MM Mâ
vezxgiprriS:
vierteljährlich 1,80 Mk., m»natlich 60 Pfg., für <n* wattig- ALonnenlen mit dem bttrejieuden PojtauffchU»,.
Lie «mz«t»e Nummer testet 10 Pfg.
LinrückungSgebührr
«»tatmnidruck und Verlag der Buchdruckerei de» verein.
Amtliches Orgm für SfaM« M Landkreis Krim.
Di« füuf gespalten« Pentzeil« »der deren Raum tO Wg, UÄ SUCUwuuieü öU ^gik 36 M^
*9, Waijeuhaujeâ m Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantivortl. Redakteur: «. Schrecker m Han«.
Nr. 108
Fernsprechanschlutz Nr. 605
Freitag den 8. Mai
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
Lie heMeNlllllnm umfaßt Mer -.MterhaltvygStzlktt
14 Seiten
gBW§@a«aSMg^^
Anlttrches.
Stadt- und Landkreis Banau.
Im Anschluß an meine Bekanntmachung vom 24. v. M., V 2928, (Nr. 99 des „Han. Anz.") mache ich weiterhin bekannt, daß auch für das Gebiet des Stadtkreises Aschaffenburg die Hundesperre vorläufig bis zum 1. Juni d. Js. verlängert ist.
Hanau den 6. Mai 1908. V 3269 u. 3294
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
sJ. V.: Siemon, Regierungs-Assessor.
Candkreis Hanau.
MmtinchlNM des Kömijlilhen Lllndratsamts.
Die Schweineseuche zu Kilianstädten ist erloschen.
Hanau den 6. Mai 1908.
Der Königliche Landrat.
V 3306 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Gefundene und verlorene Geflenstände re.
Gefunden: 1 stlber vergoldetes Armband (Reif), 3 Meter Blusenstoff, 1 wasserdichte Pferdedecke.
Verloren: 1 Kneifer mit Futteral, 1 Briefumschlag mit verschiedenen Papieren (das landwirtschaftliche Fest betreffend), 1 rotes Portemonnaie mit 1 Mk.
Zugelaufen: 1 grauer Wolfsspitz m. Geschl.
Hanau den 6. Mai 1908.
Politische Rundschau.
Der deutsche Fürftenbesuch in Wien.
Wien, 7. Mai. Bei der heutigen Festtafel brachte Kaiser Franz Josef folgenden Trinkspruch aus: „Der Bestich, den mir meine treuen Alliierten, Euere Kaiserliche und Königliche Majestät, Seine Königliche Hoheit der Prinzregent, Ihre Königliche Majestäten, die durchlauchtigsten Fürsten sowie die Vertreter der freien Hansastädte heute abstatten, erfüllte mich mit der größten Freude. Ich heiße Sie herzlichst in unserer Mitte willkommen. Sie haben durch Ihre Hierherkunft die Gefühle wahrer Freundschaft anläßlich der Erreichung meines sechzigsten Regierungsjahres in einer Weise ausdrücken wollen, die meinen innigsten Dank wachruft und in mir die Ueberzeugung festigt, daß die so engen zwischen uns bestehenden Beziehungen uns allen ein wahres Herzensbedürfnis find. Von dieser Zuversicht durchdrungen möge es mir gestattet sein, dieses Glas auf Ihr Wohl sowie auf unsere unerschütterliche Freundschaft und Bundcsgenossenschaft zu erheben und dabei auszurufen: Meine erlauchten und hohen Gäste leben hoch!
Wien, 7. Mai. Auf den Trinkspruch Kaiser Franz Josefs bei dem heutigen Festmahl erwiderte Kaiser Wilhelm mit einem kurzen Toast, in welchem er seinen herzlichsten Dank anssprach und mit einem Hoch auf Kaiser Franz Josef schloß. Rach dem Diner fand eine Serenade des niederösterreichischen Sängerbundes und der vereinigten Kapellen der Militärmusiken der Garnison Wien statt. Auf dem Platze vor der Gloriette hatte sich ein zahlreiches Publikum angesammelt, aber auch außerhalb des Schlosses sowie in den Zufahrtsstraßen bildete eine nach Tausenden zählende Menschenmenge Spalier. Rach einer einleitenden Hymne, die von den Militärkapellen gespielt wurde, gelangte folgendes Programm zur Ausführung: „Dem Kaiser", Hymne von Kirschl, „Der Lindenbaum" von Schubert, „Bald fangen die Bäume zu blühen an" von Storch, „Segenswunsch an den Kaiser" von Hans Wagner. Kaiser Wilhelm, der die Uniform des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments trug, und Kaiser Franz Josef in der österreichischen Marschallsuniform verblieben während der ganzen Serenade an den Fenstern des Schloffes. Rach Schluß' der Serenade defilierten die Sänger, voran 250 Fahnenträger, an den Fenstern des Kaisers unter den Klängen der Volkshymne und des „Heil Dir im Sieger- kranz" vorbei. Die Fahnenträger senkten die Fahnen und die Sänger sowie das Publikum brachen in brausende Hoch- und Heilrufe aus, für die die Majestäten wiederholt dankten. Der Kaiser äußerte sich gegenüber dem Vorstand und den Delegierten des Sängerbundes, daß ihn die Huldigung tief
gerührt habe. — Um 9 Uhr 20 Min. fuhren Kaiser Wil- helm und Prinz August Wilhelm nach ihrer Verabschiedung zum Penziger Bahnhof, um sich nach Donaueschingen zu begeben. Prinzessin Viktoria Luise fuhr um 10 Uhr 5 Min. vom Nordbahnhof nach Wildpark.
Wien, 7. Mai. Heute nachmittag fuhr Kaiserin Auguste Viktoria beim Volksgarten vor und begab sich zum Denkmal der Kaiserin Elisabeth, wo sie einen Palmenwedel, den sie vom Achilleion mitgebracht hatte, niederlegte. Der Kaiser begab sich nachmittags um 2 Uhr von Schönbrunn in die Hofburg, wo er den dort wohnenden deutschen Bundcsfürsten und dem. Bürgermeister Dr. Burchard Besuche abstattele. Kaiser Wilhelm und Prinz August Wilhelm statteten am Nachmittage dem bayerischen Gesandten Frhrn. v. Tücher einen etwa eine halbe Stunde währenden Besuch ab. Der Kaiser besichtigte die Sammlungen des Barons Tücher eingehend. Nach 2 Uhr fuhren das deutsche Kaiserpaar sowie Prinz August Wilhelm von Preußen bei der Kapuzinerkirche vor, wo sie vom Guardian Pater Csak und dem Großmeister Pater Bauer begrüßt und in die Kaisergruft geleitet wurden. Das Kaiserpaar legte auf den Särgen der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolf Kränze nieder.
Wien, 7. Mai. Vom König von Italien ist an Kaiser Franz Josef folgendes Telegramm eingelaufen:
Im Laufe des Jahres, in welchem Euere Majestät das 60jährige Jubiläum Ihrer glorreichen Regierung feiern, vereinigen alle Herrscher und Staatsoberhäupter ihre Glück- und Segenswünsche mit den loyalen Kundgebungen der Völker der Monarchie. Beseelt von der alten und treuen Freundschaft, die ich für Euere Majestät empfinde, nehme ich den innigsten Anteil an diesem freudigen Ereignis und schließe mich den herzlichsten Gefühlen an, welche Ihnen heute Seine Majestät der Deutsche Kaiser, unser erhabener Bundesgenosse und Freund, persönlich aussprechen wird.
Viktor Emanuel.
Die telegraphische Antwort des Kaisers Franz Josef lautet folgendermaßen:
Ich bin außerordentlich gerührt von der großen Aufmerksamkeit Euerer Majestät, mir Ihre Glückwünsche anläßlich der Erreichung meines sechzigsten Regierungsjahres an demselben Tage auszusprechen, an dem Seine Majestät Kaiser Wilhelm, unser erhabener Bundesgenosse und Freund, und die deutschen Fürsten um mich versammelt sind. Indem ich Euerer Majestät herzlich danke, beglückwünsche ich mich zu diesem neuen Zeichen der engen Bundesgenossenschaft und der innigen Freundschaft, die uns verbindet.
Franz Josef.
Wien, 7. Mai. Kaiser Franz Josef hat folgende Ordensauszeichnungen verliehen: dem deutschen Staatssekretär des Auswärtigen v. Schön das Großkrcuz des Leopold- ordens, dem bayerischen Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen Frhrn. v. Podewils das Großkreuz des St. Stephansordens, dem deutschen Botschafter v. Tschirschky das Großkreuz des St. Stephansordens, dem sächsischen Gesandten Grafen Rex die Brillanten zum Großkreuz des Leopoldsordens und dem bayerischen Gesandten Freiherru v. Tücher den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse.
Wien, 7. Mai. Der deutsche Kaiser verlieh folgende Auszeichnungen: Das Kreuz der Komthure des Hausordens von Hohenzollern an den Erzherzog Franz Ferdinand. Ernannt zum Chef des 27. Infanterie-Regiments wurde Erzherzog Leopold Salvator. Der Kaiser verlieh die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden dem Generaladjutanten Grafen Paar, den Schwarzen Adlerorden dem Minister des Auswärtigen Frhrn. v. Aehrenthal, dem Feldzcugmeffter Frhrn. v. Bolfras und dem ersten Obersthofmeister Fürsten von Montennovo, den Verdienstorden der preußischen Krone dem Feldzeugmeister Fiedler, die Brillanten zum Großkrcuz des Roten Adlerordens dem Feldzeugmeister Frei- Herm von Steininger, das Großkreuz des Roten Adlerordens dem Reichskriegsmiiiistcr Schoenaich, dem Obcrstküchcnmeistcr Grafen Bellegarde und dem Oberzere- monienmeifter Grafen Cholonieivski; ferner dem LandeS- verleidigungsministcr Georgi, dem Honvedminister Jckel- falnffy,' dem Obersthofmeistcr der Erzherzogin Maria Annunziata, Grafen Nostch-Rienseck, dem sächsischen Gesandten Grafen Rex, dem bayerischen Gesandten Frhrn. v. Tücher, dem ersten Sektionschef im Ministerium des Aeußern Frhrn. v. Call den Roten Adlerorden erster Klasse, dem Feldmarschall-Leutnant Sprecher v. Berneß, dem Feldmarschall- Leutnant Speßly, dem Obcrststallmeister Grafen Kinsky, dem Leibarzt des Kaisers Dr. Herzl, dem Sektionschef im Ministerialpräsidium Sicghart, dem Gesandten Frhrn. v. Gagern, Ijem Sektionsches im Ministerium des Aeußern Kraken Esterhazy, dem Bürgermeister Dr. Lueger, dem
S uischef Wilhelm 'Exner, dem Sektionschef Dr. Paul Schulz und dem Herrenhausmitglied Frhrn. v. Oppenheimer den Kronenorden erster Klasse.
Berlin, 7. Mai. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mit» teilt, ging die erste Mitteilung über die Ordensverleihung an den Reichskanzler Fürsten Bülow diesem in einem sehr herzlich gehaltenen Glückwunschtelegramm des Ministers Frhrn. v. Aehrenthal zu, in dem eS heißt, daß die allerhöchste Auszeichnung erfolgt sei, in Erinnerung an den heutigen denkwürdigen Tag, an dem durch die Anwesenheit des Kaisers Wilhelm und einer großen Anzahl deutscher Bundcsfürsten in Wien dem monarchischen Prinzip und dem Bündnisgedanken in so erhebender und prägnanter Weise Ausdruck gegeben wird.
Die Lage in Marokko.
Paris, 7. Mai. General Liautey, welcher morgen nach Colomb Bechar in Süd-Oran abreist, soll die Vorbereitung aller militärischen Maßnahmen übernehmen, und zwar, wie der „Messidor" meldet, sowohl derjenigen, welche sich auf die Regelung der algerisch-marokkanischen Grenze beziehen, wie derjenigen Polizcimaßnahmen, welche Frankreich auf Grund der Algeciras-Akte durchzuführen hat.
Paris, 7. Mai. Admiral Philibert telegraphiert, daß Muley Hafid einer Nachricht des französischen Vertreters in Rabat znfolge am Sonntag Urdigah verließ, um auf Knitra zu marschieren. Die Zarons melden, daß sein Weitermarsch nach Fez bevorstehe, doch habe er einen nur wenig zahlreichen Truppenbestand bei sich. Andererseits soll auch die Mahalia Bagdadis nach Knitra abmarschiert sein.
e
Die Aussperrung im Malergewerbe. Berlin,
7. Mai. Der Schiedsspruch für den Kampf im Malerge- w/rbe ist von beiden Parteien anerkannt worden. Voraus sichtlich wird also die Sperre bis zum 16. Mai beendet sein.
Hus Ban au Stadt und Tand
Kanau, 8. Mai.
Beamteu-Personalnachrichten.
Ernannt: die Regicrungsaffessoren G o l d s ch m i d r und Grüneisen zu Regierungsräten, die Archivasststenten Dr. G r o t e f e n d und Dr. Knetsch in Marburg zu Archivaren bei dem Königlichen Staatsarchiv daselbst, die Referendare v. Hugo, Thon und Grebe zu Gerichts- assessoren, der Regierungsbaumeister D e ck zum Landesbau- inspektor in Rotenburg a./F., an Stelle des bisherigen Ober- assistenten Gerling in Hanau der Assistent Bache daselbst zum 2. Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Hanau.
* Jubiläum der Johanniskirche. Am 25. Mai wird ein Vierteljahrtausend verflossen sein, daß der Grundstein zu der Kirche gelegt wurde, die den Bekennern der lutherischen Konfession in unserer Stadt ein gottesdienstliches Heim bieten sollte. Damals „lutherische Kirche" genannt, führt sie seit der im Jahre 1818 erfolgten Vereinigung der beiden evangelischen Konfessionen den Namen „Johanniskirche". Man wählte diesen Namen im Andenken an den Kurfürsten von Sachsen, Johann Georg II., in dessen Gegenwart im Jahre 1658 der Grundstein gelegt worden war, und unter dessen Protektion die Kirche erbaut wurde. Genauere Nachrichten über die interessanten Verhältnisse, unter denen seiner Zeit die lutherische Gemeinde hier ins Leben trat, über die Grundsteinlegungsfeier, die Erbauung der Kirche sowie über die sachliche Geschichte der Johannisgemeindc wird man in der Anfang nächster Woche erscheinenden, 7 Bogen starken Festschrift, die von dem Presbyterium der Ge- meinde herausgegeben wird, finden. Gleich wie im Jahre 1858 der 200jährige Gedächtnistag der Grundsteinlegung festlich begangen wurde, welcher Feier sich einige ältere Hanauer wohl noch zu erinnern wissen, so soll auch das 250jährige Jubiläum der Kirche eine festliche Weihe erhalten. Die weihevolle Einleitung des Festes wird das Festkirchenkonzert bilden, das der Kirchenchor der Gemeinde am Samstag den 23. Mai veranstalten wird, und das unter der bewährten Leitung des Herrn Lehrer Breidenbach bei einem besonders sorgfältig ausgewählten Programm die Hörer schon von vornherein gewiß in die rechte Feststimmung versetzen wird. In dem am 24. Mai stattfindenden Festgottesdienst wird u. a. auch die erstmalige Aufführung der von Herrn Dr. Frank Limbert über Röm. 8, 31—39 komponierten Motette erfolgen. Dey. hiesige Oratorienverein im Verein mit dem Johanniskirchenchor wird dieses neue stimmungsvolle Werk unseres einheimischen Komponisien. das