafter, sowie her- vorragende Mitglieder der Regierung und des Parlaments. Trinksprüche und Reden wurden nicht gehalten.
Windsor, 28. Mai. Präsident Fallières und Minister Pichon trafen heute nachmittag zur Besichtigung des König- schlosses ein, wo Lord Esher als Schloßhauptmann die Hon- neurs machte. Bei dem Besuch des Mausoleums in Frog- more legte Präsident Fallières einen Kranz am Grabe der Kourgiu Viktoria nieder.