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Hanauer K Anzeiger

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«k «aiimhauj» m Hanau.

Lrjchrmt täglich mit XuSiW) qk 6er Samu und jeiertage, mit belletristisch« Beilage

Beautwecti. Svdaüaur, «, «fielet m (eur

Nk. 5 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Hierzit

Amtliche Beilage Nr. 1".

Amtliches.

Eandhräs Ranau, BcknltLüMMW des KylßliEtn LMrstsmtS.

Das Hofmarschallamt Sr. Kgl. Hoheit des Landgrafen von Hessen zu Philippsruhe beabsichtigt zur Vertilgung von Raben und Krähen in den landgräflichen Jagdbezirken deS hiesigen Kreises Ochfeublut mit Strychnin auszultgen.

Die ©teilen, an welchen das Gift liegt, sind kenntlich gemacht.

Ich bringe dies hiermit zur allgemeinen Kenntnis und ersuche auch die Ortspolizeibehörden für weitere, ortsübliche Bekanntgabe zu sorgen.

Hanau den 6. Januar 1908.

Der Königliche Landrat.

V 88 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Bei eintretendem Tauwetter dürfen Eis und Schnee im hiesigen Stadtbezirk nur an folgenden Stellen abgelagert werden:

1. Am Main lauf dem städtischen Kiesausladeplatz),

2. In der Ausschachtung hinter dem großen Viadukt der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn,

3. Am Kinzigufer jenseits der Fallbachbrücke.

Sofern das Abladen von Eis und Schnee an anderen Stellen und an oder auf Wegen ftattfinbet, wird dasselbe nach Maßgabe der Polizei-Verordnungen bestraft.

Hanau, 30. Dezember 1907.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 661

Bekanntmachung.

Wir ersuchen, die Rkchmmgen für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau einschl. derjenigen für die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke stets

Eine neue Sezession.

Von M. Jeerinek > Frankfurt a. WP

(Nachdruck verboten.)

Frankfurt a. M., 8. Jan.

Etwa ein Jahr ist es her, daß ich im alten Hessenschlosse in Darmstadt, der Residenz der kunstsinnigsten Fürsten Deutschlands, des Großherzogs Ernst Ludwig von Reffen und bei Rhein eine mehrstündige Audienz bei dessen Kabinetschef Römheldt erhielt, worin mir dieser die künstlerischen Intentionen seines Landesherrn über die Darm­städter Künstlerkolonie mitteilte. Hochfligend, der Kunst neue Bahnen weitend, waren die Ideen des fürstlichen Mäzen. Die im Mai 1901 gegründete Künstlerkolonit sollte auSge- 6aut werden. Auch ein Gymnasium für bildende Künste war beabsichtigt und wurde in die Tat umgesetzt. Seit einem Jahre schon wirkt eS, doch trotz alledem wurde eS merklich stiller um die Sieben in Darmstadt. Waren es künstlerische Verstimmungen, oder war eS ein gewisses Sich­ausgeben der Darmstädter Künstlerschaft? Genug, man drohte auf dem toten Punkt anzukommen. Da drang im Spätherbst vorigen Jahres eine neue Kunst in die Oeffent- lichkeit. Sie kam von Frankfurt a. M., der alten Kaiser- stadt und besagte nicht mehr und nicht weniger als ein neuer, eigene Wege gehender Künstlerbund ist im Werden. Und heute? Nach weniger Monde kurzen Frist? Der Gedanke ist in die Tat umgesetzt worden : Frankfurt a. M. hat seine eigene Künstler-Sezession! Frankfurt, das ein Sammler- tum von Werken früherer Kunstepochen fast künstlich züchtete, das ein Aufstreben und Aufsprießen junger Talente neben anerkannten Größen scheel angesehen, mindestens aber nicht protegiert hat, das nämliche Frankfurt überrascht die Welt auf einmal mit einer Künstlergescllschaft neuester Richtung in der Ausstellung des Frankfurt-Cronberger Künstlerbundes.

Cronberg, das idyllische Vorstädtchen in dem lieblichen, jetzt so modernen Taunus, das schon einmal unter Schreyer und Bürger ein fröhliches Künstlervölkchen beheimsen durfte, es hütet in seiner sonnigen Ruhe den neuen Künstlcrbund. Zwar sind es nicht Titanen der Kunst, nicht Himmelsstürmer, die alles über den Haufen werfend neuen, selbstgeschaffcncn Prinzipien nachbängen, wie Liebermann z. B. sondern, ganz

Dienstag den 7. Januar

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innerhalb 14 Tagen nach dem Vierteljahresschluß einzureichen.

Die Rechnungen vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1907 ersuchen wir bis zum 15. -. Mts. einzureichen. Hanau den 2. Januar 1908.

Der Magistrat. Dr. Gebeschus. 663

Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung

am Donnerstag den 9. Januar 1908, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Einführung der neugewählten Mitglieder der Stadt- verordneten-Versammlung.

2. K utituierung der neuen Versammlung (Wahl deS Vorstände« und der Ausschüsse).

8. Interpellation Beyer und Genossen betr. Milderung der herrschenden Arbeitslosigkeit.

Um 43/e Uhr findet Sitzung des Wahlvorschlagsaus­schusses statt.

Gemeinschaftliche Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung

am Donnerstag den 9. Januar d. I., nachm. 61/» Uhr.

Tagesordnung:

Wahl des zweiten KommunallandtagSabgeordneten.

Hanau den 4. Januar 1908.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

Canthal. 617

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbucht von da Band 12 Art. 666 zur Zeit der Eintragung des VersteigerungSvermerke« auf den Namen der folgenden Personen:

1. der Witwe des Gchlossermeisters Johautt Peter Ernst, Henriette geb. Ohler, zu */»,

2. deS Johann Carl Ernst, gen. Vogt, zu */«,

dem Idyll der Oertlichkeit angepaßt, stille aber frohe Künstler. Kühnheit im gewissen Sinne kannte eigentlich nur einer, der bestbekannte Rudolf Gudben. Er sowie Jacob Nußbaum bekennen sich rückhaltsloS zu jener neuen auf Impression be­ruhenden Richtung, die ja heute noch genug Feinde hat. Die andern malen durchweg klein air. Gudden«spanische Landschaften atmen südliche Wärme". Grell gelbe Lichter setzt er auf und läßt sie bereits auSwellen, dabei in wirk­samen und doch unaufdringlichem Kontrast btt feinen Schattenreflexe auf den Figuren suchend. Eine wirkliche und charakteristische Persönlichkeit in seiner Künstlerschaft. Neben Gudden ist es Nußbaum, der sich zu den Impressionisten schlägt. Obwohl feint Kunst noch tastet, fühlt man bei ihm bereits ein kühnes, starkes Talent. Er geht vielleicht noch weiter wie Gudden. Seine Landschaften sind von einem ge» missen Duft umflossen, der den langweiligen Fabrikgebäuden, seinen entblätterten, vom Regenhimmel sich müde abhebenden Bäumen eine gewisse schwermütige Eigenart verleiht. Als Meister de« neuen Bundes ist wohl Professor Wilhelm Trübner anzusehen. Er glänzt mit einem lebensgroßen Reiterbildnis des jetzigen König? von Württemberg. Dies sein neuester Opu« ist entschieden ein Meisterwerk. Auch die älteren DamenportraitS in Balltoilette und eine seiner Landschaften zeigen die Trübnerschr VerstandStecknik. Dabei hat er seinen früher eingenommenen, stark impressionistischen Ausdruck immer mehr ausgeglichen. Ob da» gerade von Vorteil für ihn ist, mag dahingestellt bleiben. Seine Gattin, Alice Trübner, malt in ihren Still­leben und einem Parkbild mit eigener Technik. Breite, kräftige Farbenfleckc, durch verständliche Abstufung gemildert, neben einer eigenartigen Stilisierung. Ottilie Röderstein ist bereits eine reife Künstlerin, vielseitig und zeigt trotz einer gewissen weiblichen Weichheit virtuoses Können in Auffassung und Technik. Ihre Landschaften und ihre Blumenstöcke sieben entschieden auf hoher künstlerischer Stufe. Die Porträlâ hingegen sind etwas farblos geraten, auch in der Auffassung etwas monoton, fast mystisch gehalten. Der Einfluß Whist­lers ist unverkennbar. Hans Burnitz hat viel dem Wald abgelauscht. Er sentit die Färbungen des Laubes und die Waldbelichtung im Genit, auf den weichen Moosbänken und den schleichenden Waldbächen. Dabei arbeitet er mit ver-

Fermsprechanschlutz Nr. 605. 1908

8. der Ehefrau beS Kaufmanns Lottis Ehrlich, Wil­helmine Anna Elisabeth, geb. Vogt, zu

4. a) des Emil Theophiles Ernst, gen. Vogt, zu ^n,

d) des Louis Heinrich Ernst, gen. Vogt, zu ^u, sämtlich in Hanau, eingetragenen Grundstücke:

1. Knbl. 0 65, BrandverstcherungS-Nr. 3

2. Krtbl. 0 66, der Kleinegasse

*) Wohnhaus mit Hofraum 1 ar 91 qm, und HauSgarten 72 qm,

b) Seitenbau links (A),

e) Seitenbau recht» (B) mit Abtritt fC), GebäudesteuernutzungSwert zu » 675 Mk., GebäudesteuernutzungSwert zu d 135 Mk^ GebäudesteuernutzungSwert zu « ---- 24 Mk., Grundsteuermutterrolle Art. 1861 Gebäudestruerrolle Nr. 842

am 1S März 1908, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der GerichtSsUll», Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 versteigert werben.

Hanau den 24. Dezember 1907.

SSntgltch-- Amtsgericht tot, A 649

Hanauer Ortskrankenkasse. Bekanntmachung.

Vom 1. Januar 1908 ah werden neue Anmelder Abmelde- und Veränderung-formulars «tagchi-rt und sind in hiesigen Druckereien erhältlich.

Dureaustunden für daS Publikum: v bi- 1 Uhr vorm. und 8 bis 8 Uhr nach«.

Am und Abmeldungen werde« nur 8 diâ 1 Uhr vorn», entgegengenommeu.

Hanau den T Janu« 1908.

Der Vorstand.

«chabl, 1. Vorsitzender. 887

Gedenket der notleidenden Bögel k

blüffenb einfacher Technik. Robert Hofmann« Landschaft« zeigen eingehende Licht- und Echatt enstudirn zu Nachmittags» stimmungtn. Der bleiche Mond am TageShimm«!, fahlgrü» Schattrn bei starker Beleuchtung, da» find schwierig«, om ihm gelöste Problem«. Sie wirken gerabe so wie seine Winterstimmung und da« malrrische Stillebe«: Christbaum­schmuck. Paul Klimsch sucht fich mobtrne Sujet«, p B. mobernt Mietshäuser. Trotzdem behandelt er bieft etwa« nüchternen Motiv« mit gewisser malerischer Keckheit. Alfred Oppenheim ist wieder mehr Impressionist in seinen recht stimmungsvollen Landschaften, während Heinrich Werner immer noch rtwaS schwerfällig wirkt, wenn auch diesmal ein etwas frischerer Zug in seinen Silbern zu »erspüren ist. Ein homo novus ist Hans Völker, ein äußerst HebenP würdiger Künstler von allerfeinster Delikatesse. Er kommt als wohlbeobachtender Marinemaler, aber auch all glücklich empfindender Landschafter und speziell all äußerst fein« Slillebenmaler. Eine Sammlung von Schwarz-Weißzeich- nungen bringen Gudden, Nußbaum, Oppenheim und Klimsch auch auf diesen Gebieten näh«r, während die Plastik durch Professor Kowarezik Rettenmeyer und Bosselt in Statuen, Statuetten und Plaketten vertreten ist. Ersterer hat i» Eifellava eine lebensgroße Sphinx mit antik gehaltenem Auf­bau von großer Wirkung ausgestellt.

Die Gesamtausstellung selbst bietet mit ihrer reichen Ge- mäldekollektion und ihren plastischen Kunstwerken (12 Maler uud 3 Bildhauer beschickten mit 185 Werken die Ausstellung) einen erfreulichen Anblick. Auch die Hängekommisfion hat durch eigenartige Arrangements hinter den neuen Versuchen der Künstler nicht zurückstehen wollen. Sie hat die Künstln in sich und nebeneinander wirken lassen, indem sie di« Silber der Einzelnen zusammen, nicht getrennt, aufhängte. So ist es ermöglicht, die kühnen Neueren ohn« Katalog genau zu studieren, ihre eigenen Werke miteinander und âugH# auch die Stärken und Schwächen mit denen ihrer Koll«g«n von der Palette zu vergleichen. Daß man natürlich nur W»rt- volles aufhängte, ist selbstverständlich. Glückt die Ausstellung, d. h. findet der Versuch der beteiligten Künstler Anerkennung und daran darf eigentlich kaum gezweifelt werden so ist der neue Bund besiegelt. Frankfurt hat bamit feint und di« bildend« Kunst eint Sezession mehr.