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BânnimâchttM irr ßmm WkrssktskHe.

Vom 1. Isrrttnr 1908 ab roerben «cue Anmelde-, Abmelde- tm» VerändernnstSsormnlare eingeführt ynb sind in bissigen Druckereien erbältlich.

Für Artereffenten liegen Originalexemplare bei unserer Kaffe zur Einsicht offen.

Hanau, 24. Dezember 1907.

Der Vorstand.

S ck? al> l, 1. Vorsitzender. totoh'W^

Nächste Versammln»-? Samstag den 4. Januar 1908, naSiMittags 21/« Uhr, im Gasthauszum goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung r

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2, Besprechung über den Handel mit Gemüse» und Blumen« famen im Umherziehen.

2. Vortrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen überDie Stickstoffdüngung der Kulturpflanzen."

4. Mitglieberaufnabme.

ö. Sonstiges.

Die Hn-rcn Bürgermeister werden ersucht die re. ende Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt orts­üblicher. Weite bekannt zu machen.

Hanau, den 29. Dezember 1907.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Gefundene nnd verlorene Genenstände rc.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit etwas über 9 Mk., 1 Schlüsselbund (5 Stück). 1 Kneifer ohne Einfassung, 1 goldene Damenuhr, 1 Kinderportemonnaie mit einigen Pfennigen. 1 silberner Anhänger (auf der Rückseite ein­graviert 25/12. 1907 Willy), 1 Damenfchirm mit Silber­griff mit daran hängendem Portemonnaie (im Laden Krämer- ftrase 8 bei Jäger stehen geblieben : Empfangnahme daselbst). '-

Verloren: 1 goldenes Glicderkollier mit ver­schiedenen Sternchen als Anhänger, 1 Spazierstock mit Silber- griff mit dem Namen Krug, 1 brauner gefütterter Herren- Glaeehandschub, 1 grünes Portemonnaie mit 140 Mk. In­halt, bestehend aus 1 Hundertmarkschein, 30 Mk in Gold und 10 Mk. in Silber und Nickel.

Zugelaufen: 1 junger Wolfsspitz.

Hanau dm 2. Januar 1907.

politische Rundschau.

Die Süddeutschen und die Neichsfteite; fragen. Die Kinanjmènister von Bayern, Baden und Württemberg halten zurzeit in Stuttgart eine Konferenz über die schweben­den Reichsstcueriragsn ab. Im Vordergrund der Beratungen steht bi* Frage der Veredelung der Matnkularbeitrâge durch Umänderung des Systems nach der Einwohnerzahl in ein System nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die Kon- seren; hat, wie aus Stuttgart gemeldet wird, hiergegen starke Bedenken. Sie neigt zur Einführung einer verbesserten Branntweinsteuer, einer Tabakfabrikatsteuer, einer Erbschafts­steuer und einer Wehrsteuer.

Das Urteil im Prozeß wegen des Wiboraer Aufrufs. Im Wiborg-Prozeß sind zwei Angeklagte frei- gesprochen, alle anderen zu drei Monaten Gefängnis ver­urteilt worden.

Aus Rußland. Bezüglich der in letzter Zeit wieder­holt aufgetauchien Meldungen Petersburger Blätter über Truppenverschiebungen nach Finnland wird von autoritativer Seite erklärt, daß die JagdkommandoS der Petersburger Garde-Regimenter nach der finnischen Grenze abgegangen sind, hauptsächlich um daS Ueberschreiten der Grenze durch russische Terroristen zu hindern. Besonders ist eine verschärfte Ueber» wachung des Gouvernements Wiborg angeordnet, um dort die Bildung eines revolutionären Zentrum« in unmittelbarer Nähe Petersburgs zu »erbäten.

Die Sorgen der Türkei. Der Spezialkorrelpondent derTimes", Fraser, der. nach den armenischen Provinzen entsandt wurde, ist von Kurden überfallen und verletzt worden. Die englisch« Botschaft unternahm bei der Pforte Schritte zur Bestrafung der Schuldigen.

Marokko. Nach einer Meldung des Generals Liautey haben die Truppen am 80. und 31. Dezember das GebirgS- land der Beni Khaled passiert. Die Kolonne Felineau be­setzte die Rsrdausgânge. Der Kaid der Fadjerks und der Scheck Aman Ben Amea wurden gefangen genommen und werden nach Algier gebracht. Die Kolonne Epinasse stellte dir Verbindung mit Felineau bei Martinprey her. General Liautey steht diese Operationen als entscheidend an. Die bisherigen Abgaben der Stämm« haben einen Wert von 7 2 000 Francs. Es wurden 725 Schnelladegewehr« ein« geliefert

Die Lage in Persien. Sämtlich« Minister er» schienen gestern im Parlament, um die Interpellation bezüg- lich der gerichtlichen Verfolgung derjenigen Personen zu be­antworten, denen die Schuld an ben letzten Unruhen beizu- meffrn ist. Die Interpellation ist bekanntlich das Resultat der Verständigung bei Parlaments > mit dem Schah. Der Krieg-Minister und der Gouverneur von Teheran, Prinz Salar ti Saltaneh, versprachen baldige Bestrafung der Schuldigen. Der Hofraum, das Treppenhaus, ein Teil des Sitzungssaales und die Wandelgänge bei Parlament« wurden "ährend der Beratung von bewaffneter, unter dem Befehl ^nti Ge neral« stehender Miliz bewacht.

^___ Don-repsiKU_____________

* Neninstrsfeirrn.

; Merlin, 1. Jan. Die NestiahrSfpie? im Sffffoß begann, wie üblich, mit dem großen Wecken. An der SclüoArrpelle .versammelten sich die Fürstlichkeiten. Bevollmächtigte des Bundesrate?, die Generalität, die Minister, Staatssekretäre, Präsidien der Parlamente uh». Um halb 10 Uhr trafen die Majestäten von Potsdam ein, nahmen die Glückwünsche ent­gegen und begaben sich gur Sch'oßkapelle. Der Kaiser, in großer Generalsunnorm, führte die Kaiserin, Prinz Rupprecht von Bauern die Kronprinzessin, de-- Kronprinz die Prinzessin Eitel Friedrich: andere Fürstlichkeiten, darunter Herzog Albrecht von Württemberg, folgten. Dem. Altare zunächst saßen der Reichskanzler und die Feldmarschälle, v. Dryander predigte. Nach Schluß des Gottesdienstes begab sich der Hof in den weißen Saal. Dort fand die GratulationS- Defiliercour vor den Majestäten unter dem Donner eines Saluts im Lustgarten statt. Der Kaiser und die Kaiserin reichten dem Fürsten Bülow die Hand. Der Kaiser begrüßte auch die Präsidien der Parlamente. Die Kronprinzessin wohnte der Conr nicht bei. Nach der Cour empfing der Kaiser die Botschafter, den Reichskanzler, die Minister, die kommandierenden Generale und die Admirale mit Prinz Heinrich an der Spitze. Um 1 Uhr begab sich der Kaiser, vom Publikum lebhaft begrüßt, mit den Söhnen zit Fuß ins Zeughaus, wo Paroleausgabe stattfand. ES folgten nnU« tärische Meldungen. Der Kriegsminister erhielt daS Groß­krenz deS Roten AdlerordsnS, Nach einem Vorbeimarsch der Ehrenkompanie kehrte der Kaiser ins Schloß zurück, wo Früh­stückstafel stattfand.

Budapest, 1. Januar. Bei dem heutigen NeujahrS- emplang im Ministerpräsidium, zu welchem die Abgeordneten der koalierten Parteien erschienen waren, erwiderte Minister­präsident Dr. Wekerle auf die BegrsißungSanwrache mit einer längeren Rede, in der er zunächst bat, die koalierten Parteien möchten der Regierung auch künftighin ihre Unter- ftütiung gewähren. Er wieS dabei auf diè wichtigen Auf­gaben in der inneren Politik hin, die ein solche? einträchtiger Zusammenwirken erheischten. In Bezug auf die wirtschaft­liche Sage führte Wekerle auS, da? Land habe unter kritischen Verhältnissen die größte 991berftanbSfraft-agben Tag gelegt. Die vom Auslande zurückströmenden ungarische» Werte wurden von emhefmiusten^^arer« erworben. Die in­dustriellen Unternehmungen hätten., in schwierigen Lagen die größte Lebensfähigkeit bewiesen. " ~^*ungarischen Kreditinstitute standen auf der Hohe. Somit lèT^bre- Hoffnung begründet, daß tn der durch den Ausgleich mit Oesterreich bewirkten Kräftigung der zehnjährigen Friedensperiode die wirtschaftliche Entwickelung des Landes bedeutende Fortschritte mache. Schließlich kün- blgfeder Ministerpräsident mehrere wichtige Reformen an, wie Einführung des allgemeinen Stimmrechtes Steuerreform und Maßnahmen zur Sicherung der Bera­tungen des Abgeordnetenhauses.

Budapest, 1. Januar. Der Präsident der BersastungS- partei Szell richtete an den Minister deS Inneren Grafen Andrassy als Führer der Verfaffungspartei im Namen dieser Partei zum Neujahrswechsel ein Begrüßungstelegramm. Nn- drassy erwiderte, es erfülle ihn mit patriotischer Freude, daß die Partei treu und innig an bet Politik von 1867 festhalte, die auch er für die einzig richtige halte, und die dem Lande eine vierzigjährige, kräftige Entwickelung gesichert, der Nation ihren König wiedergegeben, dem König aber daS Herz der Nation gewonnen habe. Handelsministor Kossuth erwiderte bei einem Empfange von Mitgliedern der NnabhängigkeitS- Partei auf deren Glückwünschs"zum neuen Jahre; die Partei habe eine glänzende Kraftprobe ihres Patriotismus durch Votierung der AusgleichSvorlage bestanden. Er hoffe, es werde gelingen, in her Frage der nationalen Bank die an­deren Parteien zur Ueberzeugung der Unabhängigkeitsparte! zu belehren, so daß eine selbständige ungarische Bank ohn« größere Erschütterungen her Finanzen des Landes errichtet werden könne. Die Wahlreform werde schon im nächsten Frühjahr den Reichstag beschäftigen und müsse so gelöst werden, daß der ungarische Charakter deS Staate« erhalten bleibe.

Hus aller melt

Prozeß Harden.

Berlin- 31. Dezember. Der Gerichtspräsident Lehmann eröffnet die Sitzung um 10 Uhr und richtet die Frage an den Grasen Moltke, ob das Erscheinen der Artikel in der Zukunft" ihn veranlaßt habe, seinen Abschied zu nehmen. Der Nebenkläger bejaht dies. Darauf ergreift OberstaatS- onwalt Dr. Jsenbiel daS Wort: Mir als StaatSanwalt hegt el ob, die Ergebnisse der Beweisaufnahme in Kürz« vorzutragen und daraus die richtigen Folgerungen zu ziehen und Schuld und Strafe abzumeffen. Die Auf- gäbe ist recht einfach und unangenehm; einfach des. halb, weil es gelungen ist, völlige Klarheit zu schaffen der .Knoten ist gelöst, nun liegen sämtliche Fäden offen. Wir sind imstande, uns daS Urteil über die recht- liche und tatlächliche Lage des Falles zu bilden. Unan- genehm aber ist meine Aufgabe, weil sie nicht zu lösen ist ohn« eingehend« Charakterisierung der einzelnen Haupt­beteiligten in diesem Prozeß, der handelnden und leiden- den Personen. Ich werde das tun mit derjenigen Mäßigung, die mir wohl auch meine Gegner zugestehen werden, aber selbstoerstndlich auch mit derjenigen Rückhaltlosigkeit und Offenheit, welche mir die Pflicht meines Amtes auserlegt WaS liegt nun vor? Harden meint, daß sich in der Um- gebung beS Kaisers eine Gruppe hochgestellter und rinsiuß- reicher Personen befindet, die dem Wohle deS Vaterlandes abträglich seien. Er hielt sich für berufen, biete Gruppe zu sprengen und zu beseitigen. Wen er eigentlich zu her Grupp« rechnet, daS ist nicht klar ersichtlich. Klar ersichtlich ist eigent­lich nur auf die beiden Hauptbeteiligten, den Fürsten Philipp zu Eulenburg und den Grasen Kuno Moltke hingewiesen. Er scheint ferner noch zu dieser Gruppe zu rechnen die Herren von Varnbühler, von Below, den fran» zösischen Botschaftsrat Lecomte. An einer Stelle wird auch von dem Staatssekretär von Tschirschky gesprochen, aber an anderer Stelle betont, daß er nicht zu dem Ringe gehörte. Es wird wohl absichtlich nicht ganz klar gestellt, welche einzelnen Bersonrn Herr Harden zu der Gruppe rechnet. Ich weiß nicht, ob er selbst eS nicht genau wußte, oder ob er überhaupt nur einzelne Personen hineingezogen hat zur besieren Illustrierung der Gruppe. Die Angriffe sind Haupt- sachlich und allem gerichtet gegen den Fürsten Eulenburg

AnMinv

unb ben ©rasen Moltke, weil Harden glaubte, in der Lage zn fein, diesen beiden Herren etwas nm Zeuge flicken -m körmm.' Er war vor vier aber fünf Jahren in ben Besitz ber Kmutnis der Ehesache d's Grafen Moltke gelangt, einer teilweisen Kenntnis wenigstens. Er hatte ferner von einzelnen nicht ganz verstäudsichen und <o ober ko zu deuten­den Andeutungen des früheren Reichskanzlers Fürsten Bis­marck gehört. Aus diesen beiden Umständen bildete sich bei ihm die Ueberzeugung, daß in der Gruppe, bie er sprengen wollte, perverse Geschlechtlichkeit herrsche. Herr Harden hat zugkstanden. dem Klosterpropst Moitke gegenüber, daß sich bei ihm diese Ueberzeugung gebildet habe. Seibstverstänb- lich ist er nicht wegen dieser Gespräche mit dem Klnsterpropst zu bestrafen, wohl aber deswegen, weil er einen Teil dieser feiner Ueberzeugung in Artikeln derBuhmft" veröffentlichte. Mit diesem recht schwachen Rüstzeug ausgerüstet, ging Herr Harden daran, Artikel auSzuschreiben von großem Umfange unb großem Stil und in allen diesen acht Artikeln, welche sich auf ein halbes Jahr erstrecken, systematisch und planvoll einige halb andeutende, dunkle Worte einzusiigen, aus denen hervorging, was er den beiden Herren, Fürsten Eulenburg und Grafen Moltke, zum Vorwurf machen wollte. Herr Harden hat ganz recht, daß es sich hier nur um ein paar Worte handelte. In den großen Artikeln sind eS immer nur wenige Zeilen, die sich mit den beiden Herren beschäftigen, die mit der dem Herrn Harden eigenen Geschicklichkeit darauf hindeuten, daß bei diesen beiden Herren etwas nicht richtig sei, daß sich diese Herren in einem geschlechtlichen Zustande befinden, welcher es nicht angemessen erscheinen lasse, sie in der Umgebung Seiner Majestät zu lassen. Harden habe be­hauptet, er habe gar nichts Beleidigendes gesagt, aber er gibt doch zu, daß er diesen Herren doch mit all diesen hal­ben Worten eine normwidrige erotische Freundschaft zur Last legte. Wenn er auch nichts "weiter getan hätte, würde er sich schon einer schweren Beleidigung schuldig gemacht haben. Es liegt aber in den Artikeln viel mehr, es wird geradezu der Vorwurf der Homosexualität gegen diese Herren erhoben. Der StaatSanwalt geht dann einzelne SIrtifel derZukunft* durch und gelangt zu der Schlußfolgerrrng: Ich habe also nachgèwiesen, daß die Artikel bei Angeklagten für den Nebenkläger herabwürdigend im Sinne bei § 186 sind. r-AleBehauptungen sind nicht nur nicht erweislich wahr, sonDèvrvfgexadezu unwahr. Nicht eine Spur von Homo» sexualitätan"^g^rafen Moltke ist nachgewiesen und nicht ^emAtom femininer Eigenschaften. Darüber Unb^asie Sach» cètftfm^eneinig und rtite^abm unter ihnen die hervor» ragenbften BetTTrU^erSeji^^ Ich könnte hier-

mst eigentlich schließen/^Tm-oin Berges eegen den § 186 steht fest. ES liegen alle Tatbestand?merkmale vor, und el bedarf nur noch der Erörterung der Strafe. Aber die Sache hat doch eine größere Bedeutung, man muß ihr tièfernäcfi» gehen, um die einzelnen Personen, die in diesem Drama aus­treten, zu charakterisieren. Die Hauptperson ist Maximilimt Harden. Harden ist der arbeitsamste Publizist der neuesten Zeit. Er besitzt eine beneidenswerte Dialektik, einen außer» ordentlichen Scharfsinn und einen ihm nur eigenen Stil. Er ist ein Genie und eine faszinierende Persönlichkeit, übet diesen glänzenden Eigenschaften stehen Mängel entgegen, Mängel in der KampseSart, die Heftigkeit, mit bet er btt Gegner bekämpft, wenn eS die Verfolgung bei eigenes Zwecke« gilt, und die Schonungslosigkeit, mit der er übte Leichen geht. Dazu kommt die nicht immer unbedenklich« Wahl der Mittel zur Erreichung feiner Zwecke Diese zwes häßlichen Eigenschaften haben sich hier prägnant hervor^ gedrängt und ihn zu schwerem Fall gebracht. Er hat uv« sprüngiich gesagt, es fei ihm peinlich, sich mit solchen Dev» dachtigimgkn zu befassen. Er hat aber nicht danach geha««l delt. Sind wir Deutsche nicht mehr in der Lage, mit offenem Visier zu kämpfen? Sind wir nicht mehr gewohnt, auch A dem Gegner den Ehrenmann zu achten? Da« wäre seh? schlimm. Harden hat el nicht getan, und worauf stützt et sich bei feiner Mißachtung? Lediglich auf da« Zeugnis bet Frau v. Elbe, auf Brief schaffen der Frau v. Heyden uni auf Schriftsätze in dem Thescheldungsprozeß. Mehr habest Eie, Herr Harden, nicht gehabt und dabei sind Eie ungerecht verfahren. Sie haben nicht auch den anderen Teil yehört- ES ist ein alter RechtSgrundsatz.eines Mannes Hebe ifl keine Rede, man muß sie hören alle beebe. Diesen obersten RechtSgrundsatz haben Sie nicht berücksichtigt. Sie haben selbst nur eines WeibeS Rede berücksichtigt und noch dsM die einer kranken Frau. Der StaatSanwalt geht bann tut Charakterisierung der Frau o. Elbe, sowie beren Mutter, bet Frau v. Heyden, über und sagt dann: DaS ist nun bi< Basis, auf welcher Harden fein ganzes Gebäude aufgebaut hat. Ich erkläre, daS ganze Gebäude ist in sich zusammen« gestürzt. Wir haben den Schmutz endlich weggewaschen. Jeder einzelne von unl muß einmal ben schweren Wetz gehen, ben jeder ©taubgeborene zu gehen hat. aber kein ein« lüget wird beim Anblick bei dunklen ToreS, daS in diß Ewigkeit führt, so leichten und freien Herzen- an di« qual­vollen Stunden dieses ProzeffeS zurückdenken, al- bet gramz gebeugte Mann, der neben seinem vortrefflichen Vertreter hier sitzt, als der Ehrenmann Graf Kuno Moltke. Nicht ei» Stäubchen Unehre ist auf dem blanken Wappenschild« seine- stolzen Namens haften geblieben. Mit der Peberd« bet EkelS und Abscheu» kann er den Unrat und den Schmutz, der nach ihm geschleudert wurde, von sich abwälzen. Ho h» erhobenen Haupte- kann er diesen Saal »erlassen, ein wahrer Edelmann, nicht nur von Geburt und Stellung, sondern nach dem ?ldel der Gesinnung, vor dem ein sehn anständige Mann sich neigt unb beugt. Noch einer darf heute erleichtert aufatmen. ES ist gelungen, den Verdacht, bet seit einem Jahrzehnt auf dem Fürsten Eulenburg ruhte, im wesentlichen und meine! Erachtens vollständig zu zerstreue«. Der StaatSanwalt kommt bann auf bie Vorwürfe zu sprechen, bie gegen ihn erhoben wurden, weil er nicht vou vornherein die öffentliche Anklage erhoben habe. Ihm sei el all ein Akt der Gerechtigkeit erschienen, in diesem Streite zweier angesehener Männer eS ihnen selbst zu überlasten, tat geordneten RechtSverfahren bie Streitigkeiten auszutragen. ~fr. J^r,wfi gewann seine Bedeutung erst im Lause bei EchöffengerichtSverfahrenS unb durch daS Verfahren. DeS» wegen ist er gerade ein Musterbeispiel für die Notwendigkeit, R her StaatSanwalt zu jeder Zeit und in jeder Sage bei «erfahren! eingreifen kann. Ich habe mir gesagt: Eo rote bal Verfahren geendet hat, so darf el nicht enden; mit scheint, daß dem Gra'en Moltke in dem Privaiklageverfahren nicht sein gutes Recht geworden ist, auf da« er Anspruch hat, Bon dem Augenblick« an, wo daS Bffentliehe Interest« ju tage trat, war ich zur Stelle und habe bie Straf Perfol«