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Amtlicher GrgM für Mt- Mi FMäreis Srna
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Die fânfgespaltrne Petitzeile »der d««n Raum 50 VfG. im Rellamenteil di« Zeil« 35 Psg.
«erantworü. Redakteur: Ä. Schricker « Hanau.
Nx. 86 Fernsprechanschttch Nr. 605»
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Slmtliches.
Stadtkreis F^anau» Bekanntmachung.
Bei der beginnenden Bautätigkeit machen wir darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen in § 24 des Bauunfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. Juli 1900 Unternehmer von Regiebauten Arbeitsnachweisungen bei der unterzeichneten Behörde einzureichen haben.
Als Unternehmer eines Regiebaues gilt jeder, welcher nicht ein Baugewerbe im Jnlande betreibt, also nicht Mitglied einer Bau-Berufsgenosscnschaft ist, ob er die Kenntnisse und Fertigkeiten dazu besitzt oder nicht.
Unternehmer, welche der oben erwähnten gesetzlichen Verpflichtung nicht rechtzeitig nachkommen, können in eine Ordnungsstrafe bis zu 100 Mk. genommen werden.
Wegen der Form der einzureichenden Nachweisungen verweisen wir auf die Bekanntmachung des Reichsverstchcrungs- amies vom 12. Dezember 1887 (Amtsblatt von 1888 S. 5) abgedruckt im „Hanauer Anzeiger" vom 3. Dezember 1888 Nr. 283 u. ff.
Hanau den 3. April 1908.
Der Magistrat.
Hild. 8107
Aufgebot.
Der Rentner August Wenzel in Hanau, vertreten durch Rechisanivalt Dr. Holm daselbst, hat das Aufgebot der nachstehend zu b) benannten Gläubigerin der im Grundbuche von Hanau Bl. Nr. 2424 Abt. III Nr. 1 eingetragenen Hypothek 857,14 Mk. Darlehen für die Kinder des Johann Philipp Wenzel zu Hanau, nämlich:
a) Johann Friedrich Wilhelm,
b) Regine, Wilhelmine Karoline,
c) August Karl Kasimir Philipp, aus Schuld- und Pfandverschreibung vom 19. Oktober 1864 beantragt.
Der Gläubiger wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 29. Juni 1908, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anbereumien Termin fein6 Rechte anzumelden, widrigenfalls er mit seinen Rechten aus' geschlossen wird.
Hanau den 1. April 1908.
Königliches Amtsgericht 2. 8109 Gefundene ob verlorene Gegenstände re.
Gesund en: 1 graues Portemonnaie mit 5 Pfg., 1 alter Damenschirm (am Dienstag auf dem Wochenmarkte stehen geblieben).
Verloren: 1 graue wollene Pferdedecke, 1 Schulzeugnis für Marie Ruth, 1 Kinderbrille, 1 Handschuh (linker) von der Herrnstraß' bis zur Post, 1 Portemonnaie mit 13 Mark Inhalt am Westbahnhof.
Zugelaufen: 1 junger grauer Pinscher, 1 schwarz- grauer Pinscher m. Geschl.
Entlaufen: 1 junger graugestreifter Doggenhund.
Hanau den 10. April 1908.
LMmrWMsik Kreisierm Sam.
Nächste Versammlung Samstag deu 11. d.Mts., nachmittags 21/» Uhr, im Gasthaus „zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über Fleischpreise.
3. Besprechung über die Anlage einer Jungviehweide.
4. Besprechung über die während der Sommermonate abzuhallenden Wanderversammlungen.
5. Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1907.
6. Mitgliederaufnahme.
7. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Bekanntmachung deS landwirtschaftlichen KreiSverems in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau, den 3. April 1908.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Freitog den 10. April
Hus Ban au Stadt und Tand.
Kana«, 10. April.
* Mifstousabend. Wie in früheren Jahren wird auch in diesem Jahre am Palmsonntag, abends 8 Uhr, ein Misstonsvortrag im Evangelischen Vereinshause gehalten werden. An der Hand von ausgezeichneten Lichtbildern wird Herr Missionar F l a d über China berichten. Für die Neukonfirmierten wird die Teilnahme an diesem Missionsabend ein schöner Abschluß ihrer Konfirmations- feier sein. Der Eintritt ist frei und jedermann ist herzlich zum Besuche der Versammlung eingeladen.
* Beerdigung. Gestern wurde der verstorbene Fabrikant Herr Ludwig Limbert zur letzten Ruhestätte geleitet. Die reiche Fülle der Blumenspenden, wie auch das große Trauergefolge gaben Beweis für die allgemeine Wertschätzung, die dem Verstorbenen gezollt wurde. Am Grabe sprach Herr Superintendent Fritsch, der seinen Trostesworten die Bibelstelle Römer 12,12 zu Grunde legte und darauf aufbauend ein treffendes Lebensbild des Verstorbenen entrollte. Im Namen des Vorsteheramtes des verein, evang. Waisenhauses legte Herr Landrat v. Beckerath am Grabe eine Kranzspende nieder, wobei er der Verdienste des Verblichenen um das Waisenhaus in nahezu 24jâhriger Tätigkeit in anerkennenden Worten gedachte und darauf hinwies, daß der Heimgang desselben als ein schwerer, fast unersetzlicher Verlust für das Waisenhaus zu betrachten sei. Weitere Kranzspenden hatten zahlreiche Korporationen, Vereine wie auch das Bureau- und Druckereipersonal des Waisenhauses gewidmet.
* Musterung. Samstag den 11. April: Musterung der Militärpflichtigen von Hanau und . Hanau - Kesj^ welche im Jahre 1888 geboren sind und deren Familiennamen mit dèn Buchstaben T bis einschl. Z, sowie diejenigen des Jahrgangs 1887, deren Familiennamen mit den Buchstaben A bis K beginnt.
• Koutrollversammkung. Samstag den 11. April, vormittags 9 Uhr, in Langenselbold (Garten Gasche am Schloßberg): die Mannschaften von Langenselbold mit Bruderdiebacher- und Baumwieserhof; vormittags 11 Uhr: die Mannschaften von Langendiebach mit Reuserhof, Oberrodenbach und Niederrodenbach; nachmittags 2 Uhr: die Mannschaften von Hüttengesäß, Neuwiedermuß, Ravolzhausen, Rückingen und Wolfgang.
* Stadttheater. Auf das heute zur Aufführung kommende reizende Lustspiel: „ I m b u n t e n R o ck " sei nochmals besonders hingewiesen. Die köstlichen Manöverszenen, der prachtvolle Humor, die trefflich gezeichneten Gestalten werden auch heute nochmals den Hörern einige genußreiche Stunden bescheren. — Am Sonntag nachmittag wird die gestern wieder vor ausverkauftem Hause mit überaus starkem Beifall gegebene Operette „Ein Walzer- traum" zum letzten Male zur Darstellung kommen. Am Sonntag abend geht als letzte Vorstellung der Spielzeit und letzte Abonnements-Vorstellung das herrliche Lustspiel Shakespeare's „Ein Sommernachtstraum" neu einstudiert in Szene und wird das schöne Werk mit der wundervollen Musik Mendelssohn einen prächtigen Abschluß der Spielzeit bilden.
• Vermißt wird seit dem 2. d. Mts. die Ehefrau eines hiesigen Beamten, die sich an diesem Tage aus ihrer Wohnung entfernte und angab, nach der Bulau gehen zu wollen. Man vermutet, daß die bis jetzt nicht zurückgekehrie, nervenleidende Frau sich ein Leid angetan hat. Bekleidet war die im Alter von 37 Jahren stehende Frau mit einem blauen Hauskleide und Schnürschuhen und war ohne Kopf- bed 'ng.
* Die Wirkung des Bndinger Bankkraches für den Bogelsberg. Gelegentlich der Besprechung des Konkurses Rothschild in der Zweiten Kammer ergriff auch Herr Abg. Dr. Weber das Wort und erklärte nach dem stenographischen Bericht: „Ich will mit wenigen Worten auf den Fall in Büdingen zurückkommen, der mir um deswillen dazu Anlaß gibt, weil er eine Katastrophe darstellte, deren Wirkungen wie eine Springflut nach drei Richtungen in Oberhessen verheerend wirkte; die erste Welle ging nach Ober-Mockstadt, die zweite nach Gießen und die dritte in den Vogelsberg. Eine Groß-Firma in Schotten wurde vor Wechselverpflichtungen gestellt im Betrage von 300 000 Mk. Wenn es nicht gelungen wäre, eine Hilfsaktion einzuleiten, wäre der Zusammenbruch dieser Firma wohl unvermeidlich gewesen. Was hätte das bedeutet? Es hätte bedeutet, daß über 900 Faminen im Vogelsberg mit Verpflichtungen von nahezu einer halben Million in einen Konkurs hineingezogen worden wären, und daß bei dem Mangel an flüssigem Geld,
Fernsprechanschlutz Nr. 695. 1908
wie er heute allgemein besteht, und bei der Notwendigkeit, im Hinblick auf die bestehenden Wechselverpflichtungen in kürzester Frist die erfordeiliche Summe von ca. 500 000 Mark aus der armen Vogelsberger Bevölkerung herauszuziehen, von den schwerwiegendsten und unabsehbaren Folgen gewesen wäre. Das war der Anlaß für mich, nachdem von verschiedenen Seiten aus Kreisen der Vogelsberger Bevölkerung es gewünscht wurde, der Frage näher zu treten, und es war ein glücklicher Umstand, daß man die bestehenden Kassen zur Abwendung dieser Gefahren benutzen konnte, um die Leute mit ihren Verpflichtungen von dieser Firma loszuschneiden, dadurch, daß man die Leute an diese wohl organisierten Kaffen — zumeist sind es Haas'sche Kaffen — verweisen konnte. In kürzester Frist wird es somit gelungen sein, diese 900 Familien von der Gefahr zu befreien, in der sie sich befanden infolge ihrer finanziellen Verpflichtungen der fraglichen Firma gegenüber. Das ist in erster Linie dem Eintreten der Bezirkssparkasse Schotten zu danken, sodann der hessischen Genossenschaftsbank, die sich dazu entschloß, die 300 000 Mark zu einem billigeren Zinsfuß, zu 41/a °/o zu geben ; denn wenn der wirkliche Geldstand mit 5 Prozent zugrunde gelegt worden wäre, so würden die Leute zu einer Verzinsung ihrer Darlehen von nahezu 6 Prozent gezwungen worden sein. So ist es dank dem Entgegenkommen der Genossenschaftsbank und dank der Opferwilligkeit der Sparkasse in Schotten, die sich vor den Riß stellte, und infolge des Entgegenkommens der Hypothekenbank, die in der Lage war, die erforderlichen Mittel zu gewähren, gelungen, das schlimmste fernzuhalten. Daß jene Firma dabei aufrecht erhalten wurde, war für mich und für alle, die damit zu tun hatten, lediglich eine Nebenwirkung; für manche mag es eine unangenehme Nebenwirkung gewesen sein, für mich war es eine angenehme Nebenwirkung! Ich halte es weder für christlich noch sozial gedacht, da, wo Hilfe möglich ist, sich beiseite zu stellen. Wenn ein Geschäft von solchem Umfange und von so großer Bedeutung zu Grunde geht, dann sind unabsehbare Schäden die unvermeidliche Folge! Das nur kurz zur Sache. Ich benutze diesen Anlaß, um dem Herrn Geheimrat Haas für seinen Entschluß, hier helfend einzugreifen, namens der Vogelsberger Bevölkerung herzlichen Dank zu sagen '
* Häute - Versteigerungen in Frankfurt. Gestern vormittag begann in Frankfurt die 76. Häute- und Felle-Versteigerung der Fleischer-Innung zu Frankfurt, der sich die Auktionen der Städte Nürnberg, Forchheim, Erlangen, Hanau, Darmstadt, Offenbach anschloffen. Von Frankfurter Gefälle kamen zum Angebot: 1130 Ochsenhäute, 739 Kuhhäute, 179 Rindhäute, 88 Bullenhäute, 4728 Kalbfelle und 1777 Hammelfelle. Der Besuch der Auktion war außergewöhnlich stark und es herrschte auch lebhafte Stimmung, so daß sich die Preise gegen die letzte Auktion etwas erhöhten. Nur Hammelfelle lagen flau und auch Kalbfelle mußten in einigen Gattungen etwas nachgeben. Der Verkauf vollzog sich sehr glatt. Es wurden folgende Preise erzielt: Schwarze Kuhhäute bis 70 Pfund 37 Pfg., über 70 Pfund 37 Pfg., beschädigte schwarze Kuhhäute 33 Pfg., rote Kuhhäute bis 70 Pfund 441/» Pfg., 71-80 Pfund 43 Pfg., 81-90 Pfund 42 Pfg., 91—100 Pfund 41 Pfg., über 100 Pfund 40^ Pfg., beschädigte rote Kuhhäute bis 80 Pfund 39^2 Pfg., über 80 Pfund 40^2 Pfg., schwarze Rindhäute 41 Pfg., beschädigte schwarze Rindhäute 381/a Pfg., rote Rindhäute bis 70 Pfund 47 Pfg., 71-80 Pfund 45'/- Pfg., über 80 Pfund 47 Pfg., beschädigte *rote Rindhäme 44^2 Pfg., Bullenhäute bis 100 Pfund 33 Pfg., über 100 Pfund 28^ Psg., beschädigte Bullenhäute 26^2 Pfg., bunte Ochsenhäute 38 Pfg., beschädigte bunte Ochsenhäute 36 Pfg., rote Ochsenhäute bis 80 Pfund 42^2 Pfg., 81—90 Pfund 431 2 Pfg., 91-100 Pfund 42^2 Pfg., 101-110 Pfund 39 Pfg., 111-120 Pfund 38^2 Pfg., 121—130 Pfund SS1^ Pfg., über 130 Pfund 39 Pfg., beschädigte rote Ochsenhäute bis 100 Pfund 38 Pfg., 101 — 110 Pfund 374s Pfg., 111 bis 120 Pfund 3672 Psg., 121—130 Pfund Sl1^ Pfg., über 130 Pfund 38^2 Pfg., Kalbfelle mit Kopf unter 6 Pfund 4 Mark, 6—7 Pfund 5.80 Mark, 7—8 Pfund 7 Mark, 8 — 9 Pfund 8 Mark, 9—10 Pfund 9 Mark, 10—11 Pfund 8.80 Mark, über 11 Pfund 8.30 Mark, Kalbfelle ohne Kopf unter 6 Pfund 5.15 Mark, 6 — 7 Pfund 6.70 Mark, 7 bis 8 Pfund 8.20 Mark, 8—9 Pfund 9.30 Mark, 9—10 Pfund 10 Mark, 10—11 Pfund 9.30 Mark, 11 Pfund und mehr 9.60 Mark, große Wollfelle 4.80 Mark, kleine Wollfelle 3 Mark, Blößen 2 Mark, Lammfelle 1.90 Mark.
• 1 Hanauer Fußballklub 1898, c P Anläßlich seines 15jähr. Bestehens ernannte der 1. Hanauer Fußball- Club 1893 sein bisheriges Mitglied, Herrn Amisgerichtsrat Dr. L. Popper für seine Verdienste um den Fnßballsport zum Ehrenmitglied und überreichte ihm eine von Herm Hermann Lölkes künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. '