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Warenindustrie muß man Winterhandschuhe bereits im Frühjahr bestellen; wenn nun vor der Liefernno ein Fall eintritt, der z. B. den Total-Ausvertauf w°qen Geschäflsanfoabe not- wendiit macht, so darf nach dem Entwurf der Besteller die Handschuhe hernach nicht in seinen auszuverkaufenden Warenbestand aufnehmen, während er nach Handelsrecht dem Lieferanten gegenüber zur Abnahme verpflichtet ist. Wer entschädigt ihn für den Verlust, mib was macht er mit den Dutzenden von Handschuhen?
So ließen sich die Belege dafür aus der Praxis noch vermehren, welche zeigen, daß der Entwurf einerseits den an ein brauchbares Ausverkaufsgesetz zu stellenden Anforderungen nicht gerecht wird und andererseits dem reellen Geschäftsmann unleidliche Beschränkungen aufzulegen droht. Die Frage des Ausverkaufswcsens, sowie dieses selbst ist u. E. überhaupt zu vielgestaltig, um sich in einem Spezialgesetz oder durch Kontrollvorschriften befriedigend lösen zu lassen. Vielleicht wird auch auf diesem Gebiet der sicherste Weg zur Besserung der der Selbsthilfe sein, indem das Publikum über den illusorischen Wert vieler Ausverkaufsankündigungen mehr und mehr aufgeklärt wird und aus eigener Einsicht ihren, Lockruf widerstehen lernt, und indem andererseits die beteiligten Gewerbetreibenden ausgiebigeren Gebrauch von den Hilfsmitteln machen, welche ihnen das Gesetz zur Bekämpfung des unlauter» Wettbewerbs heute schon an die Hand gibt, um unreellen Ausverkäufern das Handwerk zu legen.
Die große Landwirtschastswoche.
(Die Tagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. — Die Vereinigung Deutscher Schweinezüchter. — Der Verein der Stärken-Jnterressenten Deutschlands. — Der Verein zur Förderung der Moorkultnr im Deutschen Reiche). (Nachdruck verboten.)
8. u. H. Berlin, 19. Februar.
An die Heerschau des Bundes der Landwirte schließen sich alljährlich die Ausschuß-, Abteilungs- und Hauptversammlungen der verschiedenen großen landwirtschaftlichen Vereine Deutschlands, an deren Spitze die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft unter dem Vorsitz des Herzogs Albrecht von Württemberg steht. Vertritt der Bund der Landwirte in erster Linie die politischen Interessen der deutschen Landwirtschaft, so hat sich die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ausschließlich auf die wirtschaftliche Interessenvertretung gelegt. Ihre Mitgliederzahl ist im letzten Jahre auf über 16 000 gestiegen und sie präsentiert somit die größte Jnte- ressen-Vertretung Europas überhaupt. — Nachdem bereits in den Vortagen die Abteilungen für Saatzucht, Klima- und Wetterkunde, Pferde- und Rinderzucht, Milchwirtschaft, Fütterungswesen, Geflügelzucht, Flachsbau u. a. mehr getagt hatten, begannen mit dem heutigen Tage die Ha uptver- sammlungèn einer Reihe allgemein interessierender' Körperschaften. So trat heute früh im Architektenhause die Mit- glieder-Versammlung der
Vereinigung deutscher Schweinezüchter in Anwesenheit des Staatsministers Exz. v. Podbielski, der lebhaft begrüßt wurde, zusammen. — Nach Eröffnung durch den Geh. Oekonomierat Steiger (Dresden) wurde vom Geschäftsführer Dr. Hartmann der Geschäftsbericht erstattet. Der Mitgliederstand beträgt zur Zeit 1110. Sehr gut bewährt hat sich in dem fünfvierteljährlichen Bestehen die Schweinemeisterschule. Alle Besitzer, deren Schweinemeister die Schule besucht, haben ihre außerordentliche Zufriedenheit ausgesprochen. Es folgt ein Referat des Schlacht- Hof-Direktors Dr. Neumann (Hamburg) über
Fragen der Fleis chversorgung Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung der Schweineproduktion. Er teilte einleitend die Zahl der Schlachtungen im Jahre 1904 mit. Es wurden geschlachtet: gewerbsmäßig, Rindvieh 3,3 Millionen, Kälber 4,3, Schafe 2,3, Schweine 15.1 Millionen Stück. — In Haushaltungen, Rindvieh 89 000, Kälber 82 000, Schafe 628 000, Schweine 5 900 000 Stück.
Der Referent kam zu dem Schluß, daß der pro Kopf der Bevölkerung berechnete Fleischkonsum zu niedrig angenommen und sich in Wirklichkeit viel höher stelle. Sodann kam er zu den Klagen der Schlächtermeister, daß das auf den Markt gebrachte Vieh nicht fest genug sei. Es würde heute zu viel Fett erzielt und Fett habe heute keinen großen Marktwert. Das mag zum Teil an der großen Einfuhr amerikanischen Fettes liegen. Amerika führe alljährlich über eine Million Doppelzentner Schmalz ein. Der Referent erörterte dann eingehend die Fütterungsfrage und die gemachten Versuche. Er zeigte minderwertige russische Gerste, die in großer Menge zu uns kommt, und die sich gar nicht zur Fütterung eignet. Sehr wichtig sei, daß die Tiere auch genügend Bewegung während der Mast haben. Gut und sachgemäß gefütterte Schweine haben natürlich große Nachfrage und erzielen bessere Preise. Nun solle man aber nicht denken, daß bisher nur minderwertiges Vieh auf den Markt käme. Es käme auch jetzt schon gutes Vieh zum Verkauf. Den Beweis hierfür gebe unsere blühende Fleischmaren-Jndustrie. Im Jahre 1904 betrug die Ausfuhr von Schweineschinken 13 900 Doppel- zentner und von Wurstwaren 6000 Doppelzentner. — Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen, eine Besprechung sand nicht statt. — Sodann referierten Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Wassermann (Berlin) und Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Uhlenhut (Berlin) über den Stand der wissenschaftlichen Arbeiten betr. der Schweinepest.
Der Verein zur Förderung der Moorkultur im Deutschen Reiche beging sein 25jährigeS Jubiläum und leitete deshalb seine gestrige 26. Mitgliederversammlung mit einer Festsitzung ein, zu der der Landwirtschaftsminikter v. Arnim-Crieven, Minister v. Studt, Ministerialdirektor Thiel, Geheimrat v. Böhnisch vom Reichsamt des Innern u. a. Ehrengäste und Regierungsvertreter erschienen waren. Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneter Frhr. v. Wangen- heim, feierte in seiner Eröffnungsrede den großen Praktiker Theodor Rimpau und den großen Theoretiker Moritz Fleischer, welche beide Namen mit der Geschichte der Moorkultur eng verknüpft seien. Noch viele hundert Quadratmeilen Moor und Heide liegen brach und hier könnten zahlreiche Familien angesiedelt werden. Der Landwirtschaftsminister v. Arnim- Crieven versicherte, daß die StaatSregierung ein großes In- tereffe daran habe, Oedländereien für die Kultur zu gewinnen. Noch seien viele und große Moore trocken zu legen. Der Minister dankte dem Verein für seine bisherige Mit-
DomreEast
arbeit und überreichte dem Vorsitzenden, Frhrn. v. Wangenheim, den Roten Adlerorden. Die oldenburgische und mecklen- burg-schwerinsche Regierung hatten ebenfalls Glückwunschschreiben und für den Vorsitzenden Ordensauszeichnungen gesandt. Nachdem noch die verschiedenen Vertreter der Negierungen und Korporationen, ihre Glückwünsche dargebracht, hielt der Geh. Oberregierungsrat Dr. Fleischer den Festvortrag :
25 Jahre Vereinstätigkeit auf dem G ebiete des Moorwesens.
Der Redner gab eine Schilderung der bisherigen Erfahrungen in der 25jährigen Tätigkeit. Früher habe man an die Moor- damm kultur große Hoffnungen gesetzt, heute stehe man auf dem Standpunkt, daß die Hauptaufgabe sei, die Moore für Wiesen zu kultivieren. Zwar werde auch heute noch Ackerland kultivrert, die vornehmste Aufgabe bleibe aber die Gewinnung von Wiesen und Weideland. Zum Schlüsse überreichte er sodann dem Vorstande die aus Anlaß des Jubiläums herausgegebene Festschrift, an welcher 20 erste Autoritäten auf dem Gebiete der Moorkultur mitgearbeitet haben. Die weiteren Vorträge betrafen : Ackerkultur und Moorboden, die neueren Erfolge der Hochmoore, Wiesen- und Weidenkultur und ihr Einfluß auf die Hochmoorbesiedelung, süddeutsche und norddeutsche Moorkultur, Forstkultur und Jagd auf dem Moor. In der heutigen Sitzung sprach zunächst Dr. Bersch-Wien über:
Eignung des Torfes zu Feuerungszwecken.
Der zweite Vortrag von Dr. Wolff-Magdeburg-Buckau betraf den augenblicklichen Stand der industriellen Verwertung des Tories als Brennmaterial. Der Vortragende führte aus: Wir haben in Deutschland ca. 29000 Quadratkilometer Moor, eine Fläche von 170 Km. Länge und Breite. Das sind 5 Prozent unseres gesamten Ackerlandes, oder ungefähr soviel, als wir in Deutschland Kartoffelacker haben. Dieses Kartoffelland bringt jährlich ca. 900 Millionen Zentner Ertrag, den Zentner nur zu 1 Mk. gerechnet, ergiebt dies einen Betrag von nahezu einer Milliarde Mark. Wenn nun auch nicht alles Kartöffelland werde, was aus der Kultur der Moore gewonnen werde, so könne doch die Berechnung als eine Unterlage für den Wert der Moore dienen. Der Redner ging dann auf die Verwertung des Moores über und . erörterte die Herstellung von ToribrikettS, die Torftrocknung, die Torfverkohlung und die Torfvergasung. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. In der nun folgenden Diskussion besprach Frhr. v. Gärtner die Verwendüng der Elektrizität bei der Herstellung von Brenntorf. Zu den bisherigen Entwässerungsmethoden durch Pressung, Erhitzung rc. sei jetzt die Elektrizität gekommen. Das gewonnene Produkt fei von außerordentlicher Dichtigkeit und verbrennt fast rauchlos. Bei der Anwendung von Elektrizität sei der Torf innerhalb 9 Tagen brennfähig geworden. Immerhin dürfen die erzielten Resultate noch nicht als abschließende gelten. Dr. Caro-Berlin berichtete ebenfalls über Erfahrungen bei Torfgewinnungsanlagen und über hiermit verbundene Nebenbetriebe, insbesondere über die Gewinnung von schwefelsaurem Amoniak. Dr. Wieland berichtete über die guten Erfolge der Anlage in Elisabethfehn. Um 3 Uhr waren die Verhandlungsgegenstände erschöpft und Frhr. v. Wangenheim schloß die Tagung mit dem Wunsche, daß die nächsten 25 Jahre dem Vereine vollen Erfolg und die Erfüllung des bisher Erstrebten bringen mögen.
Die Nilruhen in Kamernrr.
Das „Deutsche Kolonialblatt" veröffentlicht jetzt die Berichte des Residenten der bcutfdjen Tschadsee - Länder, Hauptmanns Zimmermann (ein Hanauer, D. Red.) und des Residenten von Demsch-Adamaua, Oberleutnants Strümpell über die Unruhen in Adamaua vom Juli und August v. I., aus denen sich ergibt, daß es sich um den Versuch einer Mahdi-Erhebung religiösen Charakürs handelte:
Zimmermann hatte mit Strümpell zur Regelung von Greuzstreitigkeilen eine Zusammenkunft in Dukba, halbwegs Marua-Morau, verabredet. Am 4. Juli erreichte er das zu Marita gehörige Malampeiel. Hier teilte ihm der Lauan von Malampeiel und ein Gesandter des Lamido von Garua mit, die zu Mindis gehörigen Ngundum-Ngundumlente zögen in kriegerischer Absicht heran. Es stürmte auch ein Haufen von etwa 300 Kopien und einigen Reitern heulend und Speere schwingend im Laufschritt auf das Lager zu; über ihnen flatterte eine schwarze, von weißen Koransprühen be- deckie Flagge. Die Soldaten griffen zum Gewehr, und nach einem Feuer von kaum fünf Minuten wandte sich die Masse zur Flucht. Einschließlich der Verfolgung hatte der Feind 36 Tote. Auf unserer Seite war niemand verletzt. Am 10. Juli trafen dann Zimmermann und Strümpell in Garua zusammen. Die angestellte Nutersuchung hat ergeben, daß es sich um den Angriff eines als Mahdi aufgeputzten Malam handelte, der durch den Handstreich sein Ansehen mehren, im Verein mit Mindis den Lamido von Marita stürzen und daun gegen die Herrschaft der Weißen vorgehen wollte. Wie Strümpell weiter berichtet, ist die Mahdi-Erhebung, die in der Hauptsache einen religiösen Charakier zeigte, durch einen Mekkapilger namens Alhadi verursacht worden, der von Mindif aus den Krieg gegen den Lamido von Marua verkündete und erklärte, Allah habe ihm befohlen, sich selbst mm Lamido zu machen. Bald danach wurde der Mahdi Alhadi durch Marua-Reiter bei Logone festgenommen und in Binder auf Grund rechtskräftiger Verurteilung durch den Alkali hingerichtet.
Inzwischen war südlich Garua ein neuer Aufstand aus- gebrochen, ein Aufstand des Malum Wada, der sich in Uro Kohel zum Mahdi erklärt hatte, um der Herrschaft der Weißen ein Ende zu bereiten. Er sammelte eine ziemliche Zahl von Anhängern, verkündete diesen Unverwundbarkeit usw. Eine zuerst gegen ihn gesandte kleine Patrouille mußte fliehen, worauf der Mahdi mit vermehrtem Anhang auf Garua zu marschierte. Leutnant Nitschmann rückte ihm mit nur 35 Mann entgegen und griff ihn bei Djaebake an. Nach zweistündigem Gefecht wurden die Mahdisten mit schweren Verlusten geschlagen, völlig zersprengt, womit dir Mahdige- sahr, die sonst nicht zu unterschätzen gewesen wäre, beseitigt war. Der Malum Wadai selbst war unter den Twen.
Verschiedene Führer, die sich ihm angeschlossen hatten, wurden aufaehängt. Die Aufstände waren damit beendet; Strümpell sieht aber in der religiösen Begeisterung der FullahS immer eine Gefahr.
Hus aller Mell.
Im Jähzorn. Nach einem Wortwechsel mit seiner Braut goß der bei seinen künftigen Schwiegereltern in Neuhaldensleben weilende Schnellphotograph Hintze aus Magdeburg seinem Kinde (!) Gilt in den Kaffee, begab sich nach einem nahen Tannengehölz und leerte dort eine Flasche mit Gift. H. starb. während sein Kind am Leben blieb.
Der exmittierte Stadtverordnete. Während der letzten Stadtverordnetensitzung in Ahlen (Westfalen) erschien der Stadtverordnete. Händler Buttermann, in seinen Werktagskleidern im Sitzungssaale. Durch einen sofort in geheimer Sitzung gefaßten Beschluß der Versammlung wurde B. von der Zulassung zu der Sitzung ausgeschloffen, weil seine Kleidung nicht der Würde des Hauses entsprach. Der so gemaßregelte Stadtvater eilte flugs nach Hause, zog seinen Sonntagsstaat an und kehrte dann in den Sitzungssaal zurück, wurde aber unter Hinweis auf den früher gefaßten Beschluß abermals aus dem Saale verwiesen!
Zwölf Jahre eine Haarnadel im Körper gehabt hat das Dienstmädchen Anna Jedamzik aus Widminnen, die zurzeit in Königsberg i. Pr. bedienstet ist. Sie bekam kürzlich eine Fistel am Bein und verspürte heftige Schmerzen. Ein hinzugezogener Arzt, der an eine Knochensplitterung glaubte, schritt zur Operation. Statt des Knochens kam eine Haarnadel zum Vorschein, die verrostet herausgezogen wurde. Das Mädchen erzählte, so meldet dos „All. SB.", daß es im 8. Lebensjahre eine Haarnadel verschluckt (?), bisher aber niemals Schmerzen gehabt habe.
Vergiftet. In Schöneberg vergiftete kürzlich die geschiedene KaukmannSfrau Anna Degen aus Delitzsch infolge zerrütteter Familienverhältnisse und Nahrungssorgen ihre beiden Kinder, ein 9jähriges Mädchen und einen 6jährigen Knaben, sowie sich selber durch Gas.
Nntergcgangen. In der vergangenen Nacht bald nach 12 Uhr ist in der LhlaumLndung der Dampfer „Fürst Bismarck" untergegangen, der den Postverkehr zwischen BreSlau und Jeltsch vermittelt und nach dem Odereisgang zum erstenmale ausfahren sollte.
Unterschlagungen. Der Ortskrankenkassenrendant II- ligens in Enningerloh (Wests.) 'ist geflüchtet. In der Kasse wurden größere Unterschlagungen feftgefteüt. — In der Zementsabrik wurde ein 18jähriger Arbeiter von der Transmission erfaßt und getötet.
Ervbeben. In zahlreichen Ortschaften an der Ost- seite deS Aetna wurden gestern mittag drei leichte Erdstöße verspürt.
Ermordet. Wie amtlich gemeldet wird, drangen in Daimiel in der Ciudadreal (Spanien) 6 verkleidete Männer während einer öffentlichen Sitzung in den Saal deS Magistrats ein und töteten den Bürgermeister.
Stiftung einer Volksbibliothek für Eger. Wie ein Privattelegramm meldet, hat der verstorbene Ingenieur Kreuzinger eine halbe Million Kronen hinterlassen zur Errichtung einer großen deutschen Volksbibliothek im egerländischen Grenzgebiet behuis Stärkung des Deutschtums gegen tschechische Einwanderung.
Eugene sysahes Geige wiedergefunven. Gelegentlich eines Konzertes in Petesburg war, wie wir seinerzeit berichteten, dem Geigenkünstler Eugen Maye aus unerklärliche Weise die Geige abhandengekommen, die einen Wert von 60000 Kronen repräsentiert. Die Gendarmerie in Prerau glaubt nun das kostbare Instrument ermittelt zu haben; es war bei einem Kellner der dortigen BahnhosS- rcstanration für 40 Kronen versetzt worden. Beschreibung und Nummer der Stradivariusgeige stimmen. Dem bestohlenen Künstler wurde sofort Mitteilung von dem Funde gemacht.
sandelt Gewerbe und Verkehr.
Die preustischert Staatseisenbahueu im Januar 1908» Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Betriebseinnahmen der preußischen Staatsbahnen wiesen im Januar 1908 eine Zunahme von 1.8 Millionen Mk. im Personenverkehr gleich 5.7 Prozent, von 1.5 Millionen im Güterverkehr gleich 1.6 Proz. und 0.9 Millionen bei den sonstigen Einnahmequellen, im ganzen von 4.2 Millionen gegenüber dem Januar des Vorjahres auf. Diest beiden Monate sind allerdings insofern nicht voll miteinander vergleichbar, als in diesem Jahre in einem Teil des Landes der als Festtag gefeierte Dreikönigstag auf einen Werktag, im Vorjahre dagegen auf einen Sonntag fiel. Bei einem Vergleich erscheinen also die diesjährigen Einnahmen aus dem Personenverkehr etwas zu hoch und aus dem Güterverkehr etwas zu niedrig. Man wird für beide mit einer Steigerung von etwa 2 bis 3 Prozent rechnen können, was angesichts der wenig befriedigenden allgemeinen Geschäftslage nicht ungünstig erscheint. An der Gesamtschätzung der Betriebsergebnisse für 1907 wird durch die Ergebnisse des Januar wenig geändert, zumal sich die Ausgaben nach wie vor auf einer außergewöhnlichen Höhe halten; so z. B. ist der Verbrauch an Kohlen im Januar wiederum um 8.3 Proz. gestiegen, veranlaßt einerseits durch den nicht unbeträchtlichen Verbrauch an der für die Zwecke der preußischen Staatsbahnen weniger geeigneten englischen Kohle, andererseits ist die Mehreinnahme zum Teil aus dem noch immer regen Kohlenverkehr entsprungen, der zu billigen Tarifen gefahren wird. Infolgedessen ist die Steigerung der Betriebsleistung stärker als die Einnahmesteigerung, ^waS auch bei anderen AuS- gabeteilen sich sehr bemerkbar macht.
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Langenselbold. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langenselbold zur Zeit der Eintragung bei Versteigerimgsvermerkes auf den Namen des Gastwirts Wilhelm Ein schütz (Jakobs Sohn) zu Langenselbold eingetragenen Grundstücke am 24. März 1908, vormitagS 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Lan-enfelbold versteigert werden.