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Die iLnfg«^âne PeeitM oder »er«« Neu* M MG im Aâmenteü di« Zeil« 36 Wh
es, GaijtnhaujeS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Derautmorü. Redakteur: •. Schreck«« la Ha»»
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Amtlich-S.
Landkreis Fyanau.
Setanntmadjnngen des Königlichen LanörntönintS.
Unter den Schweinen zu Windecken ist die Schweine- feudle festgestellt worden.
Hanau den 3. Februar 1908.
Der Königliche Landrat.
V 842 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge- markung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langenselbold Artikel 2066 zur Zeit der Eintragung deS Der- steigerungsvermerkes auf den Namen deS Ackermann« Philipp Köhler 7t, Philipps 4r Sohn, in Hüttengesäß eingetragene Grundstück:
Krtbl. 6 Nr. 51, die zwanzig Morgen, Acker 50,07 ar, 8,65 Tlr. Reinertrag,
am 27. März 1908, vormittag- 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 31. Januar 1908.
Königliches Amtsgericht. 3023
Zwangsversteigerung.
Am Wege der Zwangsvollstreckung sollen 1. das in der Gemarkung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langenselbold Artikel 1954 zur Zeit der Eintragung des DersteigerungsvermerkeS auf den Namen deS Maurers Johannes Häfner llt und dessen Ehefrau Katharina geb. Kleiber zu Langenselbold eingetragene Grundstück: Ortbl. 44 Nr. 85 Bergstraße Nr. 13, 2,05 ar,
a) Wohnhaus mit Hofraum,
• 180 Mk. Nutzungswert,
b) Vieh- und Schweinestall,
2. das in derselben Gemarkung belegene im Grundbuch von Langenselbold Blatt 2508 auf den Namen der Ehefrau des Maurers Johannes Häfner llt, Katharina geb. Kleiber, zu Langenselbold eingetragene Grundstück:
Krtbl. 7 Nr. 79/33, Acker in den Teiläckern, 21,65 ar, 4,29 Tlr. Reinertrag,
am 3. April 1908, vormittags 9 Nhr,
Feuilleton.
KU. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 8. Februar 1908.
Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch.
Prof. Dr. P. Duden- Höchst spricht über:
„Chemische Elemente in alter nnd neuer Zeit".
Anknüpfcnd an die Entdeckung der Radioaktivität gibt der Vortragende zunächst einen Ueberblick über die historische Entwicklung unserer Kenntnisse vom chemischen Element. Aus dem alten, auf deduktivem Weg gewonnenen Begriff der Aristotelischen Elemente, der, mit großer Zähigkeit festgehalten, fast 2000 Jahre lang die erperimenteUe Naturwissenschaft beeinflußte, entwickelte sich durch Um- und Weiterbildung allmählich der Begriff des modernen chemischen Elementes, das durch L a v o t s i e r endgültigen Eingang in die Wissenschaft fand. Klassische Experimentalarbeiten vervollständigten in der Folgezeit die Lavoisiersche Tabelle der Elemente, während andererseits das Bedürfnis nach einer theoretischen Vertiefung seinen Ausdruck im Periodischen System deS Elements fand. Sollte die? zunächst auch nur die experimentell erkannten Beziehungen der einzelnen Elemente zum Ausdruck bringen, so wurde es andererseits zum Ausgangspunkt von Gedankengängen, die durch die Auf- findung der ratioaktiven Stoffe zum erstenmale eine gewisse experimentelle Bestätigung erfuhren. An der Hand 1 von Tabellen und Präparaten wird dann das reichhaltige Material berührt, das die Forschung auf diesem Gebiet innerhalb des letzten Jahrzehnts zusammcngetragen hat, und insbesondere der zur Identifizierung der radioaktiven Substanzen so wich' tigen elektrochemischen Methode gedacht. Daß es sich bei diesen strahlenden Substanzen wirklich um eine Umwandlung
Montag den 10. Februar M"— ' ..............■'»in.........-»-———————— durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 5. Februar 1908.
Königliches Amtsgericht. 3021
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Das städtische Meldeamt befindet sich im Hause Landstrasse Nr. 41, Obergeschoss, die Tteuerver- Waltung im Hause Marktplatz Nr. 14, 1. Ober- a-schotz.
Hanau am 1. Februar 1908.
Der Magistrat.
Hild. 2655
Bekanntmachung.
Der Betrieb der Mainfähre Mühlheim—Dömigheim ist wieder ausgenommen Offenbach den 7. Februar 1908.
Großherzogliches Kreisamt. von Homberg k.
Lrißkrmktiikiisse für heil ßnuhfretë Hm».
Außerordentliche Generalversammlung
Dienstag den 18. Februar 1908, nachmittags 21 /» Nhr, in der „Coneordia", Parad «platz Nr. 1 hier,^ zu welcher die stimmberechtigten Vertreter gemäßH 46 des Kassenstatuts eingeladen werden.
Tagesordnung:
1. Ausscheidung der Gemeinde Kesselstadt betr.
2. Erhöhung des Pauschalhonorars der Aerzte.
Hanau den 10. Februar 1908.
Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau.
A. Pfosch. 8019
politische RimdTcbau.
Der Kriegsminister hat den ihm bewilligten dreimonatigen Urlaub nach dem Süden angetreten und mit dem Südexpreß Berlin verlassen. Er begibt sich über Italien nach Aegypten, und zwar zunächst nach Assuan. Während des chemischen Atoms handelt, welche, einem astronomischen Phänomen vergleichbar, sich in dem Mikrokosmos des AtomS vollzieht, ohne daß wir sie mit unseren experimentellen Hilfs- mitteln zu beeinflussen vermögen, kann jetzt nicht mehr zweifcl, haft sein, nachdem durch die Versuche Ramsays insbesondere nicht nur Helium, sondern auch Neon, Argon, Lithium, Natrium und Kohlenstoff in genetische Beziehungen zu den radioaktiven Substanzen gebracht worden sind. Es muß als ein glücklicher Umstand bezeichnet werden, daß dieses schwierige unb eigenartige Forschungsgebiet, kaum in Angriff genommen, in der Desaggregalionshypothese von Butherford und Soddy mit" einem theoretischen Hilfsmittel von größter Tragweite beschenkt mürbe, das sich bei allen Untersuchungen bisher als sicherer Führer bewährt hat und auch eine weitere fruchtbare Entwicklung dieses Gebietes erhoffen läßt.
Mit reichem Beifall lohnten die Zuhörer/ den überaus klaren Dortrag, dem sie mit großem Interesse'gefolgt waren.
toaftr Iahn und die deutsche Cprsche.
Oberlehrer Dr. Tesch auS Köln hielt am 12. Januar in Siegen einen Vortrag über den Kampf des Turnvaters Jahn um die deutsche Sprache. Obwohl die Schriften JabnS von seinen Zeitgenossen wegen der Reinheit ihrer Sprache den klassischen Erzeugnissen gleichgestellt wurden, drohen sie in unverdiente Vergessenheit zu geraten. Jahns schriftstellerische Eigenart empfing ihr Gepräge schon im Elternhause, einem brandenburgischen Pfarrhause. Er stilisierte in Halle, Greifswald und Jena deutsche Sprache und Literatur und zeigte mit dieser Wahl schon den Geist, der eigene Bahnen ging, weil dieses Gebiet damals von den Gelehrten noch wenig erforscht war. 1805 veröffentlichte er die Schrift: „Bereicherung des hochdeutschen Sprachschatzes", worin er die Pflege und Förderung der deutschen Sprache auf wissenschaftlichem Wege verlangte. Infolge der Niederlage von Jena so tief erschüttert, daß er in der folgenden Nacht graues Haar
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
seiner Abwesenheit wird er durch den ältesten Departement«- direktor des Kriegsministeriums vertreten.
Bundesrat. Der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz hat den Staatsminister Bossart zum Bevollmächtigten zum BundeSrat ernannt.
Der Statthalter für Elsass-Lothringen, Graf v. Wedel, ist mit seiner Gemahlin in Begleitung deS Majors Donop heute vormittag in München eingetroffen. Mittags empfing der Prinzregent den Statthalter, dem der Hubertu«- orden verliehen wurde. Major o. Donop erhielt den Militärverdienstorden 4. Klasse. Am Nachmittag waren der Statthalter mit Gemahlin und Major v. Donop zu einer größeren Tafel geladen, welche der Prinzregent anläßlich des GeburtrtagsfesteS des Prinzen Leopold gab.
Der Herzog und die Herzogin von Connaught sind vorgestern abend nach Aegypten abgereist.
Ostastatische Expedition. Die Budgetkommission des Reichstags verhandelte am Freitag über den Etat für Ostasien. Staatssekretär v. Schoen gab Auskunft über die Notwendigkeit der Erhaltung eines Detachements in Ostasien. Er sprach die Hoffnung aus, daß in spätestens fünf Jahren das Detachement zurückgezogen werden könne, da dann die Bahn von Tsingtau nach Tientsin fertig sei. Er meinte, eS würde keinen guten Eindruck machen, wenn die Zurückflehuna jetzt erfolge. Sie würde sicher den Protest der Kaufleute in Tientsin hervorrufen, die durch die Aufstände etwas nervös geworben seien und das Detachement in keinem Falle entbehren zu können glaubten. Auf eine Anfrage, ob die Soldaten nicht durch eine Polizcitruppe ersetzt werden könnten, erwiderte die Regierung, daß die Polizeitruppe ebenso teuer sein würde.
Polizeiwachtmeister. Nach einem Runberlaß der Ministers des Innern wird. für.die bei sämtlichen Königs. Schutzmannschaflcn angestellten Wachtmeister an Stelle der bisher geltenden Amtsbezeichnung „Schutzmannswachtmeister" diejenige als „Polizeiwachtmeister" eingeführt. Die Amtsbezeichnung „AbleilungSwachtmeister" bei dem Polizeipräsidium in Berlin und bei den Königlichen Polizeiverwaltungen in den Berliner Vororten wird in „Polizei-Oberwachtmeister" umgewandelt. Die bereits charakterisierten Schutzmänner sind ohne weiteres berechtigt, an Stelle des ihnen verliehenen Titels „Schntzmannswachlmcister" denjenigen als „Polizeiwachtmeister" zu führen.
Die ungarische Delegation setzte in ihrer letzten Plenarsitzung die Debatte über das Budget des Ministeriums des Aeußcrn fort. Delegierter Babit erklärte, der Dreibund sei eine unnatürliche Gruppierung. In Deutschland vergesse man nicht, daß die Grenze des Deutschtums weiter reiche als die des heutigen Deutschen Reiches. DaS Bündnis mit
bekam, bekundete er die Ueberzeugung von der Unzerstörbarkeit deS deutschen Geistes bald darauf in seiner denkwürdigsten Schrift: „Deutsches Volkstum". Kraftvoll trat er hierin für die Zusammenfassung aller deutschen Stämme unter Preußens Führung ein und empfahl zugleich als ein Heilmittel gegen die Gebrechen der Zeit die Pflege des hohen Gutes der Muttersprache. „Ihr seid schon längst durch die Sprache der Franzosen besiegt gewesen, ehe ihr durch ihr Schwert besiegt wurdet," rief Jahn den Deutschen zu. Er wurde Mitbegründer der Berlinischen Gesellschaft zur Pflege der deutschen Sprache. Die Höbe seiner schriftstellerischen Leistungen aber erreichte er durch seine „Deutsche Turnkunst", deren Sprache ihm von Kiel und Jena die akademische Doktorwürde eintrug. Alle seine Schriften durchzieht der Grundton der Vaterlandsliebe, sie bestimmte ihn auch, als Anwalt der deutschen Sprache aufzutreten: „In seiner Sprache ehrt ein Volk sich selbst," „Ein Volk, das seine Sprache verliert, verliert sein Stimmrecht unter den Völkern." Er wieS die Ansicht weit ab, die den deutschen Sprachschatz für unzulänglich hält, und legte auf die Mundart besonderen Wert, weil sie ihm reiche Hilfsquellen für den Ersatz von Fremdwörtern boten. Mit seinen Verdeutschungen ging er in seinem Eifer über die rechten Grenzen bisweilen hinaus, aber Bildungen wie: Reck, Riege, Turnen, Volkstuin sind heute in aller Munde. Spielend beherrschte er den bildlichen Ausdruck, den Stabreim, die Assonanz, den Tonfall. Da ihm der Niedergang Deutschlands eine Folge des Abfalls vom deutschen Volkstum war, so ist der ehrliche Ingrimm begreiflich, mit dem er die Fremdwörtern zu verjagen suchte. Die Sprachreinigung galt ihm wie eine Tcmpelreinigung Mit der Mahnung, die Anregungen Jahns in die Tat um- zusetzen, besonders durch Mitarbeit und Werbung für den Deutschen Sprachverein, schloß der Redner seinen mit deutlicher und angenehm berührender Stimme gehaltenen Bortrag, für den ihm reicher Beifall zuteil wurde.