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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckeret dB verein, ff, WaljenhaujeS in Hanau.

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Amtliches ©Egan für Stubb unb Lanärels ganan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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verantmortl. Redakteur! G. Schrecker tat Harms

Nr. 54

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Mittwoch den 4. März

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1908

Amtliches.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanan belegene, im Grundbuche von Hanau Band 23 Artikel 1352 zur Zeit der Eintragung des VersteigerungSmrmerkcs auf den Namen des Fahrburschen Iohannes Euler und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Gemmer, in Hanau, Herrengasse 8, je zur ideellen Hälfte eingetragene Grund­stücke, Abt. I Nr. 1:

Krtbl. J 144, Herrengasse Nr. 8,

a) Wohnhaus mit Seitenbau rechts (A), abge­sondertem Holzstall und Hofraum,

Große 0,81 qm,

Nutzungswert 420 Mk. (eingetragen in der Grundsteuermutlerrolle unter Art. 841, in der Gebâudesteuerrolle unter Nr. 1145)

am 30» April 1903, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 27. Februar 1908.

Königliches Amtsgericht Abt. 2. 4919

Handelsregister.

1. Die offene Handelsgesellschaft in Firma Donwerk Fechenmühle Langen «. Eo. in Bruchköbel ist infolge Uebernahme und Fortführung des Geschäft« durch die neu­gegründete Gesellschaft in FirmaTonwerk Fechen­mühle, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" mit dem Sitz in Bruchköbel, erloschen.

2. Neu eingetragen ist heute die Gesellschaft mit be­schränkter Haftung in Firma:Tonwerk Fechenmühle, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" mit dem Sitz in Bruch­köbel. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Ton- und Ziegelwaren und insbesondere der Fortbetrieb des von der offenen Handelsgesellschaft in Firma:Tonwerk Fechenmühle Langen u. Co." in Bruch­köbel betriebenen Handelsgeschäfts. Zur Erreichung dieses Zweckes ist die Gesellschaft befugt, gleichartige oder ähnliche Unternehmungen zu erwerben, sich an solchen Unternehmungen zu beteiligen oder deren Vertretung zu übernehmen. Das Stammkapital beträgt 110 000 Mk. Die Gesellschafterin Ehefrau des Fabrikbesitzers Rudolf Langen in Frank­furt a. M., Klüberstraße 24, Else geb. Hilling bringt als ihre Einlage das von ihr und den Mitinhabern der offenen Handelsgesellschaft i. F. Tonwerk Fechenmühle Langen u. Co. in Bruchköbel nâmlich Rudolf Langen und Ww. Hilling betriebene Fabrikgeschäft nebst Zubehör mit Aktiven und Passiven nach dem Stande vom 8. Februar 1908, dergestalt in die Gesellschaft ein, daß das Geschäft vom 8. Februar 1908 ab als aus Rechnung der Gesellschaft geführt angesehen wird. Eine Zusammenstellung befindet sich in der Anlage zu dem Vertrage vom 8. Februar,1908, auf die Bezug ge­nommen wird. Nicht übernommen wird die Buchforderung der Wwe. Hilling im Betrage von 3900 Mk. Im einzelnen werden eingebracht und von der Gesellschaft übernommen:

1. Die zu Bruchköbel, Niederissigheim und Ravolz­hausen belegenen, im Grundbuche von

Bruchköbel Band 15 Blatt 740 Niederissigheim Band 7 Blatt 808

Ravolzhausen Band 7 Artikel 300 auf den Namen der Ehefrau Else Langen eingetragenen sämtlichen Immobilien nebst Zubehör im Werte von 180 000 Mark, auf welchem an Hypotheken insgesamt 147 000 Mark haften.

2. Die fertigen und halbfertigen Wären, Maschinen, Gerätschaften und Utensilien (sowohl für Fabrikbetrieb, Haus- einrichtung und landwirtschaftlichen Betrieb), sowie die aus­stehenden Forderungen im Gesamtwerte von 30 000 Mark.

Die Stammeinlage der Ehefrau Langen beträgt also nach

Ziffer 1 33 000 Mark nach Ziffer 2 30 000

Sa. 63 000 Mark.

Zu Gunsten des Gesellschafters, Rechtsanwalt und Notar Dr. jur. Adolf Wentrup in Montabaur ist auf den von der Frau Langen eingebrachten Grundstücken eine DarlehnS- Hypothek von 50 000 Mk. pfandrechtlich eingetragen.

Von dieser Hypothek tritt p. W e n t r u p an die neu er­richtete Gesellschaft einen Teilbetrag von 9000 Mk. nebst den Zinsen seit dem 15. Februar 1908 ab. Der dem Ab- lretenden verbleibende Rest der Hypothek von 46 000 Mark

nebst Zinsen hat den Vorrang vor den abgetretenen 9000 Mark.

Diese 9000 Mark sind auf das Stammkapital des Dr. Wentrup geleistet.

Der Gesellschaftsvertrag ist am 8. Februar 1908 ge­schlossen. Alleiniger Geschäftsführer der Gesellschaft ist der Gesellschafter Ziegeleidireklor vr. Erich Wilckens in Speyer und zwar auf die Dauer von 5 Jahren seit dem 15. Februar 1908. Der Genehmigung der Versammlung der Gesellschafter unterliegen folgende Rechtshandlungen des Geschäftsführers:

1. Der Erwerb, die Veräußerung und die Belastung von Grundstücken.

2. Pacht und Mietverträge über Grundstücke, welche auf länger als ein Jahr geschlossen werden.

8. Die Bestellung von Prokuristen.

4. Dienstverträge, bei welchen eine Vergütung von mehr als 1800 Mark jährlich versprochen wird.

8. Verträge, bei denen der Wert der Gesamtleistung mehr als 5000 Mark beträgt.

Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen nur durch denDeutschen Reichsanzeiger".

Hanau den 27. Februar 1908.

____________Könipllches Amtsaertcht 5. 4917

Stadtkreis Hanau.

Bânntmachnna.

Während der Zeit des Umbaues der Wilhelmsbrücke wird der gesamte Verkehr über eine hölzerne Notbrücke geleitet, die nur von solchen Fahrzeugen chefahren werden darf, deren Gewicht in beladenem Zustande höchstens 5000 kg beträgt. Der Bezug von schweren Gütern über den Nordbahnhof ist daher am besten noch vor dem Ende März erfolstenden Abbruch der vorhandenen Brücke zu bewirken.

Die neue Brücke wird voraussichtlich Mitte Juni dem Verkehr übergeben.

Hanau den 2. März 1908.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 4825

Schülerinnenabteilunft der kaufmännischen Fortbildungsschule.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 27. April, nachmittags 2 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich auf wöchent­lich 10 Stunden, die außer am Samstag nachmittag von 24 Uhr abgehalten werden. Der Unterricht im Fran­zösischen ist wahlfrei. Es wird in folgenden Fächern unter­richtet :

1. Rechnen. 2 Std. Die 4 Spezies unter Anwen­dung auf kaufmännische Verhältnisse, Bruchrechnung, Prozent-, Zins-, Diskont- und Terminrechnung.

2. Buchführung. 2 Sid. Buchung von 5 Ge­schäftsgängen nach der einfachen und doppelten Methode. Das amerikanische Journal.

3. Handelslehre und Korrespondenz. 3 Std. Vom Handel und den Handelspersonen. Der Betrieb des Handels. Tauichmittel im Handelsbetriebe unter besonderer Berücksichtigung des Wechsels und Schecks. Briefe in Form von Korrespondenzgängen.

4. Stenographie und Maschinenschreiben.

8 Std. Verkehrsschrift und Einführung in die Grundlehren der Debattenschrift. (System Gabelsberger). Bau und Behandlung der Schrei bma'ch zue. Fehlerloses Schreiben auf der Remington-, S m i t h - P r,e in i e r- und A.d l e r- Maschine.

5. Französisch, (fac.) 2 Std. Einführung in die franz. Handetskorrespondenz. (Vorkenntnisse erforderlich!)

Schulaeld jährlich 30 Mk. Anmeldunoen werden vom 26. März, von IP * bis 18V» Uhr vormittafls, sowie Mittwoch den 4- März nach­mittags von 3-4 Uhr, im Schullokale, Gärtner- strahe 67, entgegengenominen, können indes auch schrift­lich erfolgen.

Hanau den 28. Februar 1908.

Der Direktor.

Pfeifer. 4589 Gksnndcnc und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 schwarzer Pelz.

Hanau den 4. Mär» 1908.

Bekanntmachung.

Das Proviantamt kauft noch Roggenstroh (Flegel- und u n g e p r e ß t e s Maschinenstroh), und Wiesenheu letzter Ernte zu den gangbaren Tagespreisen.

Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 812 Uhr vormittags sowie, mit Ausnahme des Samstags, von 24 . Uhr nachmittags erfolgen.

Hanau den 2. März 1908.

Königliches Proviant-Amt.

politische Rundschau«

Die Beamtengehälter.

Berlin, 8. März. In der Budgetkommission des Ab­geordnetenhauses wurde heute der Finanzminister Frhr. von Rheinbaben wieder vor die Frage nach dem Stande der Beamtenbesoldungsvorlage gestellt. Der Minister er­widerte, daß die Vorlage fertig sei und dem Staatsministerium vorliege, das sich bald darüber entscheiden könne, aber dabei die nötige Rücksicht auf das Reich nehmen müsse. Von sämtlichen Fraktionen wird erklärt, daß man auf die Verab­schiedung der Vorlage noch in bietet Session den größten Wert lege, es wird darauf hingewiesen, daß das Reich im Vorjahre bei den Teuerungszulagen auf Preußen auch keine Rücksicht genommen habe, es sei nicht zu verlangen, daß die preußischen Beamten aus solchen Gründen auf die Erhöhung der Besoldung in diesem Jahre verzichten. Demgegenüber wird von der Regierung betont, daß, wenn die Vorlage auch erst später verabschiedet würde, die Beträge vom 1. April 1908 nachbczahlt werden sollen. Infolge dieser Erklärung haben die nationalliberalen und die beiden freisinnigen Frak­tionen sofort nach der Sitzung die Einbringung folgender gemeinsamen Interpellation beschlossen:Sind Umstände eingetreten, die die Regierung verhindern könnten, gemäß der in der Thronrede gegebenen Verheißung, die Vorlagen über eine umfassende Aufbesserung der Gehälter der Beamten, der Volksschullehrer und der Geistlichen noch in dieser Session einzubringen? Besieht die Aussicht, diese Hindernisse recht­zeitig zu beseitigen?" Auch die Konservativen haben eine Interpellation eingebracht.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 3. März.

Am Bundesratstische: von Bethmann-Hollweg, Wermuth, CaSpar.

Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des

Etats des Reichsamts des Innern.

Es liegen hierzu 25 Resolutionen vor. *

Abg. Giesberts (Z.): Die diesjährige Debatte unser» scheidet sich von ihren Vorgängerinnen dadurch, daß sie viel­fache sozialpolitische Früchte zur Reife gebracht vorfindet. Dies ist noch der unermüdlichen Tätigkeit des Grafen Posadowâky zu danken, in dessen Spuren hoffentlich auch sein Nachfolger wandeln wird. Der Appell des Abg. Dr. Naumann, in Fragen, die das Los der wirtschaftlich Schwachen betreffen, das rein menschliche Empfinden walten zu lassen und von Block und Antiblock abzusehen, sollte nicht nur in der Heim­arbeiterfrage zur Geltung gelangen, sondern überall da, wo es gilt, Not und Elend zu lindern und ungerechte Zustände zu beseitigen. Leider sind die Erhebungen über die Arbeits­verhältnisse in den Walz- und Hüttenwerken noch nicht in ihrem Ergebnis bekannt gemacht. Die Unfälle in dieser sehr wichtigen Industrie vermehren sich in erschreckender Weise. Jedem vierten Mann stößt jährlich ein Malheur zu. . Diese Industrie ist die gefährlichste von allen Betrieben. Die Ge- werbeinspektionen sollten durch Heranziehung von Arbeitern als Hilfskräfte erweitert werden. Die Tarifgemeinschaften

zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sollten gesichert und I weiter ausgestaltet werden. Der Wert der Tarifverträge : wird von allen Parteien mehr und mehr anerkannt, und eS wirkt sonderbar, wenn man sich daran erinnert, daß einmal ein ZuchihauSgesetz eingebracht werden konnte. Erfreulich ist es, daß die Regierung dazu übergeht, die Arbeiterkongressr zu besuchen. DieS wünschen mir auch auf die anderen Arbeiter­organisationen ausgedehnt zu sehen, wie cs letzthin bet den christlichen Gewerkschaften der Fall war. Die Errichtung von Arbeitskammern zum freien und friedlichen Ausdruck der Wünsche und Beschwerden der Arbeiter ist dringend erforder» lich, an einem entsprechenden Entwurf würden wir gern mit- arbeiten. Der Staat und wir alle sind verpflichtet, recht' ' zeitig dafür zu sorgen. daß bei einer etwaigen wirtschaftliche!: