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Slmtlich-s.

Landkreis Ranau.

BckNtmchMüen Hes KömgliEkil LiiühkatSkmts.

Unter den Schweinen zu Hochstadt ist die Schweine- (euche erloschen.

Hanau den 11. Januar 1908.

Der Königliche Landrat.

V 254 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Mit Berichterstattung auf meine Verfügung vom 8. Januar 1900, V 13416, betreffend Ausstellung von LegitimationS- karten im Jahre 1907, ist noch eine Anzahl Bürgermeister im Rückstände. Es wird daher an die Erledigung der ge­nannten Verfügung mit 10tätiger Frist erinnert.

Hanau den 10. Januar 1908.

Der Königliche Landrat.

V 97 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

An die Ortspolizeibehörden des Kreise-.

Die amtliche Ausgabe der Jahresberichte der Königlich Preußisch?» Regierungs- und Gewerberäte und Bergbehörden Är 1907 wird demnächst in der Reichsdruckerei erscheinen.

Die Behörden, Ortskrankenkassen, Gewerbegerichte pp/können das Werk zu einem besonders niedrigen Vorzugspreis beziehen, wenn sie bis spätestens den 29. Februar d. Js. bei der Direktion der Reichsdruckerei in Berlin SW. 68, Oranien- straße 91, bestellen.

Hanau am 10. Januar 1908.

Der Königliche Landrat.

V 149 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Steuererhebung.

Die Erhebung der Steuern und des Schul­geldes für die Monate Januar/März 1908 be­ginnt mit dem 15. d. Mts.

Erhebetage:

Zettel Nr. 1-3000 am 15., 17., 19. «. 22.

Januar 1908,

Zettel Nr. 3001-6000 am 24., 26., 29. u. 31.

Januar 1908,

Zettel von Nr. 6001 ab am 2., 5., 7., 9., 12.

und 14. Jebruar 1908.

Giroüberweifungen und Einzahlungen durch die Post find zulässig, hierbei ist der Steuerzettel der Kaste einzusenden oder die Hebebuchnummer anzugeben.

Die Rückgabe der quittierten Steuerzettel erfolgt verschlossen. Porto und Bestellgeld fallen dem Einzahler zur Last.

Die Kaste ist für Einzahlungen Montags, Mittwochs und Freitags geöffnet.

Hanau den 11. Januar 1908.

___Stadthaupttaste.__________N03

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von da Band 69 Blatt Nr. 3669 zur Zeit der Eintragung des VersteigerungSvermerkes auf den Namen des Buchhalters Maximilian Noske und dessen Ehefrau, Clara geb. Völkel von Kesselstadt, je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:

Krtbl. YY 315/15 von 5 ar 81 qm,

Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, Fasanerieweg Nr. 18,

Nutzungswert 650 Mk. eingetragen in der Grundsteuermutterrolle unter Art. 2841, ti der Gebäudesteuerrolle unter Nr. 1969

am 11 März 1908, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 17. Dezember 1907.

Königliches Amtsgericht Abt. 2.____1117 Gefundene nnd verlorene Gesienstönde re.

Verloren: Von Nürnbergerfl raße bis Römerllraße blauer Band mit 60 Beitragsmarken (Verband der Bäcker), Sammelliste.

Hanau den 18. Januar 1903.

Montag den 13. Januar

Politische Rundschau.

Das Befinden des Kaisers. DasWölfische Bureau" verbreitet: Die amtlicheDarmstädter Zeitung" gibt in den Spalten ihres heutigen Blattes eine Zuschrift aus Berlin wieder, in der das Gerücht, daß durch den Aufenthalt In England die katarrhalischen Affeklionen des Kaisers keine Besserung, sondern im Gegenteil eine Ver­schlimmerung erfahren haben, als jedes tatsächlichen Hinter­grundes entbehrend und völlig falsch bezeichnet wird. Seit der Rückkehr des Kaisers haben nicht nur die nächste Um­gebung des Monarchen und die mit ihm in häufige persön­liche Berührung tretenden obersten Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden, sondern auch weitere Kreise des Publikums Gelegenheit gehabt, den Kaiser bei festlichen Veranstaltungen aus unmittelbarer Nähe zu beobachten. Hierbei hat man weder körperliche Hemmungen seines Befindens, noch seelische Verstimmungen bemerken können. Der Kaiser erledigt mit ungehinderter Spannkraft die umfassenden Staatsgeschäfte und unterzieht sich mit gleicher Leichtigkeit den Aufgaben der Repräsentation. All das wäre nicht möglich, wenn sein Befinden nicht vorzüglich wäre. Auch sei von keiner wirklich unterrichteten Seite auch nur eine Bemerkung der obigen Gerüchte gefallen.

Kaiserlicher Dank für die freiwillige Kranken­pflege in Südwestafrika.

Berlin, 11. Jan. DerNeichsanzeiger" veröffentlicht folgendes Dankschreiben des Kaisers:

Die Beendigung der Tätigkeit der freiwilligen Kranken­pflege in Südwestafrika gibt Mir willkommene Veran­lassung, die selbstlose Opferwilligkeit, mit welcher alle Bevölkerungsschichten Deutschlands die Mittel für die freiwillige Krankenpflege aufgebracht haben, lowie die zu­folge glücklicher Einfügung in den staatlichen SanitäiS- dienst besonders wirksame Tätigkeit der freiwilligen Krankenpflege in Südwestafrika in vollem Maße anzu- erkennen. Durch Entsendung tüchtiger Pfleger und Pflegerinnen, die zweckmäßig ausgerüstet, unter umsichtigen Delegierten, den amtlichen Kriegssanilätsdieust wirksam unterstützt haben, ist auf dem eigentlichen Gebiete werk­tätigen Samaritertums bei der Pflege Verwundeter und Kranker Hervorragendes geleistet worden. Durch die Zu­führung reicher freiwilliger Gaben, die den fernen, völlig fremden Verhältnissen glücklich angepaßt waren, hat auch die kämpfende Truppe fortdauernd liebreiche Fürsorge und Unterstützung erfahren. Dieser zwiefache Beweis opfer­williger, teilnehmender Liebe auS allen Gauen der Heimat hat in hohem Maße dazu beigelragen, den unter Mühsalen und Entbehrungen ringenden Kämpfern bis zuletzt Freudig­keit, Krait und Ausdauer zu erhalten. Die freiwillige Krankenpflege, in schweren Zeiten entstanden, nach den Erfahrungen der großen Kriege in stetiger Friedenearbeit ausaebaut und vervollkommnet, hat so auch in Südwest- afrika sich zuverlässig und leistungsfähig erwiesen und durch ihr selbstloses Wirken ein neues festes Band ge­schlungen um Volk und Heer. Dies wird auch für die Zukunft von Heil und Segen sein und in der gesamten Nation mit herzlichster Dankbarkeit empfunden werden. Hiernach beauftrage Ich Sie, insonderheit dem Zentral­komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, den Ritterorden, den übrigen Organisationen, allen, welche unter Ihrer Leitung in aufopfernder und erfolgreicher Weise für die freiwillige Krankenpflege in Südwestafrika tätig gewesen sind, Meine volle Anerkennung und Meinen Dank auSzusprecken.

Berlin, den 7. Januar 1908.

Wilhelm R.

An Meinen Kommissar und Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege."

Der Zwiespalt im Deutschen Flottenverein.

Oldenburg, 11. Jan. Der Großherzog hat am 80. Dezember 1907 an den Fürsten Otto zu Salm-Horstmar folgendes Schreiben gerichtet:Oldenburg, den 30. De­zember 1907. Eurer Durchlaucht danke ich bestens für das Schreiben vom 20. Dezember und beehre mich, darauf Folgende« zu erwidern: Als ich vor acht Jahren bei der Gründung des oldenburgischen Landesverbandes vom Deutschen Flottenverein mitwirkte, habe ich in einer öffentlichen An­sprache hervorgehoben, daß der Verein sich von jeder politischen Tätigkeit freihalten müsse und allein durch sachliche Auf­klärung für die notwendige Verstärkung der deutschen See­macht zu wirken habe. Auf demselben Standpunkte stehe ich noch heute und bin der Ansicht, daß der Flottenverein seiner rein vaterländisch werbenden Aufgabe entfremdet wird,

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

wenn seine Leitung von Männern auSgeht, die, wie General Keim, in den Kampf der politischen Parteien â- getreten sind und eS unternehmen, ihre Ansichten von deP- was der kaiserlichen Marine nottut, der Reichsregierung agitatorischer Weise aufzunötigen. Gewiß ist eS jedem Mi^' glied des Flottenvereins unbenommen, sich politisch zu be­tätigen, wie er es in vaterländischem Interesse für erforder­lich hält, aber die leitenden Persönlichkeiten müssen sich ganz zurückhallen und über dem Parteigetriebe stehen, sonst geht die einigende Wirkung, die ein großer nationaler Verein ausüben soll, verloren. So gern ich die mancherlei Vor­züge des Generals Keim anerkenne, so halte ich ihn auS den obigen Gründen nicht für geeignet, als Geschäftsführer des Deutschen Flotlenvereins zu fungieren und müßte, wenn er von dieser Stellung nicht zurücktritt, zu meinem lebhaften Bedauern das Protektorat über den oldenburgischen Verband aufgeben. Indem ich es Eurer Durchlaucht anheimstelle, diese Mitteilung bekannt zu geben, bin ich in vorzüglicher Hochachtung Eurer Durchlaucht sehr ergebener Friedrich August."

Berlin, 11. Jan. Heute abend fand unter dem Vorsitz des Landesdirektors Exzellenz Frhr. v. Manteuffel eine äuget« ordentliche Delcgierteuveriammlung der Provinzialgruppt Berlin und Mark Brandenburg des Deutschen Flotlenvereins statt, die über die Stellung der Gruppe auf der Casseler Tagung Beschluß fassen sollte. Zuerst nahm Admiral v. Hollmann das Wort zu einer einleitenden Rede, in der er ausführte, daß die deutsche Marineverwaltung soviel ge­leistet habe wie keine andere Marineverwaltung in so kurzer Zeit, daß sie deswegen Vorwürfe irgend welcher Art nicht verdiene und es ohne Berechtigung sei, höhere Forderungen zu stellen, als die Marineverwaltung verlange. Ferner wies der Redner darauf hin, daß der Flottenverein seiner hohen Protektoren nicht entralen könne und daß durch ein gegen­seitiges Verhalten des Vereins die Bevölkerung daS Ver­trauen auf Marineverwaltung und Reichsregierung verlieren müsse. Nach der Rede v. Hollmanns kam eS zu einer längeren und erregten Debatte. Vor allem warf Gras Hoeusbroech dem Vorstande vor, daß er die Delegierten selbst ernannte und nicht in einer Hauptversammlung habe wählen lassen. Ein Antrag des Grafen, diese Wahl noch in der jetzigen Versammlung vorzunehmen, wurde abgelehnt. Schließ­lich nahm die Versammlung folgenden Antrag des Geheimen Regieruugsrats Klewitz an, der sich in sachlicher Ueberein­stimmung mit dem Beschluß des Bayerischen Landesverbandes befindet:Die Delegiertenversammlung der Provinzialgruppe Berlin und der Mark Brandenburg spricht die Erwartung aus, daß die jetzige Krisis des Flottenvereins durch den Rücktritt des Generals Keim von dem Amt eines geschäfts- führendtii Vorsitzenden beseitigt wird." Zu Delegierten für die Casseler Tagung des Flottenvereins werden außer den Vorstandsmitgliedern Frhrn. v. Manteuffel, Admiral v. Hollmann, Reichsbankdirektor Koch und Hauptmann Roeprr, folgende sechs Herren bestimmt: Gèh. RegierungSrat Uni« versttätsprofessor Schwartz-Berlin, Geh. RegierungsratKlcwitz- Giunewald, Oberbürgermeister Lehmann-Forst, Kommerzienrat Lehmann-Brandenburg, Oberstleutnant Brandenburg-Potsdam und Gymnasialprofessor Voß-Pankow.

Der italienisch-abessinische Zwischenfall.

Rom, 11. Jan. Der Ueberfall von Lugh beschäftigt die hiesige öffentliche Meinung fast ausschließlich. Devi Giornale d'Jtalia" zufolge kann man sich auf der Confu- lata nicht erklären, wie der Konflikt ausgebrochen ist, da bis italienischen Truppenführer in Lugh sehr besonnen sind und beauftragt waren, mit den Abessiniern die freundlichsten Be­ziehungen aufrecht zu erhalten. Uebrigens habe Menelik ver­sprochen, den Status quo in Lugh zu respektieren, biS die definitive Grenwegulierung stnttgefunden habe. Der Abschluß des Vertrages -wischen England, Frankreich und Italien be­züglich Abessiniens habe zwar Menelik verstimmt, doch sei seine Stimmung gegen Italien durchaus nicht feindlich. Des­halb glaubt auch die hiesige Regierung nicht an einen von Menelik vorbereiteten Angriff. Auf die Depesche Tittonis an den italienischen Gcsandten in Addis Abeba, worin gegen den Ueberfall auf Lugh protestiert und die Zurückziehung der abessinischen Truppen verlangt wird, ist bis jetzt noch keine Antwort einaetroffen, doch wird sie stündlich erwarte:. Protestschritte bei Menelik werden zunächst von Italien allein unternommen.

Rom, 11. Jan. (Agenzia Stefani). Der italienische Ministerresident in Addis-Abeba, Conte Solidi Felizzano, teilte dem Minister de» Auswärtigen, Tittoni, telegraphisch mit, er werde seinen Weisungen gemäß unverzüglich beim Negus Menelik vorstellig werde«.