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lUtaiienibrutf imb Bertaz der Buchdruckerri bei verei».

General-Anzeiger

Amtlicher Grzan fit Mt- uni Mikrtis Sanaa.

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e», VtaijeahauseS in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ceranheottt. Slrdaktr«; «. Schrecker W Hèrm»

Rk. 31 Fernsprechanschluß Nr. 605»

Donnerstag den 6« Fekruar

Fernsprechanschlutz Nr. 605« 1908

Amtliches.

Eandkreis Fyanati« BekMimaAngen des MiMen Lalldratsamts.

Das Gefechtsschießen deS Infanterie-Regiments Hessen- Homburg Nr. 166 mit scharfen Patronen findet statt

a) am 10«, 11« und 13« Februar d. J. auf dem großen Exerzier-Platz bei Hanau und

b) am 18«, 19« und 20 Februar v. I. in dem Gelände unmittelbar nördlich Mittelbuchen.

Schußrichtung : zu a): Bahndamm etwa 500 Meter nördlich Nordbahnhof Fallbachbrücke Reußerhof, zu b): Ausgang von Mittelbuchen nach Roßdorf-Windecken.

DaS Schießen beginnt täglich um 9 Uhr vormittags und wird gegen 4 Uhr nachmittags beendet sein.

Das Gelände zu a): Zwischen Chaussee Hanau (Nordbahnhof)Langendiebach und Feld- bezw. Waldweg LangendiebachReußer-Hof bis zur Bahnlinie Bruch- köbelHanau;

zu d): Zwischen den Straßen ' bezw. DerbindungS- wegenMittelbuchenRoßdorfWindeckenKilianstädten Mittelbuchen.

Diese Straßen bezw. Wege ausschließlich wird durch Sicherheitsposten abgesperrt und darf während des Schießens nicht betreten werden.

Den Weisungen der Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher der in Betracht kommenden Gemeinden bezw. Gutsbezirken wollen noch für geeignete weitere Verbreitung der Bekanntmachung Sorge tragen.

Hanau den 5. Februar 1908.

Der Königliche Landrat.

M 561 I. V.: Siemon, Reg.-Affessor.

Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.

Für die Wahl der Beisitzer und Ersatzbeisitzer für bas Kaufmannsgericht sind folgende Vorschlagslisten ein­gegangen :

Vorschlagsliste I. (Handlungsgehilfen.)

Beisitzer:

l Bernhard Oehmichen, 4. Adolf Lapp,

2. Robert Kroltzig, 5. Max Kreutler,

4= Heinrich Sandberg, 6. Friedrich Brück.

Feuilleton.

Aus Hliniul's Geschichte.

Verkehrszustânde vor zwei Menschenaltern.

Bon I. P. Thyriot.

Bevor wir uns im Geiste zwei Menschenalter zurückver­setzen und die zur Zeit Ende der 1830er bezw. Anfang der 1840er Jahre bestandenen Transportverhältnisse von Per­sonen und Güter betrachten, schicken wir voraus, daß wir «erade diese Zeit zu einer Beschreibung besonders geeignet halten.. Befanden wir uns doch da gerade an einem Wende­punkt, am Beginn eines vorher nicht gekannten Aufschwunges und es war diese geschäftliche Entwickelung aus verschiedenen politischen Ereignissen, die wir später in einem andern Auf­satz noch eingehend behandeln werden, hervorgegangen.' Sie war aber auch eine Folge der z. Z. in besonderer Weise hervorgetretenen Vervollkommnung unter Anwendung des Dampfes möglichen Verbesserung der Betriebseinrichtungen. Obgleich unsere Berichtszeit nicht allzuweit hinter un» liegt, so werden wir doch dartun, wir groß der Unterschied zwischen der damals schwerfälligen, bescheidenen, aber auch unbequemen und den uns nachher und bis heute fortgesetzt gebotenen raschen, angenehmen und trotzdem immer noch nicht genügenden Einrichtungen sich gestaltet hat.

Wir beginnen mit dem Marktschiff, das als ältestes Transportmittel seit 1607 sich sehr bewährt hatte, das mit vielen Widerwärtigkeiten unb eifersüchtigem Begehren von Kurmainz und namentlich Frankfurt a. M. befehdet worden war, wie wir in Arnd, Zeitschrift der Provinz Hanau Seite 146 und ff. lesen können. Erst 16101613 hörten diese Händel auf, nachdem die Gräfl. Hanauisch« Regierung den Rechtsweg beschriften und mit obsiegendem Urteil gewonnen hatte. Bald nachher im Jahre 1638 war ihm auch ein be­

Ersatzbeisitzer:

1. Christian Stoll,

2. Wilhelm Seippel,

3. Julius Bach,

4. Jean Voltz,

5. Ernst Keßler,

6. Johann Schmitt.

Dorschla^liste ». (Handlungsgehilfen.) Beisitzer:

1. Charles Ferdinand Joseph, 4. Wilhelm Fleckenstein,

2. Friedrich Bierbrauer, 5. John Joshua,

8. Hermann Schüler, 6. Georg Gerhardt.

Ers atzbeisitzer:

1. August Schuch, 4. August David,

2. Konrad Helbig, 5. Paul Richter,

3. Joseph Gaertig, 6. August Brachmann.

Vorschlagsliste III. (Kaufleute.) Beisitzer:

1. Julius Berlizheimer,

2. Ernst Zimmermann,

8. Bruno Clauß,

Ersatzbeisitzer:

4. Ernst Döring, 5. Albert Deines, 6. Heinrich Lossow.

1. Adolf Almeroth, 4. Heinrich Deines,

2. Wilhelm Kämmerer jun., 5. Paul Lauser,

8 Max Mainzer, 6. Joh. Phil. Müller.

Hanau am 29. Januar 1908.

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

Hild. 2401

Bekanntmachung.

Das städtische Meldeamt befindet sich im Hause Langstratze Nr. 41, Obergeschoß, die Stenerver- waltutig im Hause Marktplatz Nr. 14, 1« Ober­geschoß.

Hanau am 1. Februar 1908.

Der Magistrat.

Hild. 2655

Bekanntmachung.

DaS Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Noggenstroh (Flegel- und un gepreßtes Maschinen­stroh), Roggen, Haler und Wiesenhen letzter Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.

Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldnng und an jedem Wochentage von 812 Uhr

sonderes und Aufsehen erregendes Unglück widerfahren, indem es an einem Sachsenhäuser Brückenpfeiler zerschellt und angeblich ohne Menschenverlust versunken war. Alsbald wurde es aber . durch ein neues er­setzt, dies wehrte sich tapfer mehrere Jahrhunderte gegen alle erdenklichen bösen Anfeindungen und fuhr gemütlich täglich früh 6 Uhr nach Offenbach und Frankfurt, kehrte abends um 7 Uhr von da nach Hanau wieder zurück. Im Winter fuhr es nur am Montag, Mittwoch und Frei­tag und zwar im Oktob:r und Februar um 7 Uhr, im November, Dezember, Januar, wenn nicht EiS oder Hoch­wasser dies verhinderten, um 8 Uhr ab. Personen für 12 Kreuzer, Güter für 4 Kreuzer per Zentner wurden zur ganz besondern Zufriedenheit von Reisenden und Auftrag­gebern befördert, waS auS vorliegenden Berichten ausdrück­lich und besonders lobend erwähnt wird. Während der Fahrt fehlte eS auch nicht an Unterhaltung und wer Glück hatte, der traf die oft mitfahrende alte Jüdin, dieMansche Gärtnern"; sie war von Wachenbuchen und eine in allen Stadlstraßen sichtbare und sich bettelnd herumtreibende Frauensperson. Auf einem Kästchen, daS mit Metallsaiten bespannt war, klimperte sie mit einer Haarnadel unb sang allerlei Lieder oft recht gewöhnlichen Inhalts dazu. Ihre gewalttätig herausgeputzt« Figur, ihr aber sonst harmloses Benehmen erregten stets Mitleid und brachten ihr schönen Lohn.

So bot unserMarkschiff" wenn auch nicht die einzige, doch eine zeitgemäße Beförderung, dabei eine angenehme und abwechslungsreiche Tagcstonr für die Teilnehmer, die sich gut unterhielten ober ihren Gedanken nachhängen konnten.

Da trat nun plötzlich 1841 das Verhängnis ein, daß die MaindampfschiffahrtS-Gesellschaft einen Fahrdienst vor« bereitete und schon am 19. Juni 1842 einrichtete. Mit den in Dienst gestellten DampfernLudwig" undDer Verein", die von Mainz bis Bamberg regelmäßig fuhren, wurden die Einnahmen des MarktschiffeS an gewissen Tagen ganz

vormittag» sowie, mit Ausnahme des SamStagS, von 24 Uhr nachmittag» erfolgen.

Hanau den 1. Februar 1908.

Königliche- Proviant-Amt. V 885

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 5. Februar.

Am Ministertische: Delbrück.

Die zweite EtalSberatung wird beim Etat der

Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung fortgesetzt.

Abg. Dr. Beumer (nl.): Die Steigerung der Kohlen­preise hat ganz natürliche Ursachen; die Erhöhung der Ar­beitslöhne, die Lasten der sozialistischen Gesetzgebung, die im Automobiltrmpo gefördert wird, die Verkürzung der Arbeits­zeit und das Verbot der Ueberschichien müssen preiSerhihend wirken. Die Ueberschüsse der Zechen find aber neuerding» zurückgegangen, daraus ergibt sich auch, daß die Arbeiter an dem Gewinn der Bergwerk« teilnehmen. Des weiteren ver­teidigt Redner daS rheinisch-westfälische Kohlensyndikat. Die Verstaatlichung deS Bergbaues würde die Zustände nur ver­schlechtern (Minister Delbrück lächelt), und daS Volk würde bald (auf die Ministerbank zeigend) sagen: hic niger est, hunc tu Romane eaveto. (Vor diesem Schwarzen hüte dich.)

Abg. Golds ch m i d t (frs. Vp.): In der Zeit bei Tiefstandes der Kohlenpreife hätte der Staat Bergwerke er­werben müssen. Dr. Beumer habe vom Automobiltempo bet Sozialpolitik gesprochen. Gestern, 18 Jahre nach dem Ver­sprechen, sei endlich der Entwurf über die Arbeitskammern veröffentlicht worden ; sei das auch Automobiltempo? Der Minister solle dafür sorgen, daß auch die Arbeiter der staat­lichen Bergwerke diesem Gesetz unterstellt werden. Ferner frage er den Minister, ob die Nachricht richtig sei, daß bit Beamtenbesoldungsvorlage nicht komme. Die Genossenschaften dürsten gegenüber dem Gewerbetreibenden nicht bevorzugt werden, am allerwenigsten von einem Minister für Handel und Gewerbe. Ein Kohlenausfuhrverbot könnt« Deutschland am allerwenigsten vertragen. Nach einem Hinweis auf bte Notwendigkeit von weiteren Schutzmaßregeln gegen Grnben- unfälle schließt Redner.

Abg. Wolff- Lissa (frs. Bgg.) erkennt an, daß der Minister bemüht gewesen sei, der Kohlenknappheit abzuhelfen.

Abg. Dr. Voltz (nl.) bestreitet, daß Schlesien nicht ge­nügend mit Kohlen versorgt worden sei. Jede gute Grub,, jeder gute Händler habe geliefert, wozu sie vertraglich v«x-

wesentlich gekürzt und durch di« ungleich besseren Einrich­tungen und Art des rascheren Transportes, dessen Ansehen beim Publikum ganz bedeutend herabgesetzt. Wie gewaltig und aufsehenerregend der Eindruck gewesen, finden wir in einem veröffentlichten Gedicht, das der hier amtierende Metro­politan Calaminus verfaßt hatte, unter anderem:

Der Dampfer schäumt, ein schwarzer toller Eber, Her durch des Maines blanke Flut,

Haut links und rechts sich schäum'ge Gräber

Im Wogenschwall mit Wut.

8um flachen Strand aufzischt der Sand -peitscht von dem gräulichen Ungetüm, Die Wirbel ächzen hinter ihm."

Die Dampfschiffahrtsgesellschaft hatte ihren Sitz in Bamberg, ihr Präsident war der hiesige Rechtsanwalt Osius, der auch infolge seiner Verdienste um die Gesellschaft, daS Ritterkreuz 2. Klasse von Sr. Majestät dem König von Bayern erhielt. Spediteur am hiesigen Platze war J. A. Herold, der sich, ein ge­borener Bayer, nicht lange vorher in Hanau niedergelassen hatte. Er bezog 4°/o der bei seiner Agentur sich ergebenden Brutto­einnahme und am Ende deS Jahres 1849 veröffentlichte bit Dampfschiffahrtsgesellschaft, daß sie von 1842, also in 6 Jahren, folgende Beförderungen zu verzeichnen habe:672 832 Per­sonen, â Person FrankfurtHanau 21 Kr., 224 Reist- wagen, 2977 Tiere, 208 299 Zentner Güter, 3 791 831 Gulden in Geldsendungen."

Die Einnahme betrug 869 290 Gulden 45 Kreuzer, als vornehmster Posten in der Ausgab« waren 348 000 Gulden für Kohlen genannt.

Der Besitzer des MarktschiffeS Georg Christian Dein war mit dem Beginn der Dampfschiffahrt 1842 gestorben, der Sohn hatte zwar daS Geschäft fortgesetzt, alS abrr auch dieser 1846 starb, fand sich unter den obwalt«nden Um­ständen fet> weiterer Bewerber und im November 1847 wurden bte Fahrten des MarktschiffeS, nach einer 240jährigen BetriebSzeit, ganz eingestellt. Wir erinnern uni noch gerne ber Wallfahrt nach btm Auslauf de» Mainkaual« t« ben