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Anzeiger

LinrScknngSgtbühr:

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M. WatjerchauseS in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BerantmorL Redâur: ». Schrecker M Hemon.

Nr. 96

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Freitag den 24 April

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1908

AmtlècheS.

Oberrealkbuie zu Banau.

L ArrsnKhme der für die 3. Vorschulklasse angemeldeten Schüler: Morrtaa den 27. Slpril, vormittags 10 Uhr, in dem Schulhause Gärtnerstraße 67.

II. Aufnahmeprüfung: Montag den 27. April, vorm. 8 Uhr.

III. Beginn des Unterrichts: Dienstag den 28. April, vorm 8 Uhr

Hanau den 14. April 1908.

Der Direktor der Oberrealschule.

Dr. Schmidt. 8495

Gewerbliche Fortbildungsschule.

Der freiwillige Unterricht an der gewerbl. Fort­bildungsschule beginnt Montag den 27. April d. J. Er findet abends von 6 bis 8 Uhr, sowie Sonntag vorm. von 7 bis 9 Uhr statt und erstreckt sich auf Algebra, Plani­metrie, Physik, Mechanik, Maschinenlehre, Elektrotechnik, Rundschrift und das Fachzeichnen aller Gewerbe.

An demselben können sowohl Lehrlinge als Gehilfen, welche sich in ihrem Berufe weiterbilden wollen, teilnehmeu.

Der Eintritt kann nur zu Beginn des Schuljahres erfolgen und sind daher Meldungen noch im Laufe dieser Woche zu bewerkstelligen.

Hanau den 22. April 1908.

Der Direktor der gewerbl. Fortbildungsschule.

Geißler. 9087

Gewerbliche Fortbildungsschule.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 27. April 1988. Verpflichtet zum Schulbesuche sind alle im Bezirk der Stadt Hanau beschäftigten noch nicht 18 Jahre alten gewerblichen Arbeiter. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Nichtabschluß eines Lehrvertrags nicht vom Besuche der gewerbl. Fortbildungsschule entbindet ; auch die probeweise beschäftigten gewerblichen Arbeiter sind schulpflichtig.

Anmeldungen werden vom 23. bis 25. April, von 912*/, Uhr vorm., im Dienstzimmer des Unterzeich­neten, Erbsengasse 3/5, entgegengenommen.

Hanau den 15. April 1908.

Der Direktor.

Geißler. 8579

peuMrtâ

Die deutschen Großstädte in französischer Belenchtunst.

Von Theodor Lamprecht.

(Nachdruck verboten.)

Eine Erscheinung, die für uns Deutsche des Humors nicht entbehrt, ist die, daß unser altes Vaterland gegenwärtig vom Auslandeentdeckt" wird. Engländer und Franzosen, Amerikaner und Italiener bereisen unser Land, gleich als ob es eine Art Neu-Seeland oder Tibet wäre, und teilen in Reisebüchern oder Aussätzen ihre Erlebnisse, Eindrücke und Beobachtungen der Welt mit. Diese Erscheinungen dürfen wir wohl insofern günstig für uns deuten, als sie darauf hinweist, daß die kulturelle und wirtschaftliche Macht Deutsch­lands der Welt immer mehr fühlbar wird. Man wird neu­gierig, man wird wohl auch unruhig, jedenfalls will man dies zugleich so alte und so moderne Volk doch einmal end­lich kennen lernen, das sich in dieser Weise, wie es scheint, stetig und unaufhaltsam in den Vordergrund schiebt. Nun leiden freilich die Urteile der meisten Fremden über unser Vaterland an dem großen Mangel, daß diese ausländischen Reisenden fast durchweg nur mit unseren Großstädten Be­kanntschaft machen. Wer aber kann sagen, daß er Deutsch­land kenne, wenn er unser Land selbst, unsere Berge und Wälder, unsere Heiden und Küsten, wenn er unsere Bauern, unsere Dörfer, unsere Kleinstädte nicht kennt? Andererseits sind die Beurteilungen unserer modernen Großstädte durch die Fremden für uns in mancher Beziehung lehrreich. Erst im letzten Jahrzehnte ist ja bei uns die Bewegung zu Einfluß gelangt, die die Großstädte als Organismen und Kunstwerke angesehen und auferbaut und sie den Händen eines schema­tischen Bureaukratismus entrissen sehen will. Da ist eS denn für uns recht interessant, zu beobachten, wie sich die Vorteile und wie sich die Mängel unserer Großstädte in fremden Augen spiegeln.

Gefundene und verlorene Gegenstände :c.

Gefunden: 1 schwarzseidene Damenschürze, 1 kleines weißes Taschentüchelchen mit Spitzenbesatz (gez. J. H.) in der Johanneskirche, 1 lederner Zug-Geldbeutel mit etwas über 2,50 Mk. und 3 kleine Schlüssel, 1 schwarzer Horn­kneifer, 1 Brille, 1 rote schwarzgestreifte Biberbluse mit Brosche (Hund).

Verloren: 1 Portemonnaie mit 10 Mk. und 1 kl. Schlüssel, 1 schwarzseidener Herrenschirm mit gebogenem Griff "vom Bahnhof bis zum Bezirkskommando), 1 Schlüsselbund (2 Schlüssel und 1 Schlinke).

Abhanden gekommmen: 1 Mülleimer.

Hanau den 24. April 1908.

politische RundTcbau.

Dem Bundesrat ist nach der Neuen Pol. Korrespon­denz ein Gesetzentwurf zugegangen, nach dem der Reichs­kanzler ermächtigt werden soll, dem Norddeutschen Lloyd als Unternehmer der subventionierten Postdampfschifföverbiudungen mit Ostasten und Australien für die Unterhaltung einer vier­wöchigen Verbindung des deutschen Neu-Guinea Schutzgebietes mit Australien und mit Japan vom 1. April 1908 ab für die Dauer des bis zum 1. Oktober 1914 laufenden Reicks- Postdampfervertrags eine weitere Reichsbeihilfe von jährlich 500 000 Mark zu bewilligen. Die Beschlußfassung des Bundesrats dürfte schon in den nächsten Taaen erfolgen, so daß die Vorlage dem Reichstage bei seinem Wiederzusammen- iritt am 28. ds. alsbald zugehen wird und noch vor der Vertagung erledigt werden kann.

Die Bank = Enqttetekommisston ist vom Staats­sekretär des Innern zum 1. Mai d. J. nach dem Reichs- bankgebâude einberufen worden. Sie besteht aus 23 Mit­gliedern, und zwar den Abgeordneten: Frhrn. von Gamp (Maffaunen), Kacmpf, Grafen von Kanitz, Mommsen, Müller (Fulda), Raab, Singer, Freiherr» von Wangenheim und Dr. Weber; ferner aus den Herren: von Cetto (Reichertshausen), Fischel (Mendelssohn u. Co.), Fischer (Reutlingen), Gontard (Leipzig), Dr. Heiligenstadt, Prof. Dr. Lexis, Peter (Karlsruhe), Geheimrat Rießer, Roland- Lücke, Sckinckel (Hamburg), Dr. Schmidt (Essen), Dr. Stroll (München), Ober-Bergrat Wachler und Prost Dr. Wagner. Als Sachverständige werden etwa 180 Herren gehört, die zum weitaus größten Teile von den Verlreter- schaften der deutschen Erwerbsstäude bezeichnet worden sind.

Zur Jahrhundertfeier der prerchischen Städte- ordnuttg. Aus Berlin wird berichtet: Unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner trat gestern mittag eine aus

Eine Arbeit dieser Art hat in der jüngsten Zeit ein Schriftsteller aus der französischen Schweiz, Herr Henry Aubert, in der als gediegen allgemein anerkanntenBibliotheque Universelle et Revue Suisse" veröffentlicht. Die ganze Auf­fassungsweise dieses Verfassers ist die eines Franzosen, aber die beiden Aufsätze, in denen er seine Beobachtungen über deutsche Großstädte niedcrgelegt hat, verdienen insofern Be­achtung, als der Verfasser, wie man gern anerkennen wird, ein aufmerksamer und nicht geistloser Beobachter ist. Auch darf man ihm den besten Willen zu objektiver Beurteilung zuerkennen. Ueber seinen Schatten kann ja schließlich nie­mand springen, aber Herr Aubert steht dem Teutschen, wenn auch innerlich fremb, so doch nicht ohne Anerkennung, ja, wenn man will, sogar nicht ohne ein gewisses theoretisches Wohlwollen gegenüber. Ihm imponieren unsere ungeheuren wirtschaftlichen Fortschritte, er ist geneigt, auf den Gebieten des Handels und des Verkehrs uns als das erste Volk der Welt anzuerkennen ; auch würdigt er die gewisse biedere An­ständigkeit, den Ernst, die Dezenz, die er im deutschen Wesen entdeckt. Sehen wir nun zu, was er von unseren Großstädten etwa Interessantes zu sagen hat.

Er macht die Bemerkung, daß man in den deutschen Großstädten die hauptsächlichen öffentlichen Gebäude fast durchweg um einen Punkt herum versammelt bat; als Bei­spiele führt er Berlin, Dresden (die Elbufer), München (den Königsplatz) und Hamburg (die Binnen- und Außenalster) an. Der Reisende ist zunächst, wie Herr Aubert be­merkt, durch die Vereinigung so vieler bedeutender Monu­mente ganz geblendet und stellt sich gern vor, daß die anderen Stadtviertel wohl annähernd eben so reich an solchen sein mögen. Das wäre ein Irrtum; die deutsche Großstadt erscheint dem Verfasser im ganzen vielmehr an architektonischen Sehenswürdigkeiten arm. Was nun zunächst den zweiten Teil dieser Ausein­andersetzung betrifft, so scheint sie uns nicht ganz zu stimmen. Fast in allen deutschen Großstädten findet man Justiz- oder Verwaltungsgebäude, Museen (z. B. das Nationalmuseum in München, das Museum für Völkerkunde in Berlin). Post- ! ämter usw. über die ganze Stadt verstreut; auch sind die gleichfalls in ihrer Lage oft dezentralisierten Theater, zum I

Mitgliedern des Magistrats unb der Stadtverordnetenver­sammlung gebildete Kommission zusammen, um über die im Herbst d. I. stattsindende Jahrhundertfeier der preußischen Städteordnung zu beraten. Die Kommission beschränkte sich auf einen Gedankenaustausch darüber, wie Berlin dies Er­eignis begehen könnte. Einig war man sich darüber, daß die Reichshauptstadt und Hauptstadt Preußens in würdigster Weise dies geschichtliche Ereignis begehen müsse. Im Rat­bause, in den Schulen und Kirchen sollen Feiern stattfinden. Auch an die Errichtung von Stiftungen ist gedacht worden. Wahrscheinlich werden auch die Denkmäler Steins und Hardenbergs auf dem Dönhoffvlatz zum Mittelpunkt einer Ovation für die Schöpfer der Städteordnung gemacht werden. Angeregt wurde auch der Gedanke, die Einweihung des neuen Stadthauses damit zu verbinden und dessen Bau während der Sommermonate möglichst zu beschleunigen. Das Stadt­haus besitzt eine überdachte Halle, die mehreren Tausend Per­sonen Raum bietet und daher für eine imposante Festver­sammlung sehr geeignet erscheint. Bekannt ist, daß der Archivar der Siabt Berlin Doktor Clauswitz im Auftrage unserer Kommune mit der Abfassung einer Jubiläumsschrift betraut worden ist. Die Mitglieder der Kommission wurden beauftragt, sich selbst weiter mit den in der Sitzung ge­gebenen Anregungen zu beschäftigen und sie auszugestalten, da­mit in einer nächsten Konferenz schon ungefähr ein Programm aufgestellt werden könne.

Das DentZchtnm im Auslande. Der Deutsche Hilfsverein in Mailand zählt nach seinem 37. Jahresbericht (1907) 378 Mitglieder mit 7140 Lire an ordentlichen Jahresbeiträgen. Als außerordentliche Beiträge gingen ein 5000 Lire durch Testament des langjährigen Mitglieder Charles Scherbius und 5000 als Karl Glöckner-Stiftung zum 25jähriaen Bestehen der deuksch-mailânder Firma. Aus der Kaiser Wilhelm-Augusta Viktoria-Stiftung wurden 15000 Lire als Grundstock für den Bau einer deutschen Schule in Mailand bestimmt. Unterstützt wurden 776 durchreisende Deutsche mit 2484 Lire, während 2772 Lire für deutsche Ortsarme verwandt wurden. Hierzu kommen nach 995 Lire an Weihnachtsgeschenken. Angestrebt wird die Umwandlung des freien Vereins in einen Verein mit Korporationsrechten. Zu dem österreichisch-ungarischen Schwesterverein, der Ende Dezember 1906 sein 25jâhriges Bestehen feierte, wurde gute Nachbarschaft gehalten. Für die von dem schweren Erdbeben heimgesuchten Kalabresen und die durch Hochwasser geschädigten oberitalienischen Mitbürger wurden durch Sammlungen 1507 Lire aufgebracht.

Friedenskonferenz im deutschen Baugewerbe. Am Mittwoch haben in Berlin die entscheidenden Verhand­lungen für das deutsche Baugewerbe begonnen. Sie finden

Unterschiede von den Parisern, fast durchweg monumenta gestaltet. Wir glauben daher, daß die deutschen Großstädte in bezug auf den Reichtum an bedeutenden Bauwerken auch in entlegeneren Vierteln den Vergleich mit anderen Groß- stabten nicht zu scheuen haben. Aber das Grundprinzip, auf das Herr Auber hinweift, ist allerdings richtig beobachtet; nur glauben, wir es wesentlich günstiger beurteilen zu müssen, als der französische Schriftsteller dies tut. Ja, wir erachten es als eine der Hauptforderungen einer organischen Stadtbaukunst, daß eine große Stadt ihrenheiligen Be­ruf" habe, wo das öffentliche, das religiöse, das wissenschaft­liche und siinstlerische Leben sich durch die bedeutendsten Denkmäler verkörpert und wo die idealen Interessen von Stadt, Land und Volk im Gegensatze zu den materiellen und alltäglichen auch einmal zu ihrem vollen Rechte kommen. Und wenn Herr Aubert sich mit den Fragen des Städte­baues näher beschäftigt hat, so wird er wissen, daß dies Prinzip ein uraltes ist. Wenn er etwa sich vorstellt, daß das kaiserliche Rom auch nur in annähernd allen seinen Vierteln dem Rom der Fora geglichen habe, so befindet er sich in einem starken Irrtume. Und Paris ? Hat Paris denn nicht seinenmonumentalen Bezirk" ? Jenen Bezirk, der bei dem majestätischen Louvrepalafte beginnt und sich dann, an die Seine lehnend weit gegen Westen erstreckt, wo der einstige Tnilerien- und der heutige Präsidentschaftspalast, die Kammern, die Akademie, die Hochschule der bildenden Künste usw. sich vereinigt finden? Uebrigens muß man zwischen Stadt und Stadt in Deutschland da doch feinere Unterschiede machen, als Herr Aubert dazu imstande gewesen ist. Vor allem hat man zwischen Fürsten- und Bürger- städten zu unterscheiden. Fürstenstädte wie München Berlin, Dresden, sind fast immer um jene?ideale Zentrum" herum aufgebaut; Bürgerstädte hingegen, wie Bremen Lübeck, Frankfurt a. M. oder ' Nürnberg, zeigen im Gegensatze hierzu eine dezentralisierte Anlage.' Das x Reize gewiß; aber 'zuweilen

fuhrt diese Anlage zu eurer Beeinträchtigung der Plastik de? Stadtbildes, wie z. B. in Frankfurt a. M.,'wo die Anlagen des Römers doch nicht bedeutend genug ist, um einen aus­reichend gewichtigen SJlitteLonnEt des Stadtbildes zu bilde».