MML^Sâ âÄ- WMM aO ■.
Bezugspreis!
Mâiiähriich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., iur aut- Artige Abonnenten mit dem betreuenden Poßaußchiaz.
Di« eiiijelne Nummer kostet 10 Piz.
jtootiouibnidt und Verlag der Buchdruckers de- verei», p, Watseuhauje» in Hanau.
Gcncral-Anzcigtr
AmtHks Gr-W für SUM- null fantoia fanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
LinrückungSgebS-, |
Die sünsgespaltene Petitzeil« »der da» Item M W ta SieüamenleU di« Zâ 35 Uh
Berantmorti. Steorteuet «. Schrecker M Ham»
Nr. 15
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Samstag den 18. Januar
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1908
Jie ieMNWMtt mW * LnntetHtintlMa#
14 Seiten
Amtliches.
Die am 15. August 1907 bei dem Postamt in Hanau aufgelieferte Postanweisung über 103 Mk. nach Rauenlhal ist «nanbringlich.
Der unbekannte Absender wird aufgesordert, seine Ansprüche innerhalb 4 Wochen geltend zu machen, widrigenfalls der Betrag der Postunterstützungskasse überwiesen wird.
Kaiserliche Ober-Postdirektion. 1553
Bekanntmachung.
Die im Stadtbezirk Hanau mit Kesselstadt wohnhaften Mannschaften deS Beurlaubtenstandes, welche die in folge llmnumerierung und Umbezeichnung von Straßen in letzter Zeit «ingttretene Veränderung ihrer Wohnung noch nicht gemeldet haben, werden hierdurch gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Paß-Bestimmungen aufgefordert, diese Veränderung umgehend schriftlich oder mündlich unter Vorlage ihrer Militärpapiere beim Bezirksfeldwebel in Hanan Paradeplatz — Haupt- meldeamt — zu melden.
Ferner find die etwa bis setzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnungs-Veränderungen von allen übrigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes des Stadt- und Landkreises Hanau umgehend zu melden.
Meldestunden: An Wochentagen von 9 — 12 Uhr vorm. an Sonn- und Feiertagen von 11—12 Uhr vorm.
Hanau den 15. Januar 1908.
Königliches Hauptmeldeamt.
Handelsregister.
Firma August Hoffmann in Hanau.
Der Kaufmann Franz Hoffmann in Hanau ?| ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter M «ingetreten. Dasselbe wird von dem p. Hoffmann und der seitherigen Inhaberin, Wwe. des Fabrikanten August Hoffmann, BarbaraMariaLouise geb. Schubert, in Hanau unter unveränderter Firma als offene Handelsgesellschaft fortgeführt.
Die Gesellschaft hat am 2. Januar 1908 begonnen. Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur d«r Kaufmann Franz Hoffmann in Hanau ermächtigt.
Die den Kaufleuten Karl Hoffmann und Franz Hoffmann in Hanau erteilte Prokura ist
Feuilleton.
Helles Treue.
Dichtung von Moritz Graf Strachwitz, Musik von Adolf Stübing.
Eine Betrachtung der Person des Dichters, sowie eine Erläuterung ^ur Entstehung dieser Ballade und ihrer Vertonung anläßlich ihrer Erstaufführung im zweiten Abonnementskonzert deS OratorienvereinL.
(Schluß.)
Was hat nun Strachwitz auS dieser wundervollen Vorlage gemacht? Er hat ihr persönliche Züge verliehen. Seinem innersten Empfinden entsprechend, läßt er Helge nicht ermorden, sondern in der Schlacht „in heißem Streit" fallen. „Selbst die Totgeweihten bildet er in kolossaler triumphierender Herrlichkeit."'
I Tigrum fällt mit dem Geliebten Seite an Seite, waS ihrem Sterben einen weihevollen Zug verleiht. Auch daS Pferd Mrgißt der ritterliche Dichter nicht: „Sein Hengst, der ruhte daneben." Dann erfolgt der Ritt nach Walhall, den wir . Allvaters Mund selbst erfahren, und endlich HelgeS »»reintreten in den OdinSsaal. „In schwarzem Stahl ein llmtrer Gast." fl Schweigend nimmt er Platz. Die Helden T^ümnen ihre Kampftpiele — die Götter hat Strachwitz nicht "„W Helge nimmt an nichts Anteil, weder der Glanz « vaters Saal", noch die Annäherung der ihm ein E„ n1"11 Schildjungfrau reißt ihn aus seinem dumpfen ^, harrt nur auf Mitternacht, um sich dann mit 9.x «rr^ SU können. Mit furchtbarem Getöse „die G- h Jhm"nk "^ die Erde birst" erfolgt sein Ritt zu der Rllâr %.* begnügte sich mit der einmaligen ' âhr indes nicht, et gewährt sie seinem Helden zu jeder
Rüt«" '«J 21«.?^ k d«« Tod ®. „Gedichte: „Du schwarze
erloschen. Der ledigen JohannaHoffmann in Hanau ist Prokura erteilt.
Hanau den 10. Januar 1908.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 1557
Handelsregister.
Firma L. & H. Ditter in Hanau.
Die Firma ist in Louis Ditter umgeändert.
Hanau den 4. Januar 1908.
____________Königliches Amtsgericht 5. 1523
Holz-Verkauf.
Am Mittwoch den 29. Januar d. Js.^ von vormittags 91/» Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft „ZUM Jorfthaus" bei Hanau das nachaufgeführt« Nutz- und Brennholz aus dem Schutzbezirk Lomboybrück, Jagen 105a, b, 125, 128b und Tatalität und zwar:
Eichen» 2 Stämme A 1. u. 2. Kl. — mit 4,19 fm, 221 Stämme B 3.-5. Kl. mit 86,54 fm, 4 rm Nutzscheit 2. Kl., 196 rm Scheit, 92 rm Knüppel, 32,10 Hdt. Wellen Reis 3. u. 4. Kl.
Eschen : 4 Stämme B 4. U. 5. KI. mit 2,13 fm.
Rotbuchen r 2 Stämme B 4. Kl. mit 1,74 fm, 4 rm Nutzscheit 2. Kl. 23,5 rm Scheit. 26,5 rm Knüppel, 17,60 Hdt. Wellen Reis 3. u. 4. Kl. And. Laubholz: 8 rm Scheit, 10 rm Knüppel, 1,70 Hdt. Wellen Reis 3. u. 4. Kl.
Fichten r 11 Bauholzstämme 4. Kl. mit 1,57 fm, 47 Stück Stangen 1.—3. KI., 0,20 Hdt. Stangen 4. Klasse.
Kiefern : 49 Bauholzstämme 2.—4. Kl. mit 29,37 fm, 131 Stämme (zu Schwellenholz geeignet) mit 59,37 fm, 30 rm Scheit, 144 rm Knüppel, 74,60 Hdt. Wellen Reis 3. Kl.
öffentlich meistbietend zum Verkauf auSgeboten werden.
Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen entgegen. 1555
Königliche Oberförsterei Wolfgang.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 11. bis 17. Januar 1908:
2 Fabrikarbeiter, 1 Fahrbursche, 2 Hans- burschen, 1 Metalldreher, 1 Schreiner, 1 Schlaffer, 1 Silberschleifer, 3 Tagelöhner, 1 Taglöhnerin.
Mitternacht. Es findet sich der Bericht von der Wiederkehr der Toten vielfach in der Literatur zerstreut. Ich erinnere nur an Bürgers „Lenore", Zedlitz's „Nächtliche Heerschau", daS Märchen vom Thränenkrirglein und Goethes „Braut von Corinth," wenn auch in letztere der Dampyrglaube hineinspukt.
So ist eS dem Dichter gelungen, uns eine der gewaltigen Eddasagen mit hinreißender Glut und Tiefe der Empfindung vor Augen zu führen. DaS hohe Lied der Sehnsucht, der Treue über Grab und Tod hinaus, ist hier ergreifend und hochpoetisch besungen. Wohl legt Strachwitz alle Liebe, alle Sehnsucht, zum Unterschied von der „Edda", seinem Helden allein in den Mund, aber er erreicht dadurch eine ungeheure Gedrungenheit und Festigkeit der Handlung, während andererseits die mehr in zartem Dämmerschein verharrende Gestalt der Geliebten nur noch mehr an holdseligem Schauer und Zauber edelster, reinster Weiblichkeit gewinnt und so einen Schleier der keuschesten Unberührtheit um sich zu winden vermag, der jedem menschlichen Empfinden die höchste Zuneigung und Verehrung abzuringen imstande ist. Das ist ein Mann, daS ist ein Weib, wie nur des Dichters seelisches Auge sie jemals zu erblicken vermag.
Welches ist nun die Aufgabe des Komponisten? Bedarf diese Dichtung der Vertonung oder bietet sie dem Musiker kein genügendes Material ? Einer unserer musikoerständigsten Germanisten äußerte sich noch kürzlich? „Diese Ballade schreit ja geradezu nach Musiki" und in der Tat bietet Strachwitz" durch die enorme Knappheit seiner Ausdrucks- mittel, durch die bei aller Formschönheit oft nur skizzenhaft angedeutete Handlung und Situation, die farbenwechselnden Kontrastwirkungen, dem Tonsetzer ein reiches, ersprießliches Feld. Ist doch der Musik, als der göttlichsten Kunst, ein rechter Platz unter Göttern beschieden. Wer könnte sich auch einen Odin, die seligen Helden, ja Walhalla selbst heute noch wahrhaft lebendig vorstellen, ohne die allesverklärende alles- verbindende und alle« dem profanen Auge verhüllend« und
• Die Dichtung bei Grasen Mord' b. Strachwitz. Ein Beitrag zur Deutschen Literaturgelchichte. Von A. K. T. Tielo. Siehe Forschungen zur neueren Siteraturgeschichte, herausaegeben »o« Dr. F. mM't, 16,—20. Jahrgang, 1200—1902.
Offen t 3 Stellen für Dienstmädchen.
Hanau den 18. Januar 1908.
Städtische ArbeitsvermittelunqSstell«. 1567
Handelsregister B des Amtsgerichts Langenselbold.
Bei der unter Nr. 1 eingetragenen Firma J. Brüning Und Sohn, Aktiengesellschaft zu Langendiebach, ist eingetragen worden:
Dem Kaufmann Karl Schupp in Langtnbiedach ist Collekliv-Prokura in der Weise erteilt, daß er mit einem der bisherigen Collektiv-Prokuriste» P f o s ch und Rockel zusammenzeichnen kann.
Langenselbold den 11. Januar 1908.
Königliches Amtsgericht. 1539
Abschätzer für das städtische Leihhaus.
Für daS städtische Leihhaus zu Offenbach wird ein Ad- schätzer gesucht. Derselbe muß gute Handschrift haben, ein gewandter Arbeiter sein und im besonderen Kenntnisse zur Abschätzung von Gold, Silber, Juwelen u. s. w. haben. (Für die Abschätzung bleibt er haftbar.) Als Sicherheit find 2000 Mark zu hinterlegen.
Die Stelle ist nach der Beamtenordnung durch Dienstvertrag zu besetzen. Der Anfangsgehalt beträgt 1500 Mark.
Bewerber werden ersucht, eigenhändige schriftliche Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften bis
zum 27. Januar 1908 bei dem Unterzeichneten einzureichen.
Offenbach a. Main am 17. Januar 1908.
Die Bürgermeisterei. Abteilung IIL
Zopff, Beigeordneter. 1551
Politische Rundschau.
Landtags-Angelegenheiten. In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses erklärte bei der Beratung des Landwirtschaftsetats der Minister auf eine Anfrage b«tr. eine Branntwein- und Zuckersteuer, er sei nicht befugt, über diese schwebende Angelegenheit zurzeit Auskunft zu geben. Bei der Erörterung der Frage des Kontraktbruches der ländlichen Arbeiter betonte der Minister, daß nach seiner Meinung eS kaum im Interesse der Landwirtschaft läge, die landwirtschaftlichen Arbeiter zu disqualifizieren, da eine Ausdehnung der Strafe des Kontraktbruches auf die Industriearbeiter nicht möglich sei. Im übrigen sei er zu nochmaliger Erwägung bereit, wenn er auch große Hoffnung auf daS Zu-
doch erläuternde Tonkunst? Wir sind seit Richard Wagn«r in dieser Beziehung sehr verwöhnt. Die Musik ist dazu berufen, auch dem Laien und Fernerstehenden jene Gestalten einer sagenhaften Vergangenheit faßlich näher zu rücken, sie einem grauen Mantel zu entkleiden und dafür in ein Gewand zu hüllen, das unS ihre ganze Schönheit begreifen läßt, ohne sie deshalb berühren zu können.
Strachwitz liebt eg mit einem einzigen Worte ganz« Vorgänge zu erschöpfen. Auch in „HelgeS Treue" erfahren wir nur'non einem „Streit". Mit einem Schlage sind wir mitten in der Handlung; dem Musiker bleibt die Aufgabe, die Stimmung vorzubereiten. Die Vertonung setzt ein mit einer stürmischen Orchestereinleitung, den Kamps HelgeS und DagS an der Spitze ihrer Bewaffneten schildernd. Schlachten- getiimmmel und Trompetenfanfaren bringen aus dem Tale herauf. AuS dem rasenden alla brev« Takt löst sich im Mittelsatze ein im Blech erstrahlendes, von Violinpassag«n umwogtes Motiv ab, dem später OdtnS Worte unterlegt sind: „Es kommt fürwahr ein gewaltiger Held". Wieder daS erste Tempo, und nach einem allgemeinen AufwärtS- treiben und gelammten Tutti bricht daS Orchester mit einem wuchtigen Beckenschlag ab, — den Fall und Tod deS Helden anzeigend — worauf sogleich di« Trompeten und Posaunen ff mit dem nachher vom Frauenchor gebrachten Motiv folgen:
„König Helge fiel in heißem Streit". Dumpfe Pauken- töne, und dann leiten die Streicher leise und wehmütig in den Choranfang ein. AuS der allgemeinen Trauerstimmuna, bei welcher die Musik den Sprung der Dichtung (1. zur 2. Strophe) überbrückt, ringt sich jetzt der Männerchor hervor: „Allvater saß auf Id'a« Feld" während gleichzeitig, von den Klängen des Walhallmotivs (in Hörnern, Trompeten und Posaunen) feierlich getragen, der Monolog Odin- einsetzt. Nun macht bte Dichtung wiederum einen, diesmal noch größeren Sprung, dem Leser überlassend, Kraft seiner Phan- taste sich den Ritt Helges nach Walhall vorzustellen. Diese Aufgabe übernimmt nun die Musik und geleitet den Hörer big zu Allvaters Burg. Düstere Blechblaserkläng« Begleiter HelgeS Eintritt in den OdinSsaal. Er setzt sich unter den Accorden bei Schwermutmotivs „auf bie letzte Bank". Ed-