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Amtliches.

Bekanntmachung.

Versendung von Paketen während der Psingstzeit.

Die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Post­paketadresse ist für die Zeit vom 31. Mai bis einschl. 7. Juni weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland ausgenommen Argentinien gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden.

Berlin W 66 den 6. Mai 1908.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

J. A.: Gieseke.

Landkreis Hanau.

MMtinchlWn des Königlichen Lnnörntsnmts.

Unter den, Schweinen zu Langendiebach ist die Schweine­seuche festgestellt worden.

Hanau den 15. Mai 1908.

Der Königliche Landrat.

V 3581 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die für den Stadtbezirk Hanau aufgestellten AbtoilUttgs- listen für die Wahl zum Hause der Abgeordneten sind in der Zeit vom Mittwoch den. bis einschl. Frei­tag den 22. Mai d. Z. im Zimmer Nr. 2 des Neu­städter Rathauses (Erdgeschoß) während der Stunden von 9 bis 1 und 4 bis 6 Uhr öffentlich ausgelegt.

Innerhalb dreier Tage, nachdem die Auslegung begonnen hat, und die Bekanntmachung darüber erlassen ist, können gegen die Richtigkeit der Listen bei uns Einsprüche schrfftlich angebracht oder zu Protokoll gegeben werden.

Einsprüche, die sich gegen den Inhalt der festgestellten Nrwählerlisten richten, sind gegen­über den Abteilungslisten nicht mehr zulässig.

Ueber Bezirk, Abteilung, Zeit und Wahllokal wird den Wählern später eine Benachrichtigung zugehen.

Hanau den 16. Mai 1908.

Der Magistrat.

Hild. 10935

Bekanntmachung.

Die Grasnuhung für das Jahr 1908 auf den in der (Semartung Kesselstadt gelegenen Bleich- und Emmerichs­wiesen und den Grabenböschungen soll am Donnerstag den 21. Mai d. I., nachmittags 7 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich verpachtet werden.

Hanau den 15. Mai 1908.

Stadthauptkasse. 10685

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: Etwas bares Geld, 1 altes Portemonnaie mit etwas über 30 Pfg., 1 schwarzer Damenhut, einige Gramm Silbergekrätz, 1 Paket mit Haarschneidekragen und einigen Parfümfläschchen (in einer Papierhandlung liegen geblieben). Am 16. Mai ist auf dem Marktplatz ein Damen­regenschirm stehen geblieben; derselbe ist auf der Armenver- rvaltung abzuholen.

Verloren: 1 Damenregenschirm (auf dem Waldwege Hlina^ Mittelbuchen), 1 silberner Rohrstock mit Silbergriff

Entflogen: 1 Kanarienvogel mit schwarzem Kopf.

Hanau den 19. Mai 1908.

politische Rundschau.

m binsührung der 4. Wageuklasie in Baden. Nachdem sich die Einführung der 4. Wagenklasse in Württem- berg, Elsaß-Lothringen und der Pfalz ohne Schwierigkeiten vollzogen hat und eine Erregung weiterer Volkskreise in diesen Ländern über die Einführung der 4. Klasse nirgends Mtage getreten ist, ist auch in Baden besonders in letzter Zeit der Gedanke eingehend erwogen worden, ob nicht auch hier im Interesse einer möglichsten Einheitlichkeit auf dem Gebiete des Personenverkehrs die 4. Klasse trotz der hier­gegen bestehenden betriebsdienstlichen Bedenken eingeführt ^erden sollte. Rach Mitteilungen, welche die Regierung der

Dienstag den 19. Mai

Budgetkommission der Zweiten Kammer gemacht hat, hält diese die Frage noch nicht für völlig spruchreif im Hinblick darauf, daß die finanzielle Wirkung der Reform noch nicht mit genügender Sicherheit übersehen werden könne. Zunächst beabsichtigt die Eisenbahnverwaltung, das Abrechnungsergeb­nis des letzten Monats abzuwarten und gleichzeitig Er­hebungen über die Wirkungen der Tarifreform bei den Nachbarbahnen zu machen, die ebenfalls mit dieser Reform den 2 Pfennig-Tarif, sei es für die 4. Klasse, sei es für die 3. Klasse der Personenzüge übernommen haben. Sobald die Ergebnisse dieser Umfrage vorliegen, was Ende nächsten Monats der Fall sein wird, wird der Eisenbahnrat einbe- rufen werden, um zur Einführung der 4. Wagenklasse Stellung zu nehmen. Jedenfalls wird aber auch noch der Landtag bei seiner diesjährigen Session Gelgenheit haben, sich über diese Frage auszusprechen.

Der Verein der ausländischen Presie veran­staltete gestern nachmittag in Berlin im Festsaale des Hotels Kaiserhof" einen Empfang, der sehr zahlreich besucht war. Von höheren Beamten waren Geheimrat Dr. Scheefer, Unterstaatssekretär Stemrich, Unterstaatssekretär Dr. Wever in Vertretung des Kultusministers, Geheimrat Hammann, Ministerialdirektor Wehrmann in Vertretung des Ministers der öffentlichen Arbeiten, Geheimer Oberregierungsrat Lusensky in Vertretung des Handelsministers, Geheimrat Dr. v. Ziller in Vertretung des Ministers des Innern, «. a. gekommen. Fast vollzählig waren die Vertreter der fremden Mächte er­schienen, so der österreichisch-ungarische Botschafter v. Szögyeny- Marich, der englische Botschafter Sir Fr. Lascelles, der italienische Botschafter Pansa, der spanische Botschafter Polo de Bernabe, der schwedische Gesandte, der norwegische Ge­sandte, der chinesische Gesandte, GeschäDträger, Botschafts­räte und Militärattaches der verschiedenen Botschaften und Gesandtschaften; ferner sah man zahlreiche Konsuln, bekannte Parlamentär er, hervorragende Vertreter von Kunst und Wissenschaft, Literatur und Theater, bedeutende Industrielle, Bankiers und große Kaufleute.

Im englischen U terhause fragte Boverman (Arbeiterpartei) an, ob es richtig sei, daß die Armour- Company in Chicago eine Million Pfund neues Kapital ein­berufen wolle, um in London und der Provinz Geschäfte für den direkten Fleischverkauf an die Konsumenten einzu­richten und so die Marktgebühren in Smithfield zu ver­meiden, und ob die Regierung beabsichtige, vorbeugende Maß­nahmen gegen diesen Plan zu ergreifen, der das Geschäft der englischen Schlächter und Fleischverkäufer zerstören würde. Handelsminister Churchill erwiderte, er höre von der Armour- Company, daß sie kein neues Kapital einberufe und nicht die Absicht habe, Kleinverkaufstelleu in London oder in der Provinz einzurichten.

Süddeutsche Bürgermeister in England.

London, 18. Mai. Die süddeutschen Bürgermeister be­suchten das Parlament, wo sie von Haldane, Harcourt, Lord Avebury, Hennikerheaton und andern Parlamentsmitgliedern empfangen wurden. Haldane hieß sie namens der Regierung und deS Premierministers, der zu Hause zurückgehalten sei, willkommen. Er drückte seine Freude über den freundschaft­lichen Besuch aus und sagte, daß zwischen beiden Ländern mancherlei Bande beständen. Der Kaiser schenkte England vor kurzem die Ehre seines Besuches und das Willkommen, das ihm in London zuteil geworden ist, sei dem ganzen Volke von Herzen gekommen. Die Bande, die zwischen Eng­land beständen, seien geistiger Natur. Deutschland lese und verehre Shakespeare, während das englische Volk den Taten Deutschlands auf dem Gebiete der Industrie und der geistigen Kultur Achtung zolle. Es gebe auch noch andere Bande; Deutschland wie England hätten in ihren Kolonien die Zivilisation zu fördern; sie verrichteten dieses schwere Werk im Interesse des Friedens und des Fortschritts, nicht für sich selbst, sondern für die Welt im allgemeinen und müßten dabei gemeinsam vorgehen. .Haldane schloß mit den Worten: Wir haben in der Vergangenheit zusammen gearbeitet, lassen Sie uns das in Zukunft noch mehr tun." Der Oberbürger­meister von München antwortete.

London, 18. Mai. In seiner Erwiderung auf die An­sprache Haldanes sagte der Oberbürgermeister von München, nichts wäre verfehlter, als aus dem freundlichen, wenn auch energischen Wettkampf auf wirtschaftlichem Gebiete und aus Maßnahmen, welche das Deutsche Reich zum Schutze seines mächtig entwickelten Handelsverkehrs dem unerreichbaren Beispiel Englands folgend, zu treffen genötig ist, auf eine feindselige Gesinnung gegen Ihr herrliches Vaterland schließen zu wollen. Was ein mächtiges Deutsches Reich für die Erhaltung des Völkerftiedens bedeute, habe die Geschichte der letzten 37 Jahre genugsam erwiesen. Alle die Ströme Blutes, mit denen sich Großbritannien herrliche Siege auf deutschem Boden erkaufte, hätten erspart werden können, die Verhünaung der Kontinentalsperre durch Napoleon L die

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trotz der glorreichen Heldentaten Nelsons bei Trafalgar fast ein Dezennium hindurch den englischen Handel unterband, wäre unmöglich gewesen, wenn sein natürlicher, stamm­verwandter Bundesgenosse Deutschland nicht so schwach und so elend gewesen wäre. Angesichts dieser Tatfachen, mit denen die Geschichte, die Lehrmeisterin der Völker, in ernster Sprache zu uns sprach, erscheint der Gedanke, daß Groß­britannien und Deutschland, für die beide nebeneinander Platz genug an der Sonne ist, und für die eine Kollision politischer Interessen absolut nicht existiert, sich aus wirt­schaftlichen Gründen entzweien könnten, als das wider- sinnigste was es gibt. Möchten meine Worte nicht nur in diesem Saale, sondern auch wett darüber hinaus die Be­achtung finden, die sie als Ausdruck warmherzigen, ehrlichen deutschen Empfindens verdienen. Später erschien Premierminister Asquith und die Bürgermeister wurden ihm vorgestellt.

Die Lage in Marokko.

Pari-, 17. Mgi. General Digy telegrafiert aus Buenib, baß di« französischen Truppen am 15. Mai gegen 9 Uhr vormittags vor dem Palmenham von Bu Denib an- gelangt sind, in dem sich der Feind in der vorangegangenen Nacht verschanzt hat und der eine starke natürliche Verteidi­gungsstellung bot. Die Artillerie nahm den Palmenhain und das befestigte Dorf unter Feuer und trieb gegen ll1/» Uhr einige unbedeutende marokkanische Truppenteile in die Flucht. Sie griff hierauf die fanatischen Scharen an, welche den Palmenhain noch verteidigten. Um l1/» Uhr waren die Franzosen im Besitz des Palmenhains und dem Lager. Das befestigte Dorf Bu Denib, welches bis dahin Widerstand ge­leistet hatte, hißte um 3 Uhr die weiße Fahne. Der Feind floh in Unordnung, durch eingeborene Kavallerie verfolgt, so- wett das schwierige Gelände dies gestattete. Die Niederlage der feindlichen Harka, die ungefähr 6000 Fußsoldaten und 1000 Reiter zählte, ist eine vollständige; sie verlor ihre Zelte, ihr Kriegsmaterial und ihre sehr beträchtlichen Vorräte. Die Verluste deS Feindes sind sehr erheblich. Die Franzosen hatten drei Tote und neun Verwundete.

Paris, 18. Mm. Aus Fez wird demTempS" gerücht­weise gemeldet, daß Muley Hafid, um Ducht« Ben Bagdadi, den Befehlshaber der Mahalla Abdel Aziz, zum Abfall zu bewegen, diesem den Posten des Kriegsministers und dessen älterem Bruder den Posten des Gouverneurs von Fez ver­sprochen habe.

Paris, 18. Mai. Nach einer offiziösen Mitteilung sind die Gerüchte über die unbefriedigende Lage in Mauretanien stark übertrieben. Jedenfalls seien die französischen Streit- kräfte hinreichend stark, um den etwaigen Angriffen des franzosenfeindlichen Kaids Maklainin, der mit Waffen und Geld versehen, nach dem Adra-Gebiet zurückgekehrt sei, erfolg­reich zu begegnen.

33. KommnnalUmdtag des Regierungsbezirk^ Castel.

X. Castel, 18. Mai. Der heutigen 5. Plenarsitzung des Kommunallandtages wohnte wieder Oberpräsident Hengstenberg Exz. bei. Mih alsbaldigem Eintritt in die Tagesordnung wurde der Bericht der ständischen Schatzkommission üb er die Kapitalbewegung beim Schatzvermögen in der Zett vom 15. März 1907 bis 1. April 1908, erstattet durch Abg. Kommerzienrat Can- thal - Hanau, entgegengenommen.

Der Ankaufspreis der am 1. April 1908 vorhandenen Vermögenswerte beträgt unter Berücksichtigung der vor­handenen Ueberzahlung 20 214 233 Mk. 55 Pfg. Nach der vorjährigen Neberffcht betrug der Ankaufspreis 20177 922 Mark 13 Pfg., sodaß das Kapitalvermögen des Schatzes in der Zeit vom 15. März 1907 bis 1. April 1908 um 36 311 Mark 42 Pfg. gewachsen ist. Der Derkaufswert der Effekten usw. berechnet sich am 1. April 1908 abzügltch der Ueber­zahlung auf 21 071 370 Mk. 77 Pfg. und ergibt gegenüber dem Verkaufswerte vom vorigen Jahre von 21 317 792 Mk. 42 Pfg. einen Minderwert von 246 421 Mk. 65 Pfg. Der Verkaufswert ist also gegenüber dem Vorjahre noch weiter zurückgegangen. Das hängt aber mit der schwierigen Lage deS Geldmarktes zusammen, die zu einem starken Rückgang der Kurse namentlich gering verzinslicher Wertpapiere ge­führt hat. Die durchschnittliche Verzinsung der gesamten im Schatzvermögen angelegten Kapitalien belief sich im Etats- jahre 1906 auf 4,19 Prozent. Gegenüber der im Etat vor­gesehenen Zinseneinnahme ergab sich ein Mehrbetrag von 7968 Mk. 47 Pfg.

Den Bericht des Landesausschusses über die Ergeb- Nisse der Verwaltung des BezirkSverban - des des Regierungsbezirks Cassel im Jahre 1906 erstattete danach Abg. Landrat v. Buttlar- Wolf- hag-n.. Aus dem umfangreichen, gedruckt vorliegenden Be- rrcht sei kurz folgendes erwähnt: Der Ueberschuß der lausen- den Verwaltung aus dem Etatsjahre 1906 betrug 75 606 Mark 4 43 ul. er bat üch aeaen haS aiori^hr i» ec