Einzelbild herunterladen
 

Si»rLcku«gSg«bâhr |

Die«f gespalten» Petit, vle ob« bertit Raum 2»» « ReklamentrU bie Zelle 36 Wz.

vez«sSprriS:

viKieliährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aut- artige Abonnenten mit dem betteffmden Postaujjchla^ Die etujelne Nummer k,M 10 Wz.

«otaiionlbru» uiib Verlag der Buchdruck«« de» vereiu. «. WaijenhaujeS m Hanau.

Amtliches Vrzm fit Mt- uni FMreis Sanna.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sinn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SetemtaM. NLâuer 9. »ttede* * Hi»«

Ux. 82 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

«»vrüüüâ! ^"^UDDI ,I,»»1I««,,« I , ..... J»g

Amtliches.

Stadtkreis I)anau.

Die Wilhelmsbrücke wird behufs Ausführung des Umbaus vom 7. d. Mts. ab bis auf weiteres für jeden Verkehr gesperrt.

Für den Verkehr auf der Notbrücke über die Kinzig gelten folgende Bestimmungen:

Das Befahren der Notbrücke ist nur mit solchen Fuhr­werken gestattet, deren Gewicht im beladenen Zustand nicht mehr als 5000 kg (100 Zentner) beträgt, auch darf die Breite der die Brücke benutzenden Fuhrwerke 2,5 m nicht übersteigen. Das Befahren der Notbrücke mit Wagen, welche mit Heu oder Langholz beladen sind, sowie mit Kraft­fahrzeugen und mit Möbelwagen ist verboten. Die Zufahrten zu der Notbrücke und die Brücke selbst dürfen nur im Schritt befahren werden.

Hanau den 4. April 1908.

Königliche Polizei-Direktion.

P 3378 v. Beckera th.

Eandkreis Hanau. WmtMllMM des Königlichen LnäntSnints.

An die Herren Bürgermeister des Landkreises.

Die zur Durchführung der Polizei-Verordnung über die Einrichtung von Bäckereien vom 16. April 1907 (Reg. Amtsbl. S. 157) angestellten Erhebungen haben ergeben, daß bei vielen Bäckereien durchgreifende bau­liche Aenderungen nötig sind, deren sofortige Durchführung bei der oft ungünstigen Vermögenslage der kleinen Bäcker untunlich erscheint. Die allgemeine Gewährung einer Ueber« gangszeit läßt sich daher zur Vermeidung tiefgreifender Schädi­gungen der in Frage kommenden Betriebsinhaber nicht umgehen.

Unter Bezugnahme auf § 1 Abs. 3 und § 16 der Polizei­verordnung hat der Herr Regierungs-Präsident unter dem Vorbehalte des jederzeitigen Widerrufs die Weiterbenutzung der Arbeitsränmc handwerksmäßiger Bäckereien, die vor dem Inkrafttreten der Verordnung, d. h. vor 16. Mai 1907 (Amtsblatt Seite 157) bestanden haben und von diesem Zeit­punkte ab keinerlei bauliche Veränderung erfahren haben, mit folgenden Beschränkungen gestattet:

1. der Arbeitsräume ohne direktes oder mit mangelhaftem Tageslicht, sowie der Arbeitsräume, welche unter 2 m Höhe haben, bis zum 1. Oktober 1910.

2. der Räume von 2 bis 2,50 m Höhe bis zum 1. Oktober 1912 und

3. der Räume von 2,50 bis 3 m Höhe ohne zeitliche Einschränkung, jedoch widerrustich.

Hierbei wird zur Bedingung gemacht, daß alle übrigen Vorschriften der Polizeiverordnung sofort ausgeführt werden. Die Bäckereien sind nach der Richtung streng und wieder­holt zu revidieren, daß in den Betriebs- wie in den Lager­räumen die peinlichste Sauberkeit beobachtet wird.

Diese Gestaltung erlischt beim Wechsel des Besitzers, des Mieters oder Pächters der Betriebsstâtte. Sind seit dem 16. Mai v. I. bauliche Aenderungen an den Arbeitsräumen re. vorgenommen worden, oder werden solche Aenderungen aus- geführt, so ist die Polizewerordnung in vollem Umfange zu erfüllen.

In den Fällen, für die nach dem Urteil der Lokalbau­beamten eine Ausnahme befürwortet werden muß, ist die Entscheidung des Herrn Regierungs-Präsidenten nachzusuchen.

Die Herren Bürgermeister werden angewiesen, die Bäcker- auf die vorstehenden Bestimmungen zu verweisen und für deren genaue Durchführung zu sorgen.

Hanau den 1. April 1908.

Der Königliche Landrat.

V 2311 v. Beckerath.

Ich gebe den Herren Bürgermeistern hiermit davon Kenntnis, daß der Vcrteilungsplan über den Bedarf der Alterszulagekasse für das- Rechnungsjahr 1908 noch nicht ausgestellt ist.

Die Königliche Kreiskasse ist daher angewiesen, vom 1. April 1908 ab bis auf weiteres die seitherigen Beiträge zur Alterszulagekasse von den Gemeinden bezw. Schulvecbänden zu erheben.

Hanau den 3. April 1908.

Der Königliche Landrat.

V 2308 I. A.: C o n r a d, Kreissckretär.

Montag den 6. April

Unter den Schweinen zu Eichen ist die Schweineseuche festgestellt worden.

Hanau den 3. April 1908.

Der Königliche Landrat.

V 2472 I. A: Conrad, Kreissekretär.

Verdingung.

Die Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz-, Zimmer- und Schmiedearbeiten zum Neubau der Gemeindeschule nebst Abortgebäude in Niederrodenbach sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden. Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Samstag den 18. April d. I., vormittags 10 Uhr, im Dienstzimmer des Unter­zeichneten, im Kreisgebäude hierselbst, staitfindenden Termin statt. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung der Selbstkosten zum Preise von je 2,50 Mk. vom Unterzeich­neten bezogen werden.

Hanau den 4. April 1908.

Stübing,

Kreisbaumeister. 7747

Mkrsiiktiiksffe fit tot Landkreis Hanan. Generalversammlung

Dienstag den 14. April 1908, nachmittags 3'/» Uhr, in derConcordia", Paradeplatz Nr. 1 hier, zu welcher die stimmberechtigten Vertreter gemäß § 49 des Kassen­statuts eingeladen werden.

Tagesordnung:

1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1907 und Decharge- erteilung.

2. Wahl der Rechnungsprüfungskonimission zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres.

3. Vorstandscrsatzwahl.

Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanan.

A. P f o s ch. 7743

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 altes Portemonnaie mit 2 Mk. und 1 Zettel, 1 goldener Manschettenknopf mit Knebel, 1 Damen­schirm mit Silbergriff, 1 gelber Schlüsselring mit 10 Schlüsseln.

Verloren: 1 Bäckerbuch, 1 goldener Onix-Manschetten- knopf mit Knebel, 1 schwarzseidener Damenschirm mit Silbergriff.

Zugelaufen: 1 Wolfshund, wolfsfarbig mit weißer Brust u. weißen Fußenden, anscheinend Hirtenhund, 1 Hammel.

Entlaufen: 1 brauner Dachshund m. Geschl.

Hanau den 6. April 1908.

Politische Rundschau.

Verstorben. Der General der Infanterie z. D. von Satlré, zuletzt Direktor der Kriegsakademie, ist gestorben.

Deutsch Südwestasrika. Berlin, 4. April. Schon vor einiger Zeit gelangte hierher die Nachricht, daß in der Nähe von Keelmanshoop Steinkohlen gefunden worden seien. Es ist darüber noch folgende Mitteilung eingetroffen: Die Fundstelle ist Anrus, 15 Kilometer östlich von Keetmans- Hoop. Die Kohlen wurden gefunden gelegentlich eines staat­lichen Brunnenbaues. Das Vorkommen wurde dann durch Schürfung belegt von dem Keetmanshoopcr Rechtsanwalt Forkel und von der Firma Hessel. Es spricht wohl nicht sehr für den Fund, daß die Verwaltung, deren Angestellte die Kohlen auffanden, nicht selbst die Hand auf das Vor­kommen legte. Die Kohlen sollen aber bei ihrer technischen Untersuchung sich als gute Kesselkohle heraiisgcstellt haben. Ueber die angebliche Erwerbung der nördlich von Kubub gelegenen Sniclairgrube, eines schon seit langen Jahren be- kanmen Knpservorkommens, durch eine Johannesburger Ge­sellschaft liegen hier keine Nachrichten vor. Kurz vor dem Aufstände wurde diese Grube durch eine südafrikanische Gesellschaft in größerm Maßstabe untersucht, dann aber als aussichtslos verlassen. Sie liegt innerhalb der bergbau­lichen Gerechtsame der deutschen Kolonialgesellschaft für Süd- wcstafrika.

Dt.uisiion Campbell-Bannermanns. Aus Biarritz 5. April wird gemeldet; Nachts ist ein Kurier eingetroffen, der dem König von England die Demission des Ministcr- vräiidenteo ^mvbell-Bannerman überbrachte. Der König

Fernfprechanschlutz Nr. 605. 1908

nahm die Demission an und sprach Bannerman sein Be­dauern über den Rücktritt und die besten Wünsche für seine Wiedergenesung aus. Gleichzeitig ließ der König den Schatz­sekretär Asquith bitten, nach Biarritz zu kommen, um ihm den Posten des Premierministers anzubieten.

Ein russisch-tschechischer Bund. Als Sendbok ist Petersburger Etadtvertrctung überreichte gestern General Wolodimirow im Prager Ältstädter Rathaus der Prager Stadtverwaltung einen Kasten mit Ansichten von Petersburg als Geschenk. In seiner Rede führte er auS, es sei jetzt das nationale, von bureaukratischen Fesseln freie Rußland, das neben dem amtlichen als Vertreter der russischen Nation auf- trete. Die Russen wüßten, daß der slawische Gedanke durch die Tschechen zur vollen Reife gebracht sei. Es sei aus­schließlich eine Friedensidee. Das Slawentum wolle mit der ganzen Welt in Frieden und Einklang leben. Namentlich wollten die Russen mit den Tschechen der Welt beweisen, daß zwei slawische Nachbarstaaten friedlich nebeneinander leben und dieselben Ziele verfolgen könnten. Nach diesen Lobsprüchen kam der Redner auf das Hauptziel seiner Sen­dung, die Gründung eines flämischen Bundes. Er solle der­selben Idee wie der flämische Kongreß dienen, der Annähe­rung und Vereinigung der slawischen Nationalitäten auf dem Gebiete der Wissenschaft und Literatur, des Handels und auch der körperlichen Erziehung. Ohne den slawischen Bund könnten keine Früchte gezeitigt werden. Er müsse das feste Band der Kongresse sein und ihre Beschlüsse verwirklichen, den Stoff für künftige Kongresse vorbereiten. Es sei etwas ganz anderes als die alten bereits überlebten russisch-slawischen Vereine. Ihre Glieder sollten in den Grenzen ihrer Nationalität selbständig bleiben, aber die nationale Arbeit übereinstimmend zugunsten der slawischen Gemeinschaft voll­bringen. Die Anregung zur Gründung dieses Bundes solle von den Tschechen ausgehen. Abends wiederholte der Ge­neral den Gedanken vor einer großen Festversammlung.

Marokko. DieNordb. Allg. Ztg." schreibt: Der deutsche Botschafter in Paris hatte auftragsgemäß bei der französischen Regierung darauf hingewiesen, daß durch die neuen französischen Truppensendungen abermals die Leichter- fahrzeuge von Casablanca dem dortigen Handel entzogen würden. Die französische Regierung ließ darauf mitteilen, daß man in Casablanca mit der Herrichtung von sechs in Toulon gebauten Barkassen beschäftigt sei und daß die erste davon unverzüglich in Dienst gestellt werden soll.

Die Reise des Kaiierpaares.

Messina, 4. April. Die KaiserjachtHohenzollern" sowie die BegleitschiffeHamburg" undSleipncr" und der italienische KreuzerVarcse, die heute früh um 7 Uhr Syrakus verließen, sind um l3/* Uhr nachmittags hier ein­getroffen.

Mesfitta, 4. April. Die sechsstündige Fahrt von Syrakus nach Meistua, dicht unter der Küste Siziliens, ge­staltete sich bei wundervollem Wetter zu einem außerordent­lichen Genuß. Nacheinander zogen die grüne Tiefebene von Catania, der mit Schnee bedeckte Aetna in ganz ungewöhn­licher Klarheit, Taormina und die anderen Bergstädte aus den pittoresken Uferbergen vorüber. An Bord wurde viel photographiert; Professor Stoewer konnte viel skizzieren.

Messina, 4. April. DieHohenzollern" machte im Hafen von Messina an der Boje fest, dieHamburg" am Kai. Die Forts salutierten, dieHamburg" erwiderte den Salut. Der Kaiser hörte auf der Herfahrt die Vorträge des Gesandten Frhrn. v. Jenisch, des Chefs des Militär­kabinetts Grafen Hülsen-Häseler und des Chefs des Marine­kabinetts v. Müller. Die Spitzen der hiesigen Behörden meldeten sich an Bord beim Kaiser. Nachmittags 3 Uhr 30 Min. begaben sich das Kaiserpaar und die übrigen Herrschaften an Land, wo sie von der Bevölkerung mit sehr herzlichen Ovationen empfangen wurden. Die Stadt ist be­flaggt, ebenso die im Hafen liegenden Handelsschiffe. Die hier befindlichen Kriegsschiffe und die Torpedobootflottille legten Flaggengala an. Die Herrschaften fuhren im Wagen nach der Villa Sanderson in Pace, die im Besitz des Schwagers deS Geheimrats v. Rekowski ist, um in den aus­gedehnten Gärten, die vom Meer aus terrassenförmig in die Höhe ziehen, einen Spaziergang zu machen und dann den Tee zu nehmen.

Messina, 4. April. Das Kaiserpaar und die übrigen Herrschaften kehrten von der Villa Sanderson auf die Hohenzollern" mittels Pinassen zurück. Abends waren das Municipium und die vor diesem liegende Landungsstelle sehr hübsch illuminiert. Der KreuzerFernando Ferruccio­ist hier eingetroffen.

Messitta, 5 April. Der Kaiser hielt heute vormittag Gottesdienst an Bord der «Hohenzollern" ab web machte