V^UgSprettr
««Ehrlich 1,80 DL, m»natlich 60 Vfg., für <n* »Mge Abonnent«, mit dem betressmd-n Postaasschiag.
Die emaelw Nummer kostet 10 Pfz.
Mytântbruck und Bering der Buchdrucker« bei verein.
Gkneral-Anzeiger
Amtliches Stoen für LtSiit- »ni fenikrtis fcnan.
nmger
6i*rM*«g8gt»aS« k
Vit Mfgespân« Pttitztü« »s« Mux Äem 30 Uß, im atcttamtnUil bk Zell« 35 ^
0, WaijenhauieS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
verautwortl. Redakteur! «. Schrecker « Ham»
Nr. 98
Fernsprechanschlutz Nr. 605«
Montag den 27« April
Fernsprechanschkutz Nr. 605
1908
Hierzu
„Amtliche Beilage Nv. ?"♦
■■■■■■■■■■■MeHHHeHaHKHMeaeeeeMH™
AMtliMes.
Stadt- und Landkreis Fjanau.
Am Dienstag den 28. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, wird der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 25. April 1908.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 4038 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Bekanntmachung.
Die Königliche Kreiskaffe bleibt am 28, 29. und 30« April er. wegen des Finalabschluffes für das Rechnungsjahr 1907 geschloffen.
Hanau den 25. April 1908.
Königliche Kreiskaffe.
politische Rundschau.
Wahlbewegnng. Dem Wahlaufrufe der nationalliberalen Partei entnehmen wir: „Von der Zusammensetzung des nächsten Abgeordnetenhauses hängt es ab, ob auch in Preußen die Möglichkeit einer Entwicklung auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete in freiheitlichem, neuzeitlichem Sinne geschaffen werden kann, oder ob es weiterhin bei dem Widerstande verbleiben soll, den die bestehenden Majoritätsverhältnisse allen liberalen Anregungen und Maßnahmen entgegensetzen. Wer mit uns der Meinung ist, daß eine zeitgemäße, nicht länger hinauszuschiebende Umgestaltung deS Wahlrechts in Angriff genommen werden muß, daß die Entwickelung unseres gesamten Uuterricbtswcsens in freiheitlichem Sinne gegenüber Rückständigkeit und Unduldsamkeit mit allen Kräften zu fördern ist, daß der gesamten preußischen Beamtenschaft die in der Thronrede feierlich verkündete Aufbesserung ihrer Gehaltsbezüge zuteil wird, und daß die Finanzen und die Verwaltung in Preußen durchgreifender Reformen bedürfen, der wirke mit allen Kräften für die Unterstützung der nationalliberalen Partei." Der Aufruf schließt mit dem Satze: „Nur die Macht gewährleistet den Erfolg I"
Ächkrhrladenschlutz in Hamburg. Der Hamourgische Senat hat beschlossen, da mehr als zwei Deittel der Geschäftsleute sich für den Achtuhrladenschluß ausge-
Feuilleton.
Im Solde der Krone Englands
1793-1795.
Nach dem Tagebuch eines. kurhessischen Garde-Grenadier? zusammengestellt und erläutert von Heinrich Jost-Ostheim.
(1. Forschung.) (Nachdruck verboten.)
Die Winterquartiere blieben im allgemeinen bis Ende Februar unverändert.
Nachdem aber die Franzosen schon verschiedentlich die hessischen Truppen beunruhigt hatten, wurde am 24. März durch Gencralordre bestimmt, daß die hessischen Grenadier- Bataillons aus dem Winterquartier ausrücken und zu der großen Hauptarmee stoßen sollten. Demzufolge erhielt das Grenadier-Bataillon v. Germann nunmehr seine Stellung bei Menin.
Den 6. aprill gingen wir durch _ die stadt Vallentzy (Vallenciennes), 4 stund davon (östlich von Le Csiteau) kamen wir in Quartier, alwo wir 6 Tag still gelegen, die order wahr außgeben, am 12. solle sich die gantze Armee vom printz (!) Jork auf diesem Blatze versammeln. Die Armee wahr stark 80 Tausendt mann, wir wurden in 4 Collongen getheilt, jetz Heist es, früsch auf, nach den Frantzoien zu. —Den 17ten aprill bey Carto (Le Cate au) und Bremo (Premont) schlugen wir die Frantzosen tüchtig.
Zur Erläuterung dieser Angaben diene folgendes: Am 17. April begannen die Operationen. Der zwischen Guise und Landrecis stehende Feind sollte in mehreren Kolonnen angegriffen und entweder, wenn er sich irgendwo versammeln würde, ihm eine Hauptschlacht geliefert, oder seine Postierungs- kette an mehreren Stellen durchbrochen und über die Oise
sprachen haben, diesen vom 1. Juli ab einzuführen; ausgenommen bleibt der Sonnabend.
England nnd Dänemark. Aus Kopenhagen, 25. April, wird berichtet: Der König und die Königin von England empfingen heute eine vom Rektor der Universiät, Prof. Warning, geführte Deputation, welche dem Königspaar im Namen einer großen Anzahl von Korporationen des Handels, der Schiffahrt, der Industrie, der Landwirtschaft, der Wissenschaft und der Kunst eine Huldigungsadresse überreichte. In Erwiderung auf die Ansprache des Rektors betonte König Eduard die intimen Beziehungen, die er seit langer Zeit zu Dänemark habe, und seine Freude über die glückliche Entwickelung des Landes namentlich in der Schiffahrt und Landwirtschaft. Die großartigen Kopenhagener Docks seien ein Beweis für die Ausbreitung und Bedeutung des dänischen Welthandels. Auch auf den Gebieten der Kunst und der Wissenschaft habe Dänemark seinen Platz durchaus behauptet. Der König schloß mit einem herzlichen Dank für die ihm und der Königin dargebrachten guten Wünsche. Er sprach die Hoffnung aus, daß die intellektuellen und materiellen Bande, welche Großbritannien und Dänemark verbinden, immer stärker werden und zum allgemeinen Fortschritt der friedlichen Kultur in der Welt beitragen möchten.
Das Kai^erpaar artf Korfu.
Achilleion, 25. April. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise besuchten gestern abend die Kirche in Gasturi, wo aus Anlaß des griechischen Karfreitages ein feierlicher Gottesdienst und eine Prozession stattfand. Gegen Mitternacht verließ der „Abukir" mit dem Herzog von Connaught an Bord unter den Salutschüssen der „Hamburg" und dem Hurra der Mannschaft Korfu. Heute morgen begaben sich der Kaiser und Prinz August Wilhelm mit sämtlichen Herren des Gefolges an Bord des „Sleipner" nach Albanien. Der Kaiser machte dem Vertreter des Sultans, Turkhan Pascha, auf dessen Jacht bei Santi Quaranta einen Besuch und besichtigte dann die dortige Garnison der türkischen Truppen, über die er den Parademarsch abnahm. Er richtete an den Sultan ein in sehr warmen Worten gehaltenes Telegramm. Die Rückkehr zum Achilleion erfolgte bis Korfu mit dem „Sleipner", sodann mit dem Automobil. Im Achilleion empfing der Kaiser den griechischen Ministerpräsidenten Theotokis, der zur Mittagstafel geladen wurde. Außer dem Ministerpräsidenten waren noch der Präfekt von Korfu, Metaxas, und der Bürgermeister Collas zur Tafel geladen.
Achilleion, 26. Aprll. Gestern nachmittag machten die Majestäten einen Spaziergang nach Bennizze und unternahmen dann eine Fahrt im Automobil nach Hagioi Deka und zurück nach Gasturi. Hier, am Elisabeth-Brunnen, verteilte die kaiserliche Familie Ostergescheuke an die Bewohner Gasturis. und kleine Helpe zurückgeworfen werden. Das Ergebnis des i 17. April war, daß der Feind, welcher einen Angriff nicht vermutet hatte und sich an einigen wichtigen Punkten nicht in gehöriger Bereitschaft befand, keinen nachdrücklichen Widerstand zu leisten imstande war und daher in seiner ganzen, weit ausgedehnten Stellung überall geschlagen wurde.
Schon am 18. April hatte man angefangen an mehreren Orten des linken Sambreufers Befestigungen herzustellen. Am 21. geschah ein feindlicher Angriff gegen jene Abteilungen, welche die Schanzarbeiten deckten; er wurde jedoch zurückgeschlagen, desgleichen am folgenden Tage. Am 26. drückten die Franzosen überall die Vorposten der Verbündeten zurück.
Den 26. aprill haben wir bei Lesor (Le Sort) gegen die Frantzosen unsre Schantzcn zu vertheidigen gehabt, sie (die Franzosen) wurden geschlagen.
Infolge der Bedrängnis, in welche Feldmarschall - Leutnant v. Alvinzy bei Priches geraten war, wurden das Bataillon v. Germann und das Leibregiment eine halbe Meile weiter links gesandt, um hier 3 große, in der Nähe von Le Sort liegende Schanzen zu besetzen. Der Feind beschränkte sich jedoch nur auf eine Kanonade diesem Punkte gegenüber.
Den 1. may mußten wir wieder zurück bis Torne (Tournay) ins Lager.
Am 4. Mai besetzte das Bataillon v. Germann zur Sicherung der linken Flanke des Lagers den verschanzten Posten bei Lamain.
Den 10. kamen die Frantzosen mit storm auf uns zu, wir schückten sie mit blutigem Kopf wieder zurück.
Während dieses Kampfes hatte das Bataillon v. Germann seinen Platz auf dem rechten Flügel des ersten Treffens. Gegen diesen Flügel eröffnete der Feind ein mörderisches Feuer, doch die Hessen hielten trotz desselben mit großer Standhaftigkeit aus. Es gelang den Verbündeten, den Feind zu schlagen und dessen sämtliche Abteilungen zogen sich infolge dieser Niederlage mit großen Verlusten zurück.
Vor der Abendtafel empfing der Kaiser den österreichischen Contreadmiral und Chef des eingelaufenen Geschwaders v. Ziegler. Zur Abendtafel waren geladen: v. Ziegler mit seinem Stabschef, dem Linienschiffskapitän Njegoban und mit seinem Flaggleutnant Petter. Heute vormittag fand Gottesdienst in der Kapelle statt, den der Privatsekretär und evangelische Hofprediger des Königs von Griechenland, Honig, abhielt. Es nahmen daran teil der König und die Kronprinzessin von Griechenland. Zur Mittagstafel waren geladen : der König, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland, Admiral Jngewohl von der „Hohen- zollern" und Pfarrer Honig. Dieser erhielt den Roten Adler- Orden vierter Klasse.
Die Lage in Marokko.
Paris, 26. April. General d'Amade telegraphiert am 24. April aus der Kasbah Benahmed, daß eine kleine Abteilung der französischen Truppen die Ruhe und Sicherheit auf dem Gebiete der Achach herstellte, von denen zwei Kaids ihre Unterwerfung gaben. Zahlreiche Dorfbewohner hatten sich in die Berge geflüchtet, deren Abhänge von einer großen Zahl marokkanischer Reiter bedeckt waren. Die Marokkaner wurden bis Oued Tunedja zurückgetrieben. Am Nachmittag besetzen französische Truppen die Anhöhen am linken Flußufer, worauf der Rückzug des Feindes in offene Flucht ausartete. Die französischen Truppen, von denen fünf Mann verletzt wurden, sind sodann unter Führung des Generals d'Amade nach der Kasbah Benahmed zurückgekehrt.
Paris, 26. April. Wie aus Casablanca gemeldet wird, mißhandelten in spanischen Diensten stehende Riffsoldaten auf offener Straße in dem den Franzosen zugewiesenen Stadtteil einen unbewaffneten algerischen Schützen. Ein französischer Wachtposten eilte dem Angegriffenen zur Hilfe. Durch das Einschreiten eines französischen Obersten wurde ein ernster Zusammenstoß verhindert.
Paris, 26. April. Nach einer amtlichen Depesche haben sich in der Nähe der südoranesischen Grenze zwei weitere marokkanische Haufen in Debbu und Mataka angesammelt. General Bailloud, Kommandeur des 19. Armeekorps, traf alle Vorkehrungen, um einen etwaigen Vorstoß derselben zu verhindern.
Istguna des ZenirMrdMes zur Bekumpsnug des Nkuholismus.
(Vierter Tag.)
(Nachdruck verboten.) 8. u. H. Berlin, 24. April.
In der heutigen Sitzung sprach zunächst Konsistorialrat D. Mahling- Frankfurt a. M. über
Den 17. gingen wir auf die Frantzosen zu, wir schlugen sie 6 stundt zurück bis über waterloo.
Den 17. Mai sollte der Angriff auf den Feind längs der Lys und Marque erfolgen. Zu diesem Zwecke versammelten sich die zur 3. Kolonne zählenden Truppen in der Nähe von Templeuwe. Das feindliche Detachement zog sich nach einen, unerheblichen Scharmützel in die Gegend von Waterloe zurück, die in diesem Orte ausgestellten drei feindlichen Bataillone leisteten dagegen hartnäckigen Widerstand, sodaß Feldmarschall-Leutnant Otto das Bataillon v. Germann und ein Bataillon Oesterreicher vorrücken ließ, worauf sich die Franzosen, ohne noch erheblichen Widerstand zu leisten nach Tourcoin zurückzogen.
Nach kurzem Gefecht räumte der Feind auch diesen Ort und zog sich nach Mauscrocn zurück. Das Bataillon v. Germann wurde nun bei Waterlos aufgestellt, gegen abend aber nach Tourcoin vorgeschoben. Der Feind wich endlich nach heftiger Gegenwehr bis Mouveaux zurück, dessen Haupt- zugänge teils verschanzt, teils verbarrikadiert waren. Am Abend war der Sieg vollständig in den Händen der Alliierten.
Den 18. schlugen die Frantzosen uns wieter zurück biß Torne (Tournay), wir verlohren alles.
In der Nacht zum 18. Mai erließ der Oberbefehlshaber Prinz Koburg einen Armeebefehl, aus welchem hervorging, daß der Prinz auch für den 18. ein passives Verhalten der Franzosen voraussetzte. In dieser Voraussetzung hatte sich das Hauptquartier aber gründlich getäuscht, denn mit Tagesanbruch des 18. setzten sich sämtliche feindlichen Kolonnen zusammen 70—80 000 Mann zählend, qeqen die kaum 18 bis 20 000 Mann starken Abteilungen der Verbündeten in Bewegung. Nördlich von Tourcoin plazierte sich im Ver- laufe des Gefechtes eine feindliche Batterie, welche die Auf. st-llung der Verbündeten wirksam beschoß, worauf 2 Kom- °uf dem rechte Flügel aufgestellten Bataillons v. Germann mehrmals veriuchteu, dieselben mit Sturm an