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1,80 DL, monatlich 60 Pfg., für auL- mit dem betresseudeu Postausichlag.

Lie e»« Nummer »M 10 Pf-,

Mototiovidruck und Verlag der Buchdrucker«! Sei rerei».

General-Anzeiger

Amtlich» Gk-m fit Mt- ane Mirms Kam.

M, vaijeuhauseS tu Ham».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verautworü. todte« t e. «chrecker in HaMg,

Mr. 23 Fernsprechanschluk Nr. 605.

Dienstag den 28. Januar

F«r»!pr«cha»1chl«tz Nr. 605. 1908

Amtliches.

Landkreis Ranau.

NelmlmWM M Äjliäjtn MiiMi.

An Sie Herren Bürgermeister und Gut-vorsteher des Kreises.

Betrifft die Beschäftigung ausländischer Arbeiter.

Für die auS Rußland und Oesterreich-Ungarn und deren Wichen Hinterländern kommenden Arbeiter werden vom 1. Ftbrnar 1908 ab Jnlandsausweispapiere aus- gefertigt.

Die Ausstellung der Papier« Arbeiterlegitimations- karteu erfolgt bei den von der Deutschen Feld« arbeiter-Zentrale in Berlin errichteten Grenzämtern durch bie für diese zuständigen Ortspolizeibehörden.

Die Legitimationskarten für polnische Arbeiter find rot, für ruthenische Arbeiter gelb, für sonstige Arbeiter weiß; st« gelten als ausreichende Ausweispapiere im Sinne der Päß- grsetze. Die Karten müssen stets einen bestimmten Arbeit­geber angeben.

Für diejenigen Arbeiter, welch« unter Umgehung der Grenzämter im Inland in Arbeit treten oder bereits vor dem 1. Februar 1908 sich in Preußen befunden haben, kann die Ausstellung von LegitimationSkarten durch Vermittlung der OrtSpolizeibehörde deS Beschäfligungorts beantragt werden. Für die Provinzen Rheinland, Westfalen und Hessen-Nassau ist für diese Fälle eine Abfertigiittgsstelle der Feld- arbeiter-Zentrale in Esten errichtet.

Für die Ausstellung der Karte ist eine Abfertigungsgebühr von 2 Mk. zu entrichten, welche in Zukunft für diejenigen Arbeiter, die unter Umgehung der Grenzämter im Inland Arbeit nehmen, auf 5 Mark erhöht wird. Für verloren« Karten ist eine Schreibgebühr von 1 Mark zu entrichten.

^ Für Arbeiter, welche ihr ArbeitsverhältniS ordnungS- mâßig gelöst haben und in ein neues ArbeitsverhältniS ein* zutreten wünschen, hat die OrtSpolizeibehörde der ersten Ar- Heitsstätte auf der Karte zu vermerken:

Das ArbeitSverhältniS bei ..... in ...... ist gelöst."

Auf Grund dieser Bescheinigung hat die Ortspollzei- behötde der neuen Arbeitsstätte die Karte auf den neuen Arbeitgeber umzuschreiben. Die Bescheinigungen sind orb* uungsmäßig zu vollziehen.

Wird gegen die Umschreibung Widerspruch erhoben, weil die ordnungsmäßige Lösung des Arbeitsverhältnifses bestritten wird, so ist die Kart« mit den Verhandlungen dem Landrat zur Entscheidung vorzulegen.

Feuilleton.

Ein Veteran der Preffe.

Graz, 26. Januar.

Die GrazerTagespost" schreibt:

Wie wir bereits gemeldet haben, hat der bisherige Chef- redakteur derTagespost", Herr Dr. Wilhelm Rull- mann*), mit Rücksicht auf seinen Gesundheilszustanb den Verwaltungsrat der Druckerei- und Verlags-Aktiengesellschaft Leykam" um Enthebung von dem Amte ersucht, daS er fünf Jahre hindurch bekleidet und mit Hingebung und Umsicht versehen hatte. Da der Verwaltungsrat sich ge­nötigt sah, diesem Ansuchen stattzugeben, so scheidet mit Herrn Dr. Rullmann aus dem Verbände derTagespost" nicht nur eines seiner wertvollsten Mitglieder, ein Journalist, dessen Name mit der Geschichte des Blattes aufs ehrenvollste verbunden ist, sondern eS tritt auch ein Veteran der Presse aus dem Dienste, dem er vierzig Jahre lang seine Kräfte gewidmet hatte.

Denn gerade vier Jahrzehnte sind vergangen, seit Dr. Rullmann als Lehrer am deutschen Gymnasium zu Wyburg n Finnland in dem Jahresberichte dieser Anstalt zu Ostern 1868 seine SchriftUeber die Anfänge des SpinoziSmuS in Deutschland" veröffentlichte. Von da an war Rullmann zu­nächst in Frankfurt am Main schriftstellerisch und als Korrespondent derAugsburger Allgemeinen Zeitung" und derNeuen Freien Presse" sowie als Mitarbeiter derFranks. Ztg. journalistisch tätig. Pom Jahre 1870 an machte Nullmann wiederholt Reisen in den wiedergewonnenen

e^.m L ^r ^l11 m 6 £tt ist der Sohn der im Januar 1884 zu

: verstorbenen Pfarrer» Dr. tbeoL Rullmann. Nach seiner »> ^"^L^cE Dr. Wilh. Nullmann nach Schlüchtern überzu- siedeln, woselbst er sich eine Villa hat «b-««« lallen.

Diejenigen Arbeiter, welche ohne im Besitz der Arbeiter- LegitimationSkarte zu sein, in Arbeit treten wollen oder ge» treten sind, und eine solche Kart« nicht nachträglich erhalten können, müssen anSgewiefen werden.

Die Herren Bürgermeister und Gut-vorsteher weise ich an, die vorstehenden Bestimmungen sorgfältig zu heachten. Die Legitimationspapiere der in Ihren Bezirken zuziehenden ausländischen Arbeiter sind auch in Zukunft alsbald mir zur Prüfung vorzulegen. Für die Zulassung ausländisch-polnischer Arbeiter bleiben die bestehenden Vorschriften in Kraft.

Hanau den 22. Januar 1908.

Der Königliche Landrat.

V 456 u. 574 v. Beckerath.

Bekanntmachung.

Im April b. I. beginnt in dem Königlichen evangelischen Volksschullehrerinnen-Seminar zu Rotenburg a. Fulda, Re- gierungSbezirk Cassel, ein neuer Kursus und ist die Auf­nahme-Prüfung auf den 25. April b. I. (schriftliche Prüfung) und auf den 27. desselben Monats (mündliche Prüfung) angesetzt worden.

Anmeldungen hierzu find bis zum 31. März b. Z. unter Beifügung

a) eines felbstangefertigten Lebenslaufe»,

b) deS Geburtsscheine«,

e) eines Impfscheines, eines Nachimpfungsscheines und eine» GesundheitSaitesteS, ausgestellt von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Ärzte,

d) der Schulzeugnisse,

e) eines Sittenzeugnisses,

f) der Erklärung des Vaters oder des Nächstverpffichieten, daß er die Mittel zum Unterhalt der Aspirantin während ber Dauer deS Unterrichts-KursuS gewähren werde mit der Bescheinigung der OrtSbehördr, daß er über die dazu nötigen Mittel verfüge,

an den Direktor des Seminars Herm Lie. Dr. Thomas in Rotenburg a. Fulda einzureichen.

Schulgeld wird nicht erhoben.

Für Kost und Logis haben die Schülerinnen selbst zu sorgen. Bedürftigen und fleißigen Seminaristinnen können Unterstützungen au« Staatsmitteln bewilligt werden.

Wegen deS Unterkommens der Aspirantinnen wird der Seminar-Direktor Rat und Weisung erteilen. 8 209

Cassel, 7. Januar 1908.

V 663 Königliche« Provinzial-Schulkollegium.

Reichslanden; das Ergebnis seiner Studien war das im Cottaschen Verlage erschienene Buch über daS Unterelsaß. Von 18711873 war er Feuilleton-Redakteur der national­liberalenFrankfurter Presse" und in dieser Stellung hatte er Gelegenheit, sich um die Verbreitung der Werk« Schaum- berger« Verdienste zu erwerben, bie bei der Enthüllungs­feier des Neustädter Schaumberger - Denkmals im Jahre 1899, für welche Rullmann im Auftrage deS Komitees die Festschrift verfaßt hatte, die wärmst« Anerkennung gefunden. Vom Jahre 1876 1877 gab Rullmann dieRheinische Wochenschrift" heraus, die erste Zeitschrift, die in Deutsch­land für den Schutzzoll eintrat. Im Jahre 1877 über­siedelte er, einer Einladung seines Freundes Jules dr Swert folgend, für dessen OperDie Albigenser" er das Libretto geschrieben hatte, nach Wien und von dort auS schrieb «r vom Jänner 1878 an Korrespondenzen, Leitartikel und Theaterbriefe für dieTagespost", in deren Redaktion er dann zu Beginn deS Jahres 1879 eintrat.

Drei Jahrzehnte hat Dr. Rullmann somit nahezu aus­schließlich dem Dienste unseres Blattes gewidmet, und nickt nur die verschiedensten RessortS bekleidet, sondern auch durch feinsinnige literarisch« Arbeiten Wertvolles geleistet. Zwei- undzwanzig Jahr« lang bekleidete Dr. Rullmann das Amt de» S ch a u sp i r Ire fe r«n te n derTagespost" und hat auf diesem Gebiete durch sein reiche« literarffchen Wissen, seine in der Kultur Schiller« wurzelnde Aesthetik, sein« feine Stilistik und durch seine Herz«nSgüte daS oft hart« Amt des Kritiker« in tadelloser Weise geführt und e« anregend und fruchtbar zu machen verstanden; er hat mit feinem Takt Sonne und Regen gerecht zu verteilen gewußt. In seltener Einmütigkeit mit seinen Redaktionskollegen hat er in den letzten fünf Jahren auch daS verantwortungsvolle und schwierig« Amt eines Chefredakteurs versehen, und man kann wohl sagen, daß Wilhelm Rullmann einer der Vorgesetzten war, dieder Erste unter Gleichen" sind. Seine wahrhaft human» G«stmuw- kam ab« auch m d« Bemühung w feint« ,

J... ......-_ ......jf Hanauer Ortskrankenkasse'

Bekanntmachung.

Dir Frist zur Einlösung der noch im Umlauf befindllchm Beitrags- «. Eintrittsmarken endigt mit dem

31. sanitär 1908.

Nach diesem Zeitpunkt werden keinerlei Marken mehr zurück­genommen und dieselben hiermit gleichzeitig als wertlos erklärt.

Hanau den 14. Januar 1908.

Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkaffe.

Schabl, Vorsitzender. 1169

Politische Rundschau.

Kaiserlicher Glückwunsch. Der Kaiser ließ dem General der Infanterie z. D. von Wißmann auf Schloß Bratzen bei Tempelburg zu seinem 80. Geburtstag bei folgende Glückwunschtelegramm zugehen:Ich freue mich, Ihnen zu der seltenen Feier Ihres 80. Geburtstages meine herzlichsten Glückwünsche senden zu können, und erinnere mich dabei gern Ihrer treuen Dienste für Armee und Vater­land in großer Zeit. Möge Ihr Lebensabend von Gotte- reichstem Segen auch ferner begleitet fein. Wilhelm R.*

Die deutschen Bischöfe gegen den Modernis­mus. In dem Hirtenbrief der deutschen Bischöfe stellen sich diese voll auf den Boden der Enzyklika des Papstes gegen den Modernismus. Sie erklären, daß sie mit allen Kräften einmütig die Irrtümer im Modernismus bekämpfen würden, und beklagen, daß die Kritik, die eine Krankheit unserer Zeit fei, selbst vor der kirchlichen Autorität nicht halt mache. Gegenüber den Vrreinsbildungen betont das Hirten schreib««, daß die Bildung von Priestervereinen nicht zugelassen werde mit Ausnahme von religiösen Kongregationen. Die Organisation der katholischen Kirche sei durch Jahr­hunderte bewährt, so daß neue Vereine nur zu Abirrungen führen könnten.

Die Marokko.Debatte in der französischer» Kammer.

Pari-, 27. Januar. Pichon beabsichtigt, in der Debatte über Marokko daS Wort erst zu ergreifen, nachdem alle ein­geschriebenen Redner gesprochen haben. Pichon wird alle in der Kammer vorgebrachten Bemerkungen durch einen Gesamt- überblick beantworten und, nachdem er die marokkanisch« Frage ausgiebig behandelt hat, wird er mit einigen allge­meinen Betrachtungen auf die äußere Politik deS Kabinett« eingehen, ohne jedoch in irgend einer Weis« her Vorgäng« von 1905 Erwähnung zu tun.

Mitarbeitern, in der Organisation des Ditnstes zum M drucke, und uur ungern steht man diesen al« gütigen Charakts^ wie erfahrenen Journalisten gleich ausgezeichneten Mann aus dem Dienste scheiden. Möge Herrn Dr. Rullmann denn nun nach vielen sauren Jahren der Arbeit ein lange währender, sonniger Lebensabend beschieden sein; mög« sich der Herzenswunsch aller feiner Mitarbeiter, die eS freudig waren, erfüllen, der Wunsch, den wir in bie kurzen Worte einschließen: ad moltos annos I

Auch der Journalisten-und Schriststrller-Derein Graz«r Concordia verliert in Dr. Rullmann seinen ebenso be­liebten als arbeitsfreudigen und hochverdienten Obmann. Mit seinem Freunde und Kollegen Karl von Raab zu­sammen hatt« ja Rullmann die Anregung zur Gründung ber Grazer Concordia gegeben, bie vor einem Vierteljahrh undert, am 81.März 1883, in» Sehen trat. Er arrangierte Gastspiele zu Gunsten deS Vereine« (BarstScu, Baumeister, Tyrolt, Martinelli (dreimal), Girardi, Kainz, Odilon, Meininger re.) und Votträge (Anzengruber, zweimal Stieler, Ritterhau«, Sleitenheim u. a.). Als die Grazer Concordia Rullmann zu seinem 60. Geburtstage ihr« Glück­wünsche darbrachte, konstatierte ber damalige Obmann des Vereine«, Herr Dr. Withalm, in einer Sitzung beS Aus­schusses vom 12. Jänner 1902,daß Rullmann zu den Gründern de« Vereine« gehört und daß dessen Verwmdung und gesellschaftlichen Verbindungen die Concordia einen grossen, wenn nicht ben größten Teil ihre« VrrmögenS vtrdanke." Die Concordia hat damals auch ihrer Anerkennung und ihrer Dankbarkeit durch Ueberreichung einer künstlerisch aus- geführten Adreffe Ausdruck verliehen. Gleichfalls im Verrine mit feinem Kollegen Raab hat Rullmann auch bit An­regung zur Errichtung deS Hamerling-DtnkmalS gegeben, für dessen Ausführung er sich unermüdlich tätig gt» zeigt hat.

Das größte Verdienst aber hat tr sich durch bie Gründung

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