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Gcncral-Anzcigcr

Amtlich» Olgas für Stoib ani fanikrtis Kasas.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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^t, 17 Fernsprechanschlutz Nr. 605,

Amtliches.

PolizeL-Verordnung.

Auf Grund deS 8 6 der Verordnung vom 20. September 1867 (G.-S. S. 1529) über btt Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen und des 8 143 des LandeS- vrrwaltungS-GcsetzeS vom 80. Juli 1883 sG.-S. S. 195) wird für den Umfang des Gemeindtbezirk«» Rückingen folgendes verordnet:

8 1.

Verstöße gegen die Ordnung betreffend die Regelung des Feuerlöschwesen« in der Landgemeinde Rückingen vom 18. Januar 1908 werden mit Geldstrafe bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft bestraft.

8 L

Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver­öffentlichung in Kraft.

Rückingen den 15. Januar 1908.

Die OrtSpolizeibehörde.

Traudt. 1691

Hanauer Ortskrankenkasse.

Bekanntmachung.

Der I. Nachtrag zu dem Kafsenstatut ist er­schienen und wird von der Kaffenverwaltung unentgeltlich abgegeben.

Hanau den 15. Januar 1908.

Der Vorstand de» Hanauer Ortskrankenkasse.

Schabl, 1. Vorsitzender. 1649

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 schwarzer Ueberzieher, 1 Gummistempel (mit der Schrift Unterstützung Hanau).

Verloren: 1 grüne« Portemonnaie mit 11 Mk. In­halt, 1 Stück hellblaues Tafftband, 1 Nickel kneifer, 1 schwarzes Notizbuch, 1 Brosche.

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.

Zugelaufen: 1 roter Pinscher w. Geschl., 1 grau und braungestreifter Pinscher «. Gesch., 1 kleiner schwarzer junger Hund.

Entlaufen: 1 grauer großer Pinscher.

Hanau den 21. Januar 1908.

Politische Rundschau.

De» Kaiser als Pate. Bei der am Sonntag in Christchurch vollzogenen Taufe bei Tiicount FitzharriS, bei Erben bei Earl Malmesbury, war, wie «uB London tele­graphiert wird, einer der Paten der deutsche Kaiser. Der Kaiser ließ sich durch den Botschafter Grafen Wolff- Metternich vertreten und schenkte dem Täufling einen gol­denen Becher mit seinem Medaillonbildnis.

De» Kaiser «nd die sozialdemokratischen Wahlrechts-Demonstrationen. Am 14. Januar, also am zweiten Tage nach dem sogenanntenroten Sonntag", ließ der Kaiser, wie derKölnischen Zeitung" aus Berlin berichtet wird, die Schutzleute auf dem Schloßhofe antreten pnd sprach dem Polizeihauptmann Schmähen seine Aner­kennung über daS energische und doch taktvolle Vorgehen der Schutzmannschaft am kritischen Sonntag aus. Er wieS darauf hin, daß mit Rücksicht auf die unausbleiblichen Folgen die Requirierung bei Militärs unter allen Umständen bei solchen Anlässen vermieden werben solle. Auch die Kaiserin sprach der Schutzmannschaft ihren Dank aus.

DaS KrönungS» und O»d»nSfest. Bei dem dies- jährigen KrönungS- und Ordensfeste sind bedeutend mehr Auszeichnungen verliehen worden, als im Vorjahre: 8821 Orben und Ehrenzeichen gegen 8579. Wie stets, ist von den Orden der Rote Adlerorden in allen seinen Klassen am öftesten (1361 mal) verliehen worden (1907; 1350), davon bie 4. Klasse 1087 mal (1128). Der Kronenorden ist 749 (709) mal, der HauSorden von Hohenzollern 46 (44) mal, bai Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens 199 (134) mal, ward All^Eim Ehrenzeichen 1466 (969) mal verliehen

Eobu»ger Krieaervèrband umfaßt, nach dem Geschäftsbericht, am 1. 1. 1907 4004 Kameraden in 72 weinen. Darunter befanden sich 215 Ehrenmitglieder und 3789 ordentliche Mi gheber sowie 508 Kriegsveteranen. Die Z"hs der letzteren nimmt erheblich ab, eS sind 23 Kameraden Kruger als im Vorjahr«. DieParolr" wurde von den

Dienstag den 21. Januar « .....................................

72 Vereinen in 105 Exemplaren gehalten. AuS der Unter« stützungskaffr bei Deutschen KriegerbundeS erhielten im Jahre 1906 118 Kameraden 1638 Mk. und 70 Witwen 691 Mk. DieHohenlohe-Stiftung" ist auf 565,95 Mk. angewachsen. DaS Vermögen deS Verbandes betrug am 81. 12. 06. ins­gesamt 880,46 Mk. ES wurden an Unterstützungen ausge- geben für Kameraden (113) 1638 Mk., für Witwen (70) 691 Mk. 118,28 Mk. wurden im Jahre 1906 an die Fechtanstalt bei Deutschen KriegerbundeS gesandt. DaS Jahr 1907 ergab bis zum 8. Dezember 350,28 Mk. In die Sterbekassen deS Deutschen Kriegebundes sind im Jahre 1907 auS dem Coburger Kriegerverband 112 Kameraden, Ehefrauen und Witwen neu eingetreten, so daß jetzt 1400 Kameraden, Ehefrauen und Witwen auS dem Landesver­band» der Kasse angehören. AuSbezahlt wurden von der Bundes-Sterbckass« in Berlin in den Bereich des Coburger Landesverbandes 5866/s Mk.

Der Verband sächsische» JirdttsMelle» trat am Montag in Dresden zu seiner 8. ordentlichen Hauptversamm­lung zusammen, die von etwa 800 Industriellen auS ganz Sachsen besucht war. Nach dem Berichte bei Syndikus ReichstagSabgeordneten Dr. Stresemann über die wirtschaft­liche Lage und die Tätigkeit des Verbandes, wonach dem Ver­bände an 4000 Fabrikbeiriebe mit 400000 Arbeitern angehören, wurden Beschlüsse gefaßt, welche ein Vorgehen gegen die Lieferungsbedingungen der Kohlensyndikate empfehlen, sowie eine Resolution gegen die geplante Aenderung der Gebühren für die Benutzung von Fernsprechern, in der von amtlicher Seite vorgeichlagenen Form, sowie eine weitere Resolution, welche die Förderung der Baumwollkultur durch Unterstützung von Bahnbauten im Interesse der deutschen Textilindustrie fordert.

Uebe» die Sozjaldemokeatte alS Gegnerin deS Arbeiterwohls äußert sich die Freisinnige Zeitung: Der ostpreußische Parteitag der Sozialdemokratie hat, nach demReich", eine Resolution angenommen, in der di» Land­arbeiter vor der .Uebernahme von Rentengütern gewarnt werden und ihnen empfohlen wird, sich auch nicht durch käuf­lich» Erwerbung von Wohnhäusern ober Erbpacht seßhaft machen zu lassen. Es ist eine allbekannte Tatsache, daß den Sozialisten nichts unangenehmer ist, als wenn die Arbeiter Eigentum erwerben; denn sie wissen lehr wohl, daß Leute, die etwas besitzen, nicht mehr geneigt sind, auf die hetzerischen Einflüsterungen der sozialdemokratischen Agitatoren zu hören. Da nun aber den Machern in der Sozialdemokratie an dem Wohlergehen der Arbeiter nicht das geringste liegt und sie im Gegenteil zu fürchten haben, daß sie ihre einträglichen, mit Hilfe der Arbeitergrofiben geschaffenen Stellen verlieren, falls bei den Arbeitern sich auch nur eine Spur von Zu­friedenheit bemerkbar macht, so suchen sie mit allen Mitteln den Uebertritt derProletarier" in diebesitzenden Klaffen" zu verhindern. Daher bie fortwährenden Predigten gegen da« Sparen, daher die Warnung vor dem Erwerbe von Grund und Boden. Man wird sich erinnern, daß kürzlich noch daS Bremer Sozialistenblatt ei offen aussprach, der Besitz eines kleinen Häuschens und kleinen Ackers müsse den Genossen verekelt werden, da er diese der Sozialdemokrati» abwendig mache.

Koloniale Ausbildung. Wir brauchen Frauen in den Kolonien. Während in Deutschland ein paar Millionen mehr Frauen als Männer sind, kommen in den Kolonien auf je eine Frau 6 bis 9 Männer. Aber wir können untere Frauen nicht veranlassen, ohne Vorbildung und ohne Rück­halt in bie Kolonien zu gehen. Aus diesen Erwägungen heraus soll zum 1. April, wie schon erwähnt, für Damen gebildeter Stände von im allgemeinen 20 bis 30 Jahren eine Kolonial-Frauenschule im Anschluß an die Deutsche Kolonial- schule für Männer in Witzenhausen eingerichtet werden. Die Schülerinnen derselben können an dem Unterricht der Deutschen Kolonialschule teilnehmen und erhalten im übrigen im Haus» das, was speziell für die in den Kolonien lebenden Frauen notwendig ist. Als Vorsteherin ist Frau von Falkenhausen, zurzeit in Berlin - Zehlendorf, gewählt worden, die selbst 11 Jahre lang in Deutsch-Südwestafrika gelebt hat. Näheres ist von dieser zu erfahren.

Der Staatskonftikt in Oldenburg ist beigelegt. Er war bekanntlich dadurch entstanden, daß der oldenburgische Landtag die Entschließungen des GroßherzogS über die etwaige Vormundschaft der Großherzogin über den Erbgroß­herzog mißbilligte. Der Großhcrzog verbot darauf seinem Vizeoberstallmcister v. Wenckstern, weiterhin den Vorsitz der Landeskörungskommission zu führen. Auf Bitten der Pferde- zâchter hat der Großherzog sein Verbot jetzt aufgehoben.

DaS japanische Budget. Das Reutersche Bureau ist in der Laar. über daS japanische Budget IS08M folgende

Feensprechanschlutz N». 605. 1908

Hauptpunkte mitzuteilen: Die ordentlichen Einnahmen be­laufen sich auf 476 Millionen Den, die außerordentlichen 140 Millionen Den, insgesamt 616 Millionen Den. Beide Gesamtsummen sind dieselben wie die entsprechenden bei letzten JahreS. Die ordentlichen Einnahmen weisen eine Zu­nahme um 52 Millionen Den auf, bie außerordentlichen eine Abnahme um bie gleiche Summe. Die ordentlichen Ausgaben sind um 15 Millionen höher, die außerordentlichen Ausgaben um die gleiche Summe niedriger veranschlagt als im vorhergehenden Jahre. Bei den ordentlichen Einnahmen ist der Ertrag der vorgeschlagenen Steuererhöhung mit 11 Millionen in Ansatz gebracht. Unter den außerordrntlichrn Einnahmen befindet sich ein Betrag von 39 Millionen, d»r, durch Anleihe aufgebracht, für Eisenbahnen, Frrnsprrch- einrichtnnqen und Eisenwerke verwendet werden soll Die Steuererhöhung soll die Finanzen durch eine dauernde Ein­nahmequelle auf eine gesunde Grundlage stellen. Der be­treffende Entwurf umfaßt dir Erhöhung der Steuern auf Reisbier, bie Erhöhung der ZuckerverbrauchSsteuer und die Erhöhung der Petroleumstener. Ferner soll der Preis des Tabaks eint Erhöhung erfahren. Ein» ander» Anlrih» als die erwähnte ist nicht in Aussicht genommen. Die Ausgaben sollen in den früheren Grenzen gehalten werden durch den Aufschub verschiedener Posten für daS Militär- und Marine- wesen und anderer Ausgaben, bit für eine Reihe von Jahre,: bewilligt sind. Die Regierung wünscht den Betrag für die Tilgung der Staatsschuld zu erhöhen, deren Zinsenlast 176 Millionen Den beträgt und um 10 Millionen zugenommen hat. Es wird deshalb die Summe an den Fonds zur Konsolidierung der Nationalschuld übertragen. Ein Nach­tragsbudget soll ausgestellt werden, in dem den Hauptposten die Ausgaben für den Bau und die Verbesserung der Eisen­bahnen bilden soll; aber die Regierung entschied dahin, für diesen Zweck nur die Gesamtsumme von 80 Millionen, auf sechs Jahre verteilt, aufwenden zu lassen. Man behauptet, daß der Plan, die dauernden Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben im Militär- und Marinewesen, sowie auf anderen Gebieten herabzusetzen, btt Finanzen auf eine fester« Grundlage stellen soll.

Die Vorgänge in Rußland.

Paris, 20. Jan. Dit Regierung ist entschlossen, die bisherige Duldung russischer Männer und Frauen, dir mir den revolutionären russischen Komitees Verbindungen haben, aufzugeben. Man erwartet zunächst, daß derartig« Personen freiwillig Frankreich verlassen werden.

Petersburg, 20. Jan. Der Zustand des auß«r- ordentlichen Schutzes wurde für Petersburg und da» Peter«- burger Gouvernement bis zum 21. Juli und der Zustand des verstärkten Schutze» in einigen Bezirken des Dong«birt«S bis zum 6. November 1908 verlängert.

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Sitzung vom 20. Januar.

Am Ministertische: v. Arnim.

Die zweite Lesung des.

Landwirtschaft-etat

wird fortgesetzt. -

Bei dem KapitelGeneralkommissionen" befürworten

Abgg. Gyßling (frs. Vpt.), Böckelberg (kons.) und v. Zedlitz (freifonf.) die Reorganisation und Moderni­sierung der Kommissionen. Die Reorganisation müsse vor der Reform der Gesamtverwaltung erledigt werden.

Minister v. Arnim erklärt, der Minister deS Innern widerspreche der Reorganisation der Generalkommissionen vor der Reform der Gesamtoerwaztung; eS sollten jedoch jetzt schon die hauptsächlichsten Beschwerdepunkte beseitigt werden, besonder durch bie Selbständigmachung der Spezial­kommissare.

An der weiteren Debatte über bit Generalkommissionen beteiligen sich Heisig (Ztr.), Schrader-Caffel (nl.), Witzmann (nl), Junghenn (nl.) und Wiemer (freis. Dpt.), dem der Minister sagt, daß die Spezialkommission in Nordhausen nicht nach Heiligenstadt verlegt werden solle, sowie Tourneau (Ztr.), Riesch (freit.), Heine (nl.) und Busch (Ztr.), der für bie Wünsche der Landmesser eintritt. Die ganz« Debatte dreht sich um Spezialwünsche bleibt jedoch bei bei Unruh« des Hauses unverständlich.

Bei dem TitelBeihilfen" zu den bei ben Renten» gutSbildungen einttetenden FolgeeinrichtuugSkosten befür­wortet

Abg. Tourneau (Ztr.) diese Beihilfen, um die Ssßhast- machung von Arbeitern auf dem Land» zu fördern.

Bei dem KapitelLandwirtschastluh« Lehranstalt«" ^Abg. Müller-Berlin (frs. Bpt.) bie Erklärung be# Ministers in bei Kommission, daß bie Zusammenlegung der