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Verantwort!. Redakteur; S. Schrecker ia Ha»a»
Nr. 67 F-Mr-Wa«schl«tz Nr. cos
Donnerstasi den 19. Mörz
Fernsprechanschlutz Nr. 605
1908
!-—BW
A^Mches.
Stadt- und Landkreis Fjanau. Bek^^tmaehung.
Die diesjährigen F^Mjatzrs * Kontrollvrrsamm° klingen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes:
1. Sämtliche Reservisten und Ersatzrevisten.
L. Sämtliche zur Dispositien ihrer Truppenteile entlassenen Mannschaften, sowie diejenigen, welche wegen vor der Einstellung verübter Vergehen, sowie auf Grund von Reklamationen oder wegen Dienstunbrauchbarkeit zur Disposition der Ersatz-Behörden entlasten worden sind.
8. Sämtliche Mannschaften der Landwehr bezw. Seewehr I. Aufgebots, mit Ausnahme derjenigen, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1896 eingetreten sind
des Stadt? und Landkreises Hanau finden wie folgt statt: Montag den 6. Avril d. I., vorm 9 Nhr, in Fechenheim (Hof der neuen Schule) die Ersatz- Reservisten aller Waffen von Fechenheim.
Montag den 6. April d I., vorm. 11 Uhr, in Fechenheim (Hof der neuen Schule) die Mannschaften der Landwehr J. Aufgebots von Fechenheim.
Montag den 6. April d. I., nachm 2 Uhr, in Fechenheim (Hof der neuen Schule) die Mannschaften der Reserve von Fechenheim.
Dienstag den 7. April d. I, vorm. 9’/« Uhr, in Enkheim (Hof der neuen Schule) die Ersatz-Reservisten aller Waffen von Bergen-Enkheim.
Dienstag den 7. April d. I., vorm. 11 Uhr, in Enkheim (Hof der neuen Schule) die Mannschaften der Landwehr I. Aufgebots von Bergen-Enkheim.
Dienstag den 7. April d. I., nachm l1/» Uhr, in Enkheim (Hof der neuen Schule) die Mannschaften der Reserve von Bergen-Enkheim.
Dienstag den 7. April d. I-, nachm. 3 Uhr, in Enkheim (Hof der neuen Schule) die Mannschaften von Gronau, Gronauerhof, Niederdorfelden, Dottenfelderhof.
Mittwoch den 8. April d I-, vorm 8S/« Uhr, in Hochstadt, (Ausgang nach Bischofsheim) die Mannschaften von Dörnigheim und Wachenbuchen.
Mittwoch den 8. April d I-, vorm lO1^ Uhr, in Hochstadt (Ausgang nach Bischofsheim) die Mann- schakten von Hochstadt und Bischofsheim.
Mittwoch den 8. April d I-, nachm 4 Uhr, in Grostanheim (Turngarten, Rochusstraße > die Ersatz- Reservisten aller Waffen von Großauheim und sämtliche Mannschaften von Großkrotzenburg und Pulverfabrik.
Donnerstag den 9 April d. I-, vorm. 9 Uhr, in Grostauheim (Turngarten, Rochusstraße) die gedienten Mannschaften von Großauheim.
Donnerstag den 9. April d I-, nachm Ff« Uhr, in Bruchköbel (Garten von Baumann) die Mann- schaften von Mitielbuchen, Niederissigheim, Rüdigheim, Rüdig- heimerhof und Oberissigheim.
Donnerstag den 9. April d. I-, nachm. 3‘A Uhr, in Bruchköbel (Garten von Banmann) die Mannschaften von Bruchköbel, Roßdorf und Kinziqheiinerhof.
Freitag den 10, April d. As., vorm. 9 Uhr, in Windecken (Schloßberg) die Mannschaften von Marköbel mit Hirzbacherhvf und Ostheim.
Freitag den 10. April d AS., vorm. 11 Uhr, in Windecken (Schloßberg) die Mannschaften von Oberdorfelden, Butterstadt, Bayersröderhof, Windecken.
Freitag den 10. April d- As., nachm. 2 Uhr, in Wittdecken (Schloßberg) die Mannschaften von Kilian- städten, Erbstadt, Eichen.
Samstag den 11. April d. Js., vorm 9 Uhr, in Langenselbold (Garten Gasche am Schloßberg) die Mannschaften von Langenselbold mit Bruderdicbacher- und Baumwieserhof.
Samstag den II April d Js., vorm 1111hr, in Langenselbold (Garten Gasche am Schloßberg) die Mannschaften von Langendiebach mit ReUserhof, Oberrodenbach und Niederrodenbach.
Samstag den 11 April d Js-, «achmL Uhr, in Langenselbold (Garten Gasche am Schloßberg) die Mannschaften von HüUengcsäß, Neuwiedermuß, Navolzhaujen, Rückingen, Wolfgang.
Montag den 13. April d- AS., vorm »Uhr, in Kana« (Paradeplatz) die Ersahresermsten aller Waffen der Jahresklassen 1895. 1896. 1897, 1898 und 1899 von Hanau Kesselstadt.
Montag den 13. April d. IS-, vorm- 11 Uhr,
in Hanau (Paradeplatz) die Ersatzreserviflen aller Waffen der Jahresklassen 1900, 1901, 1902 und 1903 von Hanau- Kestelstadt.
Montag den 13. April d- Js., nachm 3 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die Ersatzreservisten aller Waffen der Jahresklassen 1904, 1905, 1906 und 1907 von Hanau- Kestelstadt.
Dienstag den 14. April d Js., vorm. 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die gedienten Mannschaften der Jahresklasten 1895 und 1898 von Hanau-Kestelstadt.
Dienstag den 14. April d. Js-, vorm11 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die gedienten Mannschaften der Jahresklasten 1897 und 1898 von Hanau-Kestelstadt.
Dienstag den 14. April d Js-, nachm. 3 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die gedienten Mannschaften der Jahresklasten 1899 und 1900 von Hanau-Kestelstadt.
Mittwoch den 15. April d Js., vorm 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die gedienten Mannschaften der Jahresklasten 1901 und 1902 von Hanau-Kestelstadt.
Mittwoch den 15. April d Js-, vorm. 11 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die gedienten Mannschaften der Jahresklassen 1903 und 1904 von Hanau-Kestelstadt.
Mittwoch den 15. April d Js-, nachm 3 Uhr, in Hanau (Paradeplatz) die gedienten Mannschaften der Jahresklasten 1905, 1906, 1907 von Hanau-Kestelstadt, sowie sämtliche Mannschaften von Philippsruhe, Wühelms- bad, Wilhelmsbaderhof und Neuhof.
Bemerkungen.
1. Die Mannschaften haben zu der für sie bestimmten Versammlung zu erscheinen.
2. Zeitig Haibinvalide, und nur garnisondienstfähige Mannschaften erscheinen mit den Mannschaften ihrer Jahres- klasse und ihrer Waffe.
3. Die in eine jüngere Jahresklasse zurückversetzten Mannschaften haben mit dieser letzteren zu erscheinen.
4. Mannschaften, welche auf Reisen abgemeldet sind, sich jedoch z. Zt. der Konirollversammlung in ihrem gemeldeten Wohnorte aushalten, haben zu der Kontroll- vcrsammlung zu erscheinen.
5. Sämtliche Militärpapiere sind bei den Kontrollver- sammlungen mit zur Stelle zu bringen.
6. Gesuche um Befreiung von dem Erscheinen zur Kontroll- Versammlung sind, unter Beifügung der Mililärpâsse, von der Ortsbehörde beglaubigt, möglichst 5 Tage vor der betreffenden Kontrollversammlung, aber nicht vor dem 2. April 1908 dem Hauptmeldeamt in Hanau, einzureichen, jedoch findet eine Beireiung nur in dringenden Fällen statt und sind die Gesuche eingehend zu begründen.
7. Unentschuldigtes Fortbleiben von der Kontrollversammlung, sowie das willkürliche Erscheinen bei einer anderen Kontrollversammlung als tu derjenigen, zu welcher die Unteroffiziere und Mannschaften nach. obigen Festsetzungen zu erscheinen haben, wird bestraft.
Eine Nachkontrolle findet nicht statt.
Hanau im Mär; 1908.
Königliches Hauptmeldeamt.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteber werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen. Plakate gelangen nicht zur Ausgabe.
Hanau den 18. Mä ) 1908.
Der Königliche Lanbrat.
M 1323 I. .A.: Siemon, Reg.-Assessor
Stadtkreis Hanau.
Zwecks Einbaues der Straßenbahngeleise wird die Hammerstrahe zwischen Marktplatz und Sternstraße in der Zeit vom 20. bis 23. d. Mts. einschließlich für den öffentlichen Fährverkehr gesperrt.
Hanau den 18. März 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 2788 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Handelsregister.
Das unter der Firma Fritz Anthes von dem Metzger- meister Fritz Anthes in Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf
1. Metzgermeister Jakob Zeiß,
2. Metzgernnistrr Willi Zeiß, beide zu Hanau.
übergegangen, welche dieses Geschäft unter Beibehaltung der Firma mit dem Sitze in Hanau als offene Handelsgesellschaft seit dem 13. März 1908 fortführen.
Hanau den 17. März 1908.
___________Königliches Amtsgericht 5. 6215
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 18. März.
Am BundrSraMische: Dernburg, v. Lindequist, Quade und andere.
Die zweite Sefung des „KolonialelatS* wird fortgesetzt.
Staatssekretär Dernburg: Das ethische Programm der Kolonialverwaltung ist die Kolonisation, gleichgültig, ob durch Plantagenbau oder Kleinsiedeleien, dir Nutzbarmachung ihrer Schätze an Flora und Fauna zugunsten der kolonisierenden Nation, diese ist dafür zur Gegengabe der höheren Kultm verpflichtet. In Bezug auf die Arbeiterfrage läßt sich für sämtliche Schutzgebiete keine gemeinsame Formel aufstellen, da einzelne Kolonien tropisch und andere nichttropisch find, in der einen sind nur schwarze Arbeiter vorhanden, in der anderen sind auch Weiße tätig usw. Der Neger kauft wenig und verkauft noch weniger, er ist nur an kleine Quantitäten und Preise gewöhnt, wir gebrauchen daher einen bescheidenen Zwischenhändler. Einer Ueberschwemmung mit Indern würden wir schon Vorbeugen. Wenn auch Ostafrika noch nicht hinreichend mit Kleinbauern und Siedlern besetzt ist, so können die Negierungen doch nicht zur Einwanderung animieren, weil sie dadurch eine Verantwortung übernehmen würden, die sie angesichts ihrer Tragweite nicht übernehmen könnten. In der Schulfrage habe ich telegraphisch di« Eröffnung der Europäerschule in Dar es Sala»; angeordnet. (Bravo!) In der Alkoholgesetzgebung wird Deutschland stets im Vordergrund der interessierten Mächte sein. Herr Dr. Arning warnte vor einer Ueber« schätzung der Eingeborenenkulturen. Wir haben ein Land, das ausschließlich auf Eingeborenenkultur aufgebaut ist, das ist Togo. Keineswegs sollen die Plantagen unterdrückt werden, das Menschenmaterial reicht aber in Ostafrika nicht aus. Wenn Herr Dr. Arning ausrechnete, daß 90 Millionen Hektar 9600 Millionen bringen müssen, so gehören doch zu diesen 90 Millionen Hektar auch 90 Millionen Menschen, zu deren Unterhalt 13 500 Millionen Mark nötig sind. Also: Einnahmen 9 600 Millionen, Ausgaben 13 500 Millionen, Fehlbetrag der Plantagenkultur 4500 Millionen. (Heiterkeit.) So kann man nicht rechnen. Die Negerkultur muß überwiegen; ein Land von dieser Größe kann ich nicht abhängig machen von der Lage des Weltmarks. (Beifall.)
Abg. Ledebour (Soz.): Unsere Kolonialpolitik ist ein integrierender Bestandteil unserer kapitalistischen Welt- Politik und entspricht unserer phantastischen, imperialistischen, nebelhaften Politik. (Heiterkeit.) Diese Kolonialpolitik hängt auf das Engste zusammen mit der rückständigen, reaktionären Politik in Deutschland (Lachen rechts), weil die kolossalen Geldaufwendungen für Welt- und Flottenpolitik das System der indirekten Steuern bebingen. Wir haben unsern Standpunkt nicht geändert, wohl aber hat sich die Regierung in bezug auf die Behandlung der Eingeborenen wesentlich unserer Auffassung genähert. Harmonie in den Interessen zwischen Schwarzen und Weißen herbeizuführen, wird nicht möglich sein, zumal die europäischen Beamten meistens auf selten der Unternehmer stehen. Der Staatssekretär Hai selber gesagt, Rassenjustiz und Prügelstrafe müsse bestehen bleiben; wie dies mit seinem Wohlwollen übereinstimmt, weiß ich nicht. Di« Neger will er zur Arbeit erziehen, denn Mü^ggang ist aller Laster Anfang. Dies merkt man an König Leopold von Belgien (Heiterkeit), der am Kongo an Stelle deS von Stanley angekündigten Sommertraums die grauenhafteste Ausbeutung inszeniert hat. Die Hüttensteuer muß eher abgeschafft als erweitert werden. Die Hungersnot in Südwest, afrifa ist durch den Krieg systematisch hervorgerufen, da die Vorräte verbrannt wurden. (Unruhe rechts.) Herr v. Liebert hat im Peters-Prozeß den Aufstand am Kilimandscharo auf eine Rede Bebels, die er vier Jahre später hier hielt, zurückgeführt. Andererseits sollen die Zauberer daran schuld sein; daS ist auf alle Fälle fauler Zauber (Heiterkeit), jedenfalls einer mit rückwiikender Kraft. (Heiterkeit). Verwerflich ist die Begünstigung der Ansiedlungs-Gesellschaften. DaS Schöller- sche Konsortium soll z. B. durch Vermittlung deS Herrn v. Liebert große Ländereien zum Preise von 7- Pfennig pro Hektar bekommen haben. (Abg. v. Liebert ruft: Liebert muß gehängt werden! Heiterkeit!) Nun, so hart würde ich nicht verfahren. Die Prügelstrafe muß abgeschaffi werden, wenn wir nicht den Rest von Stolz töten wollen. Nach dem Brief« eineâ Pfarrers haben die Träger bei der DernburgsschkN