erM «â
»eMßSpret»!
V>«tchährlich 1M Mk., m»«atlich 60 Pfg., für au*, wâftige aietmoti« mit dem betrefsenden P-stauMlß.
Li« «yttoe Stumm« tostet 10 M.
K»t«ii*nibcud und »erlag der Buchdrâei dO »««i«.
WaijeuhauseS in Hanau.
Gcneral-Auzrigrr
KmUichts Orgen für Mt- nnü Mito Sm«.
Erscheint täglich mit Ausnahme »er Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Zeiger
»i,rLcku«gszetih« r
Hit Msgtspâ«« P«titzeit« *r der« B«m M W. Dz Mam«tL di, M» 36 Wg,
BeaxtroodL »Mtewt «. e*»«4« in H«â
Nr. 115 Fernsprechanschlusj Nr. 605.
Samstag den 16. Mai
F-r«sprechg«schlutz Nr. 605. 19 0 8
W heMeNmUer wW Mer -MerMUSM
16 Seiten
Amtliches.
Stadtkreis Banau.
Bei einem im hiesigen Schlachthause abgeschlachteten, sowie bei einem noch lebenden Schweine des Bäckers Heinrich Trach, Schützenstraße 12 hier, wurde Rotlaufseuche festgestellt.
Ueber das Gehöft wurde die Sperre verhängt.
Hanau den 14. Mai 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 4808 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Candkreis Hanau.
BekMtinchlWil des Königlichen Lanöralsamts.
Unter den Schweinen zu Eichen ist die Schweine- seuche erloschen.
Hanau den 13. Mai 1908.
Der Königliche Landrat.
V 3508 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Unter den Schweinen zu Niederdorfelden ist die Schweineseuche festgestellt worden.
Hanau den 11. Mai 1908.
Der Königliche Landrat.
V2422 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Wegen Ausführung von Walzarbeiten wird, zufolge einer Mitteilung des Großherzoglich - Hessischen Kreisamtes in Büdingen, die Landstraße von Altenstadt nach Eichen in der Zeit vom 18. bis 3h Mai einschließlich für Fuhrwerke jeder Art gesperrt.
Hanau den 12. Mai 1908.
Der Königliche Landrat.
V 2869 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Die Herren Bürgermeister mache ich auf meine Verfügung vom 9. Mai 1901 — St. 2024 — veröffentlicht in Nr. 109 des „Hanauer Anzeiger" — aufmerksam, nach welcher die Handwerkerverzeichnisse zum 15. Mai mir ein- zureichen sind. Das Verzeichnis der selbständigen, in den Gewerbesteucrklassen III. und IV. besteuerten Handwerker ist nach der Rolle für 1907 aufzustellen. Die Kontrollen der steuerfreien Gewerbe stehen den Herren Bürgermeistern zur
Feuilleton.
Die 250 Drifte Jubelfeier der Johbnniskirchc zu Hanau.
(25. Mai 1908).
Es war am späten Nachmittag des 24. Mai 1658. Kanonenschüsse von der Bastei des gräflichen Schlosses zu Hanau zeigten an, daß sich etwas Besonderes ereigne. War schon seit dem frühen Morgen ein reges Treiben in der „Hochgräflichen Residenzstadt und Festung Hanau", besonders in der „Alten Stadt", so erreichte am Nachmittag die freudige Erregung ihren Höhepunkt. Durch das Hospitaltor und über die Kinzigbrücke zogen eine große Schar Bürger und die Jugend hinaus, der Frankfurter Straße entlang. Die Hanauer Miliz war schon in der Frühe bis zur Hanauischen Landesgrenze bei Fechenheim marschiert und hatte dort Aufstellung genommen, um dem hohen Gaste, dem Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen, das Geleite nach Hanau zu geben. Der Kurfürst hatte an der Kaiserwahl Leopolds I. in Frankfurt teilgenommen und war bei dieser Gelegenheit von dem Grafen Friedrich Kasimir von Hanau gebeten worden, in dessen Stadt den Grundstein zu einer lutherischen Kirche zu legen, welcher Bitte Johann Georg von Sachsen, der Schirmherr der deutschen Lutherischen, gerne nachkam. Am Tage vor der Feier brach er von Frankfurt mit großem Gefolge auf. Der Wächter vom Hanauer Schloßturm erspähte gegen Abend in der Ferne den ankommenden Zug, ein Trompetensignal ertönte, die Stücke wurden gelöst und die Bürgerschaft wußte jetzt, daß der hohe Gast komme. Aber nicht als ein Ritter, hoch zu
Verfügung; sie werden auf Setlangen alsbald zugesandt werden.
In das Verzeichnis sind auch diejenigen Handwerker auf- zunehmen, welche neben dem Handwerk einen anderen Gewerbszweig (beispielsweise ein Spezereigeschäft) betreiben.
Die sorgfältige Aufstellung der Verzeichnisse mache ich den Herren Bürgermeistern zur Pflicht.
Hanau den 15. Mai 1908.
Der Königliche Landrat.
St. 1643 I. V.: Siemon, Reg.-Asiessor.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
G e f u n d en: 1 weißes Taschentuch (gez. F. D), 1 Wagenkette.
Verloren: 1 goldene Brosche, 1 bunter Damengürtel, 1 breiter goldener Siegelring mit Türkis, auf demselben die Buchstaben A. St.
Hanau den 16. Mai 1908.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Grasnutzung für das Jahr 1908 auf den in der Gemarkung Kesselstadt gelegenen Bleich- und Emmerichswiesen und den Grabenböschungen soll am Donnerstag den 21. Mai d. I., nachmittags 7 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich verpachtet werden.
Hanau den 15. Mai 1908.
StadthauptkaUe. 10685
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 9. bis 15. Mai 1908 :
1 Bäcker, 2 Ziseleure, 1 Fabrikarbeiter, 2 Hausburschen, 1 Packer, 1 Presser, 1 Schreiber, 1 Schreiner, 7 Tagelöhner
Hanau den 16. Mai 1908.
Städtische Arbeitsvermittelunqsstelle. 10705
politische Rundschau«
Staatssekretär Dernburg wurde gestern abend in London im Beisein des deutschen Geschäftsträgers vom König in Audienz empfangen. Mittags war er zum Frühstück beim Staatssekretär für die Kolonien, Earl of Crew«. Staatssekretär Dernburg gedenkt heute über Southampton nach Kapstadt adzureisen.
Roß, wie man aus seiner Rüstung, in der sich der Kurfürst in Frankfurt hatte porträtieren lassen, schließen könnte, zog er in Hanau ein. In der „Leib-Gutsche", an seiner Seite Graf Friedrich Kasimir, umgeben von der Kurfürstlichen Leibgarde und Hanauer Reisigen, gefolgt von Kurfürstlichen Offizieren und Räten und einem Troß von Bedienten, dem „Hofgesinde", sowie von den Abgesandten der Reichsstädte Frankfurt, Nürnberg und Straßburg, so langte der Zug, freudig begrüßt von den Hanauer Bürgern, hier an. Bei seinem Einzug ins Schloß bliesen die Wächter vom Turm einen Willkomm.
Am nächsten Tage, den 25. Mai alten Stils — es war ein Dienstag — wurde morgens um 7 Uhr mit drei Kanonenschüssen die Feier begonnen. Ein Geläute ließ sich nicht vernehmen, da die Reformierten nicht zu einer Feier der Lutherischen läuten wollten. 200 Jahre später war man duldsamer; läuteten doch am 28. August 1850 zur Einweihung der katholischen Kirche zu Hanau, weil diese noch kein Geläute hatte, die Glocken der Johanniskirche und der Marienkirche! So ertönten denn Anno 1658 nur Kanonenschüsse und Trompetenschall. Von 8 Uhr morgens bis zum Beginn des lutherischen Gottesdienstes in der Schloßkapelle um 9 Uhr war dreimaliger Trompeten- und Heerpaukenschall. Nach dem Gottesdienst, bei welchem der Kursächsische Oberhofprediger Dr. Weller die.Festpredigt über Vers 6—10 aus Kapitel 4 des Propheten Zacharias gehalten und eine „wohlklingende" Musik die Feier in der Schloßkapelle beendet, setzte sich um 12 Uhr der Festzug, alle Teilnehmer zu Fuß, zum Bauplatz der neuen Kirche in Bewegung. Die Reihenfolge im Festzug war folgende: Voran die Marschälle, „so den Prozeß ausführten", dann die Schüler und Lehrer und das „geistliche Ministerium" ; Heerpauker und Trompeter gingen den gräflichen Hofdienern, Offizieren und Räten voran, zwischen denen die Abgeordneten der obengenannten Reichsstädte sich befanden und denen die kurfürstlichen Hofdiener, Offiziere und Räte folgten ; dann kamen die zwei
Die republikanische Staatskonvention von Texas nahm eine Resolution zugunsten der Präsidentschafts- Kandidatur von Taft an; sie sprach sich zugleich im Siim« der Rooseveltschen Verwaltungsgrundsätze aus. Den Delegierten zum republikanischen Nationalkonvent wurde ein spezieller Auftrag für die Wahl Tafts nicht erteilt, um ihnen zu ermöglichen, als mit der Wahl Roosevelt? beauftragt zu gelten, wenn die Situation sich zu dessen Gunsten entwickel« sollte.
Sie Lage in Marokko.
Paris, 15. Mai. Die Abgesandten Mulay Hafids wurden auch im Elysee vorstellig, wo fit gleichfalls nicht empfangen wurden.
Algier, 15. Mai. General Vigy stieß am Nachmittag des 13. Mai zehn Kilometer von Bvdenib entfernt auf bu Harka von Muley Hassan. Es entspann sich ein heftiger Kampf, der bis zur Nacht währte, namentlich im Palmenhain von Beniuzian, den die Marokkaner nach heftigem Widerstande infolge eines vereinigten Infanterie-, Artilleri«- und Kavallerie-Angriffes räumen mußten. Am folgenden Tage griff General Vigy Budenib an, den Ausgangspunkt der Harka, und brachte den Marokkanern beträchtliche Verluste bei. Die französischen Truppen, die sich bewunderungswürdig hielten, hatten 13 Tote, unter ihnen 3 Offizier«, und 65 Verwundete.
Hus Ban au Stadt und Tand.
Hanau, 16. Mai.
* Wählerversammlung. Wir verweisen nochmals auf die heute abend 81/* Uhr im Concordiasaale stattfindende, vom nationalliberalen Verein einberufene öffentliche Wähler- versammlung, bei der der nationallibcrale ReichstagSabgeordnete Gymnastalprofessor Dr. H i.e b «r aus Stuttgart über die allgemeine politische Lage sprechen wird. Auch der seitherige Landtagsabgeordnete Junghenn wirb eine Ansprache halten, Dem Vortrag wird sich eine freie Diskussion anschließen.
* Evangelischer Bund zur Wahrung der deutsch - protestantischen Interesse«. Im Anschluß an den ausführlichen Hinweis in der DienStagS-Nummer dieses Blattes seien hierdurch nochmals alle Freunde und Mitglieder des Bundes darauf aufmerksam gemacht, daß heute abend um S1^ Uhr in dem groß«n Saale der „Conco r- d i a" der erste Vorsitzende des Württembergischen Hauptvereins dèt evangel. Bundes, der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Herr Gymnasial - Professor Dr. H i e b e r aut Stuttgart, ein GesinnungS- 'und FraktionSgenosse deS BundeS- dircktor» Lic. Everling, reden wird.
S——— ..... im
jüngeren Grafen von Hanau, gefolgt von vier „adligen Knaben", welche die Augsburgifch« Konfession, Luthers Katechismus, die für die Feier geprägte Denkmünze, ein Glas mit rotem und ein GlaS mit weißem Wein trugen; nun kam Se. Hochgräfliche Gnaden der regierende Herr Graf von Hanau, Herr Friedrich Kasimir, „alleine"; ihm folgte, ebenfalls „alleine", Se. kurfürstliche Durchlaucht zu Sachsen und „bei dcroselben Trabanten und Schweizer"; hinter dem Kurfürsten ging dessen Leibgarde mit den „Cara- binern", dann folgten die Pagen, Lakeien und „Wallachen", die kurfürstliche „Leib-Gutsche" und den Schluß bildete da» kurfürstliche Hofgesinde. So zog man durch den Schloßhof, die Schloßgaffe bis zum Altstädter Marktplatz, bog in die Tiefegasse ein und gelangte alsbald zum Bauplatz an der alten Stadtmauer. Musik und Gesang; ein Dank der Gemeinde dem Kurfürsten; dann stieg dies«r „in die Gruft" und legte „Ihre Churfürftliche Hand" an den Grundstein. Die von den Edelknaben getragenen Gegenstände wurden unter Glück- und Segenswünschen eingelassen; drei Hammerschläge von dem Kurfürsten; drei Hammerschläge von dem Grafen von Hanau; dann vermauerte Meister Schwarz mit seinen Gesellen den Stein. Während dessen ließen sich Trompeter und Heerpauker „dapfer vernehmen", aus Stücken und Musketen wurden Salven geschossen und die beiden Lieder „Herr Gott, dich loben wir" und „Sei Lob und Ehr mit hohem Preis" beendeten die Feier der Grundsteinlegung. Als der Zug zum Schloß zurückkehrte, bliesen bei der Einfahrt die Türmer „Allein Gott in der Höh sei Ehr".
250 Jahre sind seitdem dahingegangen. Was an Freud und Leid die Gemeinde während dieser langen Zeit erlebte, wie sie entstanden und sich entwickelt hat, ihr Schulwesen und ihre Armenpflege, ihre Seelsorger und ihr Kirchenbau, ihre Feiern und Feste, das alles erzählen uns in einer soeben er- schienenen sehr interessanten und vornehm ausgestatleten F e fisch r i f t die Herren Pfarrer Fuchs (an der JohanniSkirche) und Pfarrer H e u ß m Wiudeckeu.