21. März
TamStast
Stift 3
sondern solche Störungen, insoweit sie überhaupt Dörge» kommen seien, hätten auch während der Reden von Mitgliedern anderer Parteien stattgefunden. Es wurde entschieden verlangt, daß der Abg. Gröber als „Gentleman" seine Beleidigung zurücknehmen müßte, denn die Presse bestünde ebenso aus Politikern wie der Reichstag selbst und könne sich eine solche Beleidigung vor der ganzen Welt nicht bieten lassen, sonst würden die Pressevertreter zu Tintenkulis herabsinken.
Unter anderen erklärte sich auch der Vorsitzende deS Vereins der ausländischen Journalisten, Dr. Shaw, mit folgenden Worten mit den deutschen Reichstagssournalisten solidarisch: „Meine Herren Kollegen ! Mir als dem Vertreter der ausländischen Presse liegt es fern, mich in Vorgänge im deutschen Reichstage irgendwie einmischen zu wollen. Da ich aber nicht nur Ausländer, sondern auch Journalist bin, darf ich wohl in meinem Namen wie im Namen aller hier anwesenden Vertreter der ausländischen Presse erklären, daß wir uns mit den deutschen Kollegen vollständig solidarisch fühlen." (Lebhafter Beifall.)
Von den Journalisten des Abgeordnetenhauses war ebenfalls , eine Sympathiekundgebung eingegangen. Sämtliche anwesende Vertreter ausländischer, auswärtiger und hiesiger Blätter erklärten, daß sie sür ihre Zeitungen weder Parla- mentsberichte noch Stimmungsbilder! liefern würden, solange nicht der Zwischenfall zu allgemeiner Zufriedenheit beigelegt ist. ferner ließen noch folgende Zeitungen besonders ihre Solidarität mit den Reichstags-Journalisten dadurch erklären, daß sie bis auf weiteres keine Berichte aus dem Reichstag bringen würden: „Kölnische Zeitung", „Berliner Tageblatt", „Deutsche Tageszeitung", „Berliner Neueste Nachrichten", „Frankfurter Zeitung", „Berliner Politische Nachrichten", „Breslauer Zeitung", „Tägliche Rundschau", „Börfen-Courier", „Vossische Zeitung", „Vorwärts", „Hannoverscher Courier", „Leipziger Neueste Nachrichten", „Königsberger Allgem. Ztg.", „Dortmunder Zeitung", „Hamburger Nachrichten", „Danziger Zeitung", „Schlesische Zeitung", „Nationalzeitung", „Deutsche Zeitung", sämtliche im ÜU» steinischen Verlage erscheinenden Blätter. Auch das Wölfische Telegraphenbureau ließ erklären, daß es an die Zeitungen keinen Bericht abgeben werde, sondern nur für die Ministerien und Reichsämter Bericht erstatten wolle.
Von dieser Einmütigkeit schloß sich nur das ZentrumS- Parlaments-Bureau aus. Es ließ durch einen Vertreter erklären, daß es sein Bureau verstärkt habe und dafür sorgen wolle, daß ein vollkommen ausreichender Bericht über den Reichstag erstattet werden sollte. Wie weiter mitgeteilt wurde, ist von Mitgliedern des Zentrums an den Direktor beim Reichstag, Herrn Geheimrat Jungheim, herangetreten worden, damit vom amtlichen Reichstagsbureau ein Parlamentsbericht herausgegeben und an die Zeitungen versandt werde.
Politische Rundschau.
Der Kaiser an das Schntztruppenkommando.
Berlin, 20. März. Der Kaiser hat an das Schutz- truppenkommanda ein Telegramm gerichtet, worin er seinen freudigen Stolz über das heldenmütige Verhalten der Truppen im Kampfe gegen Simon Copper, zugleich aber auch seine tiefe Trauer über die Verluste, namentlich auch des Hauptmanns v. Eckert, eines der ritterlichsten Offiziere der Schutztruppe, zum Ausdruck bringt.
Weitere „Politische Rundscha«" im zweiten Blatt.
Hus Hab und ^ern.
X. Mainz, 20. März. In dem mit der höheren Mädchenschule zu Mainz verbundenen Großherzoglichen Lehrerinnenleminar fand am verstossenen Dienstag unter dem Vorsitze des von der Großh. Regierung zum Prüfungskommissar ernannten Direktors der Anstalt, Herrn Geheimen Schulrats Dr. Roemheld, die diesjährige Ent- Inssungsprüfung statt. Zehn Seminaristinnen, darunter auch eine junge Dame aus H a n a u , haben bestanden und sich dadurch die Berechtigung zur Anstellung an einer höheren Mädchenschule erworben. Da die einzelnen Klassen des Mainzer Seminars nicht überfüllt sind und eben deshalb hier
Feuilleton.
Hammer Stadtthcatcr.
— Hanau- 21. März.
Bei nahezu ausverkauftem Hanse wurde am Donnerstag die dreiaktige Operette „F r ü h l i n g s l u f t" wiederholt, die mit ihrer nach Strauß'schen Motiven zusammcugestellteu Musik wiederum ein dankbares Publikum fand. Für die Rolle der „Emilie" war an Stelle des erkrankten Frl. Voß die Sängerin Frl. Anny Brach vom Frankfurter Opernhaus gewonnen worden, die sich im Sturm durch ihre trefflichen Stimmittel und durch ihr anmutiges Spiel die Sympathie der Besucher errang. Ihr Partner war Herr Fritz Redwitz, der die Partie des „Landlmann" spielte und sang, und durch seine eigenartige Auffassung der Rolle recht zu interessieren verstand, obwohl der Dirigent des Orchesters oft einen schweren Standpunkt halte, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wir zweifeln nicht daran, daß bei einer Wiederholung auch eine sicherere Texibeherrsebung verzeichnet werden kann, was sicherlich auch im Interesse der anderen Mitwirkenden liegt. Im ganzen genommen befriedigte die Aufführung in hohem Maße, iodaß auch wir Wiederholungen gerne entgegensehen imb für heute nur noch zu konstatieren haben, daß sowohl die Mitglieder unseres Emembles, wie auch die beiden Gäste reichen Beifall entgegennehmen konnten.
* Ltadtiheater. Morgen Sonntag wird das Trauerspiel: „Narziß" von Brachvogel neu einstudiert in Szene gehen. Durch seine fesselnde Handlung und vortreffliche Zeichnung der Charaktere hat das Stück hier stets starken Beifall gefunden und wird auch morgen wieder seine Zugkraft ausüben. In der Titelrolle bat Herr C o m m c r her-
eine individuelle Ausbildung der Schülerinnen möglich ist, kann der Besuch der genannten Anstalt hingen Damen, die sich eine gediegene Ausbildung für das höhere Lehrfach aneignen wollen, auf« wärmste emvfohlcn werden.
0 Fulda, 20. März. Heute früh starb hier die älteste Stiftsdame und Dechantin des freiadeligen Stifts Wallenstein, Gräfin Amalie zu Menburg-Büdingen-Philippseich, im 78. Lebensjahre, wovon sie 50 im Stifte zugebracht hat. Sie tat viel für den vaterländischen Frauenverein, was ihr die Rote Kreuzmedaille 3. und 2. Klasse eintrug.
r- Marburg, 20. März. Wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports wurde heute von der Straskammer der 70 Jahre alte Sandfuhrmann Georg Becker aus Wieseck bei Gießen,, dessen Fuhrwerk im November v. I. bei Gladenbach von der Bahn Marburg—Herborn überrannt worden war, zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt.
Writsre Berichte „Aus Nasi und Fern" im zweiten Blatt.
Oeffcntlichcr Wetterdienst.
(Beobachtungen desPhysikalischen Vereins, Frankfurt.) Boraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 21. März bis zum nächsten Abend.
Morgen keine Witterungsveränderung. Nach Aufheiterung des Wetters morgen trocken und meist heiter.
sandel, Gewerbe und Verkehr.
Marktbericht.
Hana u, 21. März. (8 e 6 e n § m i 11 e I p r e i f e.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 1.00 bis 1.20 Mark; ein alter Hahn — bis — Mark; ein junger Hahn — bis — Mark; ein Huhn 1.50 bis 2.00 Mark; eine Ente — bis — Mark; eine Gans — bis — Mark; Gans, gerupft, —.— Pfennig, */; Kilogramm. Fische: gewöhnliche Sorte 40 Pfennig, bessere Sorte 50 Pfennig, Aal — Mark., Hecht 1.20 Mark, Bresem 60 Pfennig, Barben 60 Pfennig, Barsch 60 Pfg., Karpfen — Mk., M2 Kilogramm. Gemüse: Meerrettich die Stange 10—20 Pfennig, Blumenkohl, das Stück 20 bis 50 Pfennig, Kopfsalat d. Stück 12 —15 Pfg., Endivien, das Stück 10 Pfg.; Rettich, das Stück — Pfg.; Ober- Kohlrabi, bas Sü'ick— Pfg.; Unter-Kohlrabi 15—25 Pf., Wirsing, d. Glück 10-30 Pfg; Weißkraut, d. Sü'ick 10—30 Pfg., Rotkraut, d. St. 20—40 Pfg., Sellerie, d.St. 10-20 Pfg.; gelbe Rüben, d. Pfd. 10 Pfg.; Braunkohl, Port. 20—30 Pfg., Rosenkohl, Pfd. 35 Pfennig, Schwarzwurzeln, das Pfund 25—30 Pfennig, Spinat, 1 Pfund 30 Pfennig; Schmalzkraut, die Portion 10—20 Pfennig; Kartoffeln, Doppelliter 12 Pfennig. — Obst: Trauben, Pfund 80 Pfennig; Aepfel, das Pfund 25—50 Pfg.; Birnen, daS Pfd. 25—40 Pfennig, Nüsse, das Hundert — Pfennig, Pfirsiche, das Pfund — Pfennig, Citronen, das Stück 5 Pfg., Apfelsinen, das Stück 4 — 10 Pfennig; Paradiesäpfel, Piund 70 Pfennig. — Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,20 bis 1,40 Mk.; Käse, 2 Stück 9 Pfg.; Eier, das Stück 5—8 Pfg.; Gänseeier, Stück — Pfg., Zwiebeln, Doppell'ter 25 Pfg.; Welschkorn, 25 Pfg., Radieschen, das Bündel 20 Pfennig; Kastanien, Pfund 25 Pfg., Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfg.; 3. Sorte — Pfennig.
Hus Ban au Stadt und Eand.
Katta«, 21. März.
* Das Verbot der Blesivormärkte in Hanau Im amtlichen Teile befindet sich eine Polizeiverordnung über das Verbot der Viehvormärkte in Hanau, die sofort in Kraft tritt.
* Ga«vori«rnerftttttde. Morgen Sonntag den 22. März, nachmittags 21 /» Uhr, findet in der Turnhalle vorrageube Gelegenheit zur Entfaltung seines ganzen trefflichen Könnens. Für die „Pompadour" wird Frl. Rohn- Ressel eine vorzügliche Vertreterin sein. Den „Choiseul" spielt Herr Wiebcrg. Als „Ouinault" wird Frl. Gertrud Halden, welche zur Zeit das Fach der Sentimentalen am Stadttheater in Basel mit bestem Erfolge ausfüllt, gastieren. Frl. Halden bewirbt sich um Engagement für nächste Spielzeit. Die weiteren größeren und kleineren Rollen sind gleichfalls vortrefflich besetzt, sodaß unter der sorgfältigen' Vor- berellung durch Herrn Commer eine gute Wiedergabe deS ergreifenden Werkes zu erwarten ist. — Am Sonntag nachmittag wird die lustige Posse mit Gesang: „Robert und Bertram“, welche bei der Neueinstudierung stürmischen Beifall fand, nochmals bei kleinen Preisen in Szene gehen. Mit den hübschen Gesangseinlagen im 3. Akt und der ausgezeichneten Besetzung wird das heitere Stück auch morgen seinen Hörern wieder einige recht amüsante Stunden bereiten. — Am Dienstag wird Herr Fritz Redwitz nochmals als „Landtmann" in der reizenden Operette: „Frühling 8- l u f t" gastieren. — Mittwoch wird zum Besten der Genossenschaft deutscher Bübnenangehöriger Karl Euncihard's Bühnknbearbeitiing der „Geliebten Dornrosc" erst« malig zur Aufführung kommen. Das heitere Scherzspiel mit seinem köstlichen Humor dürfte auch hier starkes Interesse erwecken.
* Concor dia - Tfisc. Am Sonntag den 29. und Montag den 30. März wird Herr Kriege rezitator Müller aus Hannover, vereint mit unserer Ulanenkapelle, zwei höchst interessante große patriotische Konzerte mit der Vorführung des großen Schlachteu-Potvourris 1870 71, sowie der Kampf gegen die Herero npd Witbols in Demich - Südwcst- Afrika, illustriert durch 80 Kolossnl KnegSgemälden, verbunden mit dem melodramischen Vortrag des Rezitators Müller, veranstalten. Kein Kinematograph, keine Nebelbilder. Die Apparate sind die neuesten und besten der Welt, daher nur wunderbare Farbenpracht durch den Phoiographoskop. Die
des Turnvereins Fechenheim eine ® a u D 0 r« turnerstunde des Maingaues statt.
* Silberkitt's. Der KonventionspreiS des 0,800 fernen Silber« beträgt für Aufträge vom 21. d. Mts. an bis aus weitere« 68 Mark per Kilo.
J<. Winter ave! Die letzte Woche des diesmaligen Winters liegt nun glücklich hinter uns. Wir haben heute Frühlingsanfang und morgen schon den dritten Fastensonntag Okuli. Die Tag- und Nachtgleiche ist da und mit ihr der Lenz, der die Tore des Dinters schließt und uns die der Natur öffnet, auf daß wir uns in ihr ergehen, damit neue Lebensfreude in Hans und Herzen einziehe und Influenza, Schnupfen und Katarrhe, die alten Plagegeister, nun endlich verschwinden unter der Macht des Zauberstabes, der in wenigen Wochen die kahle Erde in ein Meer von Knospen und Blüten verwandelt und an Stelle von Flöten, Baß und Geigen ein vieltausendstimmiges Konzert gefiederter Sänger in Wald und Hain uns bescheren wird.
* Kurort Wilsielmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet in den Sälen zu Wil» sielmsbad arofies Militär-Konzert der Kapelle des Inf. * Negts. Hefien-Hombnrg Nr. 166 statt.
• Hanauer Fußballklub Viktoria 94. Morgen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, spielt auf dem Viktoria- Sportplatz die 1. Mannschaft des bekannten Frankfurter Turnsportvereins gegen die 2. Mannschaft der Hanauer Viktoria 94.
* Turnerisches. Die Vorstände der hiesigen Tum- vereine halten nächsten Montag im kleinen Saale der Tum- gemeinde eine gemeinsame Sitzung ab zwecks Erledigung nachstehender Tagesordnung: 1. Bericht über die im Herbst stattgehabte öffentliche Turnerversammlung. 2. Besprechung der Tagesordnung des Kreisturntages. 3. Beteiligung der Hanauer Turnerschaft an dem landwirtschaftlichen' Fest. 4. Deutsches Turnfest.
* Techniker-Verein. Am Sonntag den 22. März beginnt der hiestge Techniker-Verein mit seinen diesjährigen technischen Wanderungen und zwar ist die erste derselben nach Alzenau gerichtet und im allgemeinen zugleich als eine Fußtour geplant. Der Abmarsch erfolgt um halb 1 Uhr vom Wasserwerk 2 au«. Diejenigen Mitglieder und Damen, sowie sich anschließende Freunde des Vereins, welche die Bahn benutzen wollen, fahren um 3 Uhr 13 Min. vom Ostbahnhof ab.
* Bockbierfest. Im Gasthaus „zur Germania" Paradeplatz 3 findet heute Samstag von 7—12 Uhr abends, sowie morgen Sonntag von nachmittags 4 Uhr bis 12 Uhr abends großes Bockbierfest nach Münchener Art statt, verbunden mit Konzert des Salon-Orchesters Apollo unter Führung von Otto Lohrey. Eintritt frei.
* 1. Nürnberger Futzball-Klub—Hanau 93. (Verbandsspiel um die Süddeutsche Meisterschaft). Die oben genannten Mannschaften stehen sich morgen Sonntag auf dem Sportplatz an der „Schönen Aussicht im Verbandsspiel um die Süddeutsche Meisterschaft gegenüber. Nürnberg, der Meister von Bayern, verfügt über eine äußerst kräftige und flinke Mannschaft, die sich durch Resultate wie 2:1 über Stuttgart Kickers und 1:1 gegen Freiburg, den deutschen Meister, einen sehr hohen sportlichen Ruf erworben hat. Auch Hanau hat in den Spielen um die Nordkreismeisterschaft bewiesen, daß noch immer der alte Kern und die alte Energie in seiner Mannschaft steckt und daß es am würdigsten von den Nordkreisvereinen ist, diesen in den Schlußspielen um die Süddeutsche Meisterschaft zu vertreten. Es wird ihn in seit Jahren gewohnter Weife vertreten und den hohen fuß- ballsportlichen Ruf, der sich an den Namen unserer Stadt knüpft, auch in diesem Jahre wahren. Zwei vollkommen gleichwertige Gegner werden sich demnach messen und uns ein Spiel liefern, das allen in die Teilnehmer gesetzte Erwartungen entspricht, ein Spiel von hohem sportlichem Wert und sicher ungewissem Ausgang. Karten in üblicher Weise schon im Vorverkauf. Beginn des Spiels pünktlich 3 Uhr.
* Restauration Sandsiof In der Restauration Sandhof findet morgen nachmittag Konzert des 1. humoristischen Musikoereins Germania statt, worauf wir an dieser Stelle nochmals Hinweisen wollen.
* Sehenswert. In der „Schwedischen Krone" ist der Riese Wilh. Ehmke, größter Soldat Deutschlands, tätig; versäume niemand, denselben zu sehen. Sonntag von 4 Uhr findet in allen Räumen Konzert statt.
Gemälde sind Schöpfungen der bedeutenden Schlachtenmaler Anton v. Werner, Bleibtreu, Braun, König, Rocholl. Hünlen usw. Der „Amts - Anzeiger" - Magdeburg berichtet u. a. über diese Vorführungen: Der dritte Teil des Programms brachte uns den deutsch-französischen Krieg 1870,71 in Wort, Musik und Bild. — Rechts des Orchesterraumes ist eine große weiße Loinwandfläche in Rahmen gespannt, ihr gegenüber am Saaleingang der elektrische Spiegelapparat an- georbnef, welcher die nach bekannten Origmalgemäldeu großer Meister entworfenen Kricgsszenen in schönen, klaren Konturen auf der Leinwand erscheinen läßt. Während der Fixierung dieser Bilder ertönt entsprechend gedämpfte Musik.
— Herr Deklamator Müller spricht den in 22 Abschnitt gegliederten Text mit gutem Ausdruck und wohlklingender Stimme. Sein Vortrag wurde wieberbolt, von lautem stürmischen Beifall unterbrochen. Das anwefenbe, zahlreiche Publikum, welchem die Großtaten des unvergeßlichen Krieges in solch nuichaulicher und packender Weise vorgeführt wurden, zeigte jubelnden Enthusiasmus. Wir sönnen im Anschluß an unseren Vorbericht in Nr. 214 vom 12. d. M. den Besuch der Müllerschen Bilder-Vorsübrungen im Hofjäqer-Etablisse- ment empfehlen. — Alles Nähere über die Aufführungen in den Coreordia-Sälen wirb durch Annoncen und Plakate be- kanutgegeben.
* Bon der Akademie zu Frankfurt a. M. In den Räumen , der Akavemic zu Frankfurt a. M., Jordau- straße 17, findet in der Zeit vom 22.-25. April der 3. Kongreß der Gesellschaft für experimentelle Pinchologic statt. Ortsvorsitzender ist Dr. K. Marbe, Professor der Philosophie au der Akademie, Schriftführer Dr. O. Schultze, Assistent am Seminar für Philosophie und Pädagogik und am psychologischen Institut der Akademie. DaS vorläufige Programm umfaßt 23 Vorträge. Unter ben Vortragenden befinden sich meliere Ausländer. Mit dem Kongreß ist ein* Ausstellung von wissenschaftlichen Apparaten verbunden.