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Bezu-SpreUt vtertetjâhrlich 1,80 MI., monatlich 60 Pzg., für auL- vUg< Abonnenten mit dem bnrefsmden Postrusichlag. Die einjelne Nummer tost« 10 Psg.

R»t»ti»»»druck und v«lag der Buchdruckerei de» verein. WaljuchLuj« in Hanau.

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Amtlich» Organ für Stabt au) KMIrrtis Saran.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Mr. 37 F-rnsprechanfchluß Nr. 005»

Donnerstag den 13. Februar

Fernfprechanschlutz Nr. 605, 1908

Amtliches.

Eahdkreis Fjanau»

BekkiiiltimAUttt des Königlichen Matatâ»

KreLs-Polrzeiverordnung

für den Landkreis Hanan, betreffend Aufstellung von Konfiskatbehältern in den Schlächtereien.

Auf Grund der §§ 6, 12 und 13 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landesteilen vom 21. September 1867 (Gesetzsammlung Seite 1529) und des § 142 des Gesetzes über die allgemeine LandeSver- waltung vom 30. Juli 1883 (Gesetzsammlung Seite 195) wird unter Zustimmung des Kreisausschusses für den Um» fang des Landkreises Hanau hiermit folgendes verordnet:

§ 1.

Zn jeder gewerblichen Schlachtstätte ist durch den In­haber derselben zur Aufnahme der bei der Fleischbeschau be­anstandeten Teile und der sonstigen bei den Schlachtungen sich ergebenden festen Abfälle ein hinsichtlich seiner Größe dem Umfange des Schlächtereibetriebes entsprechender Sammel­behälter aufzustellen.

Dieser Behälter soll aus verzinktem Eisenblech bestehen und einen verschließbaren und dicht schließenden Enllerungs- deckel besitzen. An letzterem muß eine Einwurfstrommel an­gebracht sein, derart beschaffen, daß ein unbefugtes Heraus­nehmen der Fleischteile-unmöglich ist.

Sofern sie den vorstehenden Anforderungen entsprechend umgeändert sind, können auch die Tonnen, welche gemäß Nr. 12 der Konzessionsurkunden in den Schlächtereien auf­gestellt sein müssen, beibehalten werden. Zu jedem Behälter sind 2 Schlüssel zu beschaffen. Ze einen nimmt der zu­ständige Fleischbeschauer und der zuständige Polizeibeamte in Verwahr.

8 2.

Vor Ingebrauchnahme und nach jeder Entleerung sind die Behälter bis zu etwa *M ihres Rauminhalts mit Chlor­kalkmilch (hergestellt auS 1 Teil frischem Chlorkalk und 20 Teilen Wasser) zu beschicken.

8 8.

Die Entleerung der Behälter und die Vernichtung des Inhalts erfolgt nach Maßgabe der Polizei-Verordnung, be­treffend die Sammelwasenmeistcrei bei Bruchköbel vom 30. April 1902.

8 4.

Die Entleerung der Behälter erfolgt an von den Polizei­behörden näher zu bestimmenden Terminen in den Monaten Mai bis einschl. September mindestens alle Wochen, in den übrigen Monaten mindestens alle 14 Tage.

Sofern in einzelnen Fällen eine öftere Entleerung not­wendig werden sollte, hat der betreffende Schlâchtereiinhaher oder der Fleischbeschauer der Polizeibehörde Mitteilung zu machen.

8 5.

Die ordnungsmäßige Benutzung der Sammelbehälter unterliegt der Beaufsichtigung durch die Fleiichbeschauer. Etwaigen Anordnungen derselben ist Folge zu leisten.

8 6.

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung werden mit Geldstrafen bis zum Betrage von 30 Mk. in jedem einzelnen Falle geahndet, an deren Stelle im Unvermögensfalle verhältnismäßige Haftstrase tritt.

Unabhängig von der Bestrafung erfolgt zwangsweise Durchführung der Vorschriften dieser Polizeiverordnung nach Maßgabe des 88 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883.

8 7.

Diese Polizeiverordnung tritt am 1. Juli 1908 in Kraft.

Hanau den 1. Februar 1908.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Ich ersuche die Ortspolizeibehörden die Inhaber der Schlächtereien auf die Polizeiverordnung insbesondere auf die rechtzeitige Beschaffung vorschriftmäßiger Konfiskalbehälter aufmerksam zu machen und auch die Beschauer auf dieselbe Hinzuweisen.

Hanau den 4. Februar 1908.

Der Königliche Landrat.

v. Deckerath.

Die Witwe deS MetzgermeisterS Friedrich Schack in Fechenheim beabsichtigt auf ihrem dortigen Grundstück Karte E Nr. 434/99 rc. und 100 Brandversicherungs-Nr. 47 ein Schlachthaus zu errichten.

Es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennt­nis gebracht, daß Einwendungen gegen die Anlage, zu welcher Zeichnungen und Beschreibungen im Bureau des Kreisausschusses, Hainstraße 10, hier offen liegen, binnen 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, hier anzubrinaen sind. Später eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt.

Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin auf

Samstag den 29. Februar d. I., vormittags 10 Uhr, in das Bureau des Kreisausschusses anberaumt. Die Inter­essenten werden hierzu mit dem Bemerken geladen, daß im Falle des Nichterscheinens des Antragstellers und der Wider­sprechenden gleichwohl mit der Erörterung der etwa erhobenen Einwendungen vorgegangen werden wird.

Hanau den 10. Februar 1908.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A 865 v. Beckerath. 3307

Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.

Das städtische Meldeamt befindet sich im Hause Landstraße Nr. 41, Obergeschoß, die Steuerver- Waltung im Hause Marktplatz Nr. 14, 1. Ober­geschoß.

Hanan am 1. Februar 1908.

Der Magistrat.

Hild. 2655

MiW

Langstraße Nr. 41.

Kostenfreie Arbeitsvermittelung werktäglich vorm 81/,12/8 Uhr, nachm. 36 Uhr.

Städtisches Arbeitsamt,

Rathaus Zimmer Nr. 12. Kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetz­gebung (Unfall-, Invaliden-, Kranken- usw. Gesetze.) Hanau am 2. Januar 1908.

Der Magistrat.

Dr. ® e b e f cb u 3. 2

Handelsr gister.

Firma: J. Rosenberg in Hanau.

Der Kaufmann Jakob Rosenberg in Hanau ist aus der Gesellschaft abgeschieden. Gleichzeitig ist der Kaufmann Harry Goldschmidt in Hanau in die Gesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter kingetreten; die Gesellschaft wird von dem seitherigen weiteren Inhaber Kau'mann Benni Rosenberg zmd dem Harry Goldschmidt als offene Handels­gesellschaft unter unveränderter Firma sortgesührt.

Dem Kaufmann Jakob Rosenberg in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 6. Februar 1908.

Königliches Amtsgericht Abt. 5. 3297

Bekantttmachttng.

Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen für daS III. See- bataillon in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1908, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1909/ Heimreise: Frühjahr 1911. Bedingungen: Mindestens 1,65 Meter groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1889 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körper­licher Entwicklung). Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dechdecker, Tischler, Glaier, Töpfer, Maler, Klempner usw.) und andere Handwerker (Schuster, Schneider, Gärtner uiw.)

In Tsingian wird außer Löhnung und Verpflegung täg­lich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an M 005

Kommando des 111. SlammsecbataillonS, Wilhelmshaven.

Königl. Oberförsterei Hanau.

Verpachtung der Schilfnutzung im Secloch Jagen 22» Schutzbezirk Bruchköbel am Samstag Den 22. Februar 1908, vormittags 10 Uhr, im Geschäftszimmer zu Neuhof woselbst auch die Verpachtungs-Bedingungen ein gesehen werden können. 8273

Gefundene nnd verlorene Genenstände rc.

Gefunden: 2 Schnurrbartsbürstchen mit Etuiè, 1 Mülleimer, 1 Spazierst ock, 1 Taschentuch, 2 Zeugnis­abschriften für Ludwig Lindemann, 1 Kneifer mit schwarzem Etuis, 1 Hundeleine (Riemen mit Karabiner).

Verloren: 1 neues schwarzes Handtäschchen mir einem Portemonnaie mit etwas über 5 Mk. und 1 weißes Taschentuch, 1 neuer brauner Turnschuh Nr. 27, 1 gelber Stein (Torbas).

Entlaufen: 1 gelbes Huhn (Italiener).

Zugelaufen: 1 Seidenpinscher, w. Geschl., 1 grauer Spitz, m. Geschl.

Hanau den 13. Februar 1908.

Politische Rundschau.

Trauerfeier für Herzog Ernst von Altenburg. In Altenburg fand am Dienstag mittag die Trauerfeier für den Heimgegangenen Herzog Ernst statt. Kurz vor 12 Uhr betraten die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften die Schloßkirche. Am Sarge hielten die persönlichen Adjutanten, die Kommandeure des Infanterie-Regiments Nr. 153, beS 6. und 12. Jäger-Bataillons, des 1. Garde-Regiments zu Fuß und der 12. Husaren die Ehrenwache. Zu Beginn der Feier erklang der Chorgesang:O Welt, ich muß dich lassen", worauf bie- Verlesung eines Schriftwortes durch den Hofprediger und das Requiem von Rheinberger folgten. Dann sprach der Hokvrediger ein Gebet. Nach dem Vater­unser und dem Chorgesang:Ich weiß, baß mein Erlöser lebt" vollzog der Generalsuperintendent die Einsegnung der Leiche. Hierauf schloß die Feier mit Liturgie und dem Chor­gesang:Wenn ich einmal soll scheiden." Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften kehrten in das Schloß zurück, wo Famiiientafel statlfand, an der die anwesenden Fürstlichkeiten teilnabmen.

Zur Hochzeit des Fürsten Ferdinand. Die Vorbereitungen zu der am 1. März aus Schloß Osterstein bei Gera stattfindenden Vermählung des Fürsten Ferdinand I. von Bulgarien mit der Prinzessin Eleonore Reuß jüngerer Linie sind bereits im vollen Gange. Fürst Ferdinand wird sich mit großem Gefolge zu seinem Hochzeitstage nach Deutsch­land begeben. Selbstverständlich wird auch der diplomatisch« Vertreter Bulgariens an den Höfen von Berlin und Koburg Generalmajor Nickyphorow der Vermählung beiwohnen. Prinzessin Eleonore Reuß, die Braut des Fürsten Ferdinand, betreibt bereits mit Eifer das Studium ihrer künftigen Landes- spräche. Der Fürst hat ein Fräulein Hakanow, eine be­sonnte Sprachlehrerin, aus Sofia zu ihr entsandt, die ihr täglich Unterricht im Bulgarischen erteilt.

Oesterreichische Delegalioir. In fortgesetzter Bc- rainng des Budgets des Mniisteriums des Aeußern vertei­digte Delegierter Pacher das Bündnis mit Deutschland gegen die von den slawischen Rednern erhobenen Vorwürfe. Die Polcuvorlagc der preußischen Regierung sei keine Maßnahme zur Vernichtung der Polen, sondern bloß eine Maßregel, den deutschen Volksstamm in den Ostprovinzen zu stärken zum Schutze dieser strategisch wichtigen Provinzen. Es gebe für Oesterreich keine bessere Politik als die Aufrechterhaltung des Dreibundes und vor allem des Bündniffes mit dem Deutschen Reiche. Delegierter Dr. Kramarcz trat mit aller Entschieden­heit der in der ausländischen Presse Oesterreichs Balkan­politik suggeri"rten aggressiven Tendenz entgegen und betonte, daß sich weder in Oesterreich noch in Ungarn für eint aggressive Politik auf dem Balkan eine Majorität finde Kramarcz erklärte in seiner Rede weiter, er erwarte be­ruhigende Erklärungen darüber, daß die Entente Oesterreich- Ungarns mit Rußland und den übrigen Mächten bezüglich der Reformaklion in Makedonien durch das Projekt der Sandschak-Bahn nicht erschüttert werde.

Zur Lage in Marokko.

Tanger, 12. Febr. Ein am 9. d. Mir. aus M a - z a g a n abgesandter Brief enthält die Nachricht, daß die dort befindlichen Truppen des Sultan» Abdel Aji z' die an der Küste gelegene Ortschaft A s e m m u r und di« den Ort umgebenden Befestigungen, dir von den Truppen Muley HafidS besetzt gehalten wurden, e i n g «-