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Hanfiner K Anzeiger
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General-Anzeiger
Änliches Gegsn für Stot= M LsÄkeeis Hanan.
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A Waijenhau!«» in Harum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mü belletristischer Beilage.
Berautwortl. Redakteur; S. Lch,«S«, ich HM»«»
Nr. 51 FEspr-cha«schl«tz Nr. 605. Samstag den 29. Februar
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Fernspr-chanschlutz Nr. 605. 1908
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14 Seiten
Amtliches.
Candkreis Hanau.
BekMtliMutM des KSmgll-en LMMüiiltS.
An sämtliche Herren Bürgermeister.
Ich ersuche mir bis zum 10. März die Verhandlungen über die Besichtigung der Drogen- und Gift-Handlungen und derjenigen der Sdiranfbrogift^n aus dem Jahre 1907 nebst den dazu gehörigen Verhandlungen über die Beseitigung der Beanstandungen einzureichen. Künftig sind diese Verhandlungen alljährlich bis zum 1. Dezember, erstmalig also zum 1. Dezember 1908, vorzulegen. Fehlanzeigen auS den Gemeinden, in welchen solche Handlungen nicht bestehen, sind nicht erforderlich.
Hanau den 26. Februar 1908.
Der Königliche Landrat.
V 1475 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 22. bis 28. Februar 1908:
5 Hausburschen, 1 Hilfsheizer, 1 Schreiner- lehrling, 1 Schneider, 3 Tagelöhner.
Gesucht: mehrere Dienstmädchen für hier und auswärts.
Hanau den 29. Februar 1908.
Städtische Arb-itsvermittelunqsst-lle. 4687
Handelsregister.
Firma Bernhard Schers in Hanau.
Der Ehefrau des Zimmermeisters und HolzhândlerS Bernhard Scherf, Babette geborene Müller, in Hanau ist Prokura erteilt.
Hanau den 24. Februar 1908.
Königliches Amtsgericht 5. 4593
Handelsregister.
Firma Carl Lucht in Hanau.
Dem Diplom-Ingenieur Karl Lucht jr. in Hanau ist Prokura erteilt.
Hanau den 25. Februar 1908.
Königliches Amtsgericht 5. 4591
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft in Firma Heinrich August Werner U. Co. in Großauheim (Inhaber 1. Zimmrrmeister Hein- ri ch August Werner von Großauheim z. Zt. unbekannten Aufenthalts, 2. Emailleur H er ma nn Ferdinand Hain in Großauheim) ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den
25. März 1908, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte in Hanau anberaumt.
Hanau den 26. Februar 1908.
Königliches Amtsgericht 5. 4655
politische Rundschau»
Zweite hessische Kammer. Bei der Beratung des Staatshaushaltsetats für 1908 weist Abg. Osann zunächst auf das außerordentlich mangelhafte gesetzgeberische Ergebnis der jetzt zu Ende gehenden Kammertagung hin und bespricht eingehend die Gründe dafür. Besonders die Nichterledigung der Vcrwallungsgesctze und des Wahlrechts sei zu beklagen. Das einzige der größeren zustande gekommenen Werke sei die Wertzuwachssteuer, während fast alle anderen gesetzgeberischen Aufgaben, die schon in der Thronrede angekündigt worden waren, unerledigt geblieben sind. Woher das komme? Ob die Regierung nicht in der Lage war, ihre Aufgaben frühzeitig zu erfüllen, wolle er nicht fragen. Ebensowenig, ob die alljährliche Etatsberatung nicht ein größeres Hemmnis für die Regierung bilde. Es müsse darauf hingewiesen werden, daß die Frage der einjâhriaen Budgets keine Parteisache sei.
Wenn Baden und Württemberg mit zweijährigen Budgets arbeiten, so könne auch in Hessen diese Frage sehr wohl einer Erörterung unterwgen werden. Die Kräfte der Regierung würden durch zweijährige, Budgets eine wesentliche Entlastung erfahren. Ein weiterer Grund des mangelnden Beratungs- ergebnisses sei auch die große Reihe von Initiativanträgen aus der Kammer, die fast alle 3 Jahre wiederkehren, wie z. B. die sozialdemokratischen Schulanträg«. Bezüglich der Nenforderungen der Beamten erklärt Redner, daß nach Bewilligung der bedeutenden Mittel für die Gehaltsaufbessexung doch die Notlage der Beamten gehoben worden sei. Ein Wort des Dankes seitens der Beamten würde dafür wohl am Platze sein. (Beifall.) Die Stelle eines Abgeordneten könne einem beinahe durch die vielen Beamtenpeiitionen verleitet werden. Die Herren müßten doch auch Rücksicht nehmen auf die finanzielle Gesamtlage des Landes. In Oberhessen seien das 300jährige Jubiläunk der Universität Gießen und die Gruppenivasserversorguug bei Nauheim erfreuliche Gesichtspunkte gewesen. Dagegen sei daS Ereignis des Fallissements der Bank in Büdingen höchst bedauerlich, weil nicht nur die Stadtgemeinde etwa 100 000 Mk., sondern auch die Bewohner der Umgebung noch mehrere 100 000 Mk. dabei verlieren. Er müsse doch fragen, ob die dortige Beamtenschaft nicht auch mit zum Teil Schuld daran trage insofern, als sie es an der nötigen Aufsicht fehlen ließ. Nickt weniger bedauerlich seien die Vorgänge an der Offenbacher Stadlkasst. Ec frage sich auch hier, ob der Regierung nicht rin Vorwurf daraus zu machen sei, daß sie den Bürgermeister nicht richtig kontrolliert habe und vor feiner Bestätigung eine gründliche Prüfung dafür eintreten ließ, ob er auch die geeignete Persönlichkeit für das schwierige Amt eines Offenbacher Bürgermeisters sei, und ob ihn auch seine ganze Vergangenheit für den richtigen Mann erscheinen lasse. Die bloße Tätigkeit in einem statistischen Bureau könne doch dafür keine Gewähr bieten. Es habe auch außerordentlich peinlich berührt, daß gerade in kritischer Zeit der Bürgermeister noch obendrein ausgezeichnet worden sei. Pflicht der Regierungwürde es gewesen sein, solche Vorkommnisse zu verhindern. Weiter, drückt der Redner sein Bedauern aus über die überraschend' gekommene Nachforderung von 221 000 Mk. für den Umbau des Darmstädter Hoftheaters, worüber sich ja bei der näheren Beratung noch Näheres sagen lassen werde. Dann besprach Redner die Frage, ob es zulässig erscheine, ähnliche Straßendemonstrationen, wie sie sich jüngst in Berlin abgespielt haben, auch bei uns* in Hessen zu ermöglichen. In der DemonstrationSversammlung, die kürzlich im Schützenhof zu Darmstadt tagte, sei nur die geringe Zahl der Versammelten es gewesen, durch die eine Straßendemonstration verhindert wurde. Der Abg. Dr. Fulda habe ausdrücklich in der Versammlung betont: „Wären wir 2000 Mann stark, so würden wir eine Demonstration machen." Das sei eine Drohung mit Gewalt, deren sich auch die Sozialdemokraten in Darmstadt schuldig gemacht haben. (Die Abgg. Adelung und Fulda protestieren dagegen durch allerlei Zwiichenrufe.) Dann wendet sich Redner gegen den Abg. Köhler, der in einem Artikel im „Bayr. Vaterland" die Studierenden in Hessen beleidigt habe. Das stehe einem V cepräsidenlen der ersten Kammer doch schlecht an, und man werde noch ein Wörtchen mit ihm zu reden haben. Die ganze Agitationsweise nähere sich immer mehr der sozialdemokratischen. Er, Redner, halte es für seine Pflicht, zu betonen, daß die Frage der Straßendemonstrationen auch hier in der Kammer er« örtert werde, umsomehr, als die Regierung doch seine genügend« Richtigstellung über die jüngsten Vorgänge gegeben habe. Er habe dies auis tiefste bedauert und zwar schon deshalb, weil die jüngsten Wahlen in Darmstadt, Offenbach und Mainz uns Anlaß zu großer Freude gegeben hatten.
Die Lage in Marokko.
Berlin- 28. Febr. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Unbeirrt durch mehrfache Richtigstellungen behauptet der „Tcmps" in einer aus Rabat dadiertcn Korrespondenz aufS Neue, der dortige deutscke Vizekonsul Neudörfer habe nach der Ausrufung Mulay HafidS in Fez den Sultan Asis zu überzeugen bemüht, daß er von Frankreich keine Hilfe zu erwarten habe und habe ihn bewegen wollen, den deutschen Gesandten zu sich nach Rabat zu berufen. Der Sultan habe sich jedoch geweigert. Später habe Neudörfer eine Unterredung mit Ben Sliman gehabt und kurz darauf sei eine Depesche des Gesandten Rosen eiugelroffen des Inhalts, daß die deutsche Regierung entsprechend der Bitte des Sultans der französischen Regierung wegen Ueberschreitung der Zwölf- kilometergrenze bei den militärischen Unternehmungen in der Umgegend von Casablanca Vorstellungen gemacht habe. Dieien Mitteilungen gegenüber können wir uns im Anschluß
an die früheren Darstellungen des Sachverhalts auf die Bemerkung beschränken, daß der „TempS" mystifiziert worden ist. Den Beweis für die Unrichtigkeit der obigen Angaben wird das Weißbuch über die Vorgänge in Marokko erbringen, das sich in Vorbereitung befindet.
Paris, 28. Febr. Nach einer Depesche des General» d'Amade aus Meduina vom 27. Februar find die Berrischid- Kolonne und die Kolonne Brulard in Meduina, wo die Küstenkolonne zu ihnen stieß. Es scheint also, daß General d'Amade das Telegramm noch nicht erhielt, in dem di« Re- gierung ihn ersuchte, seinen Plan bis in die Einzelheiten b«. kanntzugeben. Der Kriegsminister sandt« deshalb eine neue Depesche an den General. — Morgen hat Clemenceau eine Unterredung mit General Liauley bezüglich seiner Vollmacht und der des Zivilkommissärs des Ministeriums für die auswärtigen Angelegenheiten in Udschda 'und betreffend die Organisation der Polizei an diesem Teile der Grenze. Dir „Agence Havas" glaubt zu wissen, das Clemenceau beabsichtige, den General Liautey auch über die etwaige B«r- Wendung von Senegalschützen in Marokko zu befragen.
Paris, 28. Febr. Die Antwort des General» d'Amade auf die Anfrage der Regierung ist heute abend eingetroffen. Der General erklärte, daß die Beruhigung der Schaujas mehr eine Frage der Zeit als feiner Truppenstärk« sei. Dies hänge von Umständen ab, die er mit seinen Vorschlägen der Regierung auseinandersetzen werde. Gerade in diesem Augenblick glaube er aber mit einer gewissen Sich«r- heit annehmen zu können, daß der Zeitpunkt günstig sei, um den Feind mit den ihm zur Verfügung stehenden Truppen zu schlagen. Jeder Aufschub in den Unternehmungen fei nur für den Feind vorteilhaft. Zum Schluß sagte d'Amad«, daß er jetzt gegen die Wedakras vorgehen werbe. Nach Eingang dieser Antwort hat die Regiemng den General benachrichtigt, daß sie ihm unter den von ihm bargelegten Bedingungen volle Attionsfreiheit lasse. Ueber die Frag« eines weiteren Nachschubs von Truppen werd« st« ihn von ihrer alsbald zu treffenden Entscheidung in Kenntnis setzen.
Hus Ban au Stadt und Cand.
Hanau, 29. Februar.
* Klassenlotterie. Die Erneuerungslose sowie die Freilose zur 3. Klasse der 218. Königlich preußischen Klassenlotterie sind nach den W 5, 6 und 13 des Lotterieplan« unter Vorlegung der, bezüglichen Lose aus der 2. Klasse bi» zum 3. März d. J. bei Verlust des Anrechts einzulösen. Die Ziehung der 3. Klasse dieser Lotterie wird am 7.- März d. Js., morgens 8 Uhr, im Ziehungssaale des Lotterieg«- bäudes ihren Anfang nehmen.
• Literarischer Abend Hanauer Autoren. Wie wir erfahren, findet im April ein literarischer Abend statt, an dem Schöpfungen (lyrischer und epischer Art) zum Bortrag kommen von alten und zeitgenössischen Autoren, die zu unserer Heimatstadt in irgend welcher Beziehung stehen, einerlei welcher künstlerischen Richtung di« einzelnen Persönlichkeiten angehören. Es sollen auck — ähnlich wie in anderen Städten, die solche Abende schon haben — Autoren berücksichtigt werden, denen im Leben nur das eine oder andere gute Gedicht gelang, die also da» Prädikat „Dichter" oder „Schriftsteller" sich selbst nicht bei- legen. Etwaige Beiträge bittet man unter „Liter. Abend" verschlossen in der Redaktion des „H a n a u e r A n z c i g e r s" oder der „H an au er Z ei t un g" abzugeben. Nähere» wird noch mitgeteilt werden. Ein hervorragende» Mitglied unseres StadttheaterS, dessen Vortragskunst. allgemein bewundert und geschätzt wird, hat in liebenswürdigster Weise die Rezitation' der Dichtungen übernommen, sodaß in jeder Hinsicht ein ebenso neuer wie interessanter Abend bcvorsteht. Er dürfte deshalb der Unterstützung unserer kunst- liebenden Mitbürger sicher sein.
* Palmeugarten in Frankfurt a. M. In den warmen, wie in den kühleren Häusern des PalmrngartenS finden wir immer einen schönen Flor verschiedener Blumen, teils solcher, die jetzt ihre natürliche Blütezeit haben, ober aber solcher, die durch künstliche Temperaturerhöhung zu einer früheren Entfaltung gebracht ivorden sind. Wandelt man durch die üppig grüne Palmeithalle der neuen Pflanz«nhäus«r, so beachtet man in den rechts und link» sich abzweigend«» Häusern mancherlei Schöne». Gleich im HauS 1 erheben sich die leichten Rispen der Manschettenâegonie Mexiko'», deren kleine, aber außerordentlich zahlreiche Blütchen in duftigem Rosa sich zeigen. In Haus 5 fällt die violett« Blum« der brasilianischen Brunsfelsia auf, eine selten« Blütenfarbe in dem Pflanzenreich. Haus 7 birgt noch immer bie Lamellen an herein mannichfachrn Farbtitspul sich w Besucher