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M. WaijeahaujeS in Hanau.
Gencral-Anzriger
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Die jüujgejpLlteut Petitteil« oder der« Äm< W Y^ i» Äettamoudl di« Zeil« 35 ^
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sinn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ber-mtwor«. Si«da8t«r 8. «chrecke, tg Han«.
$£L 14 fsernsprechattschlttß Nr. 605*
Amtliches.
LanäKreis pari au. BâNtmchNgkn Del BiiWen WtafhÉS.
Unter den Schweinen zu Rückingen ist die Schweine- seuche erloschen.
Hanau den 15. Januar 1908.
Der Königliche Landrat.
V 396 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
An die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher des Kreises.
Die Reklamationsverhandlungen über die Befreiung Militärpflichtiger der Jahrgänge 1886 und 1887 werden den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern in den nächsten Tagen mit dem Auftrage übersandt werden, sie zu vervollständigen und bis zum 15. Februar d. Js. hierher zurückzusenden.
Die Reklamationsverhandlungen des Jahrgang? 1888 sind gleichfalls zu dem vorstehend angegebenen Zeitpunkte rinzureichen.
Hanau den 15. Januar 1908.
Der Zivil-Vorsitzende der Ersatz-Kommission.
M190 I. B.: Siemon, Reg.-Assessor.
Nachstehende Bestimmungen, betreffend die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste, werden hierdurch wiederholt bekannt gemacht:
Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Militärpflichtjahres zu erbringen.
„50er die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungskommission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspflichtig ist, spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militärpflichtjahres schriftlich zu melden.
Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst.
«Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrsprüsilng spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüfung spätestens bis zum 1. August angebracht werden.
Hanau den 10. Januar 1908.
Der Königliche Landrat.
M 135 I. V.: Siemon, Reg.-Affeffor.
Für die Bedienung der Zentralheizung und für die Reinigung des Kreishauses wird ein zuverlässiger Haus' diener gesucht.
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Feuilleton.
Hclzcs Treue.
Dichtung von Moritz Graf Strachwitz, Musik von Adolf Stübing.
Eine Betrachtung der Person des Dichters, sowie eine Erläuterung zur Entstehung dieser Ballade und ihrer Vertonung anläßlich ihrer Erstaufführung im zweiten Abonnementskonzert des Oratorienvereins.
Am 11. Dezember des vergangenen Jahres waren 60 Jahre verflossen, da Moritz Graf von Strachwitz in der Blüte seiner Jugend in ein frühes Grab gesunken. Er stammte auS einem ausgebreiteten, alten oberschlesischen Adelsgeschlecht' und wurde am 13. März 1822 zu Frankenstein, nahe dem väterlichen Schlosse Peterwitz, geboren. Der Knabe wuchs in einer Umgebung heran, die wie dazu angetan war, ihn auf das Romantische zu verweisen. Da war die väterliche Burg mit Schießscharten, Wallgraben und Zugbrücke. Ein alter Rittersaal dehnte sich links vom Haupt- eingang aus, von dem jungen Dichter später öfters in seinen Liedern besungen; rings um das Schloß zog sich ein ausgedehnter Park. Dahinter die schlesischen Bergwälder mit ihrem eigentümlich nordischen Reiz, ihrem geheimnisvollen Weben und düsteren Brüten, erfüllt von sagenhaften Spuk- gestalten, unter ihnen der „Herr des RiesengebirgeS", der da seit Jahrtausenden sein tolles Spiel trieb. Auch der „Wilde Jäger" erregte schon früh die glühende Phantasie des einsam auf feurigem Rosse einherstreifenden jungen Mannes, der in allen Leibesübungen wohl erfahren, auch der Jagdleidenschaft nachhing. Sicherlich hat T i e l o') recht, wenn er bereits in dieser Zeit einem
*) M. v. Strachwitz episch-lyr. „Nordland" und „Romanzen und Bistorien". Von A. K.T. Ticlo in Tilsit. S.„Euphorion", Ztichr. f. iteraturgeich^ heraus-, k Aug. Gau«. Bd. 9, 190% G. 898 g,
greifst« den 17. Januar
Bewerber wollen sich sofort im Kreisausschußbureau melden.
Hanau den 14. Januar 1908.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Es wird darauf hingewiesen, daß in hiesiger Stadt und zwar in dem städtischen Gebäude Langstraße Nr. 41, gleicher Erde links, eine öffentliche Arbeitsnach« Weisstelle besteht, durch deren Vermittelung sowohl die hiesigen stellesuchenden Arbeiter, Arbeiterinnen und Dienstboten als auch durchreisende Arbeiter Stellen zugewiesen erhalten.
Um diese Einrichtung für die beteiligten Kreise in noch höherem Maße als bisher nutzbringend zu gestalten, ergeht an die Arbeitgeber der Stadt und Umgebung die Bitte, bei Bedarf an Arbeitskräften jeder Art die obengenannte Arbeitsnachweisstellt in Anspruch nehmen zu wollen.
Offene Stellen, die nicht sofort durch unsere Anstalt besetzt werden können, werden durch den Mitteldeutschen Ar- beitsnachweisverband (Sitz Frankfurt a. M.) an allen Plätzen der näheren und weiteren Umgebung in geeigneter Weise veröffentlicht.
Der Arbeitsnachweis geschieht kostenfrei.
Geschäftsstunden: vormittags von 81/» bis 12^1 Uhr, nachmittags von 3 bis 6 Uhr.
Wir empfehlen die Einrichtung zu recht reger Benutzung. Hanau den 2. Januar 1908.
Der Magistrat.
Hild. 187
MtW AckiismmMmM,
Langstraße Nr. 41.
Kostenfreie Arbeitsvermittelung werktäglich vorm 8^2—12l/i Uhr, nachm. 3—6 Uhr.
Stiidtislhes Arbeitsamt,
Rathaus Zimmer Nr. 12. Kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Kranken- usw. Gesetze.) Hanau am 2. Januar 1908.
Der Magistrat.
Dr. Gebe schuS. 2
Keim zu der späteren Ausgestaltung des Schluffes von „Helges Treue" vermutet. Seine ersten Dichtversuche machte er auf dem Gymnasium zu Schweidnitz, wo wir ihn im Jahre 1838 finden und wo er nach dem Zeugnis seines Mitschülers und späteren Biographen Weinhold') sich an den vom Rektor des öfteren veranstalteten musikalisch-deklamatorischen Abendunterhaltungen als der „bewundertste Deklamator" Hervortat und Balladen, vor allem, mit hohem Schwung und dramatischer Kraft vortrug. Begeisterung für das Vaterland, Freiheitsdrang und Haß gegen alles, was sich als Beschränktheit und Philistertum kundgab, stand damals schon als Wahlspruch auf seiner Fahne. Er fühlte sich bereits als Persönlichkeit und schied sich als solche von dem stumpfen Herdenleben anderer. Er war kein Philosoph und mied alles grübelhafte, dagegen wandte er sich mit Entschiedenheit allem Großen, Ansprechenden, allem Ergreifenden zu. Dem Schönen und Herrlichen im Menschen- und Naturleben in „eigenen Erlebnissen und fremden Ereig- niffen" Ausdruck zu verleihen, war daS Bestreben seiner allem Häßlichen und Gemeinen von Kind aus abgekehrten vornehmen Künstlernatur.
Dem Wunsche seiner Familie gemäß bezog er die Universitäten Breslau und Berlin, um, sehr aegen seine eigene Neigung, Jura zu studieren. In der Residenz wurde er in den „Literarischen Eonntagsverein" oder „Tunnel über der Spree", eine poetisch-kritische Gesellschaft, ausgenommen, die ihm, wie ein in früheren Jahren eingerichtetes poetisches Kränzchen, mannigfache Anregung bot. Nach bestandenem Auskultatorexamen ließ er sich dann als Jurist in Schweidnitz nieder, war aber mehr als dort in Peterw'tz, wo er sich in einem der lindenbeschatteten Ecktürme des Schlosses einen Schlupfwinkel einrichtete, um ganz und ungestört seiner Muse leben zu können. Aber Krachwitz hätte sein Dichter sein können, kein Bildner der Seele und ihrer feinsten Regungen, hätte er an seinem eigenen Sein nicht auch das erfahren, was die Poeten und Sänger aller Zeiten, ma§ die ganze Menschheit von jeher als die höchstbeseligendste und auch lebensvergäl-
•) Karl Weinhold: „M. Graf Strachwitz". Ein Lebensbild.
& Äuft. Brall» 1891,
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
Bekanntmachung.
Di« am Sondeldamm und an bet Eberharbstraße gelegenen städtischen Baustellen — Kartenblatt 9 Parzellen 284, 386, 890, 391 , „ ----------------- sollen am
Dienstag den 28. Januar 1908, vorn». 10 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses öffentlich versteigert werden.
Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Hanau den 21. Dezember 1907.
Der Magistrat.
Hild. 223
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge markung HütiengesSß belegene, im Grundbuche von Hütten gesäß Art ikel 42 zur Zeit der Eintragung des Versteigerung« Vermerkes auf den Namen des Schreiners Philipp Bieden bender 4 t, Philipps Sohn zu Hüttengesäß, eingetragen Grundstück:
Krtbl. 16 Nr. 201/0,34 im Dorf, Acker, 6,51 ar, sowie die in derselben Gemarkung belegenen im Grundbuch von Hüttengesäß Artikel 506 auf den Namen
a) des Schreiners Philipp Biedenbender, Philipp« Sohn, zu Hüttengesäß,
b) der Ehefrau des Schuhmachers Philipp Meinhardt, Elisabeth geb. Euler, daselbst
je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke: Krtbl. 16 Nr. 37 Haus Nr. 18 1,40 ar,
a) Wohnbaus mit Hokraum, 60 Mark Nutzungswert,
Krtbl. 16 Nr. 38 b) '/, Scheuer mit Stall 1,55 ar, Krtbl. 16 Nr. 37 c) Kubstall,
Krtbl. 16 Nr. 88 d) Stall mit Holzremise, zu der dem Philipp Biedenbender 4r zustehenden ideelle» Hälfte
am 17. März 1908, vormittags 9'/« Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 10. Januar 1908.
Königliches Amtsgericht. 1419
politische Rundschau.
Militäretat. In der Budgetkommission des Reichstages wurde am Donnerstag die Beratung des Etats für die Verwaltung des Reicksheeres fortgesetzt. Zunächst wurde
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lendste Macht dieser Erde erkannt, die größte und bedeutsamste aller Welten, das unbegreifliche, ewige Rätsel des Menschenherzens: die Liebe I Unb daß er sie erfahren, a!$ Künstler bis auf den Grund ihres „Zauberbronnens" getaucht, baS beweist feine ganze Entwickelung, das beweisen feint Dichtungen, daS beweist noch so Manches an dieser herrlichen Dichternatur, daS uns heute noch mit Trauer unb Wehmut erfüllt. Eine zwar erwiderte, aber hoffnungslose, qualvolle Leidenschaft beugte in den letzten Lebensjahren sein Gemüt gänzlich darnieder. Er ward finster, verschlossen, bitter. Um seine angegriffene Gesundheit wiederherzustellen, unternahm er eine Reise nach Italien, von der er indessen lebend nicht wieder zurückkehren sollte. Erwarb vom Unter- leibStypbus befallen und starb, treu gepflegt, am 11. Dezember 1847, in seinem 26. Jahre. Auf dem Währinger Friedhof zu Wien lieat er bestattet.
In Strachwitz ist keiner unserer größten, wohl aber einer unserer deutschesten Dichter dabingegangen. Er teilt daS LoS mit Theodor Körner, Wilhelm Müller, Hauff, Hallrrsch, Ferrand n. a., die vom Tode hinweggerafft wurden, bevor sie die volle Höhe ihres Schaffens erreichen konnten. Er war ein Romantiker in modernem Sinne. Neben dem Einfluß Bürgers, Uhlands, Eichendorffs, Freiligraths, ArndtS („Ge- dickte" Rostock 1804) und FonqueS (Nordlandballaden), machte sich vor allem die Schule PlatenS und Heines geltend. Während des ersteren griechisch-römische Gedankenwelt in seinen Liedern zu Tage tritt, begegnet unS daS in Hüne verkörperte Germanentum mit seinen mittelalterlich- romantilcken Tummelplätzen in seinen Romanzen oder besser Balladen, denn solche sind e«, wie nach TieloS Ausspruch ihre „musikalische Verve, ihr dramatisch fort- schreitender Gang, ihre vielfach herbe und düstere Stimmung, ihr lyrischer Untergrund, ihr persönliches Kolorit" erweisen Während Heine ihn mit dem Zauber „echter Weiblichkeit" bekannt machte, erwärmte ihn Platen und auch Uhland für trotzige, kraftvolle Männlichkeit. Dies« Vorbilder, sowie seine eigenste, innerste Persönlichkeit leiteten ihn daher allmählig ganz auf die episch-lyrische Dichtung, und hier hat er sein Bestes gegeben und seine eigentliche Bedeutung erlangt.
Die ,S d d a" war «S, di« ihn mU ihr« ewigen, mystischen