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iz. Mar

Dienstag

Sette »

Grenzen halten können. Der HauShaltSanschlag des Bezirksverbandes zeige auch in diesem Jahre da» Bild einer stetigen und zielbewußten Entwicklung. Eine fernere Vor­lage des Landesausschusses betrifft die Unterstützung von Gemeindewasserleitungen, ferner die Aenderung der Grund­sätze über die zum Landwegebau zu verwilligenden Unter­stützungen des BezirksverbandeS und eine besondere Land- wegrvorlage. Der Herr Oberpräsident wünschte der Tätigkeit des Landtags reichsten Segen und erklärte den Landtag für eröffnet. Der greise Alterspräsident, Bürgermeister Hold- . Obermeiser (Kreis Hofgeismar) übernahm nunmehr den Vorsitz, ernannte die LandrSte v. Gehren- Homberg und ». Gröning-Gelnhausen zu Schriftführern, worauf er da» Kaiserhoch ausbrachte. Darauf schritt man zur Bildung de» Präsidiums. Auf Vorschlag deS Oberbürgermeister« Dr. Antoni- Fulda wurden zum ersten Vorsitzenden der seitherige Vorsitzende, Rittergutsbesitzer Kammerhrrr Rabe ». Pappenheim auf Liebenau bei Hofgeismar wieder- gewählt, ebenso Oberbürgermeister Dr. Eugen G «be - f ch u S - Hanau zum stellvertretenden Vorsitzenden und Bürgermeister Vocke- Eschwege und Landrat v. Dit - f « r t h - Rinteln zu Schriftführern. Kammrrherr Rabe v. Pappenheim übernahm hierauf den Vorsitz, dankte dem Alterspräsidenten und den beiden Schriftführern für ihre Tätigkeit und bat um Nachsicht bei der Amtsführung, da er erst unlängst von schwerer Krankheit genesen sei. Er be­grüßte sodann den Herrn Oberpräsidenten, der -um ersten Male als königl. Staatskommissar den Verhandlungen des Landtages beiwohne und der gewiß seinen verehrten Amts­vorgängern getreu mit dem Landtage zum Wohle und Segen der geliebten Heimat arbeiten werde. Die Arbeit der Selbst­verwaltung könne nur dann eine gedeihliche sein, wenn beide Teile auf einander sich stützen können. Der Vorsitzende gab dann bekannt, daß die Herren C a n t h a l - Hanau, Dr. Hoffmann- Mainkur und Strauß- Hersfeld neu in den Kommunal-Landtag gewählt worden seien. Er gedachte sodann des schmerzlichen Verlustes des Wirklichen Geheimen Rats Exzellenz HanS v. d. Malsburg-Esche- b e r g, der achtzehn Jahre hindurch Vorsitzender des Landesaus ichusses und 8 Jahre Vorsitzender des Landtags war und der gewiß den Mitgliedern des Hauses stets ein leuchtendes Beispiel der Pflichterfüllung gewesen sei. Das HauS ehrt das Gedächtnis des Entschlafenen durch Erheben von den Sitzen. Weiter gab der Vorsitzende bekannt, daß Kammerherr von Schutzbar gen. Milching auf Schloß Hohenhaus bei Eschwege das Bild seines Vaters, der 25 Jahre hindurch Präsident des Landtags war, dem Hause geschenkt habe. Der Präsident wird ermächtigt, dem Stifter den Dank des Landtags auszusprechen. Die nächste öffentliche Sitzung findet am Mittwoch statt.

Bezirkskomitee zrir För-erttngund Ausgestaltung der Naturdeukmalpftege in Kurhessen.

§§ Cassel, 11. Mai. Unter dem Vorsitz Sr. Exzellenz des Herrn Oberpräsidemeu Hengstenberg traten heute nach- mitrag nach 6 Uhr im großen Saale des Ständehauses einige hundert hohe Verwaltungsbeamte, Gelehrte, Künstler, Schrift­steller, Vertreter von Vereinen gemeinnütziger und wissen­schaftlicher Art, Vertreter der Städte und verschiedener Kor­porationen zu einer Besprechung zwecks Bildung eines Komitees zur Erhaltung, Förderung und Ausgestaltung der Natur­denkmäler im Regierungsbezirk Cassel zusammen. Der Ober- präsideni betonte, daß den Anlaß zu dieser Versammlung ein Erlaß des Kultusministers gegeben habe, der das Bestreben erkennen lasse, die in Preußen vorhandenen charakte­ristischen Gebilde der heimatlichen Natur (Teile der Land­schaft, Gestaltungen des Erdbodens und Reste der Pflanzen- und Tierwell) zu ermitteln, zu erforschen und dann dauernd zu beobachten, ferner geeignete Maßnahmen zu erwägen, um solche Naturdenkmäler zu erhalten und zur ordnungsmäßigen Erhaltung gefährdeter Naturdenkmäler anzuregen und Rat- f schlage bei Feststellung der erforderlichen Schutzmaßregeln und ! bei Aufbringung etwa erforderlicher Mittel zu erteilen. Ge­wiß lasse sich das alles hier im Regierungsbezirk Cassel auch erreichen, was auf diesem Wege bereits in Westfalen, West- preußen, Brandenburg und Pommcrir geschaffen worden sei, reichliche Gelegenheit biete die hessische Heimat ohne Zweifel. Nach einem sehr lehrreichen, interessanten und instrukriven Vortrag des Prof. Dr. Conventz-Danzig würbe das Bezirks­komitee gegründet, das feine Tätigkeit über den ganzen Regierungsbezirk Cassel und wahrscheinlich später auch über das Fürstentum Waldeck - Pyrmont erstrecken werde. Dem Komitee gehören als Vorsitzender der Herr Regierungspräsident Graf von Bernstorff- Cassel, ferner als Mitglieder an: Landeshauptmann Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Kammerherr Rabe zu Pappenheim - Liebenau, Oberbürgermeister Dr. Eugen Gebeschus - Hanau, die Oberforstmeister Swart und C o n r a d e s zu Cassel, Regicrnngs- und Forstrat Eberts als Vorsitzender des Casseler Fischerei- Vereins, Generalkommijsionspräsident von Bau mb ach- Amöneburg - Cassel, Regierungsrat S p a n n a g e l- Schmalkalden, die Universitätsprofessoren Dr. Dr. Mayer, Diels, Kaiser und K o rs ch e l t, sämtlich in Marburg, Geh. Reg. = Rat Dr. Fischer- Marburg, Kunstmaler U b b e l o h d e - Großfelden bei Marburg, Delegierten des Niederhessischen Touristen-Vereins, des i Casseler Lehrer-Vereins, des Rhönklubs j und der Landwirtschaftskammer, Geh. Rcg.-Rat, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Landrat v. N e g e l e i n- Marburg, Prof. Dr. Kuntze in Cassel, Freiherr von Berlepsch in Cassel, Oberst a. D. von K i e ck e b u s ch- i Hoof bei Cassel, Koinmerzienrat Wegmann- Cassel, Stadt rat Major z. D. Henrici- Cassel, zugleich als Vertreter des Hessischen Tierschutz - Vereins, General z. D. Eise n= traut, al» Vertreter für Hessische Geschichte und Landes­kunde, Oberbürgermeister Müller- Cassel, Geh. Reg.-Ral und Provinzialschulrat Dr. Kaiser-Cassel, Professor Dr. Schäfer- Cassel, der eventuell die Gejchästsleitung über­

nimmt, Königlicher Hofgärtner Virchow- Wilhelmshöhe und Photograph Stephani- Cassel. DaS Comite« hat das Recht, sich weiter zu ergänzen.

Hus aller Welt.

Das große Los der preußischen Klassenlotterie ist nach Berlin auf die Nummer 182 829 gefallen. Vier Gewinner, ein Lehrer, ein Maschinist, ein Kaufmann und ein Eisen­bahner teilen sich zu gleichen Teilen in den Gewinn, so daß auf jeden die Summe von 105 625 M. entfällt. Die Ge­winner wurden sofort benachrichtigt. Der Kaufmann und die Frau des Maschinenmeisters eilten gleich darauf zu dem Kollekteur, um anzustagen,ob es auch wirklich wahr sei". Beide erklärten, daß sie vor Freude und Aufregung die ganze Nacht kein Auge hätten zudrücken können. Der dritte Gewinner, der Mittelschullehrer, ist bereits 60 Jahre alt. Ihm ist der steudige Schreck so in die Glieder gefahren, daß er beim Empfange der Nachricht kreidebleich wurde und zuerst keinen Laut von sich geben konnte. Später äußert« er, daß er sich nun pensionieren lassen und sein Leben in Ruhe verbringen wolle. Der Eisenbahnbeamte hat sich bisher noch nicht gemeldet.

Hauswirt «nv Mieterin. Aus Pößneck wird unterm 9. d. M. berichtet: Gestern nachmittag gegen 4 Uhr ist ein hiesiger Hausbesitzer mit einer erst seit 2 Jahren verheirateten, anfangs der 20er Jahre stehenden, jungen, hübschen Frau, die bei ihm zur Miete wohnte, verschwunden. Der etwa 30 Jahre alte Mann hat Frau und 4 Kinder, während die junge Frau ein 2jähriges .Kind zurückgelassen hat. Der Mann soll ca. 90 Mark von zuhause mitgenommen haben, während seine Begleiterin Wäsche und Kleider einpackte. Vermutlich haben die beiden Leute schon länger miteinander geliebäugelt und sind jedenfalls mit der Bahn abgerückt. In der Familie des verschwundenen Mannes ist Not vorhanden, da die Frau gänzlich mittellos mit ihren 4 Kindern ist. Die junge Frau hatte in eine Fabrik auf Arbeit gewollt, aber als der Mann nach Feierabend zu Hause kam, gewahrte er zu seinem Schrecken, daß Wäscheschrank und Kleiderschrank ausgeräumt waren und die Frau samt dem Hauswirt das Weit« ge­sucht hatte.

Ein Verbrechen von ungewöhnlicher Roheit wurde in Zweibrücken begangen. Der etwa 20jährige Johann Lutz in Ormesheim geriet auf dem Heimweg von einer Tanz­musik mit anderen Burschen in Streit, in dessen Verlauf er von diesen durch mehrere Messerstiche schwer verletzt wurde. Aus Furcht vor den Folgen der Tat schleppten sie den Ver­letzten auf den nahegelegenen Bahndamm, um ihn überfahren zu lassen. Der eben die Strecke passierende Schnellzug fuhr dem Unglücklichen beide Beine ab. Lutz lebt noch und konnte zwei der Täter bezeichnen.

Die Gewinnzrehung der Königsberger Pser-e- lotterie findet im Anschluß an den diesjährigen Königs­berger Pferdemarkt bereits am 20. Mai d. J. statt. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Gewinne dieser günstigen Pferdelotterie wiederum bedeutend vermehrt worden. Be­sonders erwähnt sei, daß unter den 9 komplett bespannten Equipagen, die u. a. zur Auslosung kommen, 2 Vierspänner vertreten sind. Die weiteren Gewinne bestehen aus 46 edlen ostpreutzischen Reit- und Wagenpferden und 3040 leicht ver­wendbaren massiven Silbergegenständen. Lose ä 1 M., 11 Lose 10 M. sind erhältlich beim Generaldebit Leo Wolff, Königsberg i. Pr., Kantstraße 2, sowie hier in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen. Die Lotterie ist im ganzen Königreich Preußen, sowie im Herzogtum Braun­schweig, Mecklenburg-Strelitz, Sachsen-Meiningen und Ham­burg behördlich genehmigt.

Frühlingsbowle.

Mai-Abend! von blühenden Büschen versteckt, Durchwandelt der Frühling den Garten. Auf hoher Veranda der Tisch ist gedeckt, Scheint einer Gesellschaft zu warten, Von Kletterrosen die Fenster umrankt Und über der Tafel die Ampel schwankt Mit rosig gedämpftem Lichts.

Der Frühling durchschreitet mit leisem Tritt

Die weit geöffneten Türen, Und Düfte von Blumen nimmt er mit, Man kann seine Nähe wohl spüren: Er haschte, wie spielend, nach Frühlings Art, Biel weiße Blütensternelein zart, Die streut er nun über die Tafel!

Dort blinken im rosigen Ampelschein Die goldverzierten Pokale;

Was für ein Getränk mag drinnen wohl sein In jener kristallenen Schale? Das seine Aroma, das ihr entschwebt, Verrät's, als er leise den Deckel hebt: 's ist Maitrank, Waldmeisterbowle!

Da lächelt des Frühlings holdes Gesicht Und ist gar lieblich zn schauen: Die Menschen verstehen es wirklich nicht, Wie Frühlingsbowle zu brauen!" Drauf gießt er schnell, noch ehe man speist, Hinzu ein Tröpfchen vonFrühlingsgeist": Gießt's aus dem Kelch einer Blunie.---

Wie haben die Menschen so fröhlich gelacht, Die dort an der Takel gesessen!

Ihr Singen durchklang die Maiennacht, Sie hatten die Sorgen vergessen!

Und bei dem fröhlichen Sang und Scherz Ward's ihnen so wohl und wehe ums Herz Es fanden sich Lippen und Hände.---

Maiblütendüste berauschen auch, Gleich duftenden Frühlingsbowlen. Doch hinter'm blühenden Fliederstrauch Stand Frühling und lauschte verstohlen Und dachte:Nun mögen sie selig sein! Sie wähnen sich trunken vom Wein allein! Ich machte sicfrühlingstrunken"!

Frieda Schütte.

Drahtnachrichten

Blutiger Zusammenstoß.

Mailand, 12. Mai. In Metegno, unweit Lodi, kam es abends zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Cara­binieri und widerspenstigen Dorfbewohnern, wobei zwei der letzteren getötet wurden. Auch in einer benachbarten Fabrik­stadt fand ein Konflikt zwischen Carabinieri und einigen Ar­beitern statt, die die Verhaftung von unter Polizeiaufsicht stehenden Personen verhindern wollten. Es gab einen Toten und zwei Schwerverletzte.

Das Bauunglück.

Görlitz, 12. Mai. Nach Bergung der letzten Toten wurden die AufräumungSarbeiten bei der eingestürzlen Fest- Halle vorläufig eingestellt. Gestern uachmiitag fand ein ge­richtlicher Lokaltermin statt. Heute ist eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung anberaumt.

Ein Kinv verbrannt.

Duisburg, 12. Mai. In Laar verbrannte eine Arbeiter- frau das uneheliche Kind ihrer Tochter im Küchenofen. Mutter und Tochter würben verhaftet.

Polizeichef und Diebe.

Petersburg, 12. Mai. Der Chef der Geheimpolizei in Kiew unterhielt strafbare Beziehungen zu hervorragenden Dieben. Eine Menge kompromittierender Briefschaften würbe beschlagnahmt.

Oberkriegsgrricht.

Reisse, 12. Mai. Das Oberkriegsgericht der VI. Armee­korps verurteilte wiederum den Leutnant Hannig vom 23. Infanterieregiment wegen Vergehen gegen § 175 zu drei Jahren Gefängnis und Dienstentlassung, nachdem das Reichs­militärgericht ein früheres gleichlautendes Urteil aufgehoben hatte.

Etraßenaufiauf.

Düsselvorf, 12. Mai. Bei einer nichtigen Ursache ent­stand ein Straßenauflauf, der in Streitereien mit der Polizei ausartete. Dabei wurde dem Graveur Bollig, dem Sohn« eines hiesigen Hofjuweliers, von einem Polizisten durch einen Säbelhieb das linke Ohr abgehauen.

Erstochen.

Oberhausen, 12. Mai. Ein Arbeiter erstach seine Ehe­frau im Streite auf der Straße. Der Täter wurde ver­haftet.

Durch Feuer zerstört.

Brüssel, 12. Mai. Gestern mittag wurde ein großer Teil der bekannten Automobilfabrik Pipe in Audergham durch Feuer zerstört. Der Brand brach in dem Oel» Magazin aus, das den Werkstätten benachbart ist. Der Schaden beziffert sich auf mehrer« Hunderttausend« Francs.

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Paris, 12. Mai. Aus Madrid wird gemeldet, daß bei einem zwischen portugiesischen Hirten und spanischen Bauern im Grenzdorfe Gerosida erfolgten Zusammenstöße spanische Gendarmen einschritlen. Die Portugiesen verwundeten einen spanischen Korporal. Vier Portugiesen wurden getötet, mehrere verletzt.

London, 12. Mai. Als Ergebnis ber Äonferetyen Churchills mit den Delegierten der Dchiffbaufirmen und der Arbeiter wurde gestern ein Uebercinkommen getroffen das den Arbeitern sobald als möglich zur Beschlußfassung zugehen wird.

Schiffsnachrichten.

Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.

Der DampferCassel" ist am 8. Mai wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, io. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen LloydRoon" ist gestern in Colombo eingetroffen.

^awgwsTOiiiwaiwwawiaEMaa w»> mi miihi Ich gehe durch einen grasgrünen Wald ©aber die Vöglein hör ich kaum fingen, da mich ein abscheu­licher Husten quält. Die ganze Brust tut mir weh und der Hals ist mir ordentlich roh. Wenn ich nach Hause komme, ©versuch ich's auch einmal mit Fays echten Sodener Mineral- Pastillen die sollen ja bei allen Erkältungen, bei Husten und Verschleimung ausgezeichnet wirken. Von anderen Mitteln hab ich übergenug uns ich mag sie nicht mehr sehen. Fays echte Sodener sind feit beinahe einem Bierteljaürhundert T I erprobt gegen alle katarrhalischen Erscheinungen des Halses und der Atmungsorgane. Die Schachtel kostet nur 85 Pfg. und 10843 man kann sie in jed. Apotheke, Drog. m Mmeralwasserbdlg. haben.

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Gnß Weim A«seizn nimmt entgegen die 2lgentur in Groß-Auheim Herr Hch. Jörg sen.