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NstaÄuIdrmk und Verlag der Buchdrucker« b» wut». «, Waisenhsuse» i* Henau.
Lmililhcs Organ fit AM- uni Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierrage, mit belletristischer Beilage.
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Samstag den 15. Dezember
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906
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Hus E)anau Stadt und Eand.
Hana«, 15. Dezember.
* Genaue Adressierung. Trotz aller Bemühungen der Post, das Publikum auf die Notwendigkeit der richtigen und genauen Adressierung der Postsendungen hinzuweisen, ist die Zahl der im Reichspostgebiet im verflossenen Jahr unanbringlich gebliebenen und der Vernichtung anheim gefallenen Postsendungen gegen das Vorjahr wiederum gestiegen. Auf den Ober-Postdirektionsbezirk Gaffel entfallen für den Zeitraum vom April 1905 bis März 1906 nicht weniger als 18 789 Sendungen, die den Empfängern nicht haben zuge- stellt werden können und vernichtet werden mußten, weil die Absender weder auf , der Außenseite noch im Innern der Sendungen so bezeichnet waren, daß sie hätten ausfindig gemacht werden können. Diese unerfreuliche Tatsache weist darauf hin, wie notwendig cs für die Absender von Postsendungen ist, diese in allen Fällen, selbst wenn es sich um Sendungen an Verwandte, gute Bekannte usw. handelt, mit dem vollständigen Namen und der Wohnungsangabe des Absenders zu versehen. Besonders im Hinblick auf die vermehrte Korrespondenz während der bevorstehenden Festtage, Weihnachten und Neujahr, liegt dies dringend im Interesse der Absender.
* Etlstückgttt. Vom 17. bis 22. d. Mts. kann Eilstückgut in der Zeit von 7 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags ununterbrochen aufgeliefert und abgeholt werben.
* Reichstoaskandidatur. Die Sozialdemokraten stellten im hiesigen Wahlkreise wiederum den Arbeitersekretär G. Hoch als Kandidaten auf.
* Kunstvereilè. Die diesjährige Weihnachts-Ausstellung ist eröffnet und verweisen wir auf die Veröffentlichung in unserem Blatte mit dem Hinzufügen, daß dieselbe ein besonderes Interesse bietet durch die dem Darmstädter Turnus hinzugefügte Gedächtnis-Ausstellung von Werken des verstorbenen hiesigen Malers Hermann Göllner, bestehend in hervorragenden Email-, Oel-, und Aquarell-Bildern, einer Kollektiv-Ausstellung des verstorbenen Malers und Professors Noak in Darmstadt, einer solchen des M.alers und Akade- mielehrers Koch-Honnef, sowie 3 Gemälde des Vereins für historische Kunst in Berlin: Ludwig Dettmann „Abendmahlsspende", Gotthard Kühl „Vor der Schicht", Peter Janssen „Lustiges Volk".
* Stadttheotev. Eines der bekanntesten und beliebtesten Bühnenstücke, Pius Alexander Wolffs Schauspiel mit Gesang: „Preciosa" wird morgen Sonntag neu einstudiert zur Aufführung gelangen. Das treffliche Werk mit der herrlichen Musik Carl Maria von Weber's erzielte auch hier stets so starken Beifall, daß es sich erübrigt, auf die Vorzüge desselben noch besonders hinzuweisen. Die melodischen Chöre werden unter gütiger Mitwirkung eines hiesigen Gesangvereins gesungen. Die Regie wird Herr Oberregffseur Steger führen und die musikalische Leitung liegt in den Händen deS Herrn Königl. Musikdir. Schmidt. — Die Hauptrollen sind wie folgt besetzt: Preciosa — Frl. Sarno, Alonzo — Herr Hopkirk, Viarda — Frl. Iaida, Pedro — Herr Gehrmann, Zigeunerhauptmann — Herr Pustar, Franzisco — Herr O. H. Müller, Fernando — Herr Kempf, Donna Clara — Frau Reinhardt und Eugenio — Herr Heidemann.
* Parolemusik. Die Kapelle des Jnf.-RegtS. Hessen« Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1) „Königs-Grenadier-Marsch" von Teichert; 2) Ouvertüre z. Op. „Mignon" von Thomas; 8) „Puppen- Walzer" von Bayer; 4) „Die junge Nonne", Lied von Schubert; 5) Potpourri aus „Rigoletto" von Verdi.
* Das Berliner Schauspiel-Ensemble, welches am Montag im Saale „zum deutschen Haus" ein einmaliges Gastspiel absolviert, erzielt mit seinen „S h er l o ck Hol m rs"- Aufführungen zur Zeit am Frankfurter Residenztheater noch täglich volle Häuser, obwohl Samstag Abend bereits die 50. Aufführung stattfindet.
* Damhosers Koschatlieder Quintett gibt morgen abend im „Deutschen Hause" ein zweites Kârtner-National- Sonjert, was gewiß freudig ausgenommen werden wird. Das erste Konzert lieferte den Beweis, daß das Quintett hinsichtlich der Leistungen auf seiner anerkannten Höhe geblieben ist, sodaß allen Besuchern einige recht genußreiche Stunden in Aussicht stehen.'
* Das „Weitze Kreuz" veranstaltet morgen Sonntag und übermorgen Montag in den unteren Räumen der „Cen
tralhalle" Versammlungen. Näheres ist aus dem Inserat in heutiger Nummer zu ersehen.
* Besitzwechsel. Die Liegenschaft „Zur goldenen Zange", Hcrrnstraße 8, wurde durch Vermittlung der Jmmobilien- firma W e r n t g e n & C o. aus Frankfurt a. M. zum Preis« von 42 000 Mk. an Herrn Restaurateur Emil Klein aus Frankfurt a. M. verkauft.
* Ein Gastwirt, der in der Altstadt sein Gewerbe betreibt, ist verschwunden. Das Ewigweibliche soll dabei eine Rolle spielen.
* Das Hahnenkammhaus ist nur Sonntags geöffnet.
* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 3—9 Uhr die Einhorn-Apotheke geöffnet.
* Tnrngemeinve. Wie wir bereits berichteten, wird die Turngemeinde bei ihrer Weihnachtsfeierlichkeit am 2. Feiertage neben dem turnerischen Teil ein großes Weihnachtsmärchen, „Christrosen" betitelt, zur Aufführung bringen. Soweit sich aus den Proben beurteilen läßt, steht eine gute Darstellung bevor, denn für die hübschen Rollen des Stückes haben sich recht talentvolle Darsteller gefunden, die alle mit Luft und Liebe sich ihrer Aufgabe unterziehen. Auch die Regie liegt in- sachkundigen Händen. Um dem Märchen auch das erforderliche glänzende Gewand zu geben, ist eine Anzahl künstlerischer Kräfte der Turngemeinde in voller Tätigkeit. Der kleine Saal der Turngemeinde ist zu einem Maler- Atelier umgewandelt, in" welchem nur Dekorationen zu dem Stück geschaffen werden. So werden die fünf Bilder des Stückes in dekorativer Ausstattung manches Ueberraschende bringen. Weiter wollen wir verraten, daß im dritten Bild, welches sich an den Grenzen des Schneekönigs Reiches vor dem Häuschen der Frau Holle (neue Dekoration) abspielt, ein Schneeflockentanz, ausgeführt von 8 Tarnen (Mitglieder der Daniknabteüung), eine hübsche Abwechselung bieten wird. Ebenso werden die Zwerge des Sonnenkönigs im 4. Bild einen humoristischen Reigen aufführen. Der Handlung deS Stückes ist eine reizende Musik beigegeben, die teils vom Orchester und teils am Klavier ausgeführt wird. Ueber das Stück selbst werden wir in den nächsten Tagen einige Urteile von auswärtigen Blättern bekannt geben, die erzeugen, welche überaus freundliche Aufnahme dasselbe überall gesunden hat. Darum sei die Losung am 2. Feiertage: „Auf zu den Turnern."
* Im Orpheum (Brauerei Dörr) tritt morgen neben der vom vorigen Sonntag noch in gutem Andenken stehenden Tanz-Soubrette Lilly B a r e t t a mit ihrem F o x e l, dem kleinsten SchuhpIalter der Welt, nach langer Pause zum erstenmal wieder die Soubrette „Liddy Buraska" auf und stehen deshalb ein paar vergnügte Stunden in Aussicht.
4- Langenselbold, 14. Dezbr. (Pfarrstelle.) Der seitherige Hilfspkarrer in hiesiger Gemeinde Ulrich Kannegießer ist vom 16. d. Mts. ab zum Pfarrer in Waldensberg (Kreis Gelnhausen) ernannt worden. Mit Versetzung der Hilfspfarrei dahier ist von dem gleichen Tage ab der Pfarrer extra ord. Emil Hoffmann beauftragt worden.
Barometerstand
12 Uhr am 14. 12.
Sehr trocken „„ Beständig '
Schön
Veränderlich — Regen (Wind^O—M
Viel Regen <4 g
Ocfftntlicher Wetterdienst.
Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschuleü BoranKsichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 15. Dezember bis zum nächsten Abend.
Veränderliche Winde, teilweise heiter, keine erhebliche Niederschläge, kühler.
Marktbericht.
Hana n, 15. Dezember. (L eben s m i t t el p r e i s e.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 0,80 bis 1.10 M.; ein alter Hahn 1.50—2.06 Mark; ein junger Hahn —.—
bis —.— Mk.; ein Huhn 1.20 bis 1.60 Mark; eine Gitte 2.00 bis 2.ö0 Mk.; eine Gans 3.50 bis 5.00 Mk.; Gans, ger., das Pfd. 70—75 Pfg.; Fische: gewöhnl. Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Aal —.— Mk., Hecht 6.00—1.20 Mk., Bstesem 00 bis 60 Pfg., Barben 00 bis 60 Pfg., Barsch — bis — Pfg., ^/-Kilogr. Gemüse: Meerrettich die Stange 10—20 Pfg.; Blumenkohl, das Stück 30—60 Pfg., Kopfsalat, Stück 12—15 Pf., Endivien das Stück 8—10 Pfennig; Rettich, das Stück 3—5 Pfennig; Ober- Kohlrabi, das Stück — Pfg.; Unter-Kohlrabi 10—20 Pf., Wirsing, das Stück 10—20 Pfg; Weißkraut, das Stück 20—30 Pfg., Rotkraut, das Stück 20—30 Pfg., Sellerie, das Stück 10—20 Pfg.; Gurken, St. — Pfg.; gelbe Rüben, d. Bund 0,10 Pfennig; Neue Erbsen, Pfund — Pfennig, neue Bohnen, das Pfd. — Pfg., Braunkohl, Portion 20—30 Pfg., Rosenkohl Pfd. 30, Schwarzwurzeln, Pfund 30 Pfg., Spinat, 1 Pfd. 25 Pfg., Schmalzkraut, Port. 10—20 Pfg., Kartoffeln Doppelliter 12—14 Pfg.; Obst: Trauben, Pfund 60 Pfennig, Aepfel 1 Pfund 15—30 Pfennig, Birnen Pfund 15—30 Pfg., Nüsse, das Hundert 35-50 Pfg., Pfirsiche, das Pfund —.— Pfennig, Citronen, das Stück 6—10 Pfennig; Apfelsinen, das Stück 5 bis 10 Pfennig; Paradiesäpfel, das Pmnd 60 Pfennig; Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,20 bis 1,40 Mk.;Käsc, 1 Stück 4—6 Pfennig; Eier, Stück 7—14 Pfg.; Zwiebeln, 1 Pfund 10 Pfg.; Welschkorn, Doppelliter 23—25 Pfg., Radieschen, das Bündel 8-10 Pfg., Kastanien, Pfund 18—20 Pfg., Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfennig.
x Hus Dab und fern.
r. Marburst, 14. Dezbr. Im hiesigen Stadttheater erlebte gestern das vieraktige Drama des Professors Theodor Birt „Der Erstgeborene" vor einem recht gut besetzten Hause seine Erstaufführung. Die Darstellung, die einen Bruderzwist behandelt, erfuhr eine in jeder Beziehung freundliche Aufnahme. — Die hiesige Oberbürgermeisterstelle ist nunmehr zur Ausschreibung gelangt und zwar mit einem AnfangSge- Halt von 8500 Mk., steigend bis zu 10 000 Mk.
sch. Aus der Rhön, 14. Dez. Ek Hat seinen guten Grund, warum der Herr Oberpräsident mit dem Regierungspräsidenten diesen Spätsommer unsere Gegend bereiste und sich die sog. „kahle Rhön" etwas näher« ansah. Die Regierung will die Staatsmittel vermehren, die bisher nur in kleineren Summen zur Aufforstung der kahlen Höhen und öden Flächen in der Rhön flüssig waren — das rhönische unnutzbare Bergland soll im volkswirtschaftlichen Interesse, teils auch zum Schutz gegen rauhe Winde und Unwetter, kultiviert, forsttechnisch behandelt werden. Die Rhön war früher sehr waldreich, allein es wurde zuviel Holz geschlagen. Dadurch hatten z. B. bei einem Wolkenbruch die Wassermassen freie Bahn und rissen bei ihrem Zutalsiurze von den früher fruchtbaren Hängen die Muttererde iveg. So sind die vielen kahlen, öden, brachen Flächen entstanden, bereit Ausbesserung jetzt Sorge der Regierung im Zusammengehen mit den Kreisbehörden, Gemeinde- und Großgrundbesitzerverbänden, sowie Waldgenossenschaften ist.
St. Kvirnksuvt, 15. De;. Das diesmalige Weihnachtsmärchen des Opernhauses wird „Sneewitchen und die sieben Zwerge" in großartiger Ausstattung sein. — Am 2. Februar findet in sämtlichen Gesellschafisräumeu des Palmengartens das große Winterfest der Gartenbaugesellschaft statt.
Griesheim, 14. Dezbr. Heute vormittag entgleiste der von Frankfurt kominende Güterzug in der hiesigen Station dadurch, daß der erste Güterwagen aus dem Geleise sprang und über die Seite fiel. Der von Frankfurt herbeigerufene Hilfswagen machte das Geleis in kurzer Zeit wieder frei, sodaß eine größere Verkehrsstörung nicht stattfand. Der betreffende Wagen erlitt schwere Beschädigungen; auch Die Güterladung, Margarine und Eier, wurden teilweise beschädigt.
M Kleitt-Krotzenbrtrg, 14. Dezbr. Der hiefige Gesangverein „Frohsinn" begeht am 22. bis 24. Juni 1907 sein 50jähriges Stiftungsfest. Die Feier ist in größerem Umfange geplant und das Komitee bereits mit den Vorarbeiten eifrig beschäftigt. Der Verein ist der älteste hier am Ort und bei den Gesangvereinen der Umgebung bekannt und geachtet, sodaß eine zahlreiche Beteiligung von auswärts, sowie ein gutes Gelingen der Feier zu erwarten steht.
Offenbach, 14. Dezbr. Die Stadtverordneten genehmigten gestern zunächst die Vorlage, die die Satzungen der Witwen- und Waisenkasse der städtischen Beamten der Witwen- und Waisenkässe der Staatsbeamten anpaßt. — Da die Gasbeleuchtung an der Feuerbestattungsanstalt immer unter der